19. Sonntag nach Trinitatis

Neunzehnter Sonntag nach Trinitatis

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; 
hilf du mir, so ist mir geholfen.

JEREMIA 17, 14

PSALM 32, 1 - 5

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, 
dem die Sünde bedeckt ist!
     Wohl dem Menschen,
     dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
     in dessen Geist kein Trug ist!
Denn als ich es wollte verschweigen,
verschmachteten meine Gebeine
durch mein tägliches Klagen.
     Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, 
     dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.
Darum bekannte ich dir meine Sünde,
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
     Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
     Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.


LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
2. Mose 34, 4 - 10

Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand. Da kam der Herr hernieder in einer Wolke, und Mose trat daselbst zu ihm und rief den Namen des Herrn an. Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: „Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied!“Und Mose neigte sich eilends zur Erde und betete an und sprach: „Hab ich, Herr, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und lass uns dein Erbbesitz sein.“ Und der Herr sprach: „Siehe, ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschehen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des Herrn Werk sehen; denn wunderbar wird sein, was ich an dir tun werde.“


EPISTEL
Epheser 4, 22 – 32

Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, und gebt nicht Raum dem Teufel. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann.

Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

EVANGELIUM
Markus 2, 1 - 12

Nach einigen Tagen ging Jesus wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich viele, so dass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen, Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf,  wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach zu dem Gelähmten: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“
Es saßen aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: „Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?“ Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: „Was denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden“ - sprach er zu dem Gelähmten: „Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!“ Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, so dass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.

WOCHENLIED 320

Nun lasst uns Gott dem Herren
Dank sagen und ihn ehren
für alle seine Gaben,
die wir empfangen haben.

Den Leib, die Seel, das Leben, 
hat er allein uns geben;
dieselben zu bewahren, 
tut er nie etwas sparen.


Wir wissen von Engeln, Erzengeln, Kräften, Fürstentümern, Gewalten, Herrschaften, Thronen, Cherubim und Seraphim. Die Namen kenne ich gut, doch das ist wohl alles. Was kann ich, der Erdgeborene, denn mehr von den Himmlischen begreifen, der fleischliche Mensch von den geistlichen und göttlichen Wesen? Aber wenn ich auch nicht weiß, was sich hinter diesen so erhabenen Namen verbirgt, so weiß ich doch das eine mit größter Sicherheit: etwas Großes und Wunderbares ist in diesen so ehrwürdigen Worten eingeschlossen und versiegelt. Nicht ohne Grund spricht man von „Himmel“ (caelum), denn etwas Außergewöhnliches, das ich nicht fassen kann, ist in ihm „verheimlicht“ (celatur). Es ist verborgen, sage ich, aber doch nicht völlig dem Glauben verschlossen, denn es ist uns möglich, auf der Erde die äußere Schönheit des Himmels zu sehen, wenn auch nicht zu betreten. Und wenn uns auch nicht gestattet ist, die innere Herrlichkeit seiner Geheimnisse zu erfassen, so dürfen wir doch von ihr hören. Wir schauen die Heimat, aber wir grüßen sie von fern, wir ahnen gleichsam ihre Wonnen, aber kosten sie noch nicht.

Bernhard von Clairvaux

Die Lesung des Breviers

kann zu einer Andacht ausgestaltet werden.
Diese Ordnung kann Ihnen dabei hilfreich sein.


Fragen zum Brevier beantwortet gerne Mitherausgeber

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailBerthold Ostermann