Buß- und Bettag

Gerechtigkeit erhöht ein Volk;
aber die Sünde ist der Leute Verderben.

SPRÜCHE 14, 34


PSALM 130

Aus der Tiefe rufe ich, HERR zu dir. 
Herr höre meine Stimme!
     Lass deine Ohren merken
     auf die Stimme meines Flehens! 
Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst –
Herr, wer wird bestehen?
     Denn bei dir ist die Vergebung,
     dass man dich fürchte. 
Ich harre des HERRN, meine Seele harret, 
und ich hoffe auf sein Wort.
     Meine Seele wartet auf den Herrn
     mehr als die Wächter auf den Morgen;
mehr als die Wächter auf den Morgen
hoffe Israel auf den HERRN! 
     Denn bei dem HERRN ist die Gnade 
     und viel Erlösung bei ihm. 
Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.


LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jesaja 1, 10 - 17

Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra! Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speiseopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, Lasst ab vom Bösen! Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache!


EPISTEL
Römer 2, 1 - 11

Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du eben dasselbe tust, was du richtest. Wir wissen aber, dass Gottes Urteil recht ist über die, die solches tun. Denkst du aber, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

EVANGELIUM
Lukas 13, 6 - 9

Jesus sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum, und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge, vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

LIED 146

Ach Herr Gott, durch die Treue dein 
mit Trost und Rettung uns erschein.
Beweis an uns dein große Gnad 
und straf uns nicht auf frischer Tat, 
wohn uns mit deiner Güte bei, 
dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

Leit uns mit deiner rechten Hand
und segne unser Stadt und Land; 
gib uns allzeit dein heilig Wort, 
behüt vors Teufels List und Mord; 
ein selig End wollst uns verleihn,
auf dass wir ewig bei dir sein.


Aus den 95 Thesen vom 31. Oktober 1517

1   Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut  Buße“ hat er gewollt, dass das ganze Leben der  Gläubigen Buße sei.
62  Der wahre Schatz der Kirche ist das hochheilige  Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes.
63  Dieser ist aus gutem Grund äußerst verhasst, weil er aus  den Ersten Letzte macht (Matthäus 20, 16).
94  Man muss die Christen ermahnen, dass sie Christus ihrem Haupt, durch Leiden, Tod und Hölle nachzufolgen trachten.
95  Und umso mehr darauf zu trauen, durch viel Trübsal in   den Himmel einzugehen, als durch die Sicherheit eines Scheinfriedens.

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Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailBerthold Ostermann