Aktuelle Meldungen aus dem Kloster

Nachruf auf Johannes Baumann, KMD i.R.

Der Sprengel Hildesheim-Göttingen, die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und die Kirchengemeinde St. Michaelis Hildesheim trauern um Johannes Baumann. Er ist am Dienstag, den 19. November im Alter von 94 Jahren in Hildesheim verstorben. Vielen war er bekannt als Kirchenmusikdirektor an Sankt Michaelis. Zur Welt gekommen in der lettischen Hauptstadt Riga blieb er seiner baltischen Heimat lebenslang eng verbunden.

Johannes Baumann wurde am 3. März 1925 in Riga geboren und am 9. April 1925 in der Taufkapelle der Alten St. Gertrudkirche getauft. Nach dem Besuch der deutschen Volksschule besuchte er das lettische Gymnasium in Agenskalns. Dort erlernte er auch Lettisch. Mit 14 Jahren musste er 1939 mit seiner Familie Lettland verlassen, doch hat er seine baltische Heimat und ihre Sprache nie vergessen. In den Jahren 1964 und 1975 und dann später mit großer Regelmäßigkeit besuchte er Riga. Sein letzter Besuch war zu seinem Geburtstag am 3. März diesen Jahres. An diesem Tag nahm er mit seiner Frau Maria, seiner Tochter Ruth, seinem Sohn Georg und seinem Enkel Johannes an einem Festgottesdienst in der Alten St. Gertrudkirche teil, deren 150. Geburtstag gefeiert wurde. Es war für ihn und für seine Familie ein Geschenk, dass er seinen letzten Geburtstag noch einmal in seiner Geburtsstadt und in seiner Taufkirche feiern konnte.

Nach dem Umzug aus Lettland nach Deutschland arbeitete er in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, zuerst als Kirchenmusiker in Schwarmstedt und Soltau in der Lüneburger Heide, dann in Hannover-Linden. Herausragend war sein Wirken an Sankt Michaelis Hildesheim. Dort arbeitete er bis zu seinem Ruhestand als Kirchenmusikdirektor.

Für Johannes Baumann war es eine große Ehre, dass er bei den Einführungen von drei lettischen Erzbischöfen (Eriks Nesters, Karlis Gailitis und Janis Vanags) Orgel spielen konnte. Johannes Baumann war Träger des „Drei-Sterne-Ordens“ als höchste Auszeichnung der Republik Lettlands. Die Lettische Evangelisch-Lutherische Kirche zeichnete ihn mit der Auszeichnung „Schild des Vertrauens“ aus.

Der Trauergottesdienst für Johannes Baumann findet am 7. Dezember um 11:00 Uhr in der St. Michaeliskirche Hildesheim statt.


Erfolgreicher Abschluss der Ausbildung zur Kirchenführerin/zum Kirchenführer

Hintere Reihe: Ellen Seifert-Oberlies, Karin Kemper, Uta Paczkowski, Elke Böttcher, Klaus Stemmann, Wilhelm Ippensen, Roberta Böcker, Marie-Luise Grefe, Klaas Grensemann Vordere Reihe: Renate Trautvetter, Doris Stadler, Gudrun Laqua, Eva Wallstabe, Ingelies Teichert, Ursula Alberts, Cornelia Kenklies

Landessuperintendent Eckhard Gorka übergab Zertifikate im Kloster Amelungsborn

(Amelungsborn) Die Ausbildung zur Kirchenführerin und Kirchenführer ist ein Angebot vom Arbeitsfeld „Kirche im Tourismus“ im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Der Kurs zielt auf Gästeführerinnen und Gästeführer in den niedersächsischen Dörfern und Städten, die sich in Sachen Kirche kompetent halten wollen. Genauso sind auch kirchlich Engagierte eingeladen, Gästeführungen in den vielfältigen Kirchengebäuden anzubieten. In 120 Bildungsstunden werden den Teilnehmenden Grundkenntnisse über Kirchenpädagogik, Bau- und Kunstgeschichte, Architektur, Kirchengeschichte, Liturgik und die Bibel vermittelt.
Der aktuelle Ausbildungskurs schloss nun mit einem Seminarwochenende im Kloster Amelungsborn ab. Feierlicher Höhepunkt war dabei die Übergabe der Zertifikate über den erfolgreichen Kursbesuch durch Landessuperintendent Eckhard Gorka.

Kirchen sind Orte der Stille, der Ruhe und Besinnung. Sie laden ein zu Meditation und Andacht. Sie sind aber auch Orte des kulturellen Gedächtnisses eines Dorfs und einer Stadt. In ihnen können Biografien entdeckt und der Geschichte am Ort nachgegangen werden. Kirchen sind Orte der Begegnung zwischen der christlichen Gemeinde und Gästen von außen. Kirchengebäude zeigen im Äußeren wie im Inneren, wie der Glaube im Verlauf von Jahrhunderten gelebt und gestaltet wurde und wie er gegenwärtig gestaltet und gelebt wird. In vielen Kirchengemeinden weiß man um diese besondere Bedeutung des Kirchenraums. Das unterstützt die Kirchenführerausbildung. Der Schatz der Kirchenräume wird gehoben und fruchtbar gemacht. In der Ausbildung geben fachkundige Referenten und Referentinnen kunsthistorisches, theologisches, kirchenpädagogisches, touristisches und organisatorisches Know-how. Dazu setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit der christlichen Tradition, ihren Symbolen und Ausdrucksformen auseinander. Ziel ist, Gelegenheiten zu eröffnen, über eigene religiöse Prägungen und Fragen ins Gespräch zu kommen und vorhandene, auch bei anderen Bildungsträgern erworbene Vorkenntnisse in die Ausbildung zu integrieren.

Für Kornelia Kenklies sind die neugewonnen Kenntnisse besonders wertvoll: „Ich traue mich nun klar meinen Glauben in Kirchenführungen einzubeziehen und den Sakralraum als solchen zu thematisieren.“ Die Gästeführerin in Stade und im Alten Land zeigt sich über den Kurs begeistert: „Es ist eine tolle Erfahrung, mich als Kirchenführerin in Führungen zurückzunehmen und der Gästegruppe Raum zum Entdecken und Erkunden zu schenken.“ „Ich hatte den Wunsch an der Ausbildung teilzunehmen schon lange und es war genau richtig!“, so Doris Stadler aus Engelbostel. Ihr Blick auf Kirchenräume sei wesentlich geweitet und durch Fachreferate und Übungen vertiefen worden.
Ellen Seifert-Oberlies, Vorsitzende des Kirchenvorstands in der Kirchengemeinde Stöckheim, KK Nordheim war mit der Mischung aus Theorie und Praxis mehr als zufrieden: „Der Mix von Vorträgen und das praktische Arbeiten im Kurs war genau richtig für mich.“ Als Kursleiter unterstrich Klaus Stemmann den hohen Anspruch der Ausbildung: „Als zertifizierte Kirchenführer seid Ihr qualifiziert und könnt für jede Kirche Führungen ausarbeiten und durchführen.“ „Ihr seid mit dem Angebot von Kirchenführungen Profis für die Arbeit mit kirchlich Distanzierten. Im „Tafelsilber“ Kirche und Raum öffnet ihr den Gästen Horizonte der Schönheit des Glaubens.“, so der Fachmann.
Landessuperintendent Eckhard Gorka sieht das Zusammenspiel von Kirchengebäude, Menschen und Kirchengemeinde als missionarisches Anliegen. „Wenn Menschen Sie um eine Kirchenführung bitten, dann fragen Sie als Kirchenführer ja nicht nach ihren Taufschein oder der Mitgliedschaft in der Kirche. Damit begreife ich Ihren Dienst ist als einen tief missionarischen und seelsorgerlichen,“ unterstrich der leitende Geistliche und Abt des Klosters Amelungsborn bei der Verleihung der Zertifikate.

Der nächste Kurs zur Ausbildung als Kirchenführer/Kirchenführerin beginnt im Mai 2020. Informationen bei Klaus Stemmann, Kirche im Tourismus, Haus kirchlicher Dienste, Archivstr. 3, 30169 Hannover, Tel. 0511/1241-419, stemmann@kirchliche-dienste.de

 

Alle Fotos: Klaas Grensemann/HkD

Großes Tauffest im Kloster Amelungsborn bei herrlichem Sonnenschein

Superintendent Ulrich Wöhler und Landessuperintendent Eckhard Gorka freuen sich über rund 500 Gäste

Bei strahlendem Sommerwetter kamen am Sonntag, 23. Juni rund 500 Gäste in Amelungsborn zusammen, um Gottesdienst und Tauffest in der Klosterkirche St. Marien und im Klostergarten zu feiern. Die Pastorinnen und Pastoren aus den umliegenden Kirchengemeinden, Ulrich Wöhler als Superintendent des Kirchenkreises Holzminden-Bodenwerder und Abt Eckhard Gorka freuten sich über 47 Kinder und zwei Erwachsene, die getauft wurden. Für Eckhard Gorka war der Tag gleichzeitig auch die Rückkehr in den Dienst nach einer längeren Krankheitspause.

Abt Eckhard Gorka an der Brunnenschale
Begrüßung durch Superintendent Ulrich Wöhler
Innenraum der Klosterkirche mit rund 500 Besuchern
Brunnenschale

Kloster auf Zeit

Eine Liebeserklärung ist das Sachbuch, qualitätvoll mit Texten und Bildern ausgestattet. Die Familiaren Berthold Ostermann und Hartmut Skibbe geben dem Buch folgende Kapitel:
Amelungsborn heute |Die Klosterkirche St. Marien - das Herzstück des Klosters|Dasein – Die klösterliche Familie – Was tun wir?|Der ökumenische Frauenkreis am Kloster Amelungsborn|Kirche zum Anfassen – Spurensuche im Kloster mit Kopf, Herz und Hand|Tagungsstätte Amelungsborn|Klosterführung|Die schönen Töchter des Klosters Amelungsborn|Amelungsborner „Leihgaben“.  
Die 163 Seiten (Auflage: 200 Exemplare) wurden von der Familiaritas finanziert. Ein Buch kostet 20 €.
Über Bestellungen freut sich Öffnet internen Link im aktuellen FensterBerthold Ostermann.


Besiegelt: Klosterkirche St. Marien Amelungsborn ist verlässlich geöffnete Pilgerkirche

Abt Eckhard Gorka und Diakon Jürgen Lojowsky gemeinsam mit Pilgergruppe zur Verleihung des Pilgersignet
Abt Eckhard Gorka und Diakon Jürgen Lojowsky gemeinsam mit Pilgergruppe zur Verleihung des Pilgersignet
Abt Eckhard Gorka und Diakon Jürgen Lojowsky am Torhaus des Klosters Amelungsborn mit dem Pilgersignet
Abt Eckhard Gorka und Diakon Jürgen Lojowsky am Torhaus des Klosters Amelungsborn mit dem Pilgersignet

(Kloster Amelungsborn) Herbstzeit ist Pilgerzeit. Nach dem heißen Sommer, der für Zurückhaltung auf den Wanderwegen im Weserbergland sorgte, bringt das frische Herbstwetter Lust auf Reiseschuhe und darauf, die Kilometer unter die Sohlen zu nehmen und Aussichten auf die sich golden färbende Landschaft zu genießen. Neue Einsichten für die Seele und neue Energie für den Körper.

Mitten am Pilgerweg, der vom Kloster Loccum am Steinhuder Meer zum Kloster Volkenroda in Thüringen führt, liegt das Kloster Amelungsborn. Es ist Pilgerherberge und Einkehrstätte für die, die ganz in der Tradition der mittelalterlichen Mönche zu Fuß unterwegs sind. Seine Klosterkirche St. Marien ist seit langem „verlässlich geöffnet“. Zusätzlich hat sie nun auch die Auszeichnung als offizielle Pilgerkirche der Ev-luth. Landeskirche Hannovers erhalten.

Abt Eckhard Gorka und Jürgen Lojowsky, Referent für Kirche im Tourismus, enthüllten das am Torhaus neuangebrachte Signet. Beide würdigten im Beisein einer Pilgergruppe die neue Auszeichnung. Jürgen Lojowsky stellte dabei die Kriterien vor, die erfüllt sein müssen: „Eine Pilgerkirche muss verlässlich-geöffnet sein, mindestens 20 Std in der Woche. Dies wird in Amelungsborn weit übertroffen.“

Das Tor steht offen, noch mehr das Herz „porta patet-cor magis“, so der Ordensspruch der Zisterzienser. Er gilt auch für die Zisterzienserkirche St. Marien. „Einladend-gastfreundlich so könnte man ihren Charakter beschreiben, das spürt man, wenn man hineingeht. Die Bauweise, die Akustik ist beeindruckend. Aber auch die Stille, die zur Ruhe führt, zum Nachdenken, vielleicht zum Gebet,“ Jürgen Lojowsky.

Deswegen hat auch die Pilgergruppe geführt von den Pilgerbegleitern Birgit Kandzorra und Dirk Hummel Amelungsborn angesteuert. Das Pilgersignet signalisiert ihnen: „Diese Kirche steht für Qualität und Verlässlichkeit“. „Genau darum sprechen wir ihr und den für sie Arbeitenden Anerkennung und Wertschätzung aus“, so der Referent für Kirche im Tourismus. „Ich darf das tun, im Auftrag der ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Ich darf für das tolle Engagement hier vor Ort Danke sagen. Dank an den Küster, Herrn Marx, Dank an die Hausleiterin, Frau Arnold und Dank auch an Abt und Landessuperintendent Eckhard Gorka und sie alle herzlich beglückwünschen. Auch im Namen unseres Landesbischofs Ralf Meister, denn er ist Schirmherr unserer verlässlich-geöffneten Kirchen, der Radwegekirchen und Pilgerkirchen.


Stephan Schaede in den Konvent des evangelischen Zisterzienserklosters Amelungsborn aufgenommen

Konventual Dr. Stephan Schaede (l.) und Abt Eckhard Gorka, Amelungsborn

Abt Eckhard Gorka freut sich über die Bereicherung im evangelischen Kloster im Weserbergland

(Amelungsborn, LK Holzminden). Bei einer Tagung des Konvents und der Familiaritas des Klosters Amelungsborn hat Abt Eckhard Gorka kürzlich Dr. Stephan Schaede in den klösterlichen Konvent aufgenommen. Schaede ist Direktor der Evangelischen Akademie Loccum. Nach dem Studium der Ev. Theologie und Philosophie in Tübingen, Rom und Göttingen war er Assistent am Lehrstuhl von Prof. Dr. Eberhard Jüngel und wurde 2002 promoviert. Dem Weserbergland ist Schaede als Pastor verbunden. Von 2002 bis 2004 war er Gemeindepfarrer in Neuhaus und Silberborn im Solling sowie an St. Michaelis Holzminden.

Die Freude über die Bereicherung des Konvents unterstrich Eckhard Gorka in seiner Ansprache bei einer abendlichen Vesperandacht in der Klosterkirche St. Marien. „Wir begrüßen einen hoch anregenden neuen Konventual. Ich freue mich sehr, dass Du meine Anfrage des Eintritts in unser Kloster sofort bejaht hast,“ so Abt Gorka. Schaede ist Mitglied der Kammer für Theologie der EKD, sitzt im Kuratorium der Konrad-Adenauer-Stiftung und in zahlreichen kirchenpolitischen Kommissionen. Der 1963 geborene Theologe ist Vater einer Tochter aus erster Ehe und hat in zweiter Ehe drei weitere Töchter. Für ihn ist die Aufnahme in den Konvent des Klosters eine Herzenssache: „Das ist eine schöne Aufgabe, zumal für mich, der in Loccum arbeiten darf. Damit habe ich die Bedeutung der beiden evangelischen Zisterzienserklöster, Amelungsborn und Loccum, in unserer hannoverschen Landeskirche tagtäglich vor Augen“.

Das um 1124 gegründete Zisterzienserkloster Amelungsborn liegt im Weserbergland am Südrand des Odfeldes, einer Hochebene östlich der Weser, zwischen Negenborn und Stadtoldendorf im Landkreis Holzminden gelegen. Nach dem Kloster Walkenried ist es die älteste Gründung des Zisterzienserordens in Niedersachsen und Schauplatz für Wilhelm Raabes Roman „Das Odfeld“. Amelungsborn wurde 1171 Mutterkloster für das bedeutende Kloster (Bad) Doberan in Mecklenburg. Abt Steinhauer (1555-1576) führte die Reformation ein. Unter ihm wurde das Kloster evangelisch. Blieb aber Teil der katholischen Zisterziensergemeinschaft. Seit 2002 steht Eckhard Gorka, Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, dem Kloster als Abt vor. Im Einvernehmen mit dem Konvent beruft er acht Konventuale. Diese sollen ordinierte Amtsträger sein und in der Landeskirche ein kirchliches Amt bekleiden oder bekleidet haben. Abt und Konvent leiten das Kloster. Als Tagungsstätte lädt es Gäste von nah und fern zu Seminaren und Freizeiten ein. Es dient dadurch der geistlichen Sammlung, will in Besinnung auf die Grundlagen des Glaubens für den Christendienst in Familie, Beruf, Kirche und Welt zurüsten und so auch Aufbau der Gemeinde und die Mitarbeit in Gemeinde und Kirche fördern.


Muttersprache der Kirche - Seelsorgetagung im Kloster Amelungsborn

Landessuperintendent Eckhard Gorka stellt die Notfallseelsorger im Sprengel Hildesheim-Göttingen vor, v.l. Landessuperintendent Eckhard Gorka, Pastorin Alexandra Beiße (Harsum) und Pastor Horst Reinecke (Osterode) Notfallseelsorger im Sprengel Hildesheim-Göttingen, Pastor Joachim Wittchen (landeskirchlicher Beauftragter für Notfallseelsorge)
Landessuperintendent Eckhard Gorka stellt die Notfallseelsorger im Sprengel Hildesheim-Göttingen vor, v.l. Landessuperintendent Eckhard Gorka, Pastorin Alexandra Beiße (Harsum) und Pastor Horst Reinecke (Osterode) Notfallseelsorger im Sprengel Hildesheim-Göttingen, Pastor Joachim Wittchen (landeskirchlicher Beauftragter für Notfallseelsorge)

(Kloster Amelungsborn) Um die „Seelsorge als Muttersprache der Kirche“ ging es bei einer Tagung im Kloster Amelungsborn. Die Teilnehmenden tauschten dazu eigene Erfahrungen aus der seelsorglichen Praxis aus und reflektierten seelsorgliche Begegnungen. Sie machten sich Gelungenes bewusst und bildeten sich durch fachliche Impulse weiter. Landessuperintendent Eckhard Gorka hatte zum ersten Mal zu diesem Format eingeladen und zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Seelsorgetagung.

Vorbereitet hatte er die Tagung gemeinsam mit Gert Stührmann und Joachim Wittchen aus dem Zentrum für Seelsorge der Landeskirche sowie mit Pastorin Alexandra Beiße und Pastor Horst Reinecke. Sie beide sind im südlichen Niedersachsen für die Notfallseelsorge zuständig und wurden im Rahmen der Tagung in einem Gottesdienst für ihren Dienst eingesegnet.

 „Notfallseelsorge ist eine Kernaufgabe im Pfarramt“, hebt Pastor Joachim Wittchen, landeskirchlicher Beauftragter für Notfallseelsorge, das Thema hervor. Stärker als noch vor einigen Jahren seien sich jüngere Kolleginnen und Kollegen im Pfarramt dessen bewusst und engagierten sich gern im Notfallseelsorgesystem ihres Kirchenkreises. Daneben gab es vieles weitere, über das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen wollten. Berichte über Besuche am Krankenbett und bei Geburtstagsjubiläen machten schnell deutlich, wie weit das Spektrum der Seelsorge in der Arbeit als Pastor und Pastorin reicht. Kaum eine Situation, aus der nicht eine seelsorgliche Begegnung werden kann. Weiterhin gab es fachliche Impulse: Hinweise zum Seelsorgegeheimnisgesetz, Reflexion über die eigene Psychohygiene, der Umgang mit Menschen nach einem schweren Unglück bzw. nach einem Suizid.

Es war nicht nur die besondere Atmosphäre im Kloster Amelungsborn, die diese Tagung einzigartig werden ließ. Es war die Offenheit aller Teilnehmenden, über eigene Erfahrungen in der Seelsorge zu sprechen. Die Teilnahme an den Tageszeitengebeten des Klosters gab Struktur und ließ erfahren, dass klösterliches Leben eine besondere geistliche Prägung hat. Das machte deutlich, dass Seelsorge immer auch eine geistliche Dimension hat.

(Helge Meyn-Hellberg, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers)


Landessuperintendent i. R. und Altabt des Klosters Amelungsborn Dr. Hans-Christian Drömann verstorben

Pressemitteilung des Sprengels Hildesheim-Göttingen

(Hildesheim/Holzminden) Dr. Hans-Christian Drömann, Landessuperintendent i. R. und Altabt des Klosters Amelungsborn, ist am Abend des 19. Juni 2018 im Alter von 86 Jahren in Hildesheim verstorben.

 

Drömann kam am 31. Mai 1932 in Hildesheim zu Welt und wuchs in einem von Kirchenmusik geprägten Pfarrhaus auf. Nach dem Abitur studierte er bis 1956 evangelische Kirchenmusik und evangelische Theologie in Heidelberg, Erlangen, Tübingen und Göttingen.

1959 wurde er ordiniert und war bis 1971 Pastor in Brüggen an der Leine sowie seit 1962 auch Studentenpfarrer in Alfeld. Von 1971 bis 1988 war er, zwischenzeitlich promoviert, Superintendent in Bockenem. Von 1988 bis zu seinem Ruhestand 1997 wirkte er als Landessuperintendent in Lüneburg. Fast 20 Jahre lang war er auch Mitglied der hannoverschen Landessynode.

 

Drömanns Liebe zum Gotteslob in Kirchenmusik und Liturgie bildete sich auch in seinen Ämtern als Landesobmann des Niedersächsischen Kirchenchorverbandes (1973 bis 2003) und als Präsident des Verbandes evangelischer Kirchenchöre in Deutschland (1973 bis 2001) ab. Zudem hatte er von 1978 bis 1993 den Vorsitz in dem von der EKD für den „Bereich West“, also der alten Bundesrepublik, eingesetzten „Ausschuss zur Erarbeitung des Evangelischen Gesangbuches (EG)“ inne.

 

Auch für das im Weserbergland gelegene Kloster Amelungsborn hatte Hans-Christian Drömann große Bedeutung. Nachdem er 1973 als Konventuale berufen worden war, wurde er 1989 zum Prior des Klosters bestellt und 1996 zum 57. Abt gewählt. Ein Amt, das er bis zum September 2002 wahrnahm.

 

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Drömanns Nachfolger als Abt in Amelungsborn, blickt voll Dankbarkeit auf das Wirken seines Vorgängers: „Unser Kloster, die klösterliche Gemeinschaft und die Tagzeitengottesdienste waren seine geistliche Heimat. Wir verdanken ihm viel. Unser Mitgefühl und unser Gebet gelten seiner Witwe, seinen Söhnen und der ganzen Familie.“

 

In seinem letzten Abtsbericht im Jahr 2002 sagte Hans-Christian Drömann: „Wir danken für die gnädige Führung, die unser Kloster von 1960 bis jetzt erfahren hat mit den Worten des 103. Psalms: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat.“

 

Die Trauerfeier für Hans-Christian Drömann wird am kommenden Donnerstag, dem 28. Juni 2018, um 13.00 Uhr in der Klosterkirche Amelungsborn beginnen.


Mit Sinn für Spiritualität und Tradition - die erste Klosterpfarrerin in Amelungsborn

Klosterkirche St. Marien Amelungsborn bei Holzminden
Klosterkirche St. Marien Amelungsborn bei Holzminden
Pastorin Astrid Schwerdtfeger auf der Kanzel
Pastorin Astrid Schwerdtfeger auf der Kanzel
Abt Eckhard Gorka und Pastorin Astrid Schwerdtfeger
Abt Eckhard Gorka und Pastorin Astrid Schwerdtfeger
Pastorin Schwerdtfeger (vordere Reihe Mitte) inmitten des Kirchenvorstands
Pastorin Schwerdtfeger (vordere Reihe Mitte) inmitten des Kirchenvorstands

Astrid Schwerdtfeger als Pastorin der Kirchengemeinde Amelungsborn eingeführt

Helge Meyn-Hellberg, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Seit gut eineinhalb Jahren erhebt sich die neue Turmspitze weithin sichtbar über der Klosterkirche Amelungsborn. Auch innen beginnt etwas Neues, denn Astrid Schwerdtfeger hat im Sommer ihren Dienst als Pastorin der Kirchengemeinde Amelungsborn angetreten. Am Sonntag, 22. Oktober wurde sie von Landessuperintendent Eckhard Gorka in ihr Amt eingeführt. Gorka, der auch Abt des Klosters Amelungsborn ist, begrüßte die 1957 in West-Berlin geborene Theologin herzlich im Weserbergland. Schwerdtfeger hat in Marburg und Göttingen evangelische Theologie studiert und das Vikariat in Niedersachsen absolviert. Dieser Ausbildungsabschnitt direkt nach dem Studium führte sie nach Clausthal-Zellerfeld. 1986 wurde sie durch Landesbischof Horst Hirschler als Pastorin ordiniert. Es folgten berufliche Stationen in Hilkerode, einem Ortsteil von Duderstadt im Eichsfeld, und in Steina und Bad Sachsa im Südharz. Von 2009 bis 2016 war sie Berufsschulpastorin in Göttingen. Der letzte Winter führte sie dann zu einem kurzen Studienaufenthalt nach Rom.

Mit ihrem Mann Ralph hat sie eine erwachsene Tochter und einen erwachsenen Sohn. Seit ihrer Zeit im Eichsfeld liegt ihr die Ökumene besonders am Herzen. Zudem hat sie an einer zweijährigen Ausbildung bei den Jesuiten als Exerzitienbegleiterin teilgenommen und selber Meditations- und Exerzitienkurse erteilt. Sie singt gerne, auch die Liturgie im Gottesdienst. Dass im Kloster Amelungsborn die Betreuung der Wandernden auf dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda zu ihren Aufgaben gehört, freut die Theologin. Mit ihr wird zum ersten Mal eine Frau Klosterpfarrerin und Pastorin der Kirchengemeinde Amelungsborn sein.

Abt Gorka knüpfte in seinen Begrüßungsworten an die Geschichte an. Das zisterziensische Motto „porta patet – cor magis“ gelte es immer wieder mit Leben zu füllen. Der lateinische Spruch besage, dass die Türen der Kirche einladend offen stehen mögen, noch mehr aber sollen die Herzen der Christinnen und Christen geöffnet sein. Das gelte für die klösterliche Gemeinschaft in Konvent und Familiaritas wie für die Kirchengemeinden in den Dörfern um das Kloster und überall in der Kirche. Astrid Schwerdtfeger richtete dann in der Predigt das Wort an ihre neuen Gemeindeglieder. So wie es im Predigttext über die Heilung des Gelähmten heiße, so sei die Christenheit berufen, immer wieder Menschen zu Jesus zu bringen. Dass dieses über die Jahrhunderte in Amelungsborn gelebt wurde, sei ein Schatz: „Was für ein Segen, dass die klösterliche Gemeinschaft das Stundengebet über all die Jahrhunderte durchgetragen hat“, so die Klosterpfarrerin.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten Kirchengemeinde und Kloster zum Empfang geladen. Viele Gäste nutzen die Gelegenheit zu einem ersten persönlichen Gespräch mit der neuen Pastorin. Zur Frage der Kleiderordnung sagte die Theologin dabei: „Ich werde in der Klosterkirche überwiegend den weißen Talar tragen, in Anknüpfung an die zisterziensische und lutherisch-hochkirchliche Tradition. Im Sommerhalbjahr und an Weihnachten finden die Gottesdienste im Kloster statt. Im Winterhalbjahr werde ich in der Dorfkirche von Golmbach unserer volkskirchlichen Tradition entsprechend überwiegend den schwarzen Talar tragen.“

Herzliche Begrüßungsworte gab es von Wolfgang Pankatz als Vorsitzendem des Kirchenvorstands. Pastor Michael Stanke als Amtsvorgänger wünschte der Nachfolgerin viel Erfolg und Glück. „Es ist alles da, was es braucht, um sich wohlzufühlen“, so seine Worte an die Amtsschwester. Henning Ohm, Bürgermeister der Gemeinde Golmbach, überbrachte die besten Wünsche für Rat und Verwaltung.


„Luft holen, Energie tanken, den Glauben stärken und festigen“

Harald Helmchen, Abt Gorka, Konventual Dr. Goldenstein, Bernd Iwohn (v.l.)

Neue Mitglieder in die Familiaritas und in den Konvent des Klosters Amelungsborn aufgenommen

Amelungsborn. Die schwarzen Chormäntel mit weißem Rand hängen an einem Wochenende im März im Durchgang zur Klosterkirche bereit. Sie werden von Mitgliedern des Konvents des evangelischen Zisterzienserklosters Amelungsborn zu den Gebetszeiten getragen. Der Konvent und die Mitglieder der Familiaritas, diese ebenfalls in Chormäntel gehüllt, folgen bei ihren Einkehrtagen dabei den evangelischen Tageszeitengebeten im Kloster. Auf das gemeinsame Morgengebet folgen Gebetszeiten zu Mittag, zum Abend und zur Nachtruhe. In ihnen liest und singt die klösterliche Gemeinschaft die im evangelischen Gesangbuch vorgegebenen Andachten. Die Konventualen, allesamt Geistliche und ein Kirchenjurist, und die Mitglieder der „Klosterfamilie“, der Familiaritas, die größtenteils in weltlichen Berufen arbeiten oder im Ruhestand sind und nicht in Amelungsborn wohnen, folgen dabei den klösterlichen Traditionen des katholischen Zisterzienserordens. Zu diesem gehören die beiden evangelischen Zisterzienserklöster in Niedersachsen, Loccum und Amelungsborn, trotz ihrer evangelischen Konfession.

Zum Abendgebet Mitte März lagen nun ein Chormantel und zwei weiße Überwurfkleider, in der Klostersprache „Skapulier“ genannt, neben dem Altar der Klosterkirche bereit. Sie dienten zur Einkleidung neuer Mitglieder der klösterlichen Gemeinschaft. Mit dem Umlegen der Gewänder wurden sie sinnbildlich neu ins Kloster aufgenommen.

Dr. Johannes Goldenstein, der als Theologe für den Rat der EKD arbeitet, bekam von Abt Eckhard Gorka einen Chormantel um die Schultern gelegt. Goldenstein ist damit neues Mitglied des Klosterkonvents und entscheidet zukünftig alles mit, was Kloster und klösterliche Angelegenheiten betrifft. Die weißen Skapuliere als Zeichen der Aufnahme als Novizen, als neue Mitglieder der Familiaritas also, erhielten von Abt Gorka der aus Hamburg stammende Harald Helmchen und Bernd Iwohn aus Pattensen.

Was bewog den 51 Jahre alten Harald Helmchen, Mitglied in der Gemeinschaft des Klosters Amelungsborn zu werden? Für ihn war es die entscheidende Erfahrung auf einer Pilgerwanderung. „Diese Reise führte mich nach Amelungsborn, an einem Tagungswochenende der Familiaritas“, so der Vater zweier Söhne. Die Gebete, die Bibelarbeiten aber auch die brüderliche Gemeinschaft, die damit verbundenen Gespräche und nicht zuletzt der Kraftort Amelungsborn seien etwas Besonderes. Für Helmchen, der als Taxifahrer in Nachtschicht arbeitet, meinen die Einkehrzeiten im Kloster spirituelle und geistige Erholung: „Wenn ich Sonntags nach einer Wochenendtagung zurück nach Hamburg fahre, dann fühlt es sich immer an, als ob ich mindestens eine volle Woche weg war.“

Auch für Johannes Goldenstein, der gemeinsam mit Abt Gorka und den anderen Konventualen nun im Konvent über die Geschicke Amelungsborn beraten wird, bedeutet Amelungsborn einen Rückzugsort: „Das Kloster ist für mich Großstadt und Arbeitsalltag hinter sich lassen, eine Reise an den ,einsamen Ort‘, von dem die Evangelien erzählen. Dort Eintreten in den besonderen, zurechtgebeten Kirchenraum, und sich hineinnehmen lassen in die Gemeinschaft derer, die mit mir singen, beten und auf Gottes Wort hören.“ Der in Lüneburg aufgewachsene Theologe ist überzeugt, „dass die Kirche neben den Kirchengemeinden solche spirituellen Orte mit einer besonderen Kraft braucht. Und Menschen, die sich auf die Tradition solcher Orte einlassen.“ Für die Zukunft des nach dem Kloster Walkenried ältesten Zisterzienserklosters in Niedersachsen wünscht er sich, dass sich immer neu Männer von dieser Form geistlicher Gemeinschaft angesprochen fühlen und Mitglieder der Klosterfamilie werden mögen. Auch dass noch mehr Menschen eine Gelegenheit nutzen, um zu erleben, welcher "Spirit" von Amelungsborn ausgeht, sieht der Referent des Präsidiums und der Präses der Synode der EKD als Anliegen. „Die Zisterzienser stehen für eine Konzentrationsbewegung der Kirche. Ich finde es wichtig, dass wir daran in ökumenischer Verbundenheit mitwirken. Und dass wir das im Miteinander von hauptberuflich in der Kirche Tätigen und engagierten Christenmenschen tun, ist das typisch Evangelische daran“, beschreibt Goldenstein.

Für ihn sei das Kloster Amelungsborn ein Kraftort, der ihn Luft holen, Energie tanken, den Glauben stärken und festigen lasse und ihm Antworten auf Fragen zum Glauben, zur Bibel und Jesus Christus gebe, sagt auch Harald Helmchen, bevor er sich, nun mit dem weiße Skapulier über den Schultern, in die Reihe der Klosterbrüder anschließt und sich auf den Weg zum Gebet im Chorraum der Klosterkirche macht.

 

(Helge Meyn-Hellberg, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers)