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Landessuperintendent i. R. und Altabt des Klosters Amelungsborn Dr. Hans-Christian Drömann verstorben

Pressemitteilung des Sprengels Hildesheim-Göttingen

(Hildesheim/Holzminden) Dr. Hans-Christian Drömann, Landessuperintendent i. R. und Altabt des Klosters Amelungsborn, ist am Abend des 19. Juni 2018 im Alter von 86 Jahren in Hildesheim verstorben.

 

Drömann kam am 31. Mai 1932 in Hildesheim zu Welt und wuchs in einem von Kirchenmusik geprägten Pfarrhaus auf. Nach dem Abitur studierte er bis 1956 evangelische Kirchenmusik und evangelische Theologie in Heidelberg, Erlangen, Tübingen und Göttingen.

1959 wurde er ordiniert und war bis 1971 Pastor in Brüggen an der Leine sowie seit 1962 auch Studentenpfarrer in Alfeld. Von 1971 bis 1988 war er, zwischenzeitlich promoviert, Superintendent in Bockenem. Von 1988 bis zu seinem Ruhestand 1997 wirkte er als Landessuperintendent in Lüneburg. Fast 20 Jahre lang war er auch Mitglied der hannoverschen Landessynode.

 

Drömanns Liebe zum Gotteslob in Kirchenmusik und Liturgie bildete sich auch in seinen Ämtern als Landesobmann des Niedersächsischen Kirchenchorverbandes (1973 bis 2003) und als Präsident des Verbandes evangelischer Kirchenchöre in Deutschland (1973 bis 2001) ab. Zudem hatte er von 1978 bis 1993 den Vorsitz in dem von der EKD für den „Bereich West“, also der alten Bundesrepublik, eingesetzten „Ausschuss zur Erarbeitung des Evangelischen Gesangbuches (EG)“ inne.

 

Auch für das im Weserbergland gelegene Kloster Amelungsborn hatte Hans-Christian Drömann große Bedeutung. Nachdem er 1973 als Konventuale berufen worden war, wurde er 1989 zum Prior des Klosters bestellt und 1996 zum 57. Abt gewählt. Ein Amt, das er bis zum September 2002 wahrnahm.

 

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Drömanns Nachfolger als Abt in Amelungsborn, blickt voll Dankbarkeit auf das Wirken seines Vorgängers: „Unser Kloster, die klösterliche Gemeinschaft und die Tagzeitengottesdienste waren seine geistliche Heimat. Wir verdanken ihm viel. Unser Mitgefühl und unser Gebet gelten seiner Witwe, seinen Söhnen und der ganzen Familie.“

 

In seinem letzten Abtsbericht im Jahr 2002 sagte Hans-Christian Drömann: „Wir danken für die gnädige Führung, die unser Kloster von 1960 bis jetzt erfahren hat mit den Worten des 103. Psalms: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat.“

 

Die Trauerfeier für Hans-Christian Drömann wird am kommenden Donnerstag, dem 28. Juni 2018, um 13.00 Uhr in der Klosterkirche Amelungsborn beginnen.


Mit Sinn für Spiritualität und Tradition - die erste Klosterpfarrerin in Amelungsborn

Klosterkirche St. Marien Amelungsborn bei Holzminden
Klosterkirche St. Marien Amelungsborn bei Holzminden
Pastorin Astrid Schwerdtfeger auf der Kanzel
Pastorin Astrid Schwerdtfeger auf der Kanzel
Abt Eckhard Gorka und Pastorin Astrid Schwerdtfeger
Abt Eckhard Gorka und Pastorin Astrid Schwerdtfeger
Pastorin Schwerdtfeger (vordere Reihe Mitte) inmitten des Kirchenvorstands
Pastorin Schwerdtfeger (vordere Reihe Mitte) inmitten des Kirchenvorstands

Astrid Schwerdtfeger als Pastorin der Kirchengemeinde Amelungsborn eingeführt

Helge Meyn-Hellberg, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Seit gut eineinhalb Jahren erhebt sich die neue Turmspitze weithin sichtbar über der Klosterkirche Amelungsborn. Auch innen beginnt etwas Neues, denn Astrid Schwerdtfeger hat im Sommer ihren Dienst als Pastorin der Kirchengemeinde Amelungsborn angetreten. Am Sonntag, 22. Oktober wurde sie von Landessuperintendent Eckhard Gorka in ihr Amt eingeführt. Gorka, der auch Abt des Klosters Amelungsborn ist, begrüßte die 1957 in West-Berlin geborene Theologin herzlich im Weserbergland. Schwerdtfeger hat in Marburg und Göttingen evangelische Theologie studiert und das Vikariat in Niedersachsen absolviert. Dieser Ausbildungsabschnitt direkt nach dem Studium führte sie nach Clausthal-Zellerfeld. 1986 wurde sie durch Landesbischof Horst Hirschler als Pastorin ordiniert. Es folgten berufliche Stationen in Hilkerode, einem Ortsteil von Duderstadt im Eichsfeld, und in Steina und Bad Sachsa im Südharz. Von 2009 bis 2016 war sie Berufsschulpastorin in Göttingen. Der letzte Winter führte sie dann zu einem kurzen Studienaufenthalt nach Rom.

Mit ihrem Mann Ralph hat sie eine erwachsene Tochter und einen erwachsenen Sohn. Seit ihrer Zeit im Eichsfeld liegt ihr die Ökumene besonders am Herzen. Zudem hat sie an einer zweijährigen Ausbildung bei den Jesuiten als Exerzitienbegleiterin teilgenommen und selber Meditations- und Exerzitienkurse erteilt. Sie singt gerne, auch die Liturgie im Gottesdienst. Dass im Kloster Amelungsborn die Betreuung der Wandernden auf dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda zu ihren Aufgaben gehört, freut die Theologin. Mit ihr wird zum ersten Mal eine Frau Klosterpfarrerin und Pastorin der Kirchengemeinde Amelungsborn sein.

Abt Gorka knüpfte in seinen Begrüßungsworten an die Geschichte an. Das zisterziensische Motto „porta patet – cor magis“ gelte es immer wieder mit Leben zu füllen. Der lateinische Spruch besage, dass die Türen der Kirche einladend offen stehen mögen, noch mehr aber sollen die Herzen der Christinnen und Christen geöffnet sein. Das gelte für die klösterliche Gemeinschaft in Konvent und Familiaritas wie für die Kirchengemeinden in den Dörfern um das Kloster und überall in der Kirche. Astrid Schwerdtfeger richtete dann in der Predigt das Wort an ihre neuen Gemeindeglieder. So wie es im Predigttext über die Heilung des Gelähmten heiße, so sei die Christenheit berufen, immer wieder Menschen zu Jesus zu bringen. Dass dieses über die Jahrhunderte in Amelungsborn gelebt wurde, sei ein Schatz: „Was für ein Segen, dass die klösterliche Gemeinschaft das Stundengebet über all die Jahrhunderte durchgetragen hat“, so die Klosterpfarrerin.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten Kirchengemeinde und Kloster zum Empfang geladen. Viele Gäste nutzen die Gelegenheit zu einem ersten persönlichen Gespräch mit der neuen Pastorin. Zur Frage der Kleiderordnung sagte die Theologin dabei: „Ich werde in der Klosterkirche überwiegend den weißen Talar tragen, in Anknüpfung an die zisterziensische und lutherisch-hochkirchliche Tradition. Im Sommerhalbjahr und an Weihnachten finden die Gottesdienste im Kloster statt. Im Winterhalbjahr werde ich in der Dorfkirche von Golmbach unserer volkskirchlichen Tradition entsprechend überwiegend den schwarzen Talar tragen.“

Herzliche Begrüßungsworte gab es von Wolfgang Pankatz als Vorsitzendem des Kirchenvorstands. Pastor Michael Stanke als Amtsvorgänger wünschte der Nachfolgerin viel Erfolg und Glück. „Es ist alles da, was es braucht, um sich wohlzufühlen“, so seine Worte an die Amtsschwester. Henning Ohm, Bürgermeister der Gemeinde Golmbach, überbrachte die besten Wünsche für Rat und Verwaltung.


„Luft holen, Energie tanken, den Glauben stärken und festigen“

Harald Helmchen, Abt Gorka, Konventual Dr. Goldenstein, Bernd Iwohn (v.l.)

Neue Mitglieder in die Familiaritas und in den Konvent des Klosters Amelungsborn aufgenommen

Amelungsborn. Die schwarzen Chormäntel mit weißem Rand hängen an einem Wochenende im März im Durchgang zur Klosterkirche bereit. Sie werden von Mitgliedern des Konvents des evangelischen Zisterzienserklosters Amelungsborn zu den Gebetszeiten getragen. Der Konvent und die Mitglieder der Familiaritas, diese ebenfalls in Chormäntel gehüllt, folgen bei ihren Einkehrtagen dabei den evangelischen Tageszeitengebeten im Kloster. Auf das gemeinsame Morgengebet folgen Gebetszeiten zu Mittag, zum Abend und zur Nachtruhe. In ihnen liest und singt die klösterliche Gemeinschaft die im evangelischen Gesangbuch vorgegebenen Andachten. Die Konventualen, allesamt Geistliche und ein Kirchenjurist, und die Mitglieder der „Klosterfamilie“, der Familiaritas, die größtenteils in weltlichen Berufen arbeiten oder im Ruhestand sind und nicht in Amelungsborn wohnen, folgen dabei den klösterlichen Traditionen des katholischen Zisterzienserordens. Zu diesem gehören die beiden evangelischen Zisterzienserklöster in Niedersachsen, Loccum und Amelungsborn, trotz ihrer evangelischen Konfession.

Zum Abendgebet Mitte März lagen nun ein Chormantel und zwei weiße Überwurfkleider, in der Klostersprache „Skapulier“ genannt, neben dem Altar der Klosterkirche bereit. Sie dienten zur Einkleidung neuer Mitglieder der klösterlichen Gemeinschaft. Mit dem Umlegen der Gewänder wurden sie sinnbildlich neu ins Kloster aufgenommen.

Dr. Johannes Goldenstein, der als Theologe für den Rat der EKD arbeitet, bekam von Abt Eckhard Gorka einen Chormantel um die Schultern gelegt. Goldenstein ist damit neues Mitglied des Klosterkonvents und entscheidet zukünftig alles mit, was Kloster und klösterliche Angelegenheiten betrifft. Die weißen Skapuliere als Zeichen der Aufnahme als Novizen, als neue Mitglieder der Familiaritas also, erhielten von Abt Gorka der aus Hamburg stammende Harald Helmchen und Bernd Iwohn aus Pattensen.

Was bewog den 51 Jahre alten Harald Helmchen, Mitglied in der Gemeinschaft des Klosters Amelungsborn zu werden? Für ihn war es die entscheidende Erfahrung auf einer Pilgerwanderung. „Diese Reise führte mich nach Amelungsborn, an einem Tagungswochenende der Familiaritas“, so der Vater zweier Söhne. Die Gebete, die Bibelarbeiten aber auch die brüderliche Gemeinschaft, die damit verbundenen Gespräche und nicht zuletzt der Kraftort Amelungsborn seien etwas Besonderes. Für Helmchen, der als Taxifahrer in Nachtschicht arbeitet, meinen die Einkehrzeiten im Kloster spirituelle und geistige Erholung: „Wenn ich Sonntags nach einer Wochenendtagung zurück nach Hamburg fahre, dann fühlt es sich immer an, als ob ich mindestens eine volle Woche weg war.“

Auch für Johannes Goldenstein, der gemeinsam mit Abt Gorka und den anderen Konventualen nun im Konvent über die Geschicke Amelungsborn beraten wird, bedeutet Amelungsborn einen Rückzugsort: „Das Kloster ist für mich Großstadt und Arbeitsalltag hinter sich lassen, eine Reise an den ,einsamen Ort‘, von dem die Evangelien erzählen. Dort Eintreten in den besonderen, zurechtgebeten Kirchenraum, und sich hineinnehmen lassen in die Gemeinschaft derer, die mit mir singen, beten und auf Gottes Wort hören.“ Der in Lüneburg aufgewachsene Theologe ist überzeugt, „dass die Kirche neben den Kirchengemeinden solche spirituellen Orte mit einer besonderen Kraft braucht. Und Menschen, die sich auf die Tradition solcher Orte einlassen.“ Für die Zukunft des nach dem Kloster Walkenried ältesten Zisterzienserklosters in Niedersachsen wünscht er sich, dass sich immer neu Männer von dieser Form geistlicher Gemeinschaft angesprochen fühlen und Mitglieder der Klosterfamilie werden mögen. Auch dass noch mehr Menschen eine Gelegenheit nutzen, um zu erleben, welcher "Spirit" von Amelungsborn ausgeht, sieht der Referent des Präsidiums und der Präses der Synode der EKD als Anliegen. „Die Zisterzienser stehen für eine Konzentrationsbewegung der Kirche. Ich finde es wichtig, dass wir daran in ökumenischer Verbundenheit mitwirken. Und dass wir das im Miteinander von hauptberuflich in der Kirche Tätigen und engagierten Christenmenschen tun, ist das typisch Evangelische daran“, beschreibt Goldenstein.

Für ihn sei das Kloster Amelungsborn ein Kraftort, der ihn Luft holen, Energie tanken, den Glauben stärken und festigen lasse und ihm Antworten auf Fragen zum Glauben, zur Bibel und Jesus Christus gebe, sagt auch Harald Helmchen, bevor er sich, nun mit dem weiße Skapulier über den Schultern, in die Reihe der Klosterbrüder anschließt und sich auf den Weg zum Gebet im Chorraum der Klosterkirche macht.

 

(Helge Meyn-Hellberg, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers)