Amelungsborner Brevier des Tages

Dritter Sonntag nach Epiphanias

Es werden kommen von Osten und von Westen,
von Norden und von Süden,
die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.

 Lukas 13, 29

 PSALM 86, 1 – 7

HERR, neige deine Ohren und erhöre mich;
denn ich bin elend und arm.
   Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.
   Hilf du, mein Gott, deinem Knechte,
   der sich verlässt auf dich.

Herr, sei mir gnädig;
denn ich rufe täglich zu dir.
   Erfreue die Seele deines Knechts;
   denn  nach dir, Herr, verlangt mich.
Denn du, Herr, bist gut und gnädig,
von großer Güte allen, die dich anrufen.
   Vernimm, HERR, mein Gebet
   und merke auf die Stimme meines Flehens!
In der Not rufe ich dich an;
du wollest mich erhören!

LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT

2. Könige 5, 9 – 15

 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien. Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, so dass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben und er wurde rein. Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht. Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!

EPISTEL

Römer 1, 16 – 17

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“

EVANGELIUM

Matthäus 8, 5 – 13

Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er's. Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.

WOCHENLIED 293

 Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all,
lobt Gott von Herzengrunde,
preist ihn, ihr Völker allzumal,
dankt ihm zu aller Stunde,
dass er euch auch erwählet hat
und mitgeteilet seine Gnad
in Christus, seinem Sohne. 


Denn seine groß Barmherzigkeit
tut über uns stets walten,
sein Wahrheit, Gnad und Gültigkeit
erscheinet Jung und Alten
und währet bis in Ewigkeit,
schenkt uns aus Gnad die Seligkeit;
drum singet Halleluja. 

 

Was aber, meine Brüder, opfern wir, oder was geben wir ihm zurück für alles, was er uns erwiesen hat? Er hat für uns ein Opfer dargebracht, das kostbarer war als alles, was er hatte; ja, es war das kostbarste, das dargebracht werden konnte. So wollen also auch wir tun, was wir können: bringen wir unser ganzes Sein. Er hat sich selbst geopfert; wer bis du, dass du zögerst, dich zu opfern? Wer möchte mir doch die Gnade schenken, dass eine solche Majestät mein Opfer huldvoll annimmt! Zwei schwache Gaben habe ich, o Herr, den Leib und die Seele. O könnte ich sie dir doch ganz und gar als Opfer des Lobes darbringen! Gut wäre dies für mich; weit ruhmvoller und ersprießlicher wäre es jedoch, wenn ich mich dir zum Opfer darbringen würde, als wenn ich mir selbst überlassen bliebe, denn in mir ist meine Seele verwirt (Psalm 41,7). Brüder, vor dem Tod des Herrn pflegte der Jude tote Tiere als Opfergaben darzubringen; jetzt aber gilt: „Ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe (Ez. 33,11). Der Herr will nicht meinen Tod, und ich soll ihm nicht aus freiem Antrieb mein Leben opfern.

Bernhard von Clairvaux

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Mitherausgeber
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