Inhaltsverzeichnis

Ordnung der Andacht

Hinweise zur Fürbitte im freien Gebet

Tagesgebete

Luthers Morgen- und Abendsegen

Gebet am Sonnabendabend

I. Die Festtage, Sonn- und Wochentage im Kirchenjahr

Erster Sonntag im Advent

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Zweiter Sonntag im Advent

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Dritter Sonntag im Advent

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Vierter Sonntag im Advent

19. Dezember

20. Dezember

21. Dezember

22. Dezember

23. Dezember

Heiliger Abend - Christvesper

Heiliger Abend - Christnacht

25. Dezember - Christfest

26. Dezember - Christfest II

27. Dezember

28. Dezember

29. Dezember

Erster Sonntag nach dem Christfest

30. Dezember

31. Dezember

1. Januar

Zweiter Sonntag nach dem Christfest

2. Januar

3. Januar

4. Januar

5. Januar

6. Januar - Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Erster Sonntag nach Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Zweiter Sonntag nach Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Dritter Sonntag nach Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Vierter Sonntag nach Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Fünfter Sonntag nach Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Dritter Sonntag vor der Passionszeit - Septuagesimae

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Zweiter Sonntag vor der Passionszeit - Sexagesimae

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Sonntag vor der Passionszeit

Montag

Dienstag

Die Passionszeit (Fastenzeit)

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Erster Sonntag der Passionszeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Zweiter Sonntag der Passionszeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Dritter Sonntag der Passionszeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Vierter Sonntag der Passionszeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Fünfter Sonntag der Passionszeit - Judika

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Sechster Sonntag der Passionszeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Gründonnerstag

Karfreitag

Karsonnabend

Das Osterfest und die Freudenzeit Die Osternacht

Tag der Auferstehung des Herrn - Ostern

Ostermontag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Erster Sonntag nach Ostern

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Zweiter Sonntag nach Ostern

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Dritter Sonntag nach Ostern

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Vierter Sonntag nach Ostern

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Fünfter Sonntag nach Ostern

Montag

Dienstag

Mittwoch

Christi Himmelfahrt

Freitag

Sonnabend

Sechster Sonntag nach Ostern

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Pfingstsonntag

Pfingstmontag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Tag der Heiligen Dreifaltigkeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

1. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

2. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

3. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

4. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

5. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

6. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

7. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

8. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

9. Sonntag nach Trinitais

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

10. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

11. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

12. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

13. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

14. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

15. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

16. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

17. Sonntag nach Trinitatis - Erntedank

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

18. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

19. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

20. Sonntag nach Trinitais

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

21. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

22. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

23. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

24. Sonntag nach Trinitatis

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr

Montag

Dienstag

Buß- und Bettag

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Letzter Sonntag im Kirchenjahr - Ewigkeitssonntag

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

II. Die unbeweglichen Feste und Gedenktage der Kirche

1. Januar - Tag der Namengebung Jesu

2. Februar - Darstellung des Herrn - Lichtmess

25. März - Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn

24. Juni - Tag der Geburt Johannes des Täufers

25. Juni - Gedenktag der Augsburgischen Konfession

29. Juni - Tag der Apostel Petrus und Paulus

2. Juli - Tag der Heimsuchung Mariens

20. August - Gedenktag des Abtes Bernhard

29. September - Tag des Erzengels Michael und aller Engel

24. Oktober - Gedenktag der Kirchweihe in Amelungsborn

31. Oktober - Gedenktag der Reformation

1. November - Gedenktag der Heiligen

20. November - Gründungstag des Klosters Amelungsborn

26. Dezember - Gedenktag des Erzmärtyrer Stephanus

Ordnung der Andacht

Wir beginnen unsere Andacht mit den Worten des Eingangs; sie verbinden uns mit der betenden Kirche, die ihre Tageszeitengottesdienste mit den gleichen Worten einleitet:

am Morgen

Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

am Tage

Herr, meine Zeit steht in deinen Händen. Hilf mir durch deine Güte.

am Abend

Herr, bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget.

Der Eingang schließt mit:

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. (Halleluja).

Darauf beten wir den für jeden Tag angegebenen Psalm (Psalmabschnitt).

Wir lesen dann den täglichen Abschnitt aus der Heiligen Schrift und betrachten ihn in der Stille, um das Gotteswort auf unser Leben anzuwenden.

Die Kernaussage der biblischen Texte ist durch das Schriftbild gekennzeichnet.

Texte von Bernhard von Clairvaux und Martin Luther dienen einer weiteren Meditation.

Wir singen oder lesen danach das angegebene Lied oder die daraus entnommenen Strophen.

Jetzt folgt das Gebet, beginnend mit dem alten Gebetsruf der Christen:

Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison

und dem Gebet, das Jesus seinen Jüngern gegeben hat:

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir gehen dann über zum freien Gebet: es spricht vor Gott aus, wofür wir zu danken und zu bitten haben. Wir beten für die Menschen, die unsere Nächsten sind, ebenso für die Gemeinde Christi auf Erden. Unsere Fürbitten können wir auch auf die Tage der Woche verteilen.

Unser Beten schließt in der Regel mit einem der Tagesgebete der Kirche oder mit einem anderen zusammenfassenden Gebet wie etwa Luthers Morgen- oder Abendsegen. Die Tagesgebete können gegeneinander ausgetauscht werden. Am Sonnabendabend wird das Brudergebet gebetet.

Zum Schluss bitten wir um Gottes Segen. Dabei können wir uns mit dem Zeichen des Kreuzes segnen.

Es segne und behüte mich
der allmächtige und barmherzige Gott, Vater,
Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

Hinweise zur Fürbitte im freien Gebet

Sonntag:

Wir bitten Gott
um den Lauf des Evangeliums in aller Welt,
  für alle, die heute sein Wort verkündigen und hören,
  für die Gäste am Tisch des Herrn,
  für unsere Gemeinde und alle ihre Glieder,
  für alle, die dem Gottesdienst fernbleiben,
  für alle, die heute für andere arbeiten müssen,
  für alle, die Erholung und Freude suchen.

Montag:

Wir bitten Gott
um Kraft und Gelingen unserer Arbeit,
  für alle, die mit uns und für uns arbeiten,
  für die überlasteten und für die Arbeitslosen,
  für alle, die unterwegs sind.

Dienstag:

Wir bitten Gott
um Beistand in den Versuchungen des Lebens,
  für die Angefochtenen und Gebundenen,
  für die Gefangenen und Heimatlosen,
  für die Irrenden und die Gestrauchelten,
  für alle, denen die Kirche fremd und gleichgültig geworden ist,
  für alle, die auf dem Weg des Glaubens sind.

Mittwoch:

Wir bitten Gott
um den Frieden der Welt, um Gerechtigkeit und die Kraft zu vergebender Liebe,
  für alle, die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen,
  für alle, die lehren und erziehen,
  für alle, die Gerechtigkeit suchen,
  für unsere Eltern, Ehegatten und Kinder,
  für unsere Patenkinder,
  für unsere Verwandten, Freunde und Nachbarn,
  besonders für ...(folgen die Namen).

Donnerstag:

Wir bitten Gott um Freudigkeit zum Dienst am Evangelium,
  für die Gemeinde Gottes und alle, die in ihr Gemeinschaft suchen,
  für die Boten des Evangeliums in aller Welt,
  für alle, die um des Evangeliums willen Verfolgung leiden und gefangen sind,
  für alle Glieder am Leibe Christi,
  für die Brüder und Schwestern in anderen Kirchen,
  für die Einheit der Christenheit.

Freitag:

Wir bitten Gott
um Vergebung für alle Schuld,
  für alle, die von Kreuz und Leiden heimgesucht sind,
  für die Gequälten und Verzweifelten,
  für alle, die sich aufopfern,
  für die Feinde des Evangeliums,
  für alle, die uns feind sind und uns Unrecht tun.

Sonnabend:

Wir bitten Gott,
um die Vollendung in seinem Reich,
  für alle, die in Todesnot sind,
  für die Trauernden und Einsamen,
  für die, denen ihr Leben leer und sinnlos erscheint,
  für alle, die ihnen nahe sind und sie trösten,
  für alle, die das Ende und Gottes Gericht nicht bedenken.

Herr, erbarme dich aller, die du geschaffen, erlöst und geheiligt hast. Amen.

Tagesgebete

Sonntagmorgen:

Jesus Christus, du hast dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Wir preisen dich an, deinem Tage, Licht vom ewigen Licht, Sonne dieser und der zukünftigen Welt, und bitten dich: erleuchte unsere Gedanken und öffne unsere Lippen, daß wir dein Wort hören und dich bekennen und preisen. Der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sonntagabend:

Herr, Dreieiniger Gott, du hast uns und deine ganze Christenheit heute durch dein heiliges Wort und Sakrament erquickt. Wir bitten dich: gib, daß uns diese Gaben in der neuen Woche geleiten und stärken, damit dein Name unter uns verheirlicht, dein Reich gebaut und dein Wille erfüllt werde. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Montagmorgen:

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, du schaffst alle Dinge und vollendest sie. Wir bitten dich heute, da von neuem unsere Arbeit beginnt: mache du den Anfang, regiere die Mitte, segne das Ende, damit unser Tun vor Sünde bewahrt, unser Leben geheiligt und unsere Arbeit vollbracht werde nach deinem Wohlgefallen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Montagabend:

Herr, unser Gott: schenke uns in deiner großen Güte Vergebung und Frieden, damit unser Leib und unsere Seele zur Ruhe kommen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Dienstagmorgen:

Herr, ewiger Gott und Vater, du hast uns den Anfang dieses Tages schauen lassen. Wir bitten dich: sende uns den Heiligen Geist, daß er uns beistehe und helfe, deinen Willen zu erkennen und zu tun. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Dienstagabend:

Herr Gott, du wohnst im Licht und veitreibst alle Finsternis. Erleuchte die Dunkelheit, die uns umgibt, durch den hellen Schein deiner Gegenwart, und halte von uns fern die Schrecken der Nacht, damit wir Tag und Nacht in deiner Gnade geborgen sind. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Mittwochmorgen:

Herr, allmächtiger Gott, du Geber aller guten und vollkommenen Gaben. Wir bitten dich: steh uns heute bei mit deinem Erbarmen und deiner Liebe, daß wir nicht in Sünde fallen und all unser Denken und Tun nach deinem Willen richten. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Mittwochabend:

Herr Gott, lieber himmlischer Vater, du hast uns heute gnädig bewahrt: sieh nicht an, was wir gefehlt haben, sondern neige dich zu uns mit deinem Erbarmen, damit wir diese Nacht in deinem Schutze ruhen und dich am kommenden Tage von neuem preisen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Donnerstagmorgen:

Herr Gott, lieber Vater im Himmel, du hast uns durch deinen Sohn Jesus Christus zum Leben berufen. Wir bitten dich: erhalte uns in seiner Nachfolge, damit wir diesen Tag und alle Tage unseres irdischen Lebens nach deinem Willen leben und dem ewigen Ziel entgegengehen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Donnerstagabend:

Allmächtiger Gott, du hast uns zum Ende dieses Tages geleitet. Wir bitten dich: bleibe bei uns und beschirme uns in den schweigenden Stunden der Nacht, damit wir, müde von der Unruhe dieser vergänglichen Welt, ruhen in deinem Frieden. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Freitagmorgen:

Herr Jesus Christus, du hast unsere Sünde am Kreuz getragen und uns in deine Jüngerschaft berufen: gib uns, daß wir durch das Opfer deiner Liebe getröstet und zu einem Leben in deinem Dienst geheiligt werden. Um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen.

Freitagabend:

Herr Jesus Christus, du hast durch dein Leiden und Sterben die Bande unserer Sünden zerrissen. Wir bitten dich: vergib uns, wo wir heute versagt haben, daß wir mit freiem Herzen dich bekennen und preisen. Der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sonnabendmorgen:

Herr Gott, himmlischer Vater, du hast das Licht des Tages geschaffen, damit es über die Dunkelheit herrsche; nimm gnädig an unser Gebet und schenke uns dein Erbarmen, daß wir heute und allezeit im Sinn haben, was dir gefällt, und immer in deiner Gnade bleiben. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Sonnabendabend:

Herr, unser Gott, du hast uns in dieser Woche gnädig beschirmt und in Gutem und Schwerem deine erbarmende Liebe erwiesen. Wir bitten dich: vergib uns alle Schuld der vergangenen Woche um Christi willen und schenke uns deinen Geist, daß wir deine Wege erkennen und am Ende unserer Tage aufgenommen werden in deine Herrlichkeit. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Amelungsborner Brudergebet

Luthers Morgen- und Abendsegen

am Morgen:

Das walte Gott † Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
Ich danke dir mein himmlischer Vater,
durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn
daß du mich diese Nacht
vor allem Schaden und Gefahr behütet hast
und bitte dich
du wollest mich diesen Tag auch behüten
vor Sünden und allem Übel
daß dir all mein Tun und Leben gefalle
Denn ich befehle mich,
meinen Leib und Seele
und alles in deine Hände
Dein heiliger Engel sei mit mir
daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

am Abend:

Das walte Gott † Vater, Sohn und
Heiliger Geist! Amen.
Ich danke dir, mein himmlischer Vater,
durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,
daß du mich diesen Tag
gnädiglich behütet hast,
und bitte dich,
du wollest mir vergeben alle meine Sünde,
Wo ich Unrecht getan habe,
und mich diese Nacht
auch gnädiglich behüten.
Denn ich befehle mich,
meinen Leib und Seele
und alles in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,
daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Gebet am Sonnabendabend

HERR GOTT, himmlischer Vater,
ich gedenke vor dir unseres Klosters
und aller, die ihm zugehören:
des Abtes (des Abtes) und der Brüder im Konvent
der Konventualen (folgen die Namen);
und aller Glieder der klösterlichen Familie.
Ich gedenke der Familiaren
(ggf. folgen die Namen),
der Glieder des Kapitels
und des Visitators,
des Abtes zu Loccum (es folgt der Name).

Ich gedenke vor dir auch der Klöster Doberan
und Riddagshausen und aller,
die zu ihnen gehören.

Ich gedenke vor dir aller Benediktiner-
und Zisterzienserklöster und des
Generalabtes der Zisterzienser
(es folgt der Name).

Ich gedenke vor dir der Michaelsbruderschaft
und aller evangelischen Kommunitäten, des
oekumenischen Frauenkreises Amelungsborn und
der Münsterfamilie Doberan.

Halte von uns fern alle Anschläge des bösen
Feindes und sende deine heiligen Engel,
daß sie uns behüten auf allen unseren Wegen.
Hilf unserm Kloster zu erkennen, was dein Wille ist;
bewahre uns vor Hochmut und Kleinglauben
und erhalte in uns die Liebe zu den Brüdern.
Ich gedenke vor dir auch der Gemeinden,
die unserem Kloster verbunden sind.
Erleuchte ihre Hirten durch den Heiligen Geist,
auf daß sie treue Haushalter über deine
Geheimnisse seien,
und laß die Gemeinden zunehmen
in der Erkenntnis deines Willens
und im Lobpreis deiner Herrlichkeit.
Ich bitte dich durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.

I. Die Festtage, Sonn- und Wochentage im Kirchenjahr

So also, mein Brüder,
lasse den Sohn Gottes in dir wachsen,
daß er in dir werde ein Lächeln,
ein Frohlocken
und eine Freude ohnegleichen,
die niemand dir mehr nehmen kann.

Aus der Predigt eines Zisterziensermönches im 12. Jahrhundert.

Erster Sonntag im Advent

Siehe, dein König kommt zu dir, 
ein Gerechter und Helfer. SACHARJA 9, 9 PSALM 24 Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist,
der Erdkreis und die darauf wohnen;
     denn er hat ihn über den Meeren gegründet
     und über den Wassern bereitet.
Wer darf auf des HERRN Berg gehen,
und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
     Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist,
     wer nicht gedacht ist auf Lug und Trug
     und nicht falsche Eide schwört:
der wird den Segen vom HERRN empfangen
und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
     Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt,
     das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.
Machet die Tore weit und die Türen in der
Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!
     Wer ist der König der Ehre?
     Es ist der HERR, stark und Mächtig, der HERR, mächtig im Streit.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt
hoch, dass der König der Ehre einziehe!
     Wer ist der König der Ehre?
     Es ist der HERR Zebaoth, er ist der König der Ehre. LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jeremia 23, 5 - 8

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: „Der HERR unsere Gerechtigkeit.“ Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, dass man nicht mehr sagen wird: „So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!“, sondern: „So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel herausgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.“ Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.

EPISTEL
Römer 13, 8 – 12

Seid niemandem etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2. Mose 20, 13 - 17): „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren“, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19, 18): „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.

EVANGELIUM
Matthäus 21, 1 –  9

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): „Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.“ Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

WOCHENLIED 4

Nun komm, der Heiden Heiland,
der Jungfrauen Kind erkannt,
das sich wunder alle Welt,
Gott solch Geburt ihm stellt. 

Dein Krippen glänzt hell und klar,
die Nacht gibt ein neu Licht dar.
Dunkel muss nicht kommen drein,
der Glaub bleib immer im Schein.

Wie wunderbar ist doch die Herablassung Gottes, der den Menschen sucht, wie groß die Würde des Menschen, der so gesucht wird! Wollte er sich dieser Würde rühmen, wäre er gewiss nicht töricht: nicht, weil er sich einbildete, gleichsam aus sich selbst etwas zu sein, sondern weil der, der ihn geschaffen hat, ihn zu solcher Würde erhoben hat.

Denn alle Reichtümer, jeder Glanz der Welt reichen nicht an diese Herrlichkeit heran, ja, gemessen an ihr sind sie nichts. O Herr, „was ist der Mensch, dass du ihn so hoch achtest und deinen Sinn auf ihn richtest?“ Du braucht, o Mensch, nicht Meere zu überqueren; es ist nicht nötig, Wolken zu durchdringen oder Berge zu übersteigen. Kein Weg, sage ich, wird dir gezeigt: Geh nur in dich und begegne dort deinem Gott!

Denn „das Wort ist dir nahe, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen“. Begegne ihm in der Zerknirschung des Herzens und im Bekenntnis des Mundes, damit du wenigstens aus dem Schmutz deines jammervollen Gewissens heraustrittst, denn es ist unwürdig, dass der Urheber der Reinheit dort eintritt.

Bernhard von Clairvaux

Christus kommt nicht, wie er kam zu Adam, Kain, zur Sündflut, zu Babylonien, zu Sodom und Gomorra, auch nicht, wie er kam zum Volk Israel auf dem Berge Sinai; er kommt nicht im Zorn, will nicht mit dir rechten noch Schuld fordern. Es ist aller Zorn abgelegt; eitel Sanftmut und Güte ist da. Er will einmal mit dir fahren, dass dein Herz Lust, Liebe und alle Zuversicht zu ihm haben soll, dass du dich hinfort ja so sehr und vielmehr zu ihm halten sollst und Zuflucht suchen, als du dich hast vor ihm entsetzt und geflohen bist.

Martin Luther

Montag

PSALM 25, 12 – 22 Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? 
Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll.
    Er wird im Guten wohnen,
    und sein Geschlecht wird das Land besitzen.
Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten;
und seinen Bund lässt er sie wissen.
    Meine Augen sehen stets auf den HERRN; 
    denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig; 
denn ich bin einsam und elend.
    Die Angst meines Herzens ist groß; 
    führe mich aus meinen Nöten!
Sieh an meinen Jammer und mein Elend 
und vergib mir alle meine Sünden!
    Sieh, wie meiner Feinde so viel sind
    und zu Unrecht mich hassen.
Bewahre meine Seele und errette mich;
lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!
    Unschuld und Redlichkeit mögen mich 
    behüten; denn ich harre auf dich.
    Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!  JESAJA 8, 9 – 10

Tobet, ihr Völker, ihr müsst doch fliehen! Höret's alle, die ihr in fernen Landen seid! Rüstet euch, ihr müsst doch fliehen; rüstet euch, ihr müsst doch fliehen! Beschließt einen Rat, und es werde nichts daraus; beredet euch, und es geschehe nicht! Denn hier ist Immanuel! 

LIED 1

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.

 Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf
mit Andacht, Lust und Freud;
so kommt der König auch zu euch,
ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

 

Dienstag

PSALM 26 HERR, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! 
Ich hoffe auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen.
    Prüfe mich, HERR, und erprobe mich, 
    erforsche meine Nieren und mein Herz!
Denn deine Güte ist mir vor Augen, 
und ich wandle in deiner Wahrheit.
    Ich sitze nicht bei heillosen Leuten 
    und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.
Ich hasse die Versammlung der Boshaften 
und sitze nicht bei den Gottlosen.
    Ich wasche meine Hände in Unschuld 
    und halte mich, HERR, zu deinem Altar,
dir zu danken mit lauter Stimme 
und zu verkündigen alle deine Wunder.
    HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses 
    und den Ort, da deine Ehre wohnt.
Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern 
noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
    an deren Händen Schandtat klebt 
    und die gern Geschenke nehmen.
Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld. 
Erlöse mich und sei mir gnädig!
    Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund. 
    Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.  JESAJA 11, 10 – 12

Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein. Und der Herr wird zu der Zeit zum zweitenmal seine Hand ausstrecken, dass er den Rest seines Volks loskaufe, der übriggeblieben ist in Assur, Ägypten, Patros, Kusch, Elam, Schinar, Hamat und auf den Inseln des Meeres. Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern und zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten Judas sammeln von den vier Enden der Erde.

LIED 8

Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewiges Wort.

Das Schiff geht still im Triebe;
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe, 
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt. 

Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.

 

 

 

Mittwoch

PSALM 27, 1 – 6

Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten? 
    Der HERR ist meines Lebens Kraft; 
    vor wem sollte mir grauen?
Wenn die Übeltäter an mich wollen, 
um mich zu verschlingen, 
    meine Widersacher und Feinde, 
    sollen sie selber straucheln und fallen.
Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, 
so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; 
    wenn sich Krieg wider mich erhebt, 
    so verlasse ich mich auf ihn.
Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: 
dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, 
    zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN
    und seinen Tempel zu betrachten.
Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, 
er birgt mich im Schutz seines Zeltes 
und erhöht mich auf einen Felsen.
    Und nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, 
    die um mich her sind; 
darum will ich Lob opfern in seinem Zelt, 
ich will singen und Lob sagen dem HERRN. JESAJA 25, 1 – 5

HERR, du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen Namen. Denn du hast Wunder getan; deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig. Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste Stadt, dass sie in Trümmern liegt, die Paläste der Fremden, dass sie nicht mehr eine Stadt seien und nie wieder aufgebaut werden. Darum ehrt dich ein mächtiges Volk, die Städte gewalttätiger Völker fürchten dich. Denn du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein Unwetter im Winter, wie die Hitze in der Zeit der Dürre. Du demütigst der Fremden Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den Schatten der Wolken; du dämpfest der Tyrannen Siegesgesang.

LIED 13

Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir,
ja er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!

 Hosianna, Davids Sohn,
sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig Reich,
Hosianna in der Höh!
Hosianna, Davids Sohn,
sei gesegnet deinem Volk!

Donnerstag

PSALM 27, 7 - 14 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; 
sei mir gnädig und erhöre mich!
    Mein Herz hält dir vor dein Wort: 
    „Ihr sollt mein Antlitz suchen.“
    Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!
    Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht 
    und tu die Hand nicht von mir ab, 
    Gott, mein Heil!
Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,
aber der HERR nimmt mich auf.
    HERR, weise mir deinen Weg 
    und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.
    Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! 
Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf 
und tun mir Unrecht ohne Scheu.
    Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde 
    die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen.
Harre des HERRN! '
Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN! JESAJA 26, 1 – 12

Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda: Wir haben eine feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr. Tut auf die Tore, dass hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben bewahrt! Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich. Darum verlasst euch auf den HERRN immerdar; denn Gott der HERR ist ein Fels ewiglich. Er erniedrigt, die in der Höhe wohnen; die hohe Stadt wirft er nieder, ja, er stößt sie zur Erde, dass sie im Staube liegt. Mit Füßen wird sie zertreten, ja, mit den Füßen der Armen, mit den Tritten der Geringen. Des Gerechten Weg ist eben, den Steig des Gerechten machst du gerade. Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Wege deiner Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis. Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit. Aber wenn dem Gottlosen Gnade widerfährt, so lernt er doch nicht Gerechtigkeit, sondern tut nur übel im Lande, wo das Recht gilt, und sieht des HERRN Herrlichkeit nicht. HERR, deine Hand ist erhoben, doch sie sehen es nicht. Aber sie sollen sehen den Eifer um dein Volk und zuschanden werden. Mit dem Feuer, mit dem du deine Feinde verzehrst, wirst du sie verzehren. Aber uns, HERR, wirst du Frieden schaffen; denn auch alles, was wir ausrichten, das hast du für uns getan.

LIED 19

O komm, o komm, du Morgenstern,
lass uns dich schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
durch deines klaren Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja. 

O komm, du Sohn aus Davids Stamm,
du Friedensbringer, Osterlamm.
Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei
und von des Bösen Tyrannei.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

Freitag

PSALM 28 Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Fels, 
so schweige doch nicht, 
    dass ich nicht, wenn du schweigst, 
    gleich werde denen, die in die Grube fahren.
Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, 
wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Tempel.
    Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, 
    die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen.
Gib ihnen nach ihrem Tun 
und nach ihren bösen Taten; 
    gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; 
    vergilt ihnen, wie sie es verdienen.
Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des 
HERRN noch auf die Werke seiner Hände; 
    darum wird er sie niederreißen 
    und nicht wieder aufbauen.
Gelobt sei der HERR; denn er hat erhört 
die Stimme meines Flehens.
    Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; 
    auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. 
Nun ist mein Herz fröhlich, 
und ich will ihm danken mit meinem Lied.
    Der HERR ist seines Volkes Stärke, 
    Hilfe und Stärke für seinen Gesalbten.
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe 
und weide und trage sie ewiglich! OFFENBARUNG 1, 1 –  8

Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie durch seinen Engel gesandt und seinem Knecht Johannes kundgetan, der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe. Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

LIED 69

Der Morgenstern ist aufgedrungen
er leucht’ daher zu dieser Stunde
hoch über Berg und tiefe Tal,
vor Freud singt uns der lieben Engel Schar.

 

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Sonnabend

PSALM 29 Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, 
Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
betet an den HERRN in heiligem Schmuck!
    Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern,
    der Gott der Ehre donnert, 
    der HERR, über großen Wassern.
Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht, 
die Stimme des HERRN ergeht herrlich.
    Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, 
    der HERR zerbricht die Zedern des Libanon.
Er lässt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, 
den Sirjon wie einen jungen Wildstier.
    Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen;
    die Stimme des HERRN lässt die Wüste erbeben; 
    der HERR lässt erbeben die Wüste Kadesch.
Die Stimme des HERRN lässt Eichen wirbeln und reißt Wälder kahl. 
In seinem Tempel ruft alles: „Ehre!“
    Der HERR hat seinen Thron über der Flut; 
    der HERR bleibt ein König in Ewigkeit.
Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; 
der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden. OFFENBARUNG 2, 1 – 7

Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner befunden, und hast Geduld und hast um meines Namens willen die Last getragen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte - wenn du nicht Buße tust. Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaïten hassest, die ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist. 

LIED 20

 Das Volk, das noch im Finstern wandelt –
bald sieht es Licht, ein großes Licht.
Heb in den Himmel dein Gesicht
und steh und lausche, weil Gott handelt. 

Die ihr noch wohnt im Tal der Tränen,
wo Tod den schwarzen Schatten wirft:
Schon hört ihr Gottes Schritt, ihr dürft
euch jetzt nicht mehr verlassen wähnen.

Zweiter Sonntag im Advent

Sehet auf und erhebt eure Häupter, 
weil sich eure Erlösung naht.  Lukas 21, 28 PSALM 80 Du Hirte Israels, höre, der du Josef hütest wie Schafe! 
Erscheine, der du thronst über den Cherubim,
vor Ephraim, Benjamin und Manasse! 
    Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!
    
Gott, tröste uns wieder und lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.
HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen, 
während dein Volk zu dir betet?
    Du speisest sie mit Tränenbrot 
    und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.
Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten, 
und unsre Feinde verspotten uns.
    Gott Zebaoth, tröste uns wieder; 
    lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.
Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt, 
hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.
    Du hast vor ihm Raum gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, 
    dass er das Land erfüllt hat.
Berge sind mit seinem Schatten bedeckt 
und mit seinen Reben die Zedern Gottes.
    Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer 
    und seine Zweige bis an den Strom.
Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen, 
dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?
    Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue 
    und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet.
Gott Zebaoth, wende dich doch! 
Schaue vom Himmel und sieh darein, 
nimm dich dieses Weinstocks an!
    Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, 
    den Sohn, den du dir großgezogen hast!
Sie haben ihn  mit Feuer verbrannt wie Kehricht; 
vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.
    Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, 
    den Sohn, den du dir großgezogen hast.
So wollen wir nicht von dir weichen. 
Lass uns leben,so wollen wir deinen Namen anrufen.
    HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; 
    lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir. LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 63, 15 – 16, 19 b, 64, 1 – 3

So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Deine große, herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich. Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von uns nichts, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater; „Unser Erlöser“, das ist von alters her dein Name. Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen, wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser sieden macht, dass dein Name kundwürde unter deinen Feinden und die Völker vor dir zittern müssten, wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten - und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen! - und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren. 

EPISTEL Jakobus 5, 5 – 8 

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

EVANGELIUM Lukas 21, 25 – 33

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter,  weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

WOCHENLIED 6 

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist,
das ist der lieb Herr Jesus Christ.

Ach lieber Herr, eil zum Gericht!
Lass sehn dein herrlich Angesicht,
das Wesen der Dreifaltigkeit.
Da helf uns Gott in Ewigkeit.

Die gesamte Kirche begeht einmal im Jahr festlich die Erinnerung an diese Ankunft, in der sich eine solche Majestät, eine solche Demut, eine solche Liebe und auch eine solche Verherrlichung unseres Menschengeschlechtes offenbarte. O würde doch die Erinnerung nicht nur einmal, sondern immer begangen werden und immer würdiger! Von welcher Vernunftlosigkeit zeugt es doch, dass nach der Ankunft eines solchen Königs die Menschen noch das Verlangen und die Kühnheit haben, sich mit allen möglichen Dingen zu beschäftigen! Müssten sie nicht eher alles andere beiseite lassen und sich einzig seinem Dienst widmen und in seiner Gegenwart an nichts anderes mehr denken? Aber nicht für alle gilt, was der Prophet sagt: „Sie werden das Andenken an deine übergroße Lieblichkeit hervorströmen lassen“, denn nicht alle ergötzt dieses Andenken. Gewiss kann niemand hervorströmen lassen, was er nicht gekostet hat, aber auch nicht, was er nur gekostet hat; ein Überströmen kann nur aus der Fülle und Sättigung herrühren.

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 50, 14 – 23 

Opfere Gott Dank 
und erfülle dem Höchsten deine Gelübde 
    und rufe mich an in der Not,
    so will ich dich erretten    
    und du sollst mich preisen.
Aber zum Gottlosen spricht Gott: 
„Was hast du von meinen Geboten zu reden
und nimmst meinen Bund in deinen Mund,
    da du doch Zucht hassest 
    und wirfst meine Worte hinter dich?
Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm
und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.
    Deinen Mund lässest du Böses reden, 
    und deine Zunge treibt Falschheit.
Du sitzest und redest wider deinen Bruder; 
deiner Mutter Sohn verleumdest du.
    Das tust du, und ich schweige; 
    da meinst du, ich sei so wie du. 
Aber ich will dich zurechtweisen 
und es dir vor Augen stellen.
    Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, 
    damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da!Wer Dank opfert, der preiset mich,
und da ist der 
Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

JESAJA 30, 18 – 20

Darum harrt der HERR darauf, dass er euch gnädig sei, und er macht sich auf, dass er sich euer erbarme; denn der HERR ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren! Du Volk Zions, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht weinen! Er wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald er's hört. Und der Herr wird euch in Trübsal Brot und in Ängsten Wasser geben. Und dein Lehrer wird sich nicht mehr verbergen müssen, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen.

LIED 3

Gott, heiliger Schöpfer aller Stern,
erleucht uns, die wir so fern,
dass wir erkennen Jesus Christ,
der für uns Mensch geworden ist. 

Wir bitten dich, o heiliger Christ,
der du künftig Richter bist,
lehr uns zuvor dein’ Willen tun
und an dem Glauben nehmen zu.

Lob, Preis sei, Vater, deiner Kraft
Und deinem Sohn, der all Ding schafft,
dem heiligen Tröster auch zugleich
so hier wie dort im Himmelreich.

Dienstag

PSALM 51, 12 – 21  Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, 
und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
         Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, 
         und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, 
und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
         Ich will die Übertreter deine Wege lehren,
         dass sich die Sünder zu dir bekehren.
Errette mich von Blutschuld, Gott, 
der du mein Gott und Heiland bist, 
dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
         Herr, tue meine Lippen auf, 
         dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Denn Schlachtopfer willst du nicht,
ich wollte sie dir sonst geben, 
und Brandopfer gefallen dir nicht.
         Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, 
         ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, 
baue die Mauern zu Jerusalem.
         Dann werden dir gefallen rechte Opfer, 
         Brandopfer und Ganzopfer;
         dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern. JESAJA 45, 1 – 8

So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du mich nicht kanntest. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, damit man erfahre in Ost und West, dass außer mir nichts ist. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut. Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, habe es geschaffen.

LIED 41

Jauchzet, ihr Himmel,
frohlocket, ihr Engel, in Chören,
singet dem Herren,
dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah
Zu den Verlornen sich kehren. 

König der Ehren,
aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze
in Liebe verbinde:
du sollst es sein,
den ich erwähle allein;
ewig entsag ich der Sünde.

 

 

 

Mittwoch

 PSALM 53, 2 - 7  Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 
„Es ist kein Gott.“ 
         Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Greuel;
         da ist keiner, der Gutes tut.
Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, 
dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.
         Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben; 
         da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen,
die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, 
Gott aber rufen sie nicht an?
         Sie fürchten sich da, 
         wo nichts zu fürchten ist; 
doch Gott zerstreut die Gebeine derer, 
die dich bedrängen. 
         Du machst sie zuschanden, 
         denn Gott hat sie verworfen.
Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme 
und Gott sein gefangenes Volk erlöste! 
         So würde Jakob sich freuen 
         und Israel fröhlich sein.  JESAJA 49, 7 - 12

So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem, der verachtet ist von den Menschen und verabscheut von den Heiden, zu dem Knecht, der unter Tyrannen ist: Könige sollen sehen und aufstehen, und Fürsten sollen niederfallen um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat. So spricht der HERR: Ich habe dich erhört zur Zeit der Gnade und habe dir am Tage des Heils geholfen und habe dich behütet und zum Bund für das Volk bestellt, dass du das Land aufrichtest und das verwüstete Erbe zuteilst, zu sagen den Gefangenen: Geht heraus! und zu denen in der Finsternis: Kommt hervor! Am Wege werden sie weiden und auf allen kahlen Höhen ihre Weide haben. Sie werden weder hungern noch dürsten, sie wird weder Hitze noch Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen und sie an die Wasserquellen leiten. Ich will alle meine Berge zum ebenen Wege machen, und meine Pfade sollen gebahnt sein. Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene vom Norden und diese vom Meer und jene vom Lande Sinim.

LIED 7 

O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern;
o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein
in Finsternis wir alle sein. 

Hier leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der ewig Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand
Vom Elend zu dem Vaterland. 

Da wollen wir all danken dir,
unserm Erlöser, für und für;
da wollen wir all loben dich
zu aller Zeit und ewiglich.

 

Donnerstag

PSALM 54, 3 - 9 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen 
und schaffe mir Recht durch deine Kraft.
         Gott, erhöre mein Gebet, 
         vernimm die Rede meines Mundes.
Denn Stolze erheben sich gegen mich, 
und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben;
sie haben Gott nicht vor Augen.
         Siehe, Gott steht mir bei, 
         der Herr erhält mein Leben.
Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten. 
Vertilge sie um deiner Treue willen!
         So will ich dir ein Freudenopfer bringen 
         und deinen Namen, HERR, preisen, 
         dass er so tröstlich ist.
Denn du errettest mich aus aller meiner Not, 
dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht. JESAJA 62, 10 – 12

Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! Siehe, der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! Man wird sie nennen „Heiliges Volk“, „Erlöste des HERRN“, und dich wird man nennen „Gesuchte“ und „Nicht mehr verlassene Stadt“.

LIED 12 

Gott sei Dank durch alle Welt,
der sein Wort beständig hält
und der Sünder Trost und Rat
zu uns hergesendet hat. 

Was der alten Väter Schar
Höchster Wunsch und Sehnen war
Und was sie geprophezeit,
ist erfüllt in Herrlichkeit.

 

 

Freitag

PSALM 55, 2 – 9, 17 - 23 Gott, höre mein Gebet
und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.
         Merke auf mich und erhöre mich, 
         wie ich so ruhelos klage und heule,
da der Feind so schreit 
und der Gottlose mich bedrängt; 
         denn sie wollen Unheil über mich bringen
         und sind mir heftig gram.
Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, 
und Todesfurcht ist auf mich gefallen.
         Furcht und Zittern ist über mich gekommen, 
         und Grauen hat mich überfallen.
Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, 
dass ich wegflöge und Ruhe fände!
         Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen 
         und in der Wüste bleiben.
Ich wollte eilen, dass ich entrinne 
vor dem Sturmwind und Wetter.
         Ich aber will zu Gott rufen, 
         und der HERR wird mir helfen.
Abends und morgens und mittags 
will ich klagen und heulen; 
so wird er meine Stimme hören.
         Er erlöst mich von denen, die an mich wollen, 
         und schafft mir Ruhe; 
         denn ihrer sind viele wider mich.
Gott wird hören und sie demütigen, 
der allewege bleibet.
         Denn sie werden nicht anders 
         und wollen Gott nicht fürchten.
Sie legen ihre Hände an ihre Freunde 
und entheiligen ihren Bund.
         Ihr Mund ist glatter als Butter, 
         und haben doch Krieg im Sinn; 
ihre Worte sind linder als Öl 
und sind doch gezückte Schwerter.
         Wirf dein Anliegen auf den HERRN; 
         der wird dich versorgen 
         und wird den Gerechten 
         in Ewigkeit nicht wanken lassen. OFFENBARUNG 2, 8 – 10

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

LIED 14 

O Herr von großer Huld und Treue,
o komme du auch jetzt aufs neue
zu uns, die wir schwer verstört.
Not ist es, dass du selbst hienieden
Kommst, zu erneuern deinen Frieden,
dagegen sich die Welt empört. 

O lass dein Licht auf Erden siegen,
die Macht der Finsternis erliegen
und lösch der Zwietracht Glimmen aus,
dass wir, die Völker und die Thronen,
vereint als Brüder wieder wohnen
in deines großen Vaters Haus.

Sonnabend

PSALM 56, 2 - 14 Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; 
täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.
         Meine Feinde stellen mir täglich nach; 
         denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.
Wenn ich mich fürchte, 
so hoffe ich auf dich.
         Ich will Gottes Wort rühmen; 
         auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten. 
         Was können mir Menschen tun?
Täglich fechten sie meine Sache an; 
alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.
         Sie rotten sich zusammen,
         sie lauern und haben acht auf meine Schritte, 
         wie sie mir nach dem Leben trachten.
Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? 
Gott, stoß’ diese Leute ohne alle Gnade hinunter!
         Zähle die Tage meiner Flucht, 
         sammle meine Tränen in deinen Krug; 
         ohne Zweifel, du zählst sie.
Dann werden meine Feinde zurückweichen, 
wenn ich dich anrufe. 
Das weiß ich, dass du mein Gott bist.
         Ich will rühmen Gottes Wort; 
         ich will rühmen des HERRN Wort.
Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; 
was können mir Menschen tun?
         Ich habe dir, Gott, gelobt, 
         dass ich dir danken will.
Denn du hast mich vom Tode errettet, 
meine Füße vom Gleiten, 
         dass ich wandeln kann 
         vor Gott im Licht der Lebendigen. OFFENBARUNG 2, 8 - 10

Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert: Ich weiß, wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans ist; und du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt. Aber einiges habe ich gegen dich: du hast Leute dort, die sich an die Lehre Bileams halten, der den Balak lehrte, die Israeliten zu verführen, vom Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben. So hast du auch Leute, die sich in gleicher Weise an die Lehre der Nikolaïten halten. Tue Buße; wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und gegen sie streiten mit dem Schwert meines Mundes. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; und auf dem Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt.

LIED 16

 Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein. 

Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.

 

Dritter Sonntag im Advent

Bereitet dem Herrn den Weg;
Denn siehe, der Herr kommt gewaltig.  Jesaja 40, 3 + 10 PSALM 85, 2 - 14  HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande 
und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;
    der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk
    und alle seine Sünde bedeckt hast;
der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen 
und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:
    hilf uns, Gott, unser Heiland, 
    und lass ab von deiner Ungnade über uns!
Willst du denn ewiglich über uns zürnen 
und deinen Zorn walten lassen für und für?
    Willst du uns denn nicht wieder erquicken, 
    dass dein Volk sich über dich freuen kann?
HERR, erweise uns deine Gnade 
und gib uns dein Heil!
    Könnte ich doch hören, 
    was Gott der HERR redet, 
dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, 
damit sie nicht in Torheit geraten.
    Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, 
    dass in unserm Lande Ehre wohne;
dass Güte und Treue einander begegnen, 
Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
    dass Treue auf der Erde wachse 
    und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
dass uns auch der HERR Gutes tue, 
und unser Land seine Frucht gebe;
    dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe 
    und seinen Schritten folge. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 40, 1 – 8

Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden. Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet. Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

EPISTEL 1. Korinther 4, 1 - 5

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir zwar nichts bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden.

EVANGELIUM Matthäus 11, 2 – 10

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Als sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk von Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch: er ist mehr als ein Prophet. Dieser ist's, von dem geschrieben steht: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“

WOCHENLIED 10

Mit Ernst, o Menschenkinder,
das Herz in euch bestellt,
bald wird das Heil der Sünder,
der wunderstarke Held,
den Gott aus Gnad allein
der Welt zum Licht und Leben
versprochen hat zu geben,
bei allen kehren ein.

Bewahre das Wort Gottes so, wie du auch die Nahrung deines Leibes am besten bewahren kannst, denn auch jenes ist ein lebendiges Brot und eine Nahrung des Geistes. Wenn das irdische Brot im Kasten liegt, kann es von einem Dieb gestohlen werden, es kann von Mäusen zernagt und durch das Alter ungenießbar werden. Sobald du es aber gegessen hast, was von allen diesen Gefahren hast du zu fürchten? Behüte auf diese Weise auch das Wort Gottes, „denn selig sind die, die es bewahren“ (Lukas 11, 28). Es dringe von außen gleichsam in das Innerste deiner Seele ein, es gehe über in deine Neigungen und in deinen Charakter. Genieße das Gute, so wird deine Seele sich an der Fülle erfreuen (Jesaja 55, 2). Vergiss nicht, dein Brot zu essen, damit dein Herz nicht verdorrt; deine Seele sättige sich vielmehr an Mark und Fett!

Wenn du so das Wort Gottes behütest, wirst du ohne Zweifel von ihm behütet, denn der Sohn wird mit dem Vater zu dir kommen; kommen wird der große Prophet (Lukas 7, 16), der Jerusalem erneuern wird: er macht alles neu.

Bernhard von Clairvaux

 „Christus muss vor allen Dingen unser und wir sein werden, ehe wir zu den Werken greifen. Das geschieht nun nicht anders, denn durch solchen Glauben; der lehrt die Evangelien recht verstehen. Er begreift sie auch am rechten Ort. Das heißet Christus recht erkannt, davon wird das Gewissen fröhlich, frei und zufrieden, daraus wächst Liebe und Lob gegen Gott als den, der solche überschwänglichen Güter umsonst gegeben hat in Christus ... Das meint Jesaja 9: Ein Kind ist uns geboren und ein Sohn ist uns gegeben. Uns, uns, uns geboren und uns gegeben. Darum siehe zu, dass du aus dem Evangelium nicht allein nimmst Lust von der Historie an ihr selbst. Denn die besteht nicht lange. Auch nicht allein das Exempel, denn das haftet nicht ohne Glauben, sondern siehe zu, dass du die Geburt dir zu eigen machst und mit ihm wechselst, dass du deine Geburt loswerdest und seine überkommst, welches geschieht, so du glaubst, dann sitzt du gewisslich der Jungfrau Maria im Schoß und bist ihr liebes Kind. An dem Glauben hast du zu üben und zu bitten, so lange du lebst, kannst ihn nimmer genugsam stärken. Das ist unser Grund und Erbgut, darauf denn die guten Werke zu bauen sind.“

Martin Luther

Montag

PSALM 57, 2 – 12

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig!
Denn auf dich traut meine Seele,
    und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich    
    Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.
Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten,
zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.
    Er sende vom Himmel 
    und helfe mir von der Schmähung dessen, 
    der mir nachstellt.
Gott sende seine Güte und Treue.
Ich liege mitten unter Löwen;
   verzehrende Flammen sind die Menschen,
   ihre Zähne sind Spieße und Pfeile
   und ihre Zungen scharfe Schwerter.
Erhebe dich, Gott, über den Himmel
und deine Herrlichkeit über alle Welt!
    Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt
    und meine Seele gebeugt;
sie haben vor mir eine Grube gegraben
und fallen doch selbst hinein. 
    Mein Herz ist bereit, Gott,
    mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.
Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe,
ich will das Morgenrot wecken!
    Herr, ich will dir danken unter den Völkern,
    ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
    Erhebe dich, Gott, über den Himmel
    und deine Herrlichkeit über alle Welt! Jesaja 63, 19b - 64, 3

Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen, wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser sieden macht, dass dein Name kund würde unter deinen Feinden und die Völker vor dir zittern müssten, wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten - und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen! - und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren.

Lied 50

Du Kind, zu dieser heilgen Zeit
gedenken wir auch an dein Leid,
das wir zu dieser späten Nacht
durch unsre Schuld auf dich gebracht.
Kyrieleison.

Wenn wir mit dir einst auferstehn
und dich von Angesichte sehn,
dann erst ist ohne Bitterkeit
das Herz uns zum Gesange weit.
Hosianna.  

Dienstag

PSALM 61, 2 - 9  Höre, Gott, mein Schreien
und merke auf mein Gebet! 
     Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, 
     denn mein Herz ist in Angst; 
     du wollest mich führen 
     auf einen hohen Felsen.
Denn du bist meine Zuversicht,
ein starker Turm vor meinen Feinden. 
     Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich 
     und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. 
Denn du, Gott, hörst mein Gelübde
und gibst mir teil am Erbe derer, 
die deinen Namen fürchten.
     Du wollest dem König langes Leben geben,
     dass seine Jahre währen für und für,
dass er immer throne vor Gott.
Lass Güte und Treue ihn behüten!
     So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich,
     dass ich meine Gelübde erfülle täglich. JEREMIA 31, 3, 10 – 12  Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet’s fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des Mächtigen erretten. Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, dass ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekümmert sein sollen.  LIED 56 

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen,
kann unsre Nacht nicht traurig sein!
Der immer schon uns nahe war,
stellt sich als Mensch den Menschen dar. 

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, 
kann unsre Nacht nicht traurig sein! 
Bist du der eignen Rätsel müd? 
Es kommt, der alles kennt und sieht! 

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, 
kann unsre Nacht nicht traurig sein! 
Er sieht dein Leben unverhüllt 
zeigt dir zugleich dein neues Bild. 

Mittwoch

PSALM 62, 2 - 13

 

Meine Seele ist stille

zu Gott, der mir hilft.

         Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz,

         dass ich gewiss nicht fallen werde.

Wie lange stellt ihr alle einem nach,

wollt alle ihn morden,

         als wäre er eine hangende Wand

         und eine rissige Mauer?

Sie denken nur, wie sie ihn stürzen,

haben Gefallen am Lügen;

         mit dem Munde segnen sie,

         aber im Herzen fluchen sie. 

Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele;

denn er ist meine Hoffnung.

         Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, 
         dass ich nicht fallen werde
Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, 

der Fels meiner Stärke,

meine Zuversicht ist bei Gott.

         Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute,

         schüttet euer Herz vor ihm aus;

         Gott ist unsre Zuversicht.

Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch;

sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind.

         Verlasst euch nicht auf Gewalt

         und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung;

fällt euch Reichtum zu,

so hängt euer Herz nicht daran.

         Eines hat Gott geredet,

         ein Zweifaches habe ich gehört:

Gott allein ist mächtig,

und du, Herr, bist gnädig;

         denn du vergiltst einem jeden,

         wie er's verdient hat.

 

 

HESEKIEL 37, 24 – 28

 

Und mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure Väter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen für immer, und mein Knecht David soll für immer ihr Fürst sein. Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für immer. Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein, damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum für immer unter ihnen sein wird.

 

 

LIED 15

 

Seht, sehet, alle Welt

Die Herrlichkeit des Herrn erhellt.

Die Zeit ist hier, es schlägt die Stund,

geredet hat es Gottes Mund.

 

Hebe deine Stimme, sprich

Mit Macht, dass niemand fürchte sich.

Es kommt der Herr, eu’r Gott ist da

Und herrscht gewaltig fern und nah.

Donnerstag

PSALM 63, 2 - 9 Gott, du bist mein Gott, den ich suche.
Es dürstet meine Seele nach dir,
         mein ganzer Mensch verlangt nach dir
         aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.
So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,
wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.
         Denn deine Güte ist besser als Leben;
         meine Lippen preisen dich.
So will ich dich loben mein Leben lang
und meine Hände in deinem Namen aufheben.
         Das ist meines Herzens Freude und Wonne,
         wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;
wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,
wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.
         Denn du bist mein Helfer,
         und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Meine Seele hängt an dir;
deine rechte Hand hält mich. RÖMER 15, 4 – 7 Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. 

LIED 33

Brich an, du schönes Morgenlicht,
und lass den Himmel tragen!
Du Hirtenvolk, erschrecke nicht,
weil dir die Engel sagen,
dass dieses schwache Knäbelein
soll unser Trost und Freude sein,
dazu den Satan zwingen
und letztlich Frieden bringen. 

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ,
sei dir von mir gesungen,
dass du mein Bruder worden bist
und hast die Welt bezwungen;
hilf, dass ich deine Gütigkeit stets preis
in dieser Gnadenzeit
und mög hernach dort oben
in Ewigkeit dich loben.

   

 

Freitag

PSALM 65, 2 - 9 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion,
und dir hält man Gelübde.
         Du erhörst Gebet;
         darum kommt alles Fleisch zu dir.
Unsre Missetat drückt uns hart;
du wollest unsre Sünde vergeben.
         Wohl dem, den du erwählst und zu dir 
         lässest, dass er in deinen Vorhöfen wohne;
der hat reichen Trost von deinem Hause,
deinem heiligen Tempel!
         Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil,
         der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;
der du die Berge festsetzest in deiner Kraft
und gerüstet bist mit Macht;
         der du stillst das Brausen des Meeres,
         das Brausen seiner Wellen 
         und das Toben der Völker,
dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, 
vor deinen Zeichen.
         Du machst fröhlich, 
         was da lebet im Osten wie im Westen.   OFFENBARUNG 2, 18 – 29

Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen und seine Füße sind wie Golderz: Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und deine Geduld und weiß, dass du je länger je mehr tust. Aber ich habe gegen dich, dass du Isebel duldest, diese Frau, die sagt, sie sei eine Prophetin, und lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich habe ihr Zeit gegeben, Buße zu tun, und sie will sich nicht bekehren von ihrer Hurerei. Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die mit ihr die Ehe gebrochen haben in große Trübsal, wenn sie sich nicht bekehren von ihren Werken, und ihre Kinder will ich mit dem Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht, und ich werde geben einem jeden von euch nach euren Werken. Euch aber sage ich, den andern in Thyatira, die solche Lehre nicht haben und nicht erkannt haben die Tiefen des Satans, wie sie sagen: Ich will nicht noch eine Last auf euch werfen; doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme. Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden,  und er soll sie weiden mit eisernem Stabe, und wie die Gefäße eines Töpfers soll er sie zerschmeißen, wie auch ich Macht empfangen habe von meinem Vater; und ich will ihm geben den Morgenstern. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

 LIED 524

Freu dich, o meine Seele,
und vergiss all Not und Qual,
weil dich nun Christus, der Herre,
ruft aus diesem Jammertal.
Aus Trübsal und großem Leid
sollst du fahren in die Freud,
die kein Ohr hat je gehört,
die Ewigkeit auch währet. 

Drum, Herr Christ, du Morgensterne,
der du ewiglich aufgehst,
sei von mir auch jetzt nicht ferne,
weil mich dein Blut hat erlöst.
Hilf, dass ich mit Fried und Freud
mög von hinnen fahren heut;
ach sei du mein Licht und Straße,
mich mit Beistand nicht verlasse.  

Sonnabend

PSALM 66, 13 - 20

Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern
und dir meine Gelübde erfüllen,
         wie ich meine Lippen aufgetan habe
         und mein Mund geredet hat in meiner Not.
Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen
mit dem Opferrauch von Widdern;
ich will opfern Rinder mit Böcken.
         Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet;
         ich will erzählen, was er an mir getan hat.
Zu ihm rief ich mit meinem Munde
und pries ihn mit meiner Zunge.
         Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen,
         so hätte der Herr nicht gehört.
Aber Gott hat mich erhört
und gemerkt auf mein Flehen.
         Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
         noch seine Güte von mir wendet. 

OFFENBARUNG 3, 1 – 6 LIED 39

Sehet, was hat Gott gegeben:
seinen Sohn zum ewgen Leben.
Dieser kann und will uns heben
aus dem Leid ins Himmels Freud. 

Seine Seel ist uns gewogen,
Lieb und Gunst hat ihn gezogen,
uns, die Satan hat betrogen,
zu besuchen aus der Höh. 

Jakobs Stern ist aufgegangen,
stillt das sehnliche Verlangen,
bricht den Kopf der alten Schlange
und zerstört der Höllen Reich.

Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.  So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind's wert.  Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!  

Vierter Sonntag im Advent

Freuet euch in dem Herrn allewege,
und abermals sage ich: Freuet euch!
Der Herr ist nahe!  Philipper 4, 4 - 5 PSALM 102, 13 - 29 Du aber, HERR, bleibst ewiglich
und dein Name für und für.
         Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen;
         denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist, 
         und die Stunde ist gekommen
- denn deine Knechte wollten gerne, dass es gebaut würde,
und es jammert sie, dass es in Trümmern liegt –,
         dass die Heiden den Namen des HERRN 
         fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit.
Ja, der HERR baut Zion wieder
und erscheint in seiner Herrlichkeit.
         Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen
         und verschmäht ihr Gebet nicht.
Das werde geschrieben für die Nachkommen;
und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.
         Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,
         der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,
dass er das Seufzen der Gefangenen höre
und losmache die Kinder des Todes,
         dass sie in Zion verkünden und sein Lob in Jerusalem,
         wenn die Völker zusammenkommen
         und die Königreiche, dem HERRN zu dienen.
Er demütigt auf dem Wege meine Kraft,
er verkürzt meine Tage.
         Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage!
         Deine Jahre währen für und für.
Du hast vorzeiten die Erde gegründet,
und die Himmel sind deiner Hände Werk.
         Sie werden vergehen, du aber bleibst;
         sie werden alle veralten wie ein Gewand;
wie ein Kleid wirst du sie wechseln,
und sie werden verwandelt werden.
         Du aber bleibst, wie du bist,
         und deine Jahre nehmen kein Ende.
Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen,
und ihr Geschlecht wird vor dir gedeihen.  LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 52, 7 – 10 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. EPISTEL Philipper 4, 4 – 7

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

EVANGELIUM Lukas 1, 46 – 55

Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

WOCHENLIED 9 

Nun jauchzet, all ihr Frommen,
zu dieser Gnadenzeit,
weil unser Heil ist kommen,
der Herr der Herrlichkeit,
zwar ohne stolze Pracht,
doch mächtig, zu verehren
und gänzlich zu zerstören
des Teufels Reich und Macht. 

Er wird nun bald erscheinen
in seiner Herrlichkeit
und all eu’r Klag und Weinen
verwandeln ganz in Freud.
Er ist’s, der helfen kann;
halt’ eure Lampen fertig
und seid stets sein gewärtig,
er ist schon auf der Bahn.

Bedenke, dass er in Bethlehem in Juda geboren wird, und richte deine Sorge darauf, wie auch du als ein „Bethlehem in Juda“ erkannt wirst; dann wird er es sich gefallen lassen, auch in dir aufgenommen zu werden. Bethlehem bedeutet „Haus des Brotes“, Juda heißt „Bekenntnis“. Wenn du also deine Seele mit der Nahrung des göttlichen Wortes sättigst und gläubig jenes Brot, das vom Himmel kommt und der Welt Leben gibt, den Leib des Herrn Jesus Christus, mit zwar nicht würdiger, aber doch deinen Kräften entsprechender Ehrfurcht aufnimmst, damit dieses neue Fleisch der Auferstehung den alten Schlauch deines Leibes erneuere und stärke, so dass er durch diese Stärkung gefestigt wird und den neuen Wein im Inneren zu bewahren vermag, wenn du schließlich aus dem Glauben lebst und keineswegs seufzen musst, weil du vergessen hast, dein Brot zu essen (Psalm 101, 5), dann bist du zu Bethlehem geworden und würdig, den Herrn aufzunehmen, nur darf das Bekenntnis nicht fehlen ...

In deinem Herze sei also Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt, denn die allein hat Ehre bei Gott; in deinem Munde sei auch das Bekenntnis zum Heil, und so magst du getrost den aufnehmen, „der in Bethlehem in Juda geboren wird, Jesus Christus, den Sohn Gottes.“

Bernhard von Clairvaux

19. Dezember

PSALM 19, 8 - 15

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen
und erquickt die Seele.
 Das Zeugnis des HERRN ist gewiss
 und macht die Unverständigen weise.
Die Befehle des HERRN sind richtig
und erfreuen das Herz.
 Die Gebote des HERRN sind lauter
 und erleuchten die Augen.
Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich.
Die Rechte des HERRN sind Wahrheit, 
allesamt gerecht.
 Sie sind köstlicher als Gold 
 und viel feines Gold,
 sie sind süßer als Honig und Honigseim.
Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen;
und wer sie hält, der hat großen Lohn.
 Wer kann merken, wie oft er fehlet?
 Verzeihe mir die verborgenen Sünden!
Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen,
dass sie nicht über mich herrschen;
 so werde ich ohne Tadel sein
 und rein bleiben von großer Missetat.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes /
und das Gespräch meines Herzens vor dir,
HERR, mein Fels und mein Erlöser.


ZEFANJA 3, 14 – 20

Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen und deine Feinde abgewendet. Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst. Zur selben Zeit wird man sprechen zu Jerusalem: Fürchte dich nicht, Zion! 

Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. Wie an einem festlichen Tage nehme ich von dir hinweg das Unheil, dass du seinetwegen keine Schmach mehr trägst. Siehe, zur selben Zeit will ich mit allen denen ein Ende machen, die dich bedrängen, und will den Hinkenden helfen und die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen, wo man sie verachtet. Zur selben Zeit will ich euch heimbringen und euch zur selben Zeit sammeln; denn ich will euch zu Lob und Ehren bringen unter allen Völkern auf Erden, wenn ich eure Gefangenschaft wenden werde vor euren Augen, spricht der HERR.


LIED 36

Die ihr arm seid und elende,
kommt herbei, füllet frei

eures Glaubens Hände.
Hier sind alle guten Gaben
Und das Gold, da ihr sollt
euer Herz mit laben.

20. Dezember

PSALM 61, 2 - 9  Gott sei uns gnädig und segne uns,
er lasse uns sein Antlitz leuchten
 dass man auf Erden erkenne seinen Weg,
 unter allen Heiden sein Heil.
Es danken dir, Gott, die Völker,
es danken dir alle Völker.
 Die Völker freuen sich und jauchzen,
 dass du die Menschen recht richtest
 und regierst die Völker auf Erden.
Es danken dir, Gott, die Völker,
es danken dir alle Völker.
 Das Land gibt sein Gewächs;
 es segne uns Gott, unser Gott!
Es segne uns Gott,
und alle Welt fürchte ihn! SACHARJA 2, 14 – 17 Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. Und es sollen zu der Zeit viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen mein Volk sein, und ich will bei dir wohnen. – Und du sollst erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu dir gesandt hat. – Und der HERR wird Juda in Besitz nehmen als sein Erbteil in dem heiligen Lande und wird Jerusalem wieder erwählen. Alles Fleisch sei stille vor dem HERRN; denn er hat sich aufgemacht von seiner heiligen Stätte! LIED 53 

Als die Welt verloren,
Christus ward geboren;
In das mächt’ge Dunkeln
Fällt ein strahlend Funkeln.
Und die Engel freudig singen:
Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo!

Und die Engelscharen
Bei den Hirten waren,
brachten frohe Kunde
von des Heilands Stunde:
„Bei den Herden nicht verweilet.“
Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo!

21. Dezember

PSALM 68, 2 - 7

 

Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut,
und die ihn hassen, fliehen vor ihm.
         Wie Rauch verweht, so verwehen sie;
         wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, 
         so kommen die Gottlosen um vor Gott.
Die Gerechten aber freuen sich
und sind fröhlich vor Gott
und freuen sich von Herzen.
         Singet Gott, lobsinget seinem Namen!
         Macht Bahn dem, der durch die Wüste 
         einherfährt; er heißt HERR. 
         Freuet euch vor ihm!
Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen
ist Gott in seiner heiligen Wohnung,
         ein Gott, der die Einsamen 
         nach Hause bringt,
         der die Gefangenen herausführt, 
         dass es ihnen wohlgehe;
aber die Abtrünnigen lässt er bleiben in dürrem Lande.  SACHARJA 9, 9 – 10  

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

LIED 35 

Nun singet und seid froh,
jauchzt alle und sagt so:
Unsers Herzens Wonne
liegt in der Krippen bloß
und leucht’ doch wie die Sonne
in seiner Mutter Schoß.
Du bist A und O,
Du bist A und O.

22. Dezember

PSALM 145, 15 - 21

Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
         Du tust deine Hand auf  und sättigst alles, 
         was lebt, nach deinem Wohlgefallen.
Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen
und gnädig in allen seinen Werken.
         Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen,
         allen, die ihn ernstlich anrufen.
Er tut, [a]was die Gottesfürchtigen begehren,
und hört ihr Schreien und hilft ihnen.
         Der HERR behütet alle, die ihn lieben,
         und wird vertilgen alle Gottlosen.
Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen,
und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen
immer und ewiglich.

MALEACHI 3, 19 – 20

Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.

                 LIED 32

Zu Bethlehem geboren
ist uns ein Kindelein,
das hab ich auserkoren,
sein eigen will sein,
eia, eia, sein eigen will ich sein. 

In seine Lieb versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab,
eia, eia, und alles, was ich hab.

 

23. Dezember

PSALM 146 Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! 
Ich will den HERRN loben, solange ich lebe,
und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
    Verlasset euch nicht auf Fürsten;
    sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Denn des Menschen Geist muss davon, 
und er muss wieder zu Erde werden;
dann sind verloren alle seine Pläne.
    Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,
    der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat,
das Meer und alles, was darinnen ist;
    der Treue hält ewiglich,
    der Recht schafft denen, die Gewalt leiden,
    der die Hungrigen speiset.
Der HERR macht die Gefangenen frei.
Der HERR macht die Blinden sehend.
     Der HERR richtet auf, 
     die niedergeschlagen sind.
    Der HERR liebt die Gerechten.
Der HERR behütet die Fremdlinge
und erhält Waisen und Witwen;
aber die Gottlosen führt er in die Irre.
         Der HERR ist König ewiglich,
         dein Gott, Zion, für und für. Halleluja! OFFENBARUNG 3, 7 – 13 

Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde schicken einige aus der Synagoge des Satans, die sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen. Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel hernieder kommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

 

LIED 11

Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häuft je mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet
die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.

Heiliger Abend - Christvesper

PSALM 96 Singet dem HERRN ein neues Lied;
singet dem HERRN, alle Welt!
         Singet dem HERRN und lobet seinen Namen,
         verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
         Denn der HERR ist groß und hoch zu loben,
         mehr zu fürchten als alle Götter.
Denn alle Götter der Völker sind Götzen;
aber der HERR hat den Himmel gemacht.
         Hoheit und Pracht sind vor ihm,
         Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
Ihr Völker, bringet dar dem HERRN,
bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!
         Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
         bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den HERRN in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
         Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König.
         Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.
         Er richtet die Völker recht.
Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,
das Meer brause und was darinnen ist;
         das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde
         vor dem HERRN; denn er kommt,
denn er kommt, zu richten das Erdreich.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker mit seiner Wahrheit. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 9, 1 – 6

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

EPISTEL Titus 2, 11 – 14

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.

EVANGELIUM Lukas 2, 1 – 14

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

LIED 23

 Den aller Welt Kreis nie beschloss,
der liegt in Marien Schoß;
er ist ein Kindlein worden klein,
der alle Ding erhält allein.
Kyrieleis. 

Das ewig Licht geht da herein,
gibt der Welt ein’ neuen Schein;
es leucht’ wohl mitten in der Nacht
und uns des Lichtes Kinder macht.
Kyrieleis.

Heiliger Abend - Christnacht

PSALM 2 Warum toben die Heiden
und murren die Völker so vergeblich?
    Die Könige der Erde lehnen sich auf, 
    und die Herren halten Rat miteinander
    wider den HERRN und seinen Gesalbten:
„Lasset uns zerreißen ihre Bande
und von uns werfen ihre Stricke!“
    Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer,
    und der Herr spottet ihrer.
Einst wird er mit ihnen reden in seinem Zorn,
und mit seinem Grimm wird er sie schrecken:
„Ich aber habe meinen König eingesetzt
auf meinem heiligen Berg Zion.“
    Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. 
     Er hat zu mir gesagt: „Du bist mein Sohn, 
     heute habe ich dich gezeugt.
Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben
und der Welt Enden zum Eigentum.
    Du sollst sie mit einem eisernen Zepter 
    zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.“
So seid nun verständig, ihr Könige,
und lasst euch warnen, ihr Richter auf Erden!
    Dienet dem HERRN mit Furcht
    und küsst seine Füße mit Zittern, dass er nicht 
zürne und ihr umkommt auf dem Wege;
denn sein Zorn wird bald entbrennen.
Wohl allen, die auf ihn trauen! LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 7, 10 – 14

Und der HERR redete abermals zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, es sei drunten in der Tiefe oder droben in der Höhe! Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, damit ich den HERRN nicht versuche. Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist's euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht? Müsst ihr auch meinen Gott müde machen? Darum wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.

EPISTEL Römer 1, 1 – 7

Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, ausgesondert zu predigen das Evangelium Gottes, das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift, von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten. Durch ihn haben wir empfangen Gnade und Apostelamt, in seinem Namen den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden, zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus. An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

EVANGELIUM Matthäus 1, 18 – 21

Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

LIED 27

Lob Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn. 

Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.

25. Dezember - Christfest

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, 
und wir sahen seine Herrlichkeit. JOHANNES 1, 14
PSALM 96, 1 – 8 Singet dem HERRN ein neues Lied;
singet dem HERRN, alle Welt!
 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen,
 verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden 
von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
 Denn der HERR ist groß und hoch zu loben,
 mehr zu fürchten als alle Götter.
Denn alle Götter der Völker sind Götzen;
aber der HERR hat den Himmel gemacht.
 Hoheit und Pracht sind vor ihm,
 Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
Ihr Völker, bringet dar dem HERRN,
bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!
 Bringet dar dem HERRN  die Ehre seines 
 Namens, bringet Geschenke 
 und kommt in seine Vorhöfe!

LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Micha 5, 1 – 4 a Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel. Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. Und er wird der Friede sein.
EPISTEL
Titus 3, 4 – 7 Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unsrer Hoffnung.
EVANGELIUM
Lukas 2, 15 – 20 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
LIED 23

Gelobet seist du, Jesu Christ,
dass du Mensch geworden bist
von einer Jungfrau, das ist wahr;
des freuet sich der Engel Schar.
Kyrieleis.

Er ist auf Erden kommen arm,
dass er unser sich erbarm
und in dem Himmel mache reich
und seinen lieben Engeln gleich.
Kyrieleis.


Erkennt meine geliebten Brüder, wie groß das heutige Fest ist, für das der Tag zu kurz und die weite der Erde zu eng ist. So wird es zugleich räumlich und zeitlich geweitet. Es nimmt die Nacht in Anspruch, es erfüllt den Himmel, ehe es die Erde erreicht. Die Nacht ist nämlich hell wie der Tag geworden, als in tiefer Nachtstunde das neue Licht vom Himmel die Hirten umstrahlte. Und damit ihr wisst, wo die Freuden dieses Festes zuerst gefeiert wurden: Es wird eine Freude verkündet, die schon unter den Engeln herrschte und die dem ganzen Volk zuteil werden würde. Sogleich erscheint auch eine große himmlische Heerschar, die das Lob Gottes erschallen lässt. Aus diesem Grund wird diese Nacht vor allen anderen Nächten in Psalmen, Hymnen und geistlichen Gesängen festlich gefeiert, und ohne Bedenken darf man glauben, dass ganz besonders in diesen Vigilien jene himmlischen Fürsten den Sängern unmittelbar vorangehen, inmitten von paukenschlagenden Mädchen (Psalm 67, 26). Aber wie viele Altäre funkeln heute von Edelsteinen und Gold, wie kostbar sind die Decken, mit denen überall die Wände geschmückt werden! Glaubst du, die Engel werden sich dorthin wenden und die in Lumpen gehüllten Menschen von sich abweisen? Wenn das so wäre, warum sind sie dann lieber den Schafhirten als den Königen der Erde, als den Priestern des Tempels erschienen? Warum erklärt auch der Erlöser selbst in seinem Leib die Armut heilig? Ist er nicht Herr über Gold und Silber? Oder warum wird denn von dem Engel die Armut selbst so ausdrücklich hervorgehoben? Denn nicht ohne Andeutung eines bestimmten Geheimnisses wird der Erlöser in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt ... Als Zeichen sind uns deine Windeln gegeben worden, Herr Jesus, aber als Zeichen, dem bis heute von vielen widersprochen wird.
Bernhard von Clairvaux
Wer Gott erkennen und ohne Gefahr von Gott spekulieren will, der schaue in die Krippen, hebe unten an und lerne erstlich erkennen der Jungfrau Maria Sohn, geboren zu Bethlehem, so der Mutter im Schoß lieget und säuget; darnach wird er fein lernen, wer Gott sei. Solches wird alsdann nicht schrecklich, sondern auf’s allerliebste und tröstlichste sein. Und hüte dich ja vor den hohen, fliegenden Gedanken, hinauf in den Himmel zu klettern ohne diese Leiter, nämlich des Herrn Christus in seiner Menschheit, wie ihn das Wort fein einfältig vorschreibt. Bei dem bleibe und lass dich die Vernunft nicht davon abführen. So ergreifest du Gott recht.
Martin Luther

26. Dezember - Christfest II

PSALM 96, 9 - 13 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
      Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König.
      Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.
      Er richtet die Völker recht.
Der Himmel freue sich, 
und die Erde sei fröhlich,
das Meer brause und was darinnen ist;
     das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;
     es sollen jauchzen alle Bäume im Walde
vor dem HERRN; denn er kommt,
denn er kommt, zu richten das Erdreich.
     Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
     und die Völker mit seiner Wahrheit. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 11, 1 – 9

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften.

Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.

EPISTEL Hebräer 1, 1 – 3

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.

EVANGELIUM Johannes 1, 1 – 5, 9 – 14

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. 

LIED 23

Des ewgen Vaters einig Kind
jetzt man in der Krippen find’t;
in unser armes Fleisch und Blut
verkleidet sich das ewig Gut.
Kyrieleis. 

Das hat er alles uns getan,
sein groß Lieb zu zeigen an.
Des freu sich alle Christenheit
und dank ihm des in Ewigkeit.
Kyrieleis.

Weil unser lieber Herr gelitten hat Frost, Hunger und Kummer, sonderlich aber ging’s elend und armselig zu, wie gesagt, da er auf Erden kam und geboren ward; da war weder Gefäß noch Stube, weder Kissen, Windeln noch Bettgewand; er musste in einer Krippe liegen vor den Kühen und Ochsen: - so denn mein Vetter, ja auch mein Bruder, der König Himmels und der Erden und aller Kreaturen drinnen, so elend sich daher legt: pfui dein mal an, warum bin ich so stolz? Warum will ich so herrlich sein und gar nichts leiden? So der König der Ehren um meinetwillen so leidet, wer bin ich denn? Ist’s nicht wahr, ich bin ein armer Sünder und nicht wert, dass ich auf einer Hechel liegen sollte, liege dennoch da auf einem weichen Bette, da mein Herr auf dem harten Stroh und in der Krippe liegt.

Martin Luther

27. Dezember

Gedenktag des Apostels und Evangelisten Johannes  Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße
der Freudenboten, die da Frieden verkündigen,
Gutes predigen, Heil verkündigen,
die da sagen zu Zion, Dein Gott ist König!  Jesaja 52, 7 PSALM 22, 23 - 32 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern,
ich will dich in der Gemeinde rühmen:
     Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet;
     ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob,
und vor ihm scheuet euch,
ihr alle vom Hause Israel!
     Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen
     und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;
     und als er zu ihm schrie, hörte er's.
Dich will ich preisen in der großen Gemeinde,
ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten.
     Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden;
     und die nach dem HERRN fragen,
     werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.
Es werden gedenken und sich zum HERRN
bekehren aller Welt Enden
und vor ihm anbeten 
alle Geschlechter der Heiden.
     Denn des HERRN ist das Reich,
     und er herrscht unter den Heiden.
Ihn allein werden anbeten alle, die in der Erde schlafen;
vor ihm werden die Knie beugen alle, die zum Staube hinabfahren
und ihr Leben nicht konnten erhalten.
     Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen;
     vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind.
Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, 
das geboren wird. Denn er hat's getan. EPISTEL
1. Johannes 1, 1 - 4

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei. 

EVANGELIUM
Johannes 21, 20 – 24

Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Dies ist der Jünger, der dies alles bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

LIED 38 

Wunderbarer Gnadenthron,
Gottes und Marien Sohn,
Gott und Mensch, ein kleines Kind,
das man in der Krippen find’t
großer Held von Ewigkeit,
dessen Macht und Herrlichkeit
rühmt die ganze Christenheit. 

Du bist arm und machst zugleich
uns an Leib und Seele reich.
Du wirst klein, du großer Gott,
und machst Höll und Tod zu Spott.
Aller Welt wird offenbar,
ja auch deiner Feinde Schar,
dass du Gott, bist wunderbar.

28. Dezember

Gedenktag der unschuldigen Kinder  Der Tod seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN.
Dir will ich Dank opfern
UND DES HERRN NAMEN ANRUFEN. Psalm 116, 15 + 17 PSALM 124 Wäre der HERR nicht bei uns – so sage Israel –
wäre der HERR nicht bei uns,
wenn Menschen wider uns aufstehen,
    so verschlängen sie uns lebendig,
    wenn ihr Zorn über uns entbrennt;
so ersäufte uns Wasser,
Ströme gingen über unsre Seele,
es gingen Wasser hoch über uns hinweg.
     Gelobt sei der HERR, dass er uns nicht gibt
     zum Raub in ihre Zähne!
Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel
dem Netze des Vogelfängers;
das Netz ist zerrissen und wir sind frei.
      Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN,
      der Himmel und Erde gemacht hat. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jeremia 31, 15 – 17

So spricht der HERR: Man hört Klagegeschrei und bittres Weinen in Rama: Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen. Aber so spricht der HERR: Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden, spricht der HERR. Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes, und deine Nachkommen haben viel Gutes zu erwarten, spricht der HERR, denn deine Söhne sollen wieder in ihre Heimat kommen.

EPISTEL Offenbarung 12, 1 – 6

Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Und die Frau entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hatte, bereitet von Gott, dass sie dort ernährt werde tausendzweihundertundsechzig Tage.

EVANGELIUM Matthäus 2, 13 – 18

Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1): „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte.  Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht (Jeremia 31,15): „In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.“

LIED 25

 Er will und kann euch lassen nicht,
setzt ihr auf ihn eu’r Zuversicht;
es mögen euch viel fechten an:
dem sei Trotz, der’s nicht lassen kann.

29. Dezember

PSALM 71, 1 - 8 HERR, ich traue auf dich,
lass mich nimmermehr zuschanden werden.
    Errette mich durch deine Gerechtigkeit 
    und hilf mir heraus,
    neige deine Ohren zu mir und hilf mir!
Sei mir ein starker Hort, 
zu dem ich immer fliehen kann,
    der du zugesagt hast, mir zu helfen;
    denn du bist mein Fels und meine Burg.
Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, 
aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.
    Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott,
    meine Hoffnung von meiner Jugend an.
Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an;
du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen.
    Dich rühme ich immerdar.
    Ich bin für viele wie ein Zeichen;
    aber du bist meine starke Zuversicht.
Lass meinen Mund deines Ruhmes
und deines Preises voll sein täglich. 
LUKAS 2, 36 – 40 

Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte, und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm.

LIED 37

 

Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen:
dass ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So lass mich doch dein Kripplein sein;
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.

Erster Sonntag nach dem Christfest

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen seine Herrlichkeit. JOHANNES 1, 14
PSALM 93 Der HERR ist König und herrlich geschmückt;
der HERR ist geschmückt und umgürtet mit Kraft.
 Er hat den Erdkreis gegründet, 
 dass er nicht wankt.
 Von Anbeginn steht dein Thron fest;
 du bist ewig.
HERR, die Wasserströme erheben sich,
die Wasserströme erheben ihr Brausen,
die Wasserströme heben empor die Wellen;
 die Wasserwogen im Meer sind groß 
 und brausen mächtig;
 der HERR aber ist noch größer in der Höhe.
Dein Wort ist wahrhaftig und gewiss;
Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, HERR, 
für alle Zeit.

LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jesaja 49, 13 – 16 Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen. Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.
EPISTEL
1. Johannes 1, 1 - 4 Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.
EVANGELIUM
Lukas 2, 25 – 35 Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und [a]wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war mit ihm. Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem Heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und [a]auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden.
WOCHENLIED 34

Jesu, wie soll ich dir danken?
Ich bekenne, dass von dir
Meine Seligkeit herrühr,
so lass mich von dir nicht wanken.
Nimm mich dir zu eigen hin,
so empfindet Herz und Sinn
Freude, Freude über Freude:
Christus wehret allem Leide.
Wonne, Wonne über Wonne:
Christus ist die Gnadensonne.


Der ganze Mensch muss in das Evangelium kriechen und allda neu werden, die alte Haut ausziehen, wie die Schlange tut; wenn ihre Haut alt wird, sucht sie ein enges Loch im Felsen; da kriecht sie hindurch und zieht ihre Haut selbst ab und lässt sie draußen vor dem Loche. Also muss der Mensch auch in das Evangelium und Gottes Wort sich begeben und getrost folgen seine Zusage; er wird nicht trügen. So zieht er seine alte Haupt, lässt draußen sein Licht, seinen Dünkel, seinen Willen, seine Liebe, seine Lust, sein Reden, sein Wirken und wird also ein ganz anderer, neuer Mensch, der alle Dinge anders ansieht als vorhin, anders richtet, anders urteilt, anders denkt, anders will, anders redet, anders liebt, anders lüstet, anders wirkt und fährt als vorhin. Martin Luther

30. Dezember

PSALM 71, 14 - 24 Ich aber will immer harren
und mehren all deinen Ruhm.
     Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit,
     täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.
Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN;
ich preise deine Gerechtigkeit allein.
    
Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt,       
     und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.
Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht,
und wenn ich grau werde,
      bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern
      und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.
Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel;         
der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich?
     Du lässest mich erfahren viele und große Angst
     und machst mich wieder lebendig
     und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde.
Du machst mich sehr groß         
und tröstest mich wieder.
     So will auch ich dir danken mit Saitenspiel
     für deine Treue, mein Gott;
ich will dir zur Harfe lobsingen,
du Heiliger Israels.
     Meine Lippen und meine Seele,  die du erlöst hast,        
     sollen fröhlich sein und dir lobsingen.
Auch meine Zunge soll täglich reden
von deiner Gerechtigkeit;
     denn zu Schmach und Schande werden,
     die mein Unglück suchen. GALATER 4, 1 – 7

Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter; sondern er untersteht Vormündern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat. So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir in der Knechtschaft der Mächte der Welt. Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

LIED 24

Er ist der Herr Christ, unser Gott,
der will euch führn aus aller Not,
er will eu’r Heiland selber sein,
von allen Sünden machen rein.

Er bringt euch alle Seligkeit,
die Gott der Vater hat bereit’,
dass ihr mit uns im Himmelreich
das alle Welt erhält und trägt.

31. Dezember

Altjahrsabend Barmherzig und gnädig ist der Herr,
geduldig und von großer Güte. Psalm 103, 8 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
     Meine Hilfe kommt vom HERRN,
     der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
     Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
     Der HERR behütet dich;
     der HERR ist dein Schatten
     über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
     Der HERR behüte dich vor allem Übel,
     er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!
LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 30, 15 – 17

Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht und sprecht: „Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahinfliegen“, – darum werdet ihr dahinfliehen, „und auf Rennern wollen wir reiten“, – darum werden euch eure Verfolger überrennen. Denn euer tausend werden fliehen vor eines Einzigen Drohen; ja vor fünfen werdet ihr alle fliehen, bis ihr übrig bleibt wie ein Mast oben auf einem Berge und wie ein Banner auf einem Hügel.

EPISTEL Römer 8, 31 – 39


 
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht (Psalm 44,23): „Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.“ Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

EVANGELIUM Lukas 12, 35 – 40 

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen. Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet’s so: selig sind sie. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen. Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.

LIED 64

Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.

Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

1. Januar

Neujahrstag Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken,
das tut alles im Namen des Herrn Jesus und
dankt Gott, dem Vater, durch ihn. 

Kolosser 3, 17   PSALM 8, 2 - 10  HERR, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen,
der du zeigst deine Hoheit am Himmel!

         Aus dem Munde der jungen Kinder
         und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um
         deiner Feinde willen,  dass du vertilgest den
         Feind und den Rachgierigen.
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
         was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
         und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,
mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
         Du hast ihn zum Herrn gemacht
         über deiner Hände Werk,
         alles hast du unter seine Füße getan:
Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die
wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel
und die Fische im Meer und alles,
was die Meere durchzieht.
         HERR, unser Herrscher,
         wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Josua 1, 1 – 9
 
Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe. Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein. Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten. Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. 

EPISTEL

Jakobus 4, 13 – 15

Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –, und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.

EVANGELIUM

Lukas 4, 16 – 21

Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf und wollte lesen. Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht (Jesaja 61,1-2): „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.

LIED 65 

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr. 

Noch will das alte unsre Herzen quälen
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.
 
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 
 


Ich glaube, dass Jesus Christus,
wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren,
und auch wahrhaftiger Mensch
von der Jungfrau Maria geboren,
sei mein Herr,
der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat,
erworben, gewonnen von allen Sünden,
vom Tode und von der Gewalt des Teufels;
nicht mit Gold oder Silber,
sondern mit seinem heiligen, teuren Blut
und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben;
damit ich sein eigen sei
und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene
in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit,
gleichwie er ist auferstanden vom Tode,
lebet und regieret in Ewigkeit.
 
Das ist gewisslich wahr.

Martin Luther

Zweiter Sonntag nach dem Christfest

Wir sahen seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes
vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 1, 14

PSALM 138

Ich danke dir von ganzem Herzen,
vor den Göttern will ich dir lobsingen.
         Ich will anbeten vor deinem heiligen Tempel
         und deinen Namen preisen für deine Güte und Treue;
denn du hast deinen Namen
und dein Wort herrlich gemacht über alles.
         Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich
         und gibst meiner Seele große Kraft.
Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden,
dass sie hören das Wort deines Mundes;
         sie singen von den Wegen des HERRN,
         dass die Herrlichkeit des HERRN so groß ist.
Denn der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen
und kennt den Stolzen von ferne.
         Wenn ich mitten in der Angst wandle,
         so erquickest du mich
und reckst deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde
und hilfst mir mit deiner Rechten.
        Der HERR wird meine Sache hinausführen.
        HERR, deine Güte ist ewig.
        Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.
 
 

LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jesaja 61, 1 – 3, 10 – 11

Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN und einen Tag der Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden, zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden „Bäume der Gerechtigkeit“, „Pflanzung des HERRN“, ihm zum Preise. Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der HERR Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Heidenvölkern.

EPISTEL
1. Johannes 5, 11 - 13

Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

EVANGELIUM
Lukas 2, 41 – 52

Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten’s nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn.

Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

LIED 51

Also liebt Gott die arge Welt
Dass er ihr seinen Sohn und Held
Zum Heiland hat gegeben.
Ach Herr, führ deine Kirche nach
Und lehr uns tragen Kreuz und Schmach,
hüt uns zum ewgen Leben.

Warum bist du traurig, meine Seele, und warum verwirrst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn immer preisen, bis jeder Irrtum von der Furcht vom Gedächtnis gewichen ist, wenn an ihre Stelle jene wunderbare Heiterkeit, auf die wir hoffen, die volle Süßigkeit und die ewige Sicherheit getreten sind. Das erste wird Gott, die Wahrheit bewirken, das zweite Gott, die Liebe, das dritte Gott die Allmacht. So wird Gott alles in allem sein, wenn die Vernunft das unauslöschliche Licht aufnimmt, wenn der Wille den ungestörten Frieden gewinnt und das Gedächtnis an der unversiegbaren Quelle ruht.

Bernhard von Clairvaux

2. Januar

PSALM 70, 2 - 6

Eile, Gott, mich zu erretten,
HERR, mir zu helfen!
         Es sollen sich schämen 
         und zuschanden werden,
         die mir nach dem Leben trachten;
sie sollen zurückweichen und zum Spott werden,
die mir Übles wünschen;
         sie sollen umkehren um ihrer Schande willen,
         die über mich schreien: Da, da!
Lass deiner sich freuen und fröhlich sein
alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, 
lass allewege sagen: Hoch gelobt sei Gott!
         Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir!
         Du bist mein Helfer und Erretter; 
         HERR, säume nicht!

JOHANNES 16, 28 – 33

Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und nicht mehr in Bildern. Nun wissen wir, dass du alle Dinge weißt und bedarfst dessen nicht, dass dich jemand fragt. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

LIED 60

Freut euch, ihr Christen all,
lobsingt Gott mit hellem Schall,
ja singt und spielt aus Dankbarkeit
dem Herrn im Herzen allezeit,

dass er uns seinen liebsten Sohn
herabgesandt vons Himmels Thron,
zu helfen uns aus aller Not,
zu tilgen Teufel, Sünd und Tod.

3. Januar

PSALM 72, 1 - 11  Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,          dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit          und deine Elenden rette. Lass die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit.          Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen          und den Armen helfen           und die Bedränger zermalmen. Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt,  von Geschlecht zu Geschlecht.          Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue,          wie die Tropfen, die das Land feuchten. Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit und großer Friede sein,  bis der Mond nicht mehr ist.          Er soll herrschen von einem Meer bis ans           Andere und von dem Strom          bis zu den Enden der Erde. Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste, und seine Feinde sollen Staub lecken.          Die Könige von Tarsis und auf den Inseln          sollen Geschenke bringen,          die Könige aus Saba und Seba          sollen Gaben senden. Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen.

JESAJA 43, 16 – 19 So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht, dass sie auf einem Haufen daliegen und nicht aufstehen, dass sie verlöschen, wie ein Docht verlischt: Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. LIED 58  Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, lass Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen.  
Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen.

4. Januar

PSALM 72, 12 - 19 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.          Er wird gnädig sein den Geringen und Armen,          und den Armen wird er helfen. Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen, und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.          Er soll leben und man soll ihm geben          vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten          und ihn täglich segnen. Voll stehe das Getreide im Land  bis oben auf den Bergen; wie am Libanon rausche seine Frucht.          In den Städten sollen sie grünen          wie das Gras auf Erden. Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name.          Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker,          und sie werden ihn preisen. Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut!          Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich,          und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden!          Amen! Amen! GALATER 3, 23 – 29 Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben. LIED 62 Jesus soll die Losung sein,
da ein neues Jahr erschienen;
Jesus Name soll allein
denen heut zum Zeichen dienen,
die in seinem Bunde stehen
und auf seinen Wegen gehen. Jesus, aller Bürger Heil,
und der Stadt ein Gnadenzeichen,
auch des Landes bestes Teil,
dem kein Kleinod zu vergleichen,
Jesus, unser Trost und Hort,
sei die Losung fort und fort.

5. Januar

PSALM 119, 1 - 8 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!          Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten,          die ihn von ganzem Herzen suchen, die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun. Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.          O dass mein Leben deine Gebote          mit ganzem Ernst hielte. Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.          Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,          dass du mich lehrst die Ordnungen          deiner Gerechtigkeit. Deine Gebote will ich halten; verlass mich nimmermehr!
  JOHANNES 1, 15 - 18  Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt. LIED 63

Hier gehen wir und streuen
Die Tränensaat ins Feld,
dort werden wir uns freuen
im sel’gen Himmelszelt;
wir sehnen uns hienieden
dorthin ins Vaterhaus
und wissen’s: die geschieden,
die ruhen dort schon aus.

 Hilf du uns durch die Zeiten
Und mache fest das Herz,
geh selber uns zur Seiten
und führ uns heimatwärts.
Und ist es uns hienieden
So öde, so allein,
o lass in deinem Frieden
uns hier schon selig sein.

6. Januar - Epiphanias

Fest der Erscheinung des Herrn - Epiphanias Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt. 1. Johannes 2, 8 PSALM 100, 1 - 5

Jauchzet dem HERRN, alle Welt!
Dienet dem HERRN mit Freuden,
         kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! 
         Erkennt, dass der HERR Gott ist!
Er hat uns gemacht und nicht wir selbst
zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
         Gehet zu seinen Toren ein mit Danken,  
         zu seinen Vorhöfen mit Loben;
         danket ihm, lobet seinen Namen!
Denn der HERR ist freundlich, 
und seine Gnade währet ewig
und seine Wahrheit für und für. 
 
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Jesaja 60, 1 – 6 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen. 
  EPISTEL
Epheser 3, 2 - 6 Ihr habt ja gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch gegeben hat: Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich eben aufs kürzeste geschrieben habe. Daran könnt ihr, wenn ihr's lest, meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennen. 
  EVANGELIUM
Matthäus 2, 1 – 12  Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): „Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.“  Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.  Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.
 

LIED 70 

Gieß sehr tief in das Herz hinein,
du leuchtend Kleinod, edler Stein,
mir deiner Liebe Flamme,
dass ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib
an deinem auserwählten Leib,
ein Zweig an deinem Stamme.
Nach dir wallt mir
Mein Gemüte, ewge Güte bis es findet
Dich, des Liebe mich entzündet.

Von Gott kommt mir ein Freudenschein,
wenn du mich mit den Augen dein
gar freundlich tust anblicken.
Herr Jesu, du mein trautes Gut,
dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut
mich innerlich erquicken.
Nimm mich freundlich
In deine Arme und erbarme dich in Gnaden;
Auf dein Wort komm ich geladen.

Wir lesen von drei Erscheinungen des Herrn, die sich zwar alle an einem Tag, aber nicht zu einer einzigen Zeit ereignet haben. Und wenn auch die zweite wunderbar ist und wunderbar auch die dritte, so ist doch die erste Erscheinung über alle Maßen der Bewunderung würdig. Wunderbar ist die Verwandlung des Wassers, wunderbar das Zeugnis des Johannes und zugleich das Zeugnis der Taube und der Stimme des Vaters, doch noch wunderbarer ist es, dass Jesus von den Weisen erkannt wurde. Denn dass sie ihn als Gott erkennen, beweist die Anbetung, beweist auch die Überreichung von Weihrauch. Doch nicht nur als Gott, sondern auch als König erkennen sie ihn: das wird durch das Gold zum Ausdruck gebracht. Bei der Darbringung ihrer Gaben bleibt ihnen auch das große Geheimnis der Liebe nicht verborgen: deshalb deuten sie durch Myrrhe an, dass er sterben werde. Die Weisen beten an, bringen ihre Gaben dem Kind dar, das noch an der Mutterbrust liegt. Wo aber, ihr Weisen, wo ist der Purpur des Königs? Sind es etwa diese ärmlichen Windeln, in die er gewickelt ist? Wenn er ein König ist, wo ist dann sein Diadem? Ihr aber seht ihn wahrhaft in dem Diadem, mit dem ihn die Mutter gekrönt hat, ein Kleid der Sterblichkeit, von dem der Auferstandene sagt: „Zerrissen hast du mein Trauerkleid und mich mit Freude umgeben.“ (Psalm 29, 12) Bernhard von Clairvaux Dieses Leben ist nichts anderes als ein Leben des Glaubens, der Liebe und des Kreuzes. Aber diese drei werden in uns immer vollkommen. Christus allein ist die Sonne und uns gegeben zum Beispiel, dem wir nachahmen müssen. Unter uns aber findet man einige, die da schwach, andere, die da stark, und andere, die noch stärker sind. Diese können wenig, die andern viel leiden, und müssen also alle bleiben in dem Ebenbild nach Christo. Denn dies Leben ist ein solcher Wandel, darin man immer fortfährt vom Glauben in Glauben, von Liebe in Liebe, von Geduld in Geduld, oder vom Kreuz ins Kreuz. Es ist nicht Gerechtigkeit, sondern Rechtfertigung, nicht Reinigkeit, sondern Reinigung. Wir sind noch nicht gekommen, dahin wir sollen; wir sind aber auf der Bahn und auf dem Wege; darauf sind etliche weiter und weiter. Gott ist zufrieden, dass er uns findet in der Arbeit und im Vorsatz. Wenn er will, so kommt er bald und stärkt den Glauben und die Liebe und setzt uns in einem Augenblick aus diesem Leben in den Himmel. Martin Luther

Montag

PSALM 74, 12 – 17 Gott ist ja mein König von alters her,
der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.
 Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft,
 zerschmettert die Köpfe der Drachen im Meer.
Du hast dem Leviatan die Köpfe zerschlagen
und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.
 Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen
 und ließest starke Ströme versiegen.
Dein ist der Tag und dein ist die Nacht;
du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben.
 Du hast dem Land seine Grenze gesetzt;
 Sommer und Winter hast du gemacht.
2. MOSE 13, 21 – 22 Und der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.
LIED 409

Gott liebt diese Welt.
Feuerschein und Wolke
und das heilige Zelt
sagen seinem Volke:
Gott ist in der Welt!

Gott liebt diese Welt.
Ihre Dunkelheiten
hat er selbst erhellt:
im Zenit der Zeiten
kam sein Sohn zur Welt!

Dienstag

PSALM 75, 2 – 8 Wir danken dir, Gott, wir danken dir
und verkündigen deine Wunder, 
dass dein Name so nahe ist.
 „Wenn meine Zeit gekommen ist,
 werde ich recht richten.
Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen,
aber ich halte ihre Säulen fest.“
 Ich sprach zu den Ruhmredigen: 
 Rühmt euch nicht so!
 und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!
Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt,
redet nicht so halsstarrig!
 Denn es kommt nicht vom Aufgang 
 und nicht vom Niedergang,
 nicht von der Wüste und nicht von den Bergen,
sondern Gott ist Richter,
der diesen erniedrigt und jenen erhöht.
RÖMER 16, 25 – 27 Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden: dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen. LIED 74

Du Lebensquell, wir danken dir,
auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;
denn du durchdrangst des Todes Nacht,
hast Sieg und Leben uns gebracht.

Du ewge Wahrheit, Gottes Bild,
der du den Vater uns enthüllt,
du kamst herab ins Erdental
mit deiner Gotterkenntnis Strahl.

Bleib bei uns, Herr verlass uns nicht,
führ uns durch Finsternis zum Licht,
bleib auch am Abend dieser Welt
als Hilf und Hort uns zugestellt.

Mittwoch

PSALM 76, 2 – 13 Gott ist in Juda bekannt,
in Israel ist sein Name herrlich.
 So erstand in Salem sein Zelt
 und seine Wohnung in Zion.
Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens,
Schild, Schwert und Streitmacht.
 Du bist herrlicher und mächtiger
 als die ewigen Berge.
Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken,
und allen Kriegern versagen die Hände.
 Von deinem Schelten, Gott Jakobs,
 sinken in Schlaf Ross und Wagen.
Furchtbar bist du!
Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest?
 Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel,
 erschrickt das Erdreich und wird still,
wenn Gott sich aufmacht zu richten,
dass er helfe allen Elenden auf Erden. 
 Wenn Menschen wider dich wüten,
 bringt es dir Ehre;
und wenn sie noch mehr wüten,
bist du auch noch gerüstet.
 Tut Gelübde dem HERRN, eurem Gott, und haltet sie!
 Alle, die ihr um ihn her seid, bringt Geschenke dem  Furchtbaren,
der den Fürsten den Mut nimmt
und furchtbar ist unter den Königen auf Erden.
MICHA 4, 1 – 4 In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat's geredet.
LIED 71

O König aller Ehren,
Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen,
im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden
den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden
zur Seelen Seligkeit.

Du wollst in mir entzünden
Dein Wort, den schönen Stern,
dass falsche Lehr und Sünden
sein meinem Herzen fern.
Hilf, dass ich dich erkenne
Und mit der Christenheit
Dich meinen König nenne
Jetzt und in Ewigkeit.

Donnerstag

Psalm 77, 12 – 21  Darum denke ich an die Taten des HERRN, ja, ich denke an deine früheren Wunder          und sinne über alle deine Werke          und denke deinen Taten nach. Gott, dein Weg ist heilig.  Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott bist?           Du bist der Gott, der Wunder tut,          du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern. Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josefs.          Die Wasser sahen dich, Gott,          die Wasser sahen dich und ängstigten sich,          ja, die Tiefen tobten. Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, die Wolken donnerten, und deine Pfeile fuhren einher.          Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis,          die Erde erbebte und wankte. Dein Weg ging durch das Meer und dein Pfad durch große Wasser; doch niemand sah deine Spur.          Du führtest dein Volk wie eine Herde          durch die Hand des Mose und Aaron. Johannes 8, 12 – 16  Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe. Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin's nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.  LIED 72 

O Jesu Christe, wahres Licht,
erleuchte, die dich kennen nicht,
und bringe sie zu deiner Herd,
dass ihre Seel auch selig wird.
 

Erfülle mit dem Gnadenschein,
die in Irrtum verführet sein,
auch die, so heimlich ficht noch an
in ihrem Sinn ein falscher Wahn;

 
und was sich sonst verlaufen hat
von dir, das suche du mit Gnad
und ihr verwund’t Gewissen heil,
lass sie am Himmel haben teil.

 

Freitag

PSALM 78, 1 – 11  Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!          Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch          und Geschichten verkünden aus alter Zeit. Was wir gehört haben und wissen  und unsre Väter uns erzählt haben,           das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern;           wir verkündigen dem kommenden Geschlecht           den Ruhm des HERRN und seine Macht           und seine Wunder, die er getan hat.  Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren,          damit es die Nachkommen lernten,          die Kinder, die noch geboren würden;          die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen, dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten          und nicht würden wie ihre Väter,          ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht,          dessen Herz nicht fest war          und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt, wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits;          sie hielten den Bund Gottes nicht          und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln und vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erwiesen hatte. 
  JESAJA 49, 18 – 21  Hebe Deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR: du sollst mit diesen allen wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut. Denn dein wüstes, zerstörtes und verheertes Land wird dir alsdann zu eng werden, um darin zu wohnen, und deine Verderber werden vor dir weichen, so dass deine Söhne, du Kinderlose, noch sagen werden vor deinen Ohren: Der Raum ist mir zu eng; mach mir Platz, dass ich wohnen kann. Du aber wirst sagen in deinem Herzen: Wer hat mir diese geboren? Ich war unfruchtbar, einsam, vertrieben und verstoßen. Wer hat mir diese aufgezogen? Siehe, ich war allein gelassen – wo waren denn diese?  LIED 357 

Das ist das Licht der Höhe,
das ist der Jesus Christ,
der Fels, auf dem ich stehe,
der diamanten ist,
der nimmermehr kann wanken,
der Heiland und der Hort,
die Leuchte der Gedanken,
die leuchten hier und dort.

Sonnabend

PSALM 80, 2 – 20
Du Hirte Israels, höre,  der du Josef hütest wie Schafe!          Erscheine, der du thronst über den Cherubim,          vor Ephraim, Benjamin und Manasse! Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!           Gott, tröste uns wieder           und lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir. HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen, während dein Volk zu dir betet? Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.          Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten,          und unsre Feinde verspotten uns. Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.          Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt,          hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt. Du hast vor ihm Raum gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, dass er das Land erfüllt hat.          Berge sind mit seinem Schatten bedeckt          und mit seinen Reben die Zedern Gottes. Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige bis an den Strom.          Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen,          dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht? Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet.           Gott Zebaoth, wende dich doch!            Schaue vom Himmel und sieh darein, nimm dich dieses Weinstocks an! Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir großgezogen hast!           Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht;          vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen. Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir großgezogen hast.          So wollen wir nicht von dir weichen.          Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir. 1. KORINTHER 1, 26 - 31 Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heilung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9, 22 - 23): „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!“  LIED 73 

Halt dich im Glauben an das Wort

das fest ist und gewiss;

das führet dich zum Lichte fort

aus aller Finsternis,

aus aller Finsternis.

Erster Sonntag nach Epiphanias

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Römer  8, 14 PSALM 72  Gott, gib dein Gericht dem König
und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,
         dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit
         und deine Elenden rette.
Lass die Berge Frieden bringen für das Volk
und die Hügel Gerechtigkeit.
         Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen
         und den Armen helfen 
         und die Bedränger zermalmen.
Er soll leben, solange die Sonne scheint
und solange der Mond währt, 
von Geschlecht zu Geschlecht.
         Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue,
         wie die Tropfen, die das Land feuchten.
Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit
und großer Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist.
         Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere
         und von dem Strom bis zu den Enden der Erde.
Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste,
und seine Feinde sollen Staub lecken.
         Die Könige von Tarsis und auf den Inseln
         sollen Geschenke bringen,
         die Könige aus Saba und Seba sollen Gaben senden.
Alle Könige sollen vor ihm niederfallen
und alle Völker ihm dienen.
         Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit,
         und den Elenden, der keinen Helfer hat.
Er wird gnädig sein den Geringen und Armen,
und den Armen wird er helfen.
         Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen,
         und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.
Er soll leben und man soll ihm geben vom Gold aus Saba.
Man soll immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen.
         Voll stehe das Getreide im Land 
         bis oben auf den Bergen;
         wie am Libanon rausche seine Frucht.
In den Städten sollen sie grünen wie das Gras auf Erden.
Sein Name bleibe ewiglich;
solange die Sonne währt, blühe sein Name.
         Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker,
         und sie werden ihn preisen.
Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels,
der allein Wunder tut!
         Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich,
         und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden!
         Amen! Amen!  LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jesaja 42, 1 – 4 

Siehe, das ist mein Knecht – ich halte ihn – und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue nträgt er das Recht hinaus.  Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.


EPISTEL
Römer 12, 1 – 3 

Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.

EVANGELIUM
Matthäus 3, 13 – 17

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen. Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.  

WOCHENLIED 68

Du lehrest uns die neu Geburt
und zeigest an die enge Pfort
und den schmalen Steig zum Leben
aus Gnaden. 

O Christe, versammle dein Heer,
regiere es mit treuer Lehr
deinem Namen zu Lob und Ehr
aus Gnaden. 

Hilf durch dein Mühe und Arbeit,
dass es erlang die Seligkeit,
Lob zu singen in Ewigkeit
deiner Gnaden.

Wie könnte Christi Erbarmen besser offenbar werden als dadurch, dass er gerade unsere Erbärmlichkeit auf sich nahm? Was zeigt so die Fülle, der Liebe, als dass das Wort Gottes unseretwegen Heu geworden ist? „Herr, was ist der Mensch, dass du seiner achtest?“ (Psalm 143, 3) „Oder was richtest du deinen Sinn auf ihn?“ (Hiob 7, 17). Daran erkenne der Mensch, wie sehr sich Gott um ihn kümmert, darin erfahre er, was Gott über ihn denkt oder empfindet. Frag nicht danach, was jener gelitten hat. Wie hoch er dich geschätzt hat, erkenne daran, was er für dich geworden ist; aus der Annahme der Menschennatur soll dir seine Güte aufleuchten, denn je niedriger er sich der Menschennatur gemacht hat, desto größer hat er sich in seiner Güte gezeigt, und je geringer er für mich geworden ist, desto teurer ist er mir.

Bernhard von Clairvaux 

Montag

PSALM 81, 2 - 11 Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist,
jauchzet dem Gott Jakobs.
         Hebt an mit Psalmen und lasst hören die Pauken,
         liebliche Zithern und Harfen!
Blaset am Neumond die Posaune,
am Vollmond, am Tag unsres Festes!
         Denn das ist eine Satzung für Israel
         und eine Ordnung des Gottes Jakobs.
Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef,
als Er auszog wider Ägyptenland.
         Eine Sprache höre ich, 
         die ich bisher nicht kannte:
Ich habe ihre Schultern von der Last befreit 
und ihre Hände vom Tragkorb erlöset.
         Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus
         und antwortete dir aus der Wetterwolke 
         und prüfte dich am Haderwasser. 
Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen.
Israel, du sollst mich hören!
         Kein andrer Gott sei unter dir,
         und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!
Ich bin der HERR, dein Gott,
der dich aus Ägyptenland geführt hat:
Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen! 1. JOHANNES 1, 5 - 7 

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 

LIED 441

Du höchstes Licht, du ewger Schein,
du Gott und treuer Herre mein,
von dir der Gnaden Glanz ausgeht
und leuchtet schön so früh wie spät.

Das ist der Herre Jesu Christ,
der ja die göttlich Wahrheit ist,
mit seiner Lehr hell scheint und leucht’
bis er die Herzen zu sich zeucht.

Er ist das Licht der ganzen Welt,
das jedem klar vor Augen stellt
den hellen, schönen, lichten Tag,
an dem er selig werden mag.

Den Tag, Herr, deines lieben Sohns
lass stetig leuchten über uns,
damit, die wir geboren blind,
doch werden noch des Tages Kind’

und wandeln, wie’s dem wohl ansteht,
in dessen Herzen hell aufgeht
der Tag des Heils, die Gnadenzeit,
da fern ist alle Dunkelheit.

Dienstag

PSALM 86, 1 - 10 HERR, neige deine Ohren und erhöre mich;
denn ich bin elend und arm.
         Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.
         Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, 
         der sich verlässt auf dich.

Herr, sei mir gnädig;
denn ich rufe täglich zu dir.
         Erfreue die Seele deines Knechts;
         denn nach dir, Herr, verlangt mich.
Denn du, Herr, bist gut und gnädig,
von großer Güte allen, die dich anrufen.
         Vernimm, HERR, mein Gebet
         und merke auf die Stimme meines Flehens!
In der Not rufe ich dich an;
du wollest mich erhören!
         Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern,
         und niemand kann tun, was du tust.
Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen
und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren,
         dass du so groß bist und Wunder tust
         und du allein Gott bist. 1. JOHANNES 1, 8 – 10

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

LIED 230

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze
und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht
von deinem Angesicht, von deinem Angesicht
und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.

Mittwoch

PSALM 86, 11 - 17 Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit;
erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.
         Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen
         und ehre deinen Namen ewiglich.
Denn deine Güte ist groß gegen mich,
du hast mich errettet aus der Tiefe des Todes.
         Gott, es erheben sich die Stolzen gegen mich,
         und eine Rotte von Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben
         und haben dich nicht vor Augen.
Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig,
geduldig und von großer Güte und Treue.

         Wende dich zu mir und sei mir gnädig;
         stärke deinen Knecht mit deiner Kraft
         und hilf dem Sohn deiner Magd!
Tu ein Zeichen an mir, dass du's gut mit mir meinst,
dass es sehen, die mich hassen, und sich schämen,
weil du mir beistehst, HERR, und mich tröstest. 1. JOHANNES 2, 1 - 10

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat. Meine Lieben, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang an gehabt habt. 

Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist in ihm und in euch; denn die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt. Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall.

 

LIED 413

Die Lieb nimmt sich des Nächsten an,
sie hilft und dienet jedermann;
gutwillig ist sie allezeit,
sie lehrt, sie straft, sie gibt und leiht.

O Herr Christ, deck zu unsre Sünd
und solche Lieb in uns anzünd,
dass wir mit Lust dem Nächsten tun,
wie du uns tust, o Gottes Sohn.

Donnerstag

PSALM 87 Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.
Der HERR liebt die Tore Zions mehr
als alle Wohnungen in Jakob.
         Herrliche Dinge werden in dir gepredigt,
         du Stadt Gottes.

Ich zähle Ägypten und Babel zu denen,
die mich kennen,
auch die Philister und Tyrer samt den Mohren:
„Die sind hier geboren.“
         Doch von Zion wird man sagen:
         „Mann für Mann ist darin geboren“;
         und er selbst, der Höchste, erhält es.
Der HERR spricht, wenn er aufschreibt die Völker:
„Die sind hier geboren.“
         Und sie singen beim Reigen:
         Alle meine Quellen sind in dir!  1. JOHANNES 2, 12 - 17 

Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr kennt den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

 LIED 66 

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude:
A und O,  Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählt’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

Freitag

PSALM 89, 2 - 19  Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich
und seine Treue verkünden
mit meinem Munde für und für;
         denn ich sage: Für ewig steht die Gnade fest;
         du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.
„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten,
ich habe David, meinem Knechte, geschworen:
         Ich will deinem Geschlecht  festen Grund geben
         auf ewig und deinen Thron bauen für und für.“
Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen
und deine Treue in der Gemeinde der Heiligen.
         Denn wer in den Wolken könnte dem HERRN gleichen
         und dem HERRN gleich sein unter den Himmlischen?
Gott ist gefürchtet in der Versammlung der Heiligen,
groß und furchtbar über alle, die um ihn sind.
         HERR, Gott Zebaoth, wer ist wie du?
         Mächtig bist du, HERR, und deine Treue ist um dich her.
Du herrschest über das ungestüme Meer,
du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.
         Du hast Rahab zu Tode geschlagen
         und deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm.
Himmel und Erde sind dein,
du hast gegründet den Erdkreis und was darinnen ist.
         Nord und Süd hast du geschaffen,
         Tabor und Hermon jauchzen über deinen Namen.
Du hast einen gewaltigen Arm,
stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte.
         Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze,
         Gnade und Treue gehen vor dir einher.
Wohl dem Volk, das jauchzen kann!
HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;
         sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein
         und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.

Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke,
und durch deine Gnade
wirst du unser Haupt erhöhen.
         Denn dem HERRN gehört unser Schild
         und dem Heiligen in Israel unser König.  1. JOHANNES 3, 7 - 11

Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer recht tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist. Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn [a]der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren. Daran wird offenbar, welche die Kinder Gottes und welche die Kinder des Teufels sind: Wer nicht recht tut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat. Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen.

LIED 347

Ach bleib mit deinem Schutze
bei uns, du starker Held,
dass uns der Feind nicht trutze
noch fäll die böse Welt. 

Ach bleib mit deiner Treue
bei uns, mein Herr und Gott;
Beständigkeit verleihe,
hilf uns aus aller Not.

Sonnabend

PSALM 90, 13 - 17  
HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns
und sei deinen Knechten gnädig!
         Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen 
         und fröhlich sein unser Leben lang.
Erfreue uns nun wieder, 
nachdem du uns so lange plagest,
nachdem wir so lange Unglück leiden.
         Zeige deinen Knechten deine Werke
         und deine Herrlichkeit ihren Kindern.
Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.
Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern! JOHANNES 1, 29 – 34 

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

LIED 349

Ich freu mich in dem Herren
aus meines Herzens Grund,
bin fröhlich Gott zu ehren
jetzt und zu aller Stund,
mit Freuden will ich singen
zu Lob dem Namen sein,
ganz lieblich soll erklingen
ein neues Liedelein.

Zweiter Sonntag nach Epiphanias

Das Gesetz ist durch Mose gegeben;
die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Johannes 1,  17 PSALM 105, 1 - 6

Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen;
verkündigt sein Tun unter den Völkern!
    Singet und spielet ihm,
   
redet von allen seinen Wundern!
Rühmet seinen heiligen Namen;
es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!
   
Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht,
    suchet sein Antlitz allezeit!
Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat,
seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
    du Geschlecht Abrahams, seines Knechts,
    ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!

LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT

2. Mose 33, 17b - 23

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun, und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

EPISTEL Römer 12, 9 – 16

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. 

EVANGELIUM Johannes 2, 1 - 11 

Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht’s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

 WOCHENLIED 5

Gottes Sohn ist kommen
uns allen zu Frommen
hier auf diese Erden
in armen Gebärden,
dass er uns von Sünde
freie und entbinde.

Er kommt auch noch heute
und lehret die Leute,
wie sie sich von Sünden
zur Buß sollen wenden,
von Irrtum und Torheit
treten zu der Wahrheit.

Christus soll und muss so gepredigt sein, dass mir und dir der Glaube daraus erwächst und erhalten wird. Dieser Glaube erwächst und wird erhalten dadurch, dass mir gesagt wird, warum Christus gekommen ist, wie man ihn gebrauchen und genießen soll, was er mir gebracht und gegeben hat. Das geschieht, wenn man die christliche Freiheit recht auslegt, die wir von ihm haben, und wie wir Könige und Priester sind, aller Dinge mächtig; und dass alles, was wir tun, vor Gottes Augen angenehm und erhört ist, wie ich bisher gesagt habe. Denn wenn ein Herz so Christus hört, das muss von Grund fröhlich werden, Trost empfangen und gegen Christus süß werden, ihn wiederum lieb zu haben. Dahin kann es nimmermehr mit Gesetzen und Werken kommen; denn wer will einem solchen Herzen Schaden tun oder es erschrecken? Fallen die Sünde und der Tod daher, so glaubt es, Christi Frommheit sei die seine und seine Sünde sei nimmer seine, sondern Christi. So muss die Sünde verschwinden vor der Frommheit Christi in dem Glauben, wie droben gesagt ist, und das Herz lernt, mit dem Apostel dem Tod und der Sünde Trotz zu bieten und zu sagen: „Wo ist nun, du Tod, dein Sieg? Wo ist nun, Tod, dein Spieß? Dein Spieß ist die Sünde. Aber Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Und der Tod ist ersäuft in seinem Sieg.“ (1. Korinther 15, 55 ff.)

Martin Luther

Montag

PSALM 94, 1 - 15 HERR, du Gott der Vergeltung,
du Gott der Vergeltung, erscheine!
    Erhebe dich, du Richter der Welt; 
    vergilt den Hoffärtigen was sie verdienen!
HERR, wie lange sollen die Gottlosen,
wie lange sollen die Gottlosen prahlen?
    Es reden so trotzig daher, 
    es rühmen sich alle Übeltäter.
HERR, sie zerschlagen dein Volk
und plagen dein Erbe.
    Witwen und Fremdlinge bringen sie um
    und töten die Waisen
und sagen: Der HERR sieht's nicht,
und der Gott Jakobs beachtet's nicht.
    Merkt doch auf, ihr Narren im Volk!
    Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?
Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören?
Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?
   
Der die Völker in Zucht hält,
    sollte der nicht Rechenschaft fordern –
    er, der die Menschen Erkenntnis lehrt?
Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen:
sie sind nur ein Hauch!'
    Wohl dem, den du, HERR, in Zucht nimmst
    und lehrst ihn durch dein Gesetz,
ihm Ruhe zu schaffen vor bösen Tagen,
bis dem Gottlosen die Grube gegraben ist.
    Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen
    noch sein Erbe verlassen.
Denn Recht muss doch Recht bleiben,
und ihm werden alle frommen Herzen zufallen. 1. JOHANNES 3, 18 - 24

Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm damit zum Schweigen bringen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge. Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir Zuversicht zu Gott, und was wir bitten, werden wir von ihm empfangen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander, wie er uns das Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.

LIED 389

Lass deines guten Geistes Licht
und dein hell glänzend Angesicht
erleuchten mein Herz und Gemüt,
o Brunnen unerschöpfter Güt,

und mache dann mein Herz zugleich
an Himmelsgut und Segen reich;
gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand
aus deiner milden Gnadenhand.

Dienstag

PSALM 94, 16 - 23 Wer steht mir bei wider die Boshaften?
Wer tritt zu mir wider die Übeltäter?
     Wenn der HERR mir nicht hülfe,
     läge ich bald am Orte des Schweigens.
Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt,
so hielt mich, HERR, deine Gnade.
     Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen,
    
aber deine Tröstungen erquickten meine Seele.
Du hast ja nicht Gemeinschaft
mit dem Richterstuhl der Bösen,
die das Gesetz missbrauchen und Unheil schaffen.
     Sie rotten sich zusammen wider den Gerechten
     und verurteilen unschuldiges Blut.
Aber der HERR ist mein Schutz,
mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht.
     Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten
     und sie um ihrer Bosheit willen vertilgen;
     der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen. 1. JOHANNES 4, 1 - 6

Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. Kinder, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist. Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet und die Welt hört sie. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.

 

LIED 154

Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt,
dass unser Licht vor allen Menschen brennt!
Lass uns dich schaun im ewigen Advent.
Halleluja, Halleluja.

Aber noch tragen wir der Erde Kleid.
Uns hält gefangen Irrtum, Schuld und Leid;
doch deine Treue hat uns schon befreit.
Halleluja, Halleluja.

Mittwoch

PSALM 96 Singet dem HERRN ein neues Lied;
singet dem HERRN, alle Welt!
     Singet dem HERRN und lobet seinen Namen,
     verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden
von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
     Denn der HERR ist groß und hoch zu loben,
     mehr zu fürchten als alle Götter.
Denn alle Götter der Völker sind Götzen
aber der HERR hat den Himmel gemacht.
     Hoheit und Pracht sind vor ihm,
     Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
Ihr Völker, bringet dar dem HERRN,
bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!
     Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
     bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den HERRN in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
     Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König.
    
Er hat den Erdkreis gegründet,
    
dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.
Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,
das Meer brause und was darinnen ist;
     das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;
     es sollen jauchzen alle Bäume im Walde vor dem HERRN;
denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker mit seiner Wahrheit. 1. JOHANNES 5, 11 - 15

Das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.

  LIED 344

Amen, das ist: es werde wahr.
Stärk unsern Glauben immerdar,
auf dass wir ja nicht zweifeln dran,
was wir hiermit gebeten han
auf dein Wort, in dem Namen dein.
So sprechen wir das Amen fein.

Donnerstag

PSALM  97 Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich
und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind.
     Wolken und Dunkel sind um ihn her,
     Gerechtigkeit und Gericht
     sind seines Thrones Stütze.
Feuer geht vor ihm her
und verzehrt ringsum seine Feinde.
     Seine Blitze erleuchten den Erdkreis,
     das Erdreich sieht es und erschrickt.
Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN,
vor dem Herrscher der ganzen Erde.
     Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit,
     und seine Herrlichkeit sehen alle Völker.
Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen
und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter!
     Zion hört es und ist froh,
     und die Töchter Juda sind fröhlich,
     weil du, HERR, recht regierest.
Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen,
du bist hoch erhöht über alle Götter.
     Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge!
     Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen;
     aus der Hand der Gottlosen wird er sie erretten.
Dem Gerechten muss das Licht
immer wieder aufgehen
und Freude den frommen Herzen.
    
Ihr Gerechten, freut euch des HERRN und danket ihm
     und preiset seinen heiligen Namen! JAKOBUS 1, 2 - 12

Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel  an euch sei. Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde. Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen. Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; wer aber reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne geht auf mit ihrer Hitze, und das Gras verwelkt, und die Blume fällt ab, und ihre schöne Gestalt verdirbt: so wird auch der Reiche dahinwelken in dem, was er unternimmt. Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben.

LIED 382

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm du mir entgegen.

Freitag

PSALM 99 Der HERR ist König, darum zittern die Völker;
er sitzt über den Cherubim, darum bebt die Welt.
     Der HERR ist groß in Zion
     und erhaben über alle Völker.
Preisen sollen sie deinen großen
und wunderbaren Namen, - denn er ist heilig -
     und die Macht des Königs, der das Recht liebhat.
     Du hast bestimmt, was richtig ist,
     du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob.
Erhebet den HERRN, unsern Gott,
betet an vor dem Schemel seiner Füße; denn er ist heilig.
     Mose und Aaron unter seinen Priestern,
     und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen
    die riefen den HERRN an, und er erhörte sie.
Er redete mit ihnen in der Wolkensäule;
sie hielten seine Gesetze und Gebote, die er ihnen gab.
     HERR, du bist unser Gott, du erhörtest sie;
     du, Gott, vergabst ihnen und straftest ihr Tun.
Erhebet den HERRN, unsern Gott,
und betet an auf seinem heiligen Berge;
denn der HERR, unser Gott, ist heilig. JAKOBUS 2, 1 - 9

Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz! und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin! Oder: Setze dich unten zu meinen Füßen!, ist’s recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken? Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen,  die  ihn liebhaben? Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? Verlästern sie nicht den guten Namen, der über euch genannt ist? Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19, 18): „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, so tut ihr recht; wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter.

LIED 414

Lass mich, o Herr, in allen Dingen
auf deinen Willen sehn und dir mich weihn;
gib selbst das Wollen und Vollbringen
und lass mein Herz dir ganz geheiligt sein.
Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin;
dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin.


Gib meinem Glauben Mut und Stärke
und lass ihn in der Liebe tätig sein,
dass man an seinen Früchten merke,
er sei kein eitler Traum und falscher Schein.
Er stärke mich in meiner Pilgerschaft
und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft.

Sonnabend

PSALM 67, 2 - 8 Gott sei uns gnädig und segne uns,
er lasse uns sein Antlitz leuchten,
    
dass man auf Erden erkenne seinen Weg,
     unter allen Heiden sein Heil.
Es danken dir, Gott, die Völker,
es danken dir alle Völker.
     Die Völker freuen sich und jauchzen,
     dass du die Menschen recht richtest
     und regierst die Völker auf Erden.
Es danken dir, Gott, die Völker,
es danken dir alle Völker.
     Das Land gibt sein Gewächs;
     es segne uns Gott, unser Gott!
Es segne uns Gott,
und alle Welt fürchte ihn! JESAJA 63, 7 - 14

Ich will der Gnade des HERRN gedenken und der Ruhmestaten des HERRN in allem, was uns der HERR getan hat, und der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erwiesen hat nach seiner Barmherzigkeit und großen Gnade. Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Söhne, die nicht falsch sind. Darum ward er ihr Heiland in aller ihrer Not. Nicht ein Engel und nicht ein Bote, sondern sein Angesicht half ihnen. Er erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her. Aber sie waren widerspenstig und betrübten seinen heiligen Geist; darum ward er ihr Feind und stritt wider sie. Da gedachte sein Volk wieder an die vorigen Zeiten, an Mose: Wo ist denn nun, der aus dem Wasser zog den Hirten seiner Herde? Wo ist, der seinen heiligen Geist in ihn gab? Der seinen herrlichen Arm zur Rechten des Mose gehen ließ? Der die Wasser spaltete vor ihnen her, auf dass er sich einen ewigen Namen machte? Der sie führte durch die Fluten, wie Rosse, die in der Wüste nicht straucheln; wie Vieh, das ins Tal hinabsteigt, so brachte der Geist des HERRN uns zur Ruhe. So hast du dein Volk geführt, auf dass du dir einen herrlichen Namen machtest.

LIED 398

In dir ist Freude in allem Leide,
o du süßer Jesu Christ!
Durch dich wir haben himmlische Gaben,
du der wahre Heiland bist;
hilfest von Schanden, rettest von Banden.
Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,
wird ewig bleiben. Halleluja.
Zu deiner Güte steht unser Gemüte,
an dir wir kleben im Tod und Leben;
nichts kann uns scheiden. Halleluja.

Dritter Sonntag nach Epiphanias

Es werden kommen von Osten und von Westen,
von Norden und von Süden,
die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.  Lukas 13, 29  PSALM 86, 1 – 7 HERR, neige deine Ohren und erhöre mich;
denn ich bin elend und arm.
   Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.
   Hilf du, mein Gott, deinem Knechte,
   der sich verlässt auf dich.

Herr, sei mir gnädig;
denn ich rufe täglich zu dir.
   Erfreue die Seele deines Knechts;
   denn  nach dir, Herr, verlangt mich.
Denn du, Herr, bist gut und gnädig,
von großer Güte allen, die dich anrufen.
   Vernimm, HERR, mein Gebet
   und merke auf die Stimme meines Flehens!
In der Not rufe ich dich an;
du wollest mich erhören! LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 2. Könige 5, 9 – 15  So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien. Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, so dass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben und er wurde rein. Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht. Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden! EPISTEL Römer 1, 16 – 17 Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ EVANGELIUM Matthäus 8, 5 – 13 Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er's. Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde. WOCHENLIED 293

 Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all,
lobt Gott von Herzengrunde,
preist ihn, ihr Völker allzumal,
dankt ihm zu aller Stunde,
dass er euch auch erwählet hat
und mitgeteilet seine Gnad
in Christus, seinem Sohne. 


Denn seine groß Barmherzigkeit
tut über uns stets walten,
sein Wahrheit, Gnad und Gültigkeit
erscheinet Jung und Alten
und währet bis in Ewigkeit,
schenkt uns aus Gnad die Seligkeit;
drum singet Halleluja. 

 

Was aber, meine Brüder, opfern wir, oder was geben wir ihm zurück für alles, was er uns erwiesen hat? Er hat für uns ein Opfer dargebracht, das kostbarer war als alles, was er hatte; ja, es war das kostbarste, das dargebracht werden konnte. So wollen also auch wir tun, was wir können: bringen wir unser ganzes Sein. Er hat sich selbst geopfert; wer bis du, dass du zögerst, dich zu opfern? Wer möchte mir doch die Gnade schenken, dass eine solche Majestät mein Opfer huldvoll annimmt! Zwei schwache Gaben habe ich, o Herr, den Leib und die Seele. O könnte ich sie dir doch ganz und gar als Opfer des Lobes darbringen! Gut wäre dies für mich; weit ruhmvoller und ersprießlicher wäre es jedoch, wenn ich mich dir zum Opfer darbringen würde, als wenn ich mir selbst überlassen bliebe, denn in mir ist meine Seele verwirt (Psalm 41,7). Brüder, vor dem Tod des Herrn pflegte der Jude tote Tiere als Opfergaben darzubringen; jetzt aber gilt: „Ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe (Ez. 33,11). Der Herr will nicht meinen Tod, und ich soll ihm nicht aus freiem Antrieb mein Leben opfern. Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 101, 1  –  6 Von Gnade und Recht will ich singen
und dir, HERR, Lob sagen.
     Ich handle umsichtig und redlich,
     dass du mögest zu mir kommen;
     ich wandle mit redlichem Herzen
     in meinem Hause.
Ich nehme mir keine böse Sache vor;
ich hasse den Übertreter
und lasse ihn nicht bei mir bleiben.
     Ein falsches Herz muss von mir weichen.
     Den Bösen kann ich nicht leiden.
Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet,
den bring ich zum Schweigen.
Ich mag den nicht, der stolze Gebärde
und hoffärtige Art hat.
     Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande,
     dass sie bei mir wohnen;
     ich habe gerne fromme Diener. JAKOBUS 2, 14  –  24 Was hilft’s, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was könnte ihnen das helfen? Aber es könnte jemand sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken. Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben’s auch und zittern. Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist? Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht (1.Mose 15,6): „Abraham hat Gott geglaubt und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden“, und er wurde „ein Freund Gottes“ genannt (Jesaja 41,8). So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein.  LIED 439 

Es geht daher des Tages Schein.
So lasst uns alle dankbar sein
dem gütigen und milden Gott,
der uns die Nacht bewahret hat.

Wir opfern uns dir, Herre Gott,
dass du unser Herz, Wort und Tat
wollest leiten nach deinem Mut,
dass unser Werk gerate gut.

Dienstag

PSALM 102, 24  - 29 Gott demütigt auf dem Wege meine Kraft,
er verkürzt meine Tage.
    Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg
    in der Hälfte meiner Tage!
    Deine Jahre währen für und für.
Du hast vorzeiten die Erde gegründet,
und die Himmel sind deiner Hände Werk.
    Sie werden vergehen, du aber bleibst;
    sie werden alle veralten wie ein Gewand;
    wie ein Kleid wirst du sie wechseln,
    und sie werden verwandelt werden.
Du aber bleibst, wie du bist,
und deine Jahre nehmen kein Ende.

    Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen,
    und ihr Geschlecht wird vor dir gedeihen. JAKOBUS 3, 1 – 12 Liebe Brüder, nicht jeder von euch soll ein Lehrer werden; und wisst, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden. Denn wir verfehlen uns alle mannigfaltig. Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. Wenn wir den Pferden den Zaum ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, obwohl sie so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wohin der will, der es führt. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an! Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist die Zunge unter unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet. Denn jede Art von Tieren und Vögeln und Schlangen und Seetieren wird gezähmt und ist gezähmt vom Menschen, aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes. Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder. Lässt auch die Quelle aus einem Loch süßes und bitteres Wasser fließen? Kann auch, liebe Brüder, ein Feigenbaum Oliven oder ein Weinstock Feigen tragen? So kann auch eine salzige Quelle nicht süßes Wasser geben. LIED 302

Ach ich bin viel zu wenig,
zu rühmen seinen Ruhm;
der Herr allein ist König,
ich eine welke Blum.
Jedoch weil ich gehöre
gen Zion in sein Zelt,
ist’s billig, dass ich mehre,
sein Lob vor aller Welt.

Mittwoch

PSALM 104, 31 - 35 Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich,
der HERR freue sich seiner Werke!
   Er schaut die Erde an, so bebt sie;
   er rührt die Berge an, so rauchen sie.
Ich will dem HERRN singen mein Leben lang
und meinen Gott loben, solange ich bin.

Mein Reden möge ihm wohlgefallen.
   Ich freue mich des HERRN.
Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden
und die Gottlosen nicht mehr sein.
   Lobe den HERRN, meine Seele! 
   Halleluja! JAKOBUS 3, 13 – 18 Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.   LIED 318

Er gibt uns seinen guten Geist,
erneuet unsre Herzen,
dass wir vollbringen, was er heißt,
ob’s auch das Fleisch mag schmerzen.
Er hilft uns hier mit Gnad und Heil,
verheißt uns auch ein herrlich Teil
von den ewigen Schätzen.

Donnerstag

PSALM 105, 1 - 15 Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen;
verkündigt sein Tun unter den Völkern!
   Singet und spielet ihm,
   redet von allen seinen Wundern!
Rühmet seinen heiligen Namen;
es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!

   Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht,
   suchet sein Antlitz allezeit!
Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat,
seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
   du Geschlecht Abrahams, seines Knechts,
   ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!
Er ist der HERR, unser Gott,
er richtet in aller Welt.
   Er gedenkt ewiglich an seinen Bund,
   an das Wort, das er verheißen hat
   für tausend Geschlechter,
an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham,
und an den Eid, den er Isaak geschworen hat.
   Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung
   und für Israel als ewigen Bund
und sprach: "Dir will ich das Land Kanaan geben,
das Los eures Erbteils",
   als sie noch gering waren an Zahl,
   nur wenige und Fremdlinge im Lande.
Und sie zogen von Volk zu Volk,
von einem Königreich zum andern.
   Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun
   und wies Könige zurecht um ihretwillen:
"Tastet meine Gesalbten nicht an,
und tut meinen Propheten kein Leid!" JAKOBUS 4, 8 – 12 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. Jammert und klagt und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. Verleumdet einander nicht, liebe Brüder. Wer seinen Bruder verleumdet oder verurteilt, der verleumdet und verurteilt das Gesetz. Verurteilst du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. Einer ist der Gesetzgeber und Richter, der selig machen und verdammen kann. Wer aber bist du, dass du den Nächsten verurteilst? LIED 437

Herr Christ, den Tag uns auch behüt
vor Sünd und Schand durch deine Güt.
Lass deine lieben Engelein
unsre Hüter und Wächter sein,

dass unser Herz in G’horsam leb,
deim Wort und Willn nicht widerstreb,
dass wir dich stets vor Augen han
in allem, das wir heben an.

Lass unser Werk geraten wohl,
was ein jeder ausrichten soll,
dass unsre Arbeit, Müh und Fleiß
gereich zu deim Lob, Ehr und Preis

Freitag

PSALM 106, 1 - 5  
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
         Wer kann die großen Taten des HERRN alle erzählen
         und sein Lob genug verkündigen?
Wohl denen, die das Gebot halten
und tun immerdar recht!
         HERR, gedenke meiner nach der Gnade,
         die du deinem Volk verheißen hast;
         erweise an uns deine Hilfe,
dass wir sehen das Heil deiner Auserwählten
und uns freuen,
dass es deinem Volke so gut geht,
und uns rühmen mit denen, die dein Eigen sind. JAKOBUS 5, 9 – 11 Seufzt nicht widereinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür. Nehmt, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. LIED 368 

In allen meinen Taten
lass ich den Höchsten raten,
der alles kann und hat;
er muss zu allen Dingen
soll’s anders wohl gelingen,
mir selber geben Rat und Tat.

Es kann mir nichts geschehen,
als was er hat ersehen
und was mir selig ist.
Ich nehm es, wie er’s gibet;
Was ihm von mir beliebet,
dasselbe hab auch ich erkiest. 

Sonnabend

PSALM 107, 1 - 9 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
         So sollen sagen, 
         die erlöst sind durch den HERRN,
         die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
         Die irregingen in der Wüste, 
         auf ungebahntem Wege,
         und fanden keine Stadt, 
         in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren
und deren Seele verschmachtete,
         die dann zum Herrn riefen in ihrer Not
          und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
dass sie kamen zur Stadt,
in der sie wohnen konnten:
         Die sollen dem Herrn danken für seine Güte 
         und für seine Wunder,
         die er an den Menschenkindern tut,
dass er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem. JESAJA 41, 10 – 13 Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Siehe, zu Spott und zuschanden sollen werden alle, die dich hassen; sie sollen werden wie nichts und die Leute, die mit dir hadern, sollen umkommen. Wenn du nach ihnen fragst, wirst du sie nicht finden. Die mit dir hadern, sollen werden wie nichts, und die wider dich streiten, sollen ein Ende haben. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!
 
  LIED 419

Hilf, Herr meines Lebens,
dass ich nicht vergebens,
dass ich nicht vergebens,
hier auf Erden bin.

Hilf, Herr meiner Tage,
dass ich nicht zur Plage,
dass ich nicht zur Plage
meinem nächsten bin.

Vierter Sonntag nach Epiphanias

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Psalm 66,5 PSALM 107, 10  –  22 Die  da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen, weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten, so dass er ihr Herz durch Unglück beugte und sie dalagen und ihnen niemand half, die dann zum HERRN riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriss ihre Bande: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, dass er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel. Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung und um ihrer Sünde willen, dass ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden. Die dann zum HERRN riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten, er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, und sollen Dank opfern und seine Werke erzählen mit Freuden. LESUNG AUS  DEM  ALTEN  TESTAMENT Jesaja 51, 9 - 16 Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat? Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, dass die Erlösten hindurchgingen? So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden  sie  ergreifen,  aber Trauern  und Seufzen wird von ihnen fliehen. Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen gefürchtet hast, die doch sterben, und vor Menschenkindern, die wie Gras vergehen, und hast des HERRN vergessen, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgebreitet und die Erde gegründet hat, und hast dich ständig gefürchtet den ganzen Tag vor dem Grimm des Bedrängers, als er sich vornahm, dich zu verderben? Wo ist nun der Grimm des Bedrängers? Der Gefangene wird eilends losgegeben, dass er nicht sterbe und begraben werde und dass er keinen Mangel an Brot habe. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der das Meer erregt, dass seine Wellenwüten - sein Name heißt HERR Zebaoth -; ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen, auf dass ich den Himmel von neuem ausbreite und die  Erde  gründe und zu Zion spreche: Du bist mein Volk. EPISTEL 2. Korinther l, 8 - 11 Denn wir wollen euch, liebe Brüder, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asien widerfahren ist, wo wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, so dass wir auch am Leben verzagten und es bei uns selbst für beschlossen hielten, wir müssten  sterben. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. Dazu helft auch ihr durch eure Fürbitte für uns, damit unsertwegen für die Gabe, die uns gegeben ist, durch viele Personen viel Dank dargebracht werde. EVANGELIUM Markus 4, 35 – 41 Und am Abend desselben Tages sprach Jesu zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren. Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass das Boot schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme!  Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam! WOCHENLIED 346 Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. Ein Christenmensch lebt nicht aus sich selbst, sondern in Christus und in seinem Nächsten; in Christus durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe. Durch den Glauben fährt er über sich in Gott, aus Gott fährt er wieder unter sich durch die Liebe und bleibt doch immer in Gott und göttlicher Liebe, ebenso wie Christus Joh. 1, 51 sagt: „Ihr werdet noch sehen den Himmel offen stehen und die Engel auf- und absteigen über dem Sohn des Menschen.“ Siehe, das ist die rechte, geistliche, christliche Freiheit, die das Herz frei macht von allen Sünden, Gesetzen und Geboten, die alle andere Freiheit übertrifft wie der Himmel die Erde. Das gebe uns Gott recht zu verstehen und zu behalten. Amen. Martin Luther

Montag

PSALM 107, 33 - 43 Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen, dass fruchtbares Land zur Salzwüste wurde wegen der Bosheit derer, die dort wohnten. Er machte das Trockene wieder wasserreich und gab dem dürren Lande Wasserquellen und ließ die Hungrigen dort bleiben, dass sie eine Stadt bauten, in der sie wohnen konnten und Äcker besäten und Weinberge pflanzten, die jährlich Früchte trugen. Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh. Aber sie wurden gering an Zahl und geschwächt von der Last des Unglücks und des Kummers. Er schüttete Verachtung aus auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, wo kein Weg ist; aber die Armen schützte er vor Elend und mehrte ihr Geschlecht wie eine Herde. Das werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden. Wer ist weise und behält dies? Der wird merken, wieviel Wohltaten der HERR erweist. JAKOBUS 5, 13 – 18 Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.

Dienstag

PSALM 108, 2 - 6 Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Lande! JUDAS 17 – 25 Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus als sie euch sagten, dass zu der letzten Zeit Spötter sein werden, die nach ihren eigenen gottlosen Begierden leben. Diese sind es, die Spaltungen hervorrufen, niedrig Gesinnte, die den Geist nicht haben. Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben, und betet im heiligen Geist, und erhaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Und erbarmt euch derer, die zweifein; andere reißt aus dem Feuer und rettet sie; anderer erbarmt euch in Furcht und hasst auch das Gewand, das befleckt ist vom Fleisch. Dem aber, der euch vor dem Straucheln behüten kann und euch untadelig stellen kann vor das Angesicht seiner Herrlichkeit mit Freuden, dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen. LIED 333 Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, sie währet ewiglich, sie währet ewiglich.

Mittwoch

PSALM 111 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen
im Rate der Frommen und in der Gemeinde.
     Groß sind die Werke des HERRN;
     wer sie erforscht, der hat Freude daran.
Was er tut, das ist herrlich und prächtig,
und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
     Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
     der gnädige und barmherzige HERR.
Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;
er gedenkt ewig an seinen Bund.
     Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,
     dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden.
Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;
alle seine Ordnungen sind beständig.
     Sie stehen fest für immer und ewig;
     sie sind recht und verlässlich.
Er sendet eine Erlösung seinem Volk;
er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll.
     Heilig und hehr ist sein Name.
     Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang.
Klug sind alle, die danach tun.
Sein Lob bleibet ewiglich.
MATTHÄUS 3, 1 – 12 Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! Denn dieser ist’s, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat (Jesaja 40,3): „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!“  Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren an und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig. Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und ganz Judäa und alle Länder am Jordan und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden. Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße! Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
LIED 236

Ohren gabst du mir,
hören kann ich nicht:
der du Taube heilst,
Herr, erbarm dich mein
erbarm dich mein.

Augen gabst du mir,
sehen kann ich nicht:
der du Blinde heilst,
Herr, erbarm dich mein,
erbarm dich mein.

Donnerstag

PSALM 112 Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet,
der große Freude hat an seinen Geboten!
   Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande;
   die Kinder der Frommen werden gesegnet sein.
Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein,
und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
   Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis
   von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.
Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht
und das Seine tut, wie es recht ist!
   Denn er wird ewiglich bleiben;
   der Gerechte wird nimmermehr vergessen.
Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht;
sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN.
   Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht,
   bis er auf seine Feinde herabsieht.
Er streut aus und gibt den Armen;
seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Seine Kraft wird hoch in Ehren stehen.
   Der Gottlose wird’s sehen und es wird ihn verdrießen;
   mit den Zähnen wird er knirschen und vergehen.
Denn was die Gottlosen wollen, das wird zunichte.
MATTHÄUS 5, 17 – 20 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen
LIED 416

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage,
wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe,
wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke,
wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde,
wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten: nicht,
dass ich getröstet werde,
sondern dass ich andere tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich andere verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern das ich andere liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt,
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.

Freitag

PSALM 109, 21 – 31 Aber du, HERR, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: Errette mich! Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir. Ich fahre dahin wie ein Schatten, der schwindet, und werde abgeschüttelt wie Heuschrecken. Meine Knie sind schwach vom Fasten, und mein Leib ist mager und hat kein Fett. Ich bin ihnen zum Spott geworden; wenn sie mich sehen, schütteln sie den Kopf. Steh mir bei, HERR, mein Gott! Hilf mir nach deiner Gnade, und lass sie innewerden, dass dies deine Hand ist und du, HERR, das tust. Fluchen sie, so segne du. Erheben sie sich gegen mich, so sollen sie zuschanden werden; aber dein Knecht soll sich freuen. Meine Widersacher sollen mit Schmach angezogen und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Mantel. Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen vor der Menge. Denn er steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen. MATTHÄUS 5, 33 – 37 Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist (3.Mose 19,12; 4.Mose 30,3): „Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.“ Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. LIED 472 Ich bitt, dass du mir gnädig, um Christi willen seist; mach mich von Sünden ledig, gib mir den Heiligen Geist, der mich weise und lehre, ja der mich leit und führ, auf dass ich nimmermehre Gotts Steg und Weg verlier.

Sonnabend

PSALM 113 Halleluja!Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN! Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit! Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN! Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist. Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden? Der oben thront in der Höhe, der hernieder schaut in die Tiefe, der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes; der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja! AMOS 8, 1 – 12 Gott der HERR ließ mich schauen, und siehe, da stand ein Korb mit reifem Obst. Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit reifem Obst. Da sprach der HERR zu mir: Reif zum Ende ist mein Volk Israel; ich will ihm nichts mehr übersehen. Und die Lieder im Tempel sollen in Heulen verkehrt werden zur selben Zeit, spricht Gott der HERR. Es werden an allen Orten viele Leichname liegen, die man heimlich hinwirft. Höret dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden im Lande zugrunde richtet und sprecht: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, dass wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, dass wir Korn feilhalten können und das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen und Spreu für Korn verkaufen? Der HERR hat bei sich, dem Ruhm Jakobs, geschworen: Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen! Sollte nicht um solcher Taten willen das Land erbeben müssen und alle Bewohner trauern? Ja, es soll sich heben wie die Wasser des Nils und sich senken wie der Strom Ägyptens. Zur selben Zeit, spricht Gott der HERR, will ich die Sonne am Mittag untergehen und das Land am hellen Tage finster werden lassen. Ich will eure Feiertage in Trauer und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln. Ich will über alle Lenden den Sack bringen und alle Köpfe kahl machen und will ein Trauern schaffen, wie man trauert über den einzigen Sohn, und sie sollen ein bitteres Ende nehmen. Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören; dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden. LIED 193 Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, dass sie dich lob in Ewigkeit.

Fünfter Sonntag nach Epiphanias

Der Herr wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. 1. Korinther 4, 5b PSALM 92, 2 –  6 Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken Und lobsingen deinem Namen, du Höchster,

des Morgens deine Gnade
und des Nachts deine Wahrheit verkündigen
auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe.
Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen
von deinen Werken,
und ich rühme die Taten deiner Hände.
HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief. LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 40, 12 –  25 Wer misst die Wasser mit der hohlen Hand, und wer bestimmt des Himmels Weite mit der Spanne und fasst den Staub der Erde mit dem Maß und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage? Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn? Wen fragt er um Rat, der ihm Einsicht gebe und lehre ihn den Weg des Rechts und lehre ihn Erkenntnis und weise ihm den Weg des Verstandes? Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. Der Libanon wäre zu wenig zum Feuer und seine Tiere zu wenig zum Brandopfer. Alle Völker sind vor ihm wie nichts und gelten ihm als nichtig und eitel. Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen? Der Meister gießt ein Bild, und der Goldschmied vergoldet’s und macht silberne Ketten daran. Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt. Wisst ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ist’s euch nicht von Anfang an verkündigt? Habt Ihr’s nicht gelernt von Anbeginn der Erde? Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt; er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte: Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm eine Wurzel in der Erde, da lässt er einen Wind unter sie wehen, dass sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu. Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? spricht der Heilige. EPISTEL 1. Korinther 1, 6 - 9 Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden, so dass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. EVANGELIUM Matthäus 13, 24 – 30 Jesus legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune. WOCHENLIED 246 Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, dass wir nichts andres suchen mehr. Er wählt lieber uns, da er gerne mit uns Gemeinschaft hat. Welche Freude! Welche Gnade! Welche Kraft der Liebe! Wurde der Allerhöchste so nicht zu einem von uns allen? Wer hat das bewirkt? Die Liebe, die nicht auf Würde achtet, reich ist an Huld, stark in ihrer Zuneigung, wirksam in ihrem Ratschluss. Was könnte mächtiger sein? Es triumphiert die Liebe sogar über Gott! Und was ist dennoch so ohnmächtig? Die Liebe ist es. Was ist das, bitte, für eine Kraft, so mächtig in ihrem Sieg und so besiegt in ihrer Macht? Er hat sich schließlich selbst entäußert, damit du weißt: Liebe war es, dass die Fülle sich verströmte, die Hoheit sich anglich, die Einzigartigkeit sich zu uns gesellte. Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 115 Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen! Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, sie haben Hände und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle. Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich, alle, die auf sie hoffen. Aber Israel hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN Er ist ihre Hilfe und Schild. Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. Der HERR denkt an uns und segnet uns; Er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron. Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen. Der HERR segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder! Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Himmel ist der Himmel des HERRN; Aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. Die Toten werden dich, HERR, nicht loben, keiner, der hinunterfährt in die Stille; aber wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! MATTHÄUS 6, 1 – 4 Habt acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibt, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. LIED 394 Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehen an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit. Vergesset, was dahinten liegt und euern Weg beschwert; was ewig euer Herz vergnügt, ist wohl des Opfers wert. Und was euch noch gefangen hält, o werft es von euch ab! Begraben sei die ganze Welt für euch in Christi Grab.

Dienstag

PSALM 116, 1 – 9 Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens. Er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen Stricke des Todes hatten mich umfangen, des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN Ach, HERR, errette mich! Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir. Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes. Denn du hast meine Seele vom Tode errettet mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln, vor dem HERRN im Lande der Lebendigen MATTHÄUS 6, 5 - 13 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung,  sondern  erlöse  uns von  dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Mittwoch

Psalm 117, 1 – 2 Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja! MATTHÄUS 7, 13 – 14 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s die ihn finden! LIED 400 Erhalte mich auf deinen Stegen und lass mich nicht mehr irre gehen; lass meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stillestehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz!

Donnerstag

PSALM 118, 1 – 9 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich. Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich. Es sagen nun, die den HERRN fürchten: Seine Güte währet ewiglich. In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich. Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun? Der HERR ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde. Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. Es ist gut, auf den HERRN vertrauen Und nicht sich verlassen auf Fürsten. Matthäus 9, 35 – 10,1 Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen. Lied 258 Zieht in Frieden eure Pfade. Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, geht’s unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe. Vergesst uns nicht in seinem Licht und wenn ihr sucht sein Angesicht.

Freitag

PSALM 121 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! MATTHÄUS 10, 34 – 39 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. LIED 385 So lasst uns denn dem lieben Herrn Mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getrost und gern in allem Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon.

Sonnabend

PSALM 123

Ich hebe meine Augen auf zu dir,
der du  im  Himmel wohnest.
    Siehe,  wie die Augen der Knechte
    auf die Hände ihrer Herren sehen,
wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau,
so sehen unsre Augen auf den HERRN,
    unsern Gott, bis er uns gnädig werde.
    Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig;
    denn allzusehr litten wir Verachtung.
Allzusehr litt unsere Seele den Spott der Stolzen
und die Verachtung der Hoffärtigen.


2. PETRUS 1, 16 - 21

Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.


LIED 379

Gott wohnt in einem Lichte,
dem keiner nahen kann.
Von seinem Angesichte
trennt uns der Sünde Bann.
Unsterblich und gewaltig ist unser Gott allein,
will König tausendfaltig, Herr aller Herren sein.

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Über dir geht auf der HERR,
und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Jesaja 60, 2 PSALM  97 Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich
und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind.
    Wolken und Dunkel sind um ihn her, 
    Gerechtigkeit und Gericht sind seines Thrones Stütze.
Feuer geht vor ihm her
und verzehrt ringsum seine Feinde. 
    Seine Blitze erleuchten den Erdkreis,
    das Erdreich sieht es und erschrickt.
Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, 
vor dem Herrscher der ganzen Erde.
    Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit,
    und seine Herrlichkeit sehen alle Völker.
Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen 
und sich der Götzen rühmen. 
Betet ihn an, alle Götter! 
    Zion hört es und ist froh, 
    und die Töchter Juda sind fröhlich,
    weil du, HERR, recht regierest. 
Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, 
du bist hoch erhöht über alle Götter.
    Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge!
    Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen;
    aus der Hand der Gottlosen wird er sie erretten.
Dem Gerechten muß das Licht immer wieder
aufgehen und Freude den frommen Herzen.
    Ihr Gerechten, freut euch des HERRN
    und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen! LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 2. Mose 3, 1-10

Mose  aber  hütete  die Schafe Jetros,  seines Schwiegervaters,  des Priesters  in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame  Erscheinung  besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der HERR sah, daß er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh  deine  Schuhe  von  deinen Füßen, denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land. Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der HERR sprach:Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in  das  Gebiet  der Kanaaniter,  Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Not gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.
 
 

EPISTEL 2. Korinther 4, 6-10

Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwengliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen.  Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbart werde. 

EVANGELIUM Matthäus 17, 1-9 

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. 

WOCHENLIED 67 

Laß uns in deiner Liebe
und Kenntnis nehmen zu,
daß wir am Glauben bleiben,
dir dienen im Geist so,
daß wir hier mögen schmecken,
dein Süßigkeit im Herzen
und dürsten stets nach dir.
 

Auch ich habe das göttliche Wort, aber im Fleisch; auch mir wird die Wahrheit gereicht, aber im Sakrament. Der Engel sättigt sich am besten Weizen und stillt seinen Hunger am reinen Mark; ich muß noch zufrieden sein mit der äußeren Schale des Sakramentes, wie ich sagen möchte, mit der Rinde des Fleisches, der Spreu des Buchstabens, der Hülle des Glaubens. Der Genuß dieser Nahrung führt zum Tod, wenn sie nicht ein wenig Würze erlangt durch die Erstlingsgabe des Geistes. Gewiß, für mich ist der Tod im Topf, wenn die Speise nicht durch das Mehl des Propheten gesüßt wird. Ohne den Geist führt ja das Sakrament zum Gericht, das Fleisch nützt nichts, der Buchstabe tötet, und der Glaube ist tot. Der Geist ist es, der lebendig macht, damit ich mit dieser Nahrung lebe. Doch mag sie auch noch so reich mit der Fülle des Geistes gewürzt werden, so wird doch nicht mit der gleichen Wonne die Schale des Sakraments und das Mark des Getreides genossen, und nicht mit gleicher Wonne begegnen uns Glaube und Schau, Gedenken und Gegenwart, Ewigkeit und Zeit, Antlitz und Spiegel, das Bild Gottes und die Knechtsgestalt. Mein Glaube in all diesem ist freilich reich, die Erkenntnis aber arm. Kann denn der Wohlgeschmack an der
Erkenntnis und am Glauben gleich sein, da doch dieser zum Verdienst gereicht, jene aber, die Erkenntnis, zum Lohn? Du siehst also, wie verschieden Nahrung und Wohnstätte sind und wie die Himmel erhaben sind über die Erde. So haben auch die, die in ihnen wohnen, Überfluß an höheren Gütern.

Laßt uns also, meine Söhne, hineilen zu dem Platz, wo größere Sicherheit ist, zu den süßeren Weiden, zum üppigeren und fruchtbareren Feld. Laßt uns eilen, damit wir ohne Furcht wohnen, Überfluß ohne Ende haben und Mahl halten ohne Übersättigung.

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 124 Wäre der HERR nicht bei uns 
- so sage Israel -,
     wäre der HERR nicht bei uns,
     wenn Menschen wider uns aufstehen,
so verschlängen sie uns lebendig, 
wenn ihr Zorn über uns entbrennt;
     so ersäufte uns Wasser,
     Ströme gingen über unsre Seele,
     es gingen Wasser hoch über uns hinweg. 
Gelobt sei der HERR, dass er uns nicht gibt 
zum Raub in ihre Zähne!
     Unsre Seele ist entronnen
     wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers;
     das Netz ist zerrissen, und wir sind frei. 
Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN, 
der Himmel und Erde gemacht hat.  MATTHÄUS 10, 40 - 42

 
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, der wird den Lohn eines Propheten empfangen. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen. Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: es wird ihm nicht unbelohnt bleiben.

LIED 257

 

Im Himmel und auf Erden 
ist alle Macht nun dein, 
bis alle Völker werden 
zu deinen Füßen sein, 
bis die von Süd und Norden, 
sind deine Gäste worden 
bei deinem Hochzeitsfest. 

Noch werden sie geladen, 
noch gehn die Boten aus, 
um mit dem Ruf der Gnaden 
zu füllen dir dein Haus. 
Es ist kein Preis zu teuer, 
es ist kein Weg zu schwer, 
hinauszustreun dein Feuer 
ins weite Völkermeer.

Dienstag

PSALM 125, 1 - 5 Die auf den HERRN hoffen, werden nicht fallen,
sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.
     Wie um Jerusalem Berge sind,
     so ist der HERR um sein Volk her
     von nun an bis in Ewigkeit. 
Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben 
über dem Erbteil der Gerechten, 
damit die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit.
     HERR, tu wohl den Guten
     und denen, die frommen Herzens sind. 
Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, 
wird der HERR dahinfahren lassen mit den Übeltätern. 
Friede sei über Israel! MATTHÄUS 11, 11 - 15

Christus spricht: Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er. Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes; und wenn ihr’s annehmen wollt: er ist Elia, der da kommen soll. Wer Ohren hat, der höre!

LIED 312

 

Kam einst zum Ufer
nach Gottes Wort und Plan
ein Prediger und Rufer, 
Johannes hieß der Mann.
Kam einst zum Ufer, 
Johannes hieß der Mann. 

So steht geschrieben: 
Was krumm ist, macht gerade. 
Macht groß, was klein geblieben, 
und eben jeden Pfad. 
So steht geschrieben: 
Macht eben jeden Pfad.

Mittwoch

PSALM 127  Wenn der HERR nicht das Haus baut, 
Wenn der HERR nicht die Stadt behütet,
so wacht der Wächter umsonst.
    Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht
    und hernach lange sitzet
und esset euer Brot mit Sorgen;
denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
    Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, 
    und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
Wie Pfeile in der Hand eines Starken,
so sind die Söhne der Jugendzeit. 
Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat!
    Sie werden nicht zuschanden,
    wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor. MATTHÄUS 12, 22 - 32

Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm und er heilte ihn, so dass der Stumme redete und sah. Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids Sohn? Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebub, ihren Obersten. Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen? Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus berauben. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

LIED 136 

O komm, du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an
dass jeglicher getreuer
den Herrn bekennen kann.

Donnerstag

PSALM 131  
HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, 
und meine Augen sind nicht stolz.
    Ich gehe nicht um mit großen Dingen,
    die mir zu wunderbar sind. 
Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden 
wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; 
wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.
    Israel, hoffe auf den HERRN
    von nun an bis in Ewigkeit! MATTHÄUS 12, 33 - 36

 
Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum. Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.

LIED 410

 
Christus, das Licht der Welt
welch ein Grund zur Freude!
In unser Dunkel kam er als ein Bruder.
Wer ihm begegnet,
der sieht auch den Vater.
Ehre sei Gott, dem Herrn!

Freitag

PSALM 133, 1 - 3  
Siehe, wie fein und lieblich ist’s,
wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!
    Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons,
    das herabfließt in seinen Bart,
das herabfließt zum Saum seines Kleides, 
wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions!
    Denn dort verheißt der HERR den Segen
    und Leben bis in Ewigkeit. MATTHÄUS 13, 44 - 52

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist und Fische aller Art fängt. Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt gehen: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: ja. Da sprach er: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.  

 
 

LIED 199

 
Gott hat das letzte Wort.
Er wird es neu uns sagen
dereinst nach diesen Tagen
im ewgen Lichte dort. 

Gott steht am Anbeginn,
und er wird alles enden.
In seinen starken Händen 
liegt Ursprung, Ziel und Sinn.

Sonnabend

PSALM 134 Wohlan, lobet den HERRN,
alle Knechte des HERRN,
die ihr steht des Nachts im Hause des HERRN!
     Hebet eure Hände auf im Heiligtum
     und lobet den HERRN!
Der HERR segne dich aus Zion, 
der Himmel und Erde gemacht hat!  DANIEL 9, 17 – 19 

Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen. Lass leuchten dein Antlitz über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr! Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, merk auf! Tu es und säume nicht – um deinetwillen, mein Gott! Denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.

 

LIED 294 

Nun saget Dank und lobt den Herren,
denn groß ist seine Freundlichkeit,
und seine Gnad und Güte währen
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Du, Gottes Volk, sollst es verkünden:
Groß ist des Herrn Barmherzigkeit;
er will sich selbst mit uns verbünden
und wird uns tragen durch die Zeit.

Dritter Sonntag vor der Passionszeit - Septuagesimae

Wir liegen vor dir mit unserm Gebet
und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit,
sondern auf deine große Barmherzigkeit.  Daniel 9, 18 B PSALM 31, 20 – 25 Wie groß ist deine Güte, HERR,
die du bewahrt hast denen, die dich fürchten,
und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!
     Du birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute,
     du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte
mir erwiesen in einer festen Stadt.
     Ich sprach wohl in meinem Zagen:
     Ich bin von deinen Augen verstoßen.
Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.
Liebet den HERRN, alle seine Heiligen!
     Die Gläubigen behütet der HERR
     und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
Seid getrost und unverzagt
alle, die ihr des HERRN harret! LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jeremia 9, 22 – 23

So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

EPISTEL 1. Korinther 9, 24 - 27

Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt, sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.

EVANGELIUM Matthäus 20, 1 – 16

Das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.

Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.

WOCHENLIED 342

Es ist das Heil uns kommen her
von Gnad und lauter Güte;
die Werk, die helfen nimmermehr,
sie können nicht behüten.
Der Glaub sieht Jesus Christus an,
der hat für uns genug getan,
er ist der Mittler worden. 

Es ist gerecht vor Gott allein,
der diesen Glauben fasset;
der Glaub gibt einen hellen Schein,
wenn er die Werk nicht lasset;
mit Gott der Glaub ist wohl daran,
dem Nächsten wird die Lieb Guts tun,
bist du aus Gott geboren.

So herrsche auch unter uns, geliebte Brüder, die Einheit der Seelen: Eins seien die Herzen, indem wir eines lieben, eines suchen, an eines uns klammern, ein und dasselbe füreinander fühlen. So entgeht gewiss die äußere Trennung der Gefahr und wird nicht zum Stein des Anstoßes, denn wenn auch jeder das seine zu ertragen hat, wenn auch jeder in irdischen Belangen bisweilen seine eigene Ansicht hat, wenn auch bisweilen die Gnadengaben verschieden sind und nicht alle Glieder denselben Dienst zu leisten scheinen (Römer 12,4), so schließt doch die innere Einheit und Einmütigkeit auch diese Vielfalt zusammen und festigt sie durch das Band der Liebe und durch den Frieden, der sie zusammenhält.

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 135, 1 – 14 Halleluja! Lobet den Namen des HERRN,
lobet, ihr Knechte des HERRN,
     die ihr steht im Hause des HERRN,
     in den Vorhöfen am Hause unsres Gottes!
Lobet den HERRN, denn der HERR ist freundlich;
lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich!
     Denn der HERR hat sich Jakob erwählt,
     Israel zu seinem Eigentum.
Ja, ich weiß, dass der Herr groß ist
Und unser HERR über allen Göttern.
     Alles, was er will, das tut er im Himmel und auf Erden,
     im Meer und in allen Tiefen;
der die Wolken lässt aufsteigen vom Ende der Erde,
der die Blitze samt dem Regen macht,
     der den Wind herausführt aus seinen Kammern;
     der die Erstgeburten schlug in Ägypten
     bei den Menschen und beim Vieh
und ließ Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägyptenland,
über den Pharao und alle seine Knechte;
     der viele Völker schlug
     und tötete mächtige Könige,
Sihon, den König der Amoriter, und Og,
den König von Baschan,
     und alle Königreiche in Kanaan,
     und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.
HERR, dein Name währet ewiglich,
dein Ruhm, HERR, währet für und für.
     Denn der HERR schafft Recht seinem Volk
     und wird seinen Knechten gnädig sein.  Matthäus 14, 22 – 28 

Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als in die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! Und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!

LIED 269 

Ihr Christen alle, Frau und Mann,
fangt wie die Jünger Jesu an,
getreu zu folgen Gottes Plan.
Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Die Macht der Liebe neu vereint,
was heute noch geschieden scheint.
Im Dienst des Herrn ist niemand Feind.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Dienstag

PSALM 135, 15 – 21  Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold,
gemacht von Menschenhänden.
     Sie haben Mäuler und reden nicht,
     sie haben Augen und sehen nicht,
sie haben Ohren und hören nicht,
auch ist kein Odem in ihrem Munde.
     Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich,
     alle, die auf sie hoffen.
Das Haus Israel lobe den HERRN!
Lobet den HERRN, ihr vom Hause Aaron!
     Ihr vom Hause Levi, lobet den HERRN!
     Die ihr den HERRN fürchtet, lobet den HERRN!
Gelobt sei der HERR aus Zion,
der zu Jerusalem wohnt!
Halleluja!
MATTHÄUS 16, 21 - 28 

Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, wie er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.

Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.

LIED 277 

Wenn ich nichts hören kann,
hilf mir dich rufen;
hilf mir dich hören,
wenn du mich rufst;
hilf mir gehorchen,
wenn du  mich berufen willst. 

Herr, deine Güte reicht,
so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit,
so weit die Wolken gehen.

Mittwoch

PSALM 136 

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
denn seine Güte währet ewiglich.
     Danket dem Gott aller Götter,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Danket dem Herrn aller Herren,
denn seine Güte währet ewiglich.
     Der allein große Wunder tut,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der die Himmel mit Weisheit gemacht hat,
denn seine Güte währet ewiglich.
     Der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der große Lichter gemacht hat,
denn seine Güte währet ewiglich:
     die Sonne, den Tag zu regieren,
     denn seine Güte währet ewiglich;
den Mond und die Sterne, die Nacht zu regieren,
denn seine Güte währet ewiglich.
     Der die Erstgeborenen schlug in Ägypten, 
     denn seine Güte währet ewiglich;
und führte Israel von dort heraus,
denn seine Güte währet ewiglich;
     mit starker Hand und ausgerecktem Arm,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der das Schilfmeer teilte in zwei Teile,
denn seine Güte währet ewiglich;
     und ließ Israel mitten hindurchgehen,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieß,
denn seine Güte währet ewiglich;
     Der sein Volk führte durch die Wüste,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der große Könige schlug,
denn seine Güte währet ewiglich;
     und brachte mächtige Könige um,
     denn seine Güte währet ewiglich;
Sihon, den König der Amoriter,
denn seine Güte währet ewiglich;
     und Og, den König von Baschan,
     denn seine Güte währet ewiglich;
und gab ihr Land zum Erbe,
denn seine Güte währet ewiglich;
     zum Erbe seinem Knecht Israel
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der an uns dachte, als wir unterdrückt waren,
denn seine Güte währet ewiglich;
     und uns erlöste von unsern Feinden,
     denn seine Güte währet ewiglich.
Der Speise gibt allem Fleisch,
denn seine Güte währet ewiglich.
     Danket dem Gott des Himmels,
     denn seine Güte währet ewiglich.
MATTHÄUS 18, 1 – 10 

Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist. Weh der Welt der Verführungen wegen! Es müssen ja Verführungen kommen; doch weh dem Menschen, der zum Abfall verführt! Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass du lahm oder verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände oder zwei Füße hast und wirst in das ewige Feuer geworfen. Und wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass du einäugig zum Leben eingehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in das höllische Feuer geworfen. Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.

 LIED 235 

O Herr, nimm unsre Schuld,
mit der wir uns belasten,
und führe selbst die Hand,
mit der wir nach dir tasten.

O Herr, nimm unsre Schuld,
die Dinge, die uns binden,
und hilf, dass wir durch dich
den Weg zum andern finden.

 

Donnerstag

PSALM 138 Ich danke dir von ganzem Herzen
vor den Göttern will ich dir lobsingen.
    Ich will anbeten vor deinem heiligen Tempel
    und deinen Namen preisen für deine Güte und Treue;
denn du hast deinen Namen 
und dein Wort herrlich gemacht über alles.
    Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich
    und gibst meiner Seele große Kraft.
Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden,
dass sie hören das Wort deines Mundes;
    sie singen von den Wegen des HERRN,
    dass die Herrlichkeit des HERRN so groß ist.
Denn der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen
und kennt den Stolzen von ferne.
    Wenn ich mitten in der Angst wandle,
    so erquickest du mich
und reckst deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde 
und hilfst mir mit deiner Rechten.
    Der HERR wird meine Sache hinausführen.
    HERR, deine Güte ist ewig.
    Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.  MATTHÄUS 18, 15 – 20  Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. LIED 250 

Ich lobe dich von ganzer Seelen,
dass du auf diesem Erdenkreis
dir wollen eine Kirch erwählen
zu deines Namens Lob und Preis,
darinnen sich viel Menschen finden
in einer heiligen Gemein,
die da von allen ihren Sünden
durch Christi Blut gewaschen sein. 

Erhalt uns, Herr, im rechten Glauben
noch fernerhin bis an das End;
ach lass uns nicht die Schätze rauben:
dein heilig Wort und Sakrament.
Erfüll die Herzen deiner Christen
mit Gnade, Segen, Fried und Freud,
durch Liebesfeuer sie auszurüsten
zur ungefärbten Einigkeit.

Freitag

PSALM 139  HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
Du verstehst meine Gedanken von ferne.
    Ich gehe oder liege, so bist du um mich
    und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR nicht schon wüsstest.
    Von allen Seiten umgibst du mich
    und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, 
ich kann sie nicht begreifen.
    Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
    und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
    Nähme ich Flügel der Morgenröte
    und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
    Spräche ich: Finsternis möge mich decken
    und Nacht statt Licht um mich sein -,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,
und die Nacht leuchtete wie der Tag.
    Finsternis ist wie das Licht.
    Denn du hast meine Nieren bereitet
    und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
    Es war dir mein Gebein nicht verborgen,
    als ich im Verborgenen gemacht wurde,
    als ich gebildet wurde unten in der Erde.
Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war,
und alle Tage waren in dein Buch geschrieben,
die noch werden sollten und von denen keiner da war.
    Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!
    Wie ist ihre Summe so groß!
Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: 
Am Ende bin ich noch immer bei dir.
    Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten!
    Dass doch die Blutgierigen von mir wichen!
Denn sie reden von dir lästerlich,
und deine Feinde erheben sich mit frechem Mut.
    Sollte ich nicht hassen. HERR, die dich hassen,
    und verabscheuen, die sich gegen dich erheben?
Ich hasse sie mit ganzem Ernst;
sie sind mir zu Feinden geworden.
    Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
    prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, 
und leite mich auf ewigem Wege. MATTHÄUS 19, 16 – 26 

Und siehe, einer trat zu Jesus und fragte: Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe? Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem, was gut ist? Gut ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber sprach: „Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter“; und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch? Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!

Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter. Jesus ab er sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Als das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen; Ja, wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist’s unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.

LIED 358 

Es kennt der Herr die Seinen
und hat sie stets gekannt,
die Großen und die Kleinen
in jedem Volk und Land;
er lässt sie nicht verderben,
er führt sie aus und ein,
im Leben und im Sterben
sind sie und bleiben sein.

Sonnabend

PSALM 141 HERR, ich rufe zu dir, eile zu mir;
vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.
    Mein Gebet möge vor dir gelten als ein Räucheropfer,
    das Aufheben meiner Hände als ein Abendopfer.
HERR, behüte meinen Mund
und bewahre meine Lippen!
    Neige mein Herz nicht zum Bösen, 
    gottlos zu leben mit den Übeltätern;
    ich mag nicht essen von ihren leckeren Speisen.
Der Gerechte schlage mich freundlich 
und weise mich zurecht;
das wird mir wohl tun wie Balsam auf dem Haupte.
    Mein Haupt wird sich dagegen nicht wehren.
    Doch ich bete stets, dass jene mir nicht Schaden tun.
Ihre Anführer sollen hinabgestürzt werden vom Felsen; 
dann wird man merken, wie richtig meine Worte gewesen sind.
    Ihre Gebeine werden zerstreut bis zur Pforte des Todes,
    wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.
Ja, auf dich, HERR, sehen meine Augen;
Ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin.
    Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben, 
    und vor der Falle der Übeltäter.
Die Gottlosen sollen miteinander in ihr eigenes
Netz fallen; mich aber lass entrinnen.  JESAJA 55, 6 – 9 

Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; rufet ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

LIED 291 

Ich will dir danken, Herr,
unter den Völkern:
ich will dir lobsingen
unter den Leuten. 

Denn deine Gnade reicht,
soweit der Himmel ist, 
und deine Wahrheit,
soweit die Wolken gehen. 

Herr Gott, erhebe weit
über den Himmel dich
und deine Ehre
weit über alle Land.

Zweiter Sonntag vor der Passionszeit - Sexagesimae

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, 
so verstockt eure Herzen nicht. 
Hebräer 3, 15  PSALM 119, 105 - 120 
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte 
und ein Licht auf meinem Wege.
    Ich schwöre und will’s halten:
    Die Ordnungen deiner Gerechtigkeit will ich bewahren. 
Ich bin sehr gedemütigt; 
HERR, erquicke mich nach deinem Wort!
    Lass dir gefallen, HERR, das Opfer meines Mundes,
    und lehre mich deine Ordnungen. 
Mein Leben ist immer in Gefahr; 
aber dein Gesetz vergesse ich nicht.
    Die Gottlosen legen mir Schlingen;
    ich aber irre nicht ab von deinen Befehlen. 
Deine Mahnungen sind mein ewiges Erbe; 
denn sie sind meines Herzens Wonne.
    Ich neige mein Herz,
    zu tun deine Gebote immer und ewiglich. 
Ich hasse die Wankelmütigen 
und liebe dein Gesetz.
    Du bist mein Schutz und mein Schild;
    ich hoffe auf dein Wort. 
Weichet von mir, ihr Übeltäter! 
Ich will mich halten an die Gebote meines Gottes.
    Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,
    und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung. 
Stärke mich, dass ich gerettet werde, 
so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.
    Du verwirfst alle, die von deinen Geboten abirren;
    denn ihr Tun ist Lug und Trug. 
Du schaffst alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlacken,
darum liebe ich deine Mahnungen.
    Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schaudert,
    und ich entsetze mich vor deinen Gerichten. LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
Jesaja 55, 10 – 12 a 

Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen- und im Frieden geleitet werden.

EPISTEL 
Hebräer 4, 12 - 13 

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

EVANGELIUM 
Lukas 8, 4 - 8 

Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen’s auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten’s. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

WOCHENLIED 280 

Es wolle Gott uns gnädig sein 
und seinen Segen geben, 
sein Antlitz uns mit hellem Schein 
erleucht zum ewgen Leben, 
dass wir erkennen seine Werk 
und was ihm lieb auf Erden, 
und Jesus Christus, Heil und Stärk, 
bekannt den Heiden werden 
und sie zu Gott bekehren. 

Ein Christ scharrt nicht das Irdische zu sich; er hat seinen Schatz in den Himmel gelegt, in den Schoß Gottes, und spricht: Lieber Herr, ich weiß, dass du noch mehr hast; du hast viel mehr, als du je vergeben magst; es wird mir in dir nicht mangeln. Denn wenn es not wäre, die Himmel müssten Gulden regnen; sei du mein Kasten, Keller und Söller; in dir habe ich alle Schätze; wenn ich dich habe, so habe ich genug. Das sind rechte Christen. 

Martin Luther

Montag

PSALM 142 Ich schreie zum HERRN mit meiner Stimme, 
ich flehe zum HERRN mit meiner Stimme.
     Ich schütte meine Klage vor ihm aus
     und zeige an vor ihm meine Not. 
Wenn mein Geist in Ängsten ist, 
so nimmst du dich meiner an. 
Sie legen mir Schlingen auf dem Wege, den ich gehe.
     Schau zur Rechten und sieh:da will niemand mich kennen.
     Ich kann nicht entfliehen, niemand nimmt sich meiner an.
HERR, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, 
mein Teil im Lande der Lebendigen.
      
Höre auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt.
     Errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig. 
Führe mich aus dem Kerker, 
dass ich preise deinen Namen.
     Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, 
     wenn du mir wohl tust. MATTHÄUS 19, 27 - 30

Da fing Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür gegeben? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird’s hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben. Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.

LIED 390

Erneure mich, o ewigs Licht, 
und lass von deinem Angesicht 
mein Herz und Seel mit deinem Schein 
durchleuchtet und erfüllet sein.

Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, 
der dir mit Lust Gehorsam leist’ 
und nichts sonst, als was du willst, will; 
ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll.

Auf dich lass meine Sinne gehn, 
lass sie nach dem, was droben, stehn, 
bis ich dich schau, o ewigs Licht, 
von Angesicht zu Angesicht.

Dienstag

PSALM 144, 1 - 8 Gelobt sei der HERR, mein Fels, der meine Hände kämpfen lehrt 
und meine Fäuste, Krieg zu führen,
    meine Hilfe und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter,
    mein Schild, auf den ich traue, der Völker unter mich zwingt. 
HERR, was ist der Mensch, 
dass du dich seiner annimmst, 
und des Menschen Kind, dass du ihn so beachtest?
    Ist doch der Mensch gleich wie nichts;
    seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten. 
HERR, neige deinen Himmel und fahre herab; 
rühre die Berge an, dass sie rauchen.
    Sende Blitze und streue sie aus,
    schick deine Pfeile und jage sie dahin, 
streck aus deine Hand von der Höhe. 
Erlöse mich und errette mich aus großen Wassern,
    aus der Hand der Fremden, deren Mund unnütz redet
    und deren rechte Hand trügt.  MATTHÄUS 23, 1 - 12 Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen’s zwar, tun’s aber nicht. Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen. Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern groß. Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen und haben’s gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden. Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. Der größte unter euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.  LIED 256

Einer ist’s, an dem wir hangen, 
der für uns in den Tod gegangen 
und uns erkauft mit seinem Blut. 
Unsre Leiber, unsre Herzen 
gehören dir, o Mann der Schmerzen; 
in deiner Liebe ruht sich’s gut. 
Nimm uns zum Eigentum, 
bereite dir zum Ruhm deine Kinder. 
Verbirg uns nicht das Gnadenlicht 
von deinem heilgen Angesicht.

Nicht wir haben dich erwählet, 
du selbst hast unsre Zahl gezählet 
nach deinem ewgen Gnadenrat; 
unsre Kraft ist schwach und nichtig, 
und keiner ist zum Werke tüchtig, 
der nicht von dir die Stärke hat. 
Drum brich den eignen Sinn, 
denn Armut ist Gewinn 
für den Himmel; 
wer in sich schwach, 
folgt, Herr, dir nach 
und trägt mit Ehren deine Schmach.

Mittwoch

PSALM 144, 9 - 15 
Gott, ich will dir ein neues Lied singen,
ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten,
    der du den Königen Sieg gibst 
    und erlösest deinen Knecht David 
    vom mörderischen Schwert.
Erlöse mich und errette mich aus der Hand der Fremden,
deren Mund Falsches redet und deren rechte Hand trügt.
    Unsere Söhne seien wie Pflanzen,
    die aufschießen in ihrer Jugendkraft - 
unsere Töchter wie Säulen, geschnitzt für Paläste -
unsere Kammern gefüllt,
dass sie Vorrat geben, einen nach dem andern –
    unsere Schafe, dass sie Tausende werfen 
    und Zehntausende auf unsern Triften -
unsere Rinder, dass sie tragen ohne Schaden und Verlust - 
und kein Klagegeschrei sei auf unsern Gassen. –
    Wohl dem Volk, dem es so ergeht! 
    Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!
  HEBRÄER 2, 9 - 13

Den aber, der „eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel“, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes „gekrönt mit Preis und Ehre“; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken. Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, dass er den, der viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hat, den Anfänger ihres Heils, durch Leiden vollendete. Denn weil sie alle von einem kommen, beide, der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen, und spricht: „Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen.“ Und wiederum: „Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen“; und wiederum: „Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat.“

LIED 401 

Liebe, die du mich zum Bilde 
deiner Gottheit hast gemacht, 
Liebe, die du mich so milde 
nach dem Fall hast wiederbracht: 
Liebe, dir ergeb ich mich, 
dein zu bleiben ewiglich. 

Liebe, die du mich erkoren, 
eh ich noch geschaffen war, 
Liebe, die du Mensch geboren 
und mir gleich wardst ganz und gar: 
Liebe, dir ergeb ich mich, 
dein zu bleiben ewiglich.

Donnerstag

PSALM 145, 1 - 14 Ich will dich erheben, mein Gott, du König, 
und deinen Namen loben immer und ewiglich.
    Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen
    immer und ewiglich. 
Der HERR ist groß und sehr zu loben, 
und seine Größe ist unausforschlich.
    Kindeskinder werden deine Werke preisen
    und deine gewaltigen Taten verkündigen. 
Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht 
und deinen Wundern nachsinnen;
    sie sollen reden von deinen mächtigen Taten
    und erzählen von deiner Herrlichkeit; 
sie sollen preisen deine große Güte 
und deine Gerechtigkeit rühmen.
    Gnädig und barmherzig ist der HERR,
    geduldig und von großer Güte. 
Der HERR ist allen gütig 
und erbarmt sich aller seiner Werke.
    Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke
    und deine Heiligen dich loben 
und die Ehre deines Königtums rühmen 
und von deiner Macht reden,
    dass den Menschen deine gewaltigen Taten kundwerden
    und die herrliche Pracht deines Königtums.
Dein Reich ist ein ewiges Reich,
und deine Herrschaft währet für und für. 
    Der HERR ist getreu in all seinen Worten
    und gnädig in allen seinen Werken.
Der HERR hält alle, die da fallen,
und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. HEBRÄER 3, 12 - 4, 1 Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es „heute“ heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten. Wenn es heißt: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah“ - wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren’s nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose? Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War’s nicht über die, die sündigten und deren Leiber in der Wüste zerfielen? Wem aber schwor er, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen? Und wir sehen, dass sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens. So lasst uns nun mit Furcht darauf achten, dass keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, dass wir zu seiner Ruhe kommen.  LIED 164 

Jesus, stärke deine Kinder 
und mach aus denen Überwinder, 
die du erkauft mit deinem Blut!
Schaffe in uns neues Leben, 
dass wir uns stets zu dir erheben, 
wenn uns entfallen will der Mut!
Gieß aus auf uns den Geist, 
dadurch die Liebe fließt in die Herzen:
so halten wir getreu an dir
im Tod und Leben für und für.

Freitag

PSALM 146

Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! 
Ich will den HERRN loben, solange ich lebe,
     und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
     Verlasset euch nicht auf Fürsten;
     sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. 
Denn des Menschen Geist muss davon, 
und er muss wieder zu Erde werden; 
dann sind verloren alle seine Pläne.
     Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,
     
der seine Hoffnung setzt auf den HERRN,
     
seinen Gott, 
der Himmel und Erde gemacht hat, 
das Meer und alles, was darinnen ist;
     der Treue hält ewiglich,
     der Recht schafft denen, die Gewalt leiden,
     der die Hungrigen speiset. 
Der HERR macht die Gefangenen frei. 
Der HERR macht die Blinden sehend.
     Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
     Der HERR liebt die Gerechten.
Der HERR behütet die Fremdlinge 
und erhält Waisen und Witwen; 
aber die Gottlosen führt er in die Irre. 
     Der HERR ist König ewiglich, 
     dein Gott, Zion, für und für. Halleluja!

HEBRÄER 4, 9 - 11

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. So lasst uns nun bemüht sein, zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam.

LIED 284

Das ist köstlich, dir zu sagen Lob und Preis!
Deine Güte, von der ich zu singen weiß, 
deinen Namen, Allerhöchster, rühm ich gern; 
überall will ich verkünden: Lobt den Herrn!

Morgens jauchz ich: Deine Gnade ist mein Lied.
Und die schönsten Instrumente tönen mit: 
noch zur Nachtzeit leuchtet deine Wahrheit mir,
deiner Ehre dient mein armes Lied zur Zier.

Wunderbar ist’s, wie du täglich Trost gewährst, 
der du uns mit deiner Hände Schöpfung ehrst; 
du schufst alle deine Werke uns zugut, 
und ich bin geborgen stets in deiner Hut.

Sonnabend

PSALM 147, 1 - 11

Halleluja! Lobet den HERRN! 
Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, 
ihn loben ist lieblich und schön.
     Der HERR baut Jerusalem auf
     und bringt zusammen die Verstreuten Israels.
Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, 
und verbindet ihre Wunden.
     Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.
     Unser Herr ist groß und von großer Kraft, 
     und unbegreiflich ist, wie er regiert.
Der HERR richtet die Elenden auf
und stößt die Gottlosen zu Boden.
     Singt dem HERRN ein Danklied 
     und lobt unsern Gott mit Harfen,
der den Himmel mit Wolken bedeckt
und Regen gibt auf Erden;
     der Gras auf den Bergen wachsen lässt,
     der dem Vieh sein Futter gibt,
     den jungen Raben, die zu ihm rufen.
Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses 
und kein Gefallen an den Schenkeln des Mannes.
     Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, 
     die auf seine Güte hoffen.

JESAJA 42, 10 - 16

Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde, die ihr auf dem Meer fahret, und was im Meer ist, ihr Inseln und die darauf wohnen! Rufet laut, ihr Wüsten und die Städte darin samt den Dörfern, wo Kedar wohnt. Es sollen jauchzen, die in Felsen wohnen, und rufen von den Höhen der Berge! Sie sollen dem HERRN die Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkünden! Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann kommt er in Eifer; laut erhebt er das Kampfgeschrei, zieht wie ein Held wider seine Feinde. Ich schwieg wohl eine lange Zeit, war still und hielt an mich. Nun aber will ich schreien wie eine Gebärende, ich will laut rufen und schreien. Ich will Berge und Hügel zur Wüste machen und all ihr Gras verdorren lassen und will die Wasserströme zu Land machen und die Seen austrocknen. Aber die Blinden will ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen; ich will sie führen auf den Steigen, die sie nicht kennen. Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene. Das alles will ich tun und nicht davon lassen.

LIED 96

Du schöner Lebensbaum des Paradieses,
gütiger Jesus, Gotteslamm auf Erden. 
Du bist der wahre Retter unsres Lebens, 
unser Befreier. 

Nur unsretwegen hattest du zu leiden, 
gingst an das Kreuz und trugst die Dornenkrone. 
Für unsre Sünden musstest du bezahlen 
mit deinem Leben.

 Lieber Herr Jesus, wandle uns von Grund auf, 
dass allen denen wir auch gern vergeben, 
die uns beleidigt, die uns Unrecht taten, 
selbst sich verfehlten.

 Für diese alle wollen wir dich bitten, 
nach deinem Vorbild laut zum Vater flehen, 
dass wir mit allen Heilgen zu dir kommen 
in deinen Frieden.

Sonntag vor der Passionszeit

Estomihi Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, 
und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. 
Lukas 18, 31  PSALM 31, 1 - 9  HERR, auf dich traue ich,
lass mich nimmermehr zuschanden werden,
errette mich durch deine Gerechtigkeit!
   Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
   Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 
Denn du bist mein Fels und meine Burg, 
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
   Du wollest mich aus dem Netze ziehen,
   das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. 
In deine Hände befehle ich meinen Geist; 
du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
   Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen;
   ich aber hoffe auf den HERRN. 
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, 
dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not
   und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
   du stellst meine Füße auf weiten Raum. LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
Amos 5, 21 - 24 So spricht der Herr: Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.  EPISTEL 
1. Korinther 13, 1 - 1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze: Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.  EVANGELIUM 
Markus 8, 31 - 38 Jesus fing an, seine Jünger zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.  WOCHENLIED 384

Lasset uns mit Jesus ziehen,
seinem Vorbild folgen nach, 
in der Welt der Welt entfliehen 
auf der Bahn, die er uns brach, 
immerfort zum Himmel reisen, 
irdisch noch schon himmlisch sein, 
glauben recht und leben rein, 
in der Lieb den Glauben weisen. 
Treuer Jesu, bleib bei mir, 
gehe vor, ich folge dir. 

 

Das Säckchen des Glaubens habe zwei Beutelchen: In dem einen Beutelchen stecke das Stück, dass wir glauben, wie wir durch Adams Sünde allzumal verderbt, Sünder und Verdammte sind, Rö 5, 12; Ps 51. In dem andern stecke das Stückchen, dass wir alle durch Jesus Christ von diesem verderbten, sündlichen, verdammten Wesen erlöst sind, Rö 5, 18; Jh 3, 16. Das Säckchen der Liebe habe auch zwei Beutelchen: In dem einen stecke dieses Stück, dass wir jedermann dienen und wohltun sollen, wie Christus uns getan hat, Rö 13, 8 ff. In dem andern stecke das Stückchen, dass wir alles Böse gern erleiden und dulden sollen. Martin Luther

Montag

PSALM 147, 12 - 20 Preise, Jerusalem, den HERRN; 
lobe, Zion, deinen Gott!
   Denn er macht fest die Riegel deiner Tore
   und segnet deine Kinder in deiner Mitte. 
Er schafft deinen Grenzen Frieden 
und sättigt dich mit dem besten Weizen.
   Er sendet sein Gebot auf die Erde,
   sein Wort läuft schnell.
Er gibt Schnee wie Wolle,
er streut Reif wie Asche.
   Er wirft seine Schloßen herab wie Brocken;
   wer kann bleiben vor seinem Frost? 
Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee; 
er lässt seinen Wind wehen, da taut es.
   Er verkündigt Jakob sein Wort,'
   Israel seine Gebote und sein Recht. 
So hat er an keinem Volk getan; 
sein Recht kennen sie nicht. 
Halleluja!  HEBRÄER 5, 1 - 6 Jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. Darum muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Ps 2, 7): „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Wie er auch an anderer Stelle spricht (Ps 110, 4): „Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“  LIED 90

Ich folge dir durch Tod und Leid,
o Herzog meiner Seligkeit, 
nichts soll mich von dir trennen. 
Du gehst den engen Weg voran; 
dein Kreuzestod mach offne Bahn 
den Seelen, die dich kennen. 
Ach Jesu, deine höchste Treu 
macht, daß mir nichts unmöglich sei, 
da du für mich gestorben; 
ich scheue nicht den bittern Tod 
und bin gewiss in aller Not: 
„Wer glaubt, ist unverdorben.“

Dienstag

PSALM 148 Halleluja! Lobet im Himmel den HERRN, 
lobet ihn in der Höhe!
    Lobet ihn, alle seine Engel,
    lobet ihn, all sein Heer! 
Lobet ihn, Sonne und Mond, 
lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
    Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel
    und ihr Wasser über dem Himmel! 
Die sollen loben den Namen des HERRN; 
denn er gebot, da wurden sie geschaffen.
    Er läßt sie bestehen für immer und ewig;
    er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten. 
Lobet den HERRN auf Erden, ihr großen Fische 
und alle Tiefen des Meeres,
    Feuer, Hagel, Schnee und Nebel,
    Sturmwinde, die sein Wort ausrichten, 
ihr Berge und alle Hügel, 
fruchttragende Bäume und alle Zedern,
    ihr Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel,
    ihr Könige auf Erden und alle Völker, 
Fürsten und alle Richter auf Erden, 
Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen!
    Die sollen loben den Namen des HERRN;
    denn sein Name allein ist hoch, 
seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist. 
Er erhöht die Macht seines Volkes.
    Alle seine Heiligen sollen loben,
    die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient.
    Halleluja!
HEBRÄER 10, 35 - 39 Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. Denn „nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben. Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm“" (Habakuk 2, 3 - 4). Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten. LIED 521

Auf Gott steht mein Vertrauen, 
sein Antlitz will ich schauen 
wahrhaft durch Jesus Christ, 
der für mich ist gestorben, 
des Vaters Huld erworben 
und so mein Mittler worden ist.

Die Passionszeit (Fastenzeit)

Aschermittwoch 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, 
dass er die Werke des Teufels zerstöre.   1. Johannes 3, 8 b  PSALM 143  HERR, erhöre mein Gebet,
vernimm mein Flehen um deiner Treue willen,
erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen,
    und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht;
    denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 
Denn der Feind verfolgt meine Seele 
und schlägt mein Leben zu Boden, 
er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind.
    Und mein Geist ist in Ängsten,
     mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe. 
Ich denke an die früheren Zeiten; 
ich sinne nach über all deine Taten 
und spreche von den Werken deiner Hände.
    Ich breite meine Hände aus zu dir,
    meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. 
HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht, 
verbirg dein Antlitz nicht vor mir, 
dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren.
    Lass mich am Morgen hören deine Gnade;
    denn ich hoffe auf dich. 
Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; 
denn mich verlangt nach dir.
    Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden;
    zu dir nehme ich meine Zuflucht. 
Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, 
denn du bist mein Gott; 
dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn.
    HERR, erquicke mich um deines Namens willen;
    führe mich aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen, 
und vernichte meine Feinde um deiner Güte willen
und bringe alle um, die mich bedrängen; 
denn ich bin dein Knecht.  LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Joel 2, 12 - 18  Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es gereut ihn bald die Strafe. Wer weiß, ob es ihn nicht wieder gereut und er einen Segen zurück lässt, so dass ihr opfern könnt Speisopfer und Trankopfer dem HERRN, eurem Gott. Blast die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an. ruft die Gemeinde zusammen! Versammelt das Volk, heiliget die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach! Lasst die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen Vorhalle und Altar und sagen: HERR, schone dein Volk und lass dein Erbteil nicht zuschanden werden, dass Heiden über sie spotten! Warum willst du unter den Völkern sagen lassen: Wo ist nun ihr Gott? Dann wird der HERR um sein Land eifern und sein Volk verschonen.  EPISTEL  2. Petrus 1, 2 - 11  Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn! Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt. So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen. Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Wer dies aber nicht hat, der ist blind und tappt im Dunkeln und hat vergessen, dass er rein geworden ist von seinen früheren Sünden. Darum, liebe Brüder, bemüht euch desto mehr, eure Berufung und Erwählung  festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln, und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang, in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.  EVANGELIUM Matthäus 6, 16 - 21  Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.    LIED 384

Lasset uns mit Jesus leiden,
seinem Vorbild werden gleich;
nach dem Leide folgen Freuden,
Armut hier macht dorten reich,
Tränensaat, die erntet Lachen;
Hoffnung tröste die Geduld:
es kann leichtlich Gottes Huld
aus dem Regen Sonne machen.
Jesu, hier leid ich mit dir,
dort teil deine Freud mit mir!

Donnerstag

PSALM 69, 31 - 37

Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied 
und will ihn hoch ehren mit Dank.
    Das wird dem HERRN besser gefallen 
    als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.
Die Elenden sehen es und freuen sich,
und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben. 
    Denn der HERR hört die Armen 
    und verachtet seine Gefangenen nicht.
Es lobe ihn Himmel und Erde,
die Meere mit allem, was sich darin regt. 
    Denn Gott wird Zion helfen 
    und die Städte Judas bauen, 
    dass man dort wohne und sie besitze.
Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben,
und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben. 

HEBRÄER 11, 1 - 7

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Durch diesen Glauben haben die Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen. Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. Durch den Glauben hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; deshalb wurde ihm bezeugt, dass er gerecht sei, da Gott selbst es über seinen Gaben bezeugte; und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist. Durch den Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehe, und wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, dass er Gott gefallen habe. Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt. Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah; durch den Glauben sprach er der Welt das Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt. 

 

LIED 405

Halt im Gedächtnis Jesus Christ, 
o Mensch, der auf die Erden 
vom Thron des Himmels kommen ist, 
dein Bruder da zu werden; 
vergiss nicht, dass er dir zugut 
hat angenommen Fleisch und Blut; 
dank ihm für diese Liebe!

Gib, Jesu, gib, dass ich dich kann 
mit wahrem Glauben fassen 
und nie, was du an mir getan, 
mög aus dem Herzen lassen, 
dass dessen ich in aller Not 
mich trösten mög und durch den Tod 
zu dir ins Leben dringen.

Freitag

ERSTER BUSSPSALM 6, 2 – 11  Ach HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn 
und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
    
HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach;
    
heile mich, HERR, denn meine Gebeine sind erschrocken
und meine Seele ist sehr erschrocken. 
Ach du, HERR, wie lange!
    Wende dich, HERR, und errette mich,
    hilf mir um deiner Güte willen! 
Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; 
wer wird dir bei den Toten danken?
    Ich bin so müde vom Seufzen;
    ich schwemme mein Bett die ganze Nacht
    und netze mit meinen Tränen mein Lager. 
Mein Auge ist trübe geworden vor Gram 
und matt, weil meiner Bedränger so viele sind.
    Weichet von mir, alle Übeltäter;
    denn der HERR hört mein Weinen. 
Der HERR hört mein Flehen; 
mein Gebet nimmt der HERR an.
    Es sollen alle meine Feinde zuschanden werden 
    und sehr erschrecken; 
    sie sollen umkehren und zuschanden werden plötzlich.  MATTHÄUS 26, 1 - 16 Und es begab sich, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte, dass er zu seinen Jüngern sprach: Ihr wisst, dass in zwei Tagen Passa ist; und der Menschensohn wird überantwortet werden, dass er gekreuzigt werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohenpriesters, der hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie Jesus mit List ergreifen und töten könnten. Sie sprachen aber: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr gebe im Volk. Als nun Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen, trat zu ihm eine Frau, die hatte ein Glas mit kostbarem Salböl und goss es auf sein Haupt, als er zu Tisch saß. Als das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Vergeudung? Es hätte teuer verkauft und das Geld den Armen gegeben werden können. Als Jesus das merkte, sprach er zu ihnen: Was betrübt ihr die Frau? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Dass sie das Öl auf meinen Leib gegossen hat, das hat sie für mein Begräbnis getan. Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat. Da ging einer von den Zwölfen, mit Namen Judas Iskariot, hin zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und von da an suchte er eine Gelegenheit, dass er ihn verriete.  LIED 88

 Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken;
wollest mir vom Himmelsthron
Geist und Andacht schenken.
In dem Bilde jetzt erschein,
Jesu, meinem Herzen,
wie du, unser Heil zu sein,
littest alle Schmerzen.

Gib auch, Jesu, dass ich gern
dir das Kreuz nachtrage,
dass ich Demut von dir lern
und Geduld in Plage,
dass ich dir geb Lieb um Lieb.
Indes lass dies Lallen
- bessern Dank ich dorten geb -,
Jesu, dir gefallen.

Sonnabend

PSALM 1  Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen 
noch tritt auf den Weg der Sünder 
   noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
sondern hat Lust am Gesetz des HERRN
   und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, 
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,
und seine Blätter verwelken nicht.
   Und was er macht, das gerät wohl. 
Aber so sind die Gottlosen nicht, 
   sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht
   noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, 
aber der Gottlosen Weg vergeht.
5. MOSE 8, 2 - 3 Und gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das du und deine Väter nie gekannt hatten, auf dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht. LIED 464

Herr, du bist unser täglich Brot.
Du teilst dich aus in deinem Tod.
Wir loben dich und danken dir.
Aus deiner Liebe leben wir.

Erster Sonntag der Passionszeit

Invokavit Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, 
dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. JOHANNES 3, 8b  PSALM 91, 1 - 8 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
    der spricht zu dem HERRN:
    Meine Zuversicht und meine Burg,
    mein Gott, auf den ich hoffe. 
Denn er errettet dich vom Strick des Jägers 
und von der verderblichen Pest.
    Er wird dich mit seinen Fittichen decken,
    und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
    Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, 
dass du nicht erschrecken musst 
vor dem Grauen der Nacht, 
vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,
    vor der Pest, die im Finstern schleicht,
    vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.
Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite
und zehntausend zu deiner Rechten, 
so wird es doch dich nicht treffen.
    Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, 
    wie den Gottlosen vergolten wird.
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
1. Mose 3, 1 - 19 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich, so dass ich aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. EPISTEL 
Hebräer 4, 14 - 16 Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. EVANGELIUM 
Matthäus 4, 1 - 11 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8, 3): „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort das aus dem Mund Gottes geht.“ Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.“ Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: „Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm. WOCHENLIED 362

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind
mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List
sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit’für uns der rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist?
Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth,
und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.


Nicht etwa aus Mangel fordert Christus zurück, was er gegeben hat, sondern damit dir nicht verlorengeht, was immer du (von ihm empfangen hast und) nicht zurückgeben willst. So wird auch das Wasser des Flusses faulig, wenn es zu stehen kommt, und wenn es über die Ufer tritt, wird das, was überfließt, zurückgedrängt werden. Genau so versiegt der Gnadenstrom, sobald er nicht wieder zurückströmt, ja, dem Undankbaren wird nicht nur nichts mehr gegeben werden, sondern was er empfangen hat, schlägt zu seinem Verderben aus. Wer aber im kleinen getreu ist, wird einer größeren Gabe für würdig gehalten. Salbe also dein Haupt, indem du alles, was an Frömmigkeit, an Freude und Liebe in dir ist, auf den hinlenkst, der über dir ist. Salbe dein Haupt, so dass jede Gnade, die etwa in dir ist, auf ihn zurückgeführt wird, dass du nicht deinen Ruhm suchst, sondern seinen Ruhm.
Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 91, 9 - 16 Denn der HERR ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht. 
    Es wird dir kein Übel begegnen, 
    und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen, 
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, 
    
dass sie dich auf den Händen tragen 
    
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Über Löwen und Ottern wirst du gehen 
und junge Löwen und Drachen niedertreten.
    „Er liebt mich, darum will ich ihn erretten;
    er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. 
Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; 
ich bin bei ihm in der Not, 
ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
    Ich will ihn sättigen mit langem Leben
    und will ihm zeigen mein Heil.“ HEBRÄER 11, 32 – 12, 3 Was soll ich noch mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten. Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen. Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen. Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. Andere haben Spott und Geißelung erlitten dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erduldet. Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Erdlöchern. Diese alle haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht erlangt, was verheißen war, weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat; denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden. Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst. LIED 75

Ehre sei dir, Christe,
der du littest Not,
an dem Stamm des Kreuzes
für uns bittern Tod,
herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit:
hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit.
Kyrie eleison, Christe eleison, 
Kyrie eleison.

Dienstag

PSALM 3 Ach HERR, wie sind meiner Feinde so viel
und erheben sich so viele gegen mich! 
     Viele sagen von mir: 
     Er hat keine Hilfe bei Gott.
Aber du, HERR, bist der Schild für mich,
du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor. 
     
Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN, 
     so erhört er mich von seinem heiligen Berge.
Ich liege und schlafe und erwache;
denn der HERR hält mich.
     Ich fürchte mich nicht vor vielen Tausenden, 
     die sich ringsum wider mich legen.
Auf, HERR, und hilf mir, mein Gott!
Denn du schlägst alle meine Feinde auf die Backe
und zerschmetterst der Gottlosen Zähne.
     Bei dem HERRN findet man Hilfe. 
     Dein Segen komme über dein Volk! HEBRÄER 12, 4 - 11

Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde und habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu seinen Kindern (Sprüche 3, 11-12): „Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“ Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen Vater, damit wir leben? Denn jene haben uns gezüchtigt für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit.

LIED 367

Herr, wie du willst, so schick’s mit mir
im Leben und im Sterben;
allein zu dir steht mein Begier,
lass mich, Herr, nicht verderben.
Erhalt mich nur in deiner Huld,
sonst wie du willst; gib mir Geduld,
denn dein Will ist der beste.

Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr,
und Lieb zu deinem Worte;
behüt mich, Herr, vor falscher Lehr
und gib mir hier und dorte,
was dienet mir zur Seligkeit;
wend ab all Ungerechtigkeit
in meinem ganzen Leben.

Mittwoch

PSALM 4 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit,
der du mich tröstest in Angst;
sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
   Ihr Herren, wie lange 
   soll meine Ehre geschändet werden? 
Wie habt ihr das Eitle so lieb 
und die Lüge so gern! 
   Erkennet doch,
   dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; 
   der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.
Zürnet ihr, so sündiget nicht;
redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille.
   Opfert, was recht ist, und hoffet auf den HERRN. 
   Viele sagen: „ Wer wird uns Gutes sehen lassen?“
HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
Du erfreust mein Herz,
ob jene auch viel Wein und Korn haben. 
   Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; 
   denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
HEBRÄER 12, 12 – 17

Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden; dass nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.


LIED 128

O du sel’ge Gnadensonn,
füll das Herz mit Freud und Wonn
aller, die dich rufen an.

Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst
ist all unser Tun und Kunst
vor Gott ganz und gar umsonst.

Donnerstag

PSALM 5, 2 - 8  HERR, höre meine Worte, 
merke auf mein Reden! 
     Vernimm mein Schreien, mein König 
     und mein Gott; denn ich will zu dir beten. 

HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, 
frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken. 
     Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; 
     wer böse ist, bleibt nicht vor dir. 
Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; 
du bist feind allen Übeltätern. 
     Du bringst die Lügner um; 
     dem HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen und Falschen. 
Ich aber darf in dein Haus gehen 
durch deine große Güte 
     und anbeten vor deinem heiligen Tempel 
     in deiner Furcht.  HEBRÄER 13, 20 - 21 

Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Lied 252

Teuer hast du uns erworben,
da du bist am Kreuz gestorben;
denke, Jesu, wir sind dein.
Halt uns fest, solang wir leben
und in dieser Wüste schweben;
lass uns nimmermehr allein,

bis wir einst mit allen Frommen
dort bei dir zusammenkommen
und, von allen Flecken rein,
uns in dir, dich in uns sehen,
ewig eins in dir zu sein.

  

Freitag

ZWEITER BUSSPSALM 32  Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, 
dem die Sünde bedeckt ist! 
     
Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
     
in dessen Geist kein Trug ist!
Denn als ich es wollte verschweigen, 
verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
     Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
     dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.
Darum bekannte ich dir meine Sünde, 
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
     Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
     Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. 
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.
     Darum, wenn große Wasserfluten kommen,
     werden sie nicht an sie gelangen. 
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
     „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst;
     ich will dich mit meinen Augen leiten.“
Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind,
denen man Zaum und Gebiss anlegen muss;
sie werden sonst nicht zu dir kommen. 
     Der Gottlose hat viel Plage; 
     wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen. MATTHÄUS 26, 17 - 29 Aber am ersten Tage der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten? Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passa feiern mit meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln, ihn zu fragen: Herr, bin ich’s? Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. LIED 226

Seht, das Brot, das wir hier teilen,
das ein Jeder von uns nimmt,
ist uns von dem Herrn gegeben,
immer will er bei uns sein,
immer will er bei uns sein.

Seht, der Kelch, den wir jetzt teilen,
den ein jeder von uns nimmt,
ist ein Zeichen für den Frieden,
für den Bund in Christi Blut,
für den Bund in Christi Blut.

 

Sonnabend

PSALM 5, 9 - 13 HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit 
um meiner Feinde willen; 
ebne vor mir deinen Weg!
   Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches;
   ihr Inneres ist Bosheit. 
Ihr Rachen ist ein offenes Grab; 
mit ihren Zungen heucheln sie.
   Sprich sie schuldig, Gott,
   dass sie zu Fall kommen durch ihre Ränke. 
Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen;
denn sie sind widerspenstig gegen dich.
   Lass sich freuen alle, die auf dich trauen;
   ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie.
Fröhlich lass sein in dir, 
die deinen Namen lieben!
   Denn du, HERR, segnest die Gerechten,
   du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
JESAJA 51, 1 - 3

Hört mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die ihr den HERRN sucht: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid; und des Brunnens Schacht, aus dem ihr gegraben seid. Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid. Denn als einen einzelnen berief ich ihn, um ihn zu segnen und zu mehren. Ja, der HERR tröstet Zion, er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüste wie Eden und ihr dürres Land wie den Garten des HERRN, dass man Wonne und Freude darin findet, Dank und Lobgesang.

LIED 452                 Er weckt mich alle Morgen,
                er weckt mir selbst das Ohr.
                Gott hält sich nicht verborgen,
                führt mir den Tag empor,
                dass ich mit seinem Worte
                begrüß das neue Licht.
                Schon an der Dämmrung Pforte
                ist er mir nah und spricht.

Er spricht wie an dem Tage,
da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage;
nichts gilt mehr als sein Ruf.
Das Wort der wegen Treue,
die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue
so, wie ein Jünger hört.

Zweiter Sonntag der Passionszeit

Zweiter Sonntag der Passionszeit Reminiscere Gott erweist seine Liebe zu uns darin, 
dass Christus für uns gestorben ist 
als wir noch Sünder waren. RÖMER 5, 8  PSALM 10, 1 – 12 HERR, warum stehst du so ferne, 
verbirgst dich zur Zeit der Not?
   Weil der Gottlose Übermut treibt,
   müssen die Elenden leiden; 
   sie werden gefangen in den Ränken, die er ersann.
Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens,
und der Habgierige sagt dem HERRN ab und lästert ihn.
   Der Gottlose meint in seinem Stolz, 
   Gott frage nicht danach. 
„Es ist kein Gott“ sind alle seine Gedanken.
Er fährt fort in seinem Tun immerdar.
   Deine Gerichte sind ferne von ihm,
   er handelt gewaltsam an allen seinen Feinden. 
Er spricht in seinem Herzen: 
„Ich werde nimmermehr wanken, 
es wird für und für keine Not haben.“
   Sein Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug;
   seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an. 
Er sitzt und lauert in den Höfen, 
er mordet die Unschuldigen heimlich, 
seine Augen spähen nach den Armen.
   Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht,
   er lauert, dass er den Elenden fange;
   er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz. 
Er duckt sich, kauert nieder, 
und durch seine Gewalt fallen die Unglücklichen.
   Er spricht in seinem Herzen: „Gott hat’s vergessen, 
   er hat sein Antlitz verborgen,
   er wird’s nimmermehr sehen.“
Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! 
Vergiss die Elenden nicht!
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
Jesaja 5, 1 - 7

Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte. Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

EPISTEL
Römer 5, 1 - 5

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist.


EVANGELIUM 
Markus 12, 1 - 12

Jesus fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs hole. Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; dem schlugen sie auf den Kopf und schmähten ihn. Und er sandte noch einen andern, den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die andern töteten sie. Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den sandte er als letzten auch zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein! Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen“? Und sie trachteten danach, ihn zu ergreifen, und fürchteten sich doch vor dem Volk; denn sie verstanden, dass er auf sie hin dies Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ihn und gingen davon.


WOCHENLIED 366

Wenn wir in höchsten Nöten sein
und wissen nicht, wo aus noch ein,
und finden weder Hilf noch Rat,
ob wir gleich sorgen früh und spat,

so ist dies unser Trost allein,
dass wir zusammen insgemein
dich anrufen, o treuer Gott,
um Rettung aus der Angst und Not.


Das Gebet wird bisweilen stark behindert durch die Kleinmütigkeit des Geistes und durch übermäßige Furcht. Das aber geschieht gewöhnlich dann, wenn der Mensch so sehr seine Unwürdigkeit bedenkt, dass er seine Augen nicht der göttlichen Güte zuwendet. Denn „ein Abgrund ruft den anderen“ (Psalm 41, 8): der Abgrund des Lichtes den der Finsternis, der Abgrund des Erbarmens den Abgrund der Erbärmlichkeit. Abgrundtief und unerforschlich ist ja das Menschenherz, aber wenn meine Missetat groß ist, ist deine Liebe, Herr, noch viel größer. Wenn also meine Seele in mir bestürzt ist, denke ich an die Fülle deines Erbarmens und finde bei diesem Gedanken wieder Ruhe, und wenn ich erwäge, was ich vermag, dann will ich nicht deiner Gerechtigkeit allein gedenken (Psalm 70, 16).

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 7, 2 - 12 Auf dich, HERR, mein Gott, traue ich! 
Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich,
   dass sie nicht wie Löwen mich packen
   und zerreißen, weil kein Retter da ist. 
HERR, mein Gott, hab ich solches getan 
und ist Unrecht an meinen Händen,
   hab ich Böses vergolten denen,
   die friedlich mit mir lebten, oder geschädigt,
   die mir ohne Ursache feind waren, 
so verfolge mich der Feind und ergreife mich 
und trete mein Leben zu Boden 
und lege meine Ehre in den Staub.
   Steh auf, HERR, in deinem Zorn,
   erhebe dich wider den Grimm meiner Feinde!
Wache auf, mir zu helfen,
der du Gericht verordnet hast, 
   so werden die Völker sich um dich sammeln; 
   du aber throne über ihnen in der Höhe!
Der HERR ist Richter über die Völker.
Schaffe mir Recht, HERR,
nach meiner Gerechtigkeit und Unschuld!
   Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen, 
   aber die Gerechten lass bestehen; 
denn du, gerechter Gott, prüfest Herzen und Nieren.
   Gott ist der Schild über mir,
   er, der den frommen Herzen hilft. 
Gott ist ein gerechter Richter 
und ein Gott, der täglich strafen kann.
JOHANNES 1, 35 - 42

Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo ist deine Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus nachgefolgt waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte. Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.


LIED 190.1

O Lamm Gottes, unschuldig
am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
allzeit erfunden geduldig,
wiewohl du wärest verachtet,
all Sünd hast du getragen,
sonst müssten wir verzagen.
Gib deinen Frieden, o Jesu.

Dienstag

PSALM 8 HERR, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen,
der du zeigst deine Hoheit am Himmel!
     Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge 
     hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen,
     dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. 
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, 
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
     was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
     und des Menschen Kind, 
     dass du dich seiner annimmst? 
Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, 
mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
     Du hast ihn zum Herrn gemacht
     über deiner Hände Werk,
     alles hast du unter seine Füße getan: 
Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer
und alles, was die Meere durchzieht. 
   HERR, unser Herrscher, 
   wie herrlich ist dein Name in allen Landen! JOHANNES 3, 22 - 30

Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort eine Weile mit ihnen und taufte. Johannes aber taufte auch noch in Änon, nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen. Da erhob sich ein Streit zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden über die Reinigung. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

LIED 98 

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt -
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn –
hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Mittwoch

PSALM 9, 2 - 13

Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen
und erzähle alle deine Wunder.
   Ich freue mich und bin fröhlich in dir 
   und lobe deinen Namen, du Allerhöchster,
dass meine Feinde zurückweichen mussten; 
sie sind gestürzt und umgekommen vor dir.
   Denn du führst mein Recht und meine Sache,
   du sitzest auf dem Thron, ein rechter Richter. 
Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um; 
ihren Namen vertilgst du auf immer und ewig.
   Der Feind ist vernichtet, zertrümmert für immer, 
   die Städte hast du zerstört;
   jedes Gedenken an sie ist vergangen. 
Der HERR aber bleibt ewiglich; 
er hat seinen Thron bereitet zum Gericht,
er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker regieren, wie es recht ist. 
   Der HERR ist des Armen Schutz, 
   ein Schutz in Zeiten der Not.
Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen;
denn du verlassest nicht, die dich, HERR suchen.
   Lobet den HERRN, der zu Zion wohnt;
   verkündigt unter den Völkern sein Tun! 
Denn der nach Blutschuld fragt, 
gedenkt der Elenden und vergisst nicht ihr Schreien. 

JOHANNES 4, 5 - 14

Da kam Jesus in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab. Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. - Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und der gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

LIED 208

Gott Vater, du hast deinen Namen
in deinem lieben Sohn verklärt
und uns, sooft wir zu dir kamen,
die Vatergnade neu gewährt.

Erhalte uns bei deinem Namen!
Dein Sohn hat es für uns erfleht.
Geist, Wort und Wasser mach zum Samen
der Frucht des Heils, die nie vergeht!

Donnerstag

PSALM 9, 14 - 21 HERR, sei mir gnädig;
sieh an mein Elend unter meinen Feinden,
der du mich erhebst aus den Toren des Todes,
   dass ich erzähle all deinen Ruhm,
   in den Toren der Tochter Zion,
   dass ich fröhlich sei über deine Hilfe. 
Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie gegraben, 
ihr Fuß ist gefangen im Netz, das sie gestellt hatten.
   Der HERR hat sich kundgetan und Gericht gehalten. 
   Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände. 
Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren, 
alle Heiden, die Gott vergessen!
   Denn er wird den Armen nicht für immer vergessen;
   die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein. 
HERR, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen; 
lass alle Heiden vor dir gerichtet werden!
   Lege, HERR, einen Schrecken auf sie,
   dass die Heiden erkennen, dass sie Menschen sind.
HEBRÄER 11, 8 - 10

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.


LIED 457

Wer sich nach seinem Namen nennt,
hat er zuvor erkannt.
Er segnet, welche Schuld auch trennt,
die Werke deiner Hand. Die Hände, die zum Beten ruhn,
die macht er stark zur Tat.
Und was der Beter Hände tun,
geschieht nach seinem Rat.

Freitag

DRITTER BUSSPSALM 38 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn 
und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
     Denn deine Pfeile stecken in mir,
     und deine Hand drückt mich. 
Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe 
wegen deines Drohens 
und ist nichts Helles an meinen Gebeinen 
wegen meiner Sünde.
   Denn meine Sünden gehen über mein Haupt;
   wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.
Meine Wunden stinken und eitern 
um meiner Torheit willen.
   Ich gehe krumm und sehr gebückt;
   den ganzen Tag gehe ich traurig einher. 
Denn meine Lenden sind ganz verdorrt; 
es ist nichts Gesundes an meinem Leibe.
   Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen;
   ich schreie vor Unruhe meines Herzens. 
Herr, du kennst all mein Begehren, 
und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
   Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen,
   und das Licht meiner Augen ist auch dahin.
Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage,
und meine Nächsten halten sich ferne.
   Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach;
   und die mein Unglück suchen, 
   bereden, wie sie mir schaden;
   sie sinnen auf Trug den ganzen Tag.
Ich bin wie taub und höre nicht,
und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.
   Ich muss sein wie einer, 
   der nicht hört und keine Widerrede in seinem Munde hat.
Aber ich harre, HERR, auf dich;
du, Herr, mein Gott, wirst erhören. 
   Denn ich denke:
   Dass sie sich ja nicht über mich freuen! 
Wenn mein Fuß wankte, 
würden sie sich hoch rühmen wider mich.
   Denn ich bin dem Fallen nahe,
   und mein Schmerz ist immer vor mir. 
So bekenne ich denn meine Missetat 
und sorge mich wegen meiner Sünde.
   Aber meine Feinde leben und sind mächtig;
   die mich zu Unrecht hassen, derer sind viele.
Die mir Gutes mit Bösem vergelten, feinden mich an, 
weil ich mich an das Gute halte.
   Verlass mich nicht, HERR, mein Gott,
   sei nicht ferne von mir!
   Eile, mir beizustehen, HERR, du meine Hilfe!
MATTHÄUS 26, 30 - 46 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle Ärgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.“ Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste, will ich dich nicht verleugnen. Das gleiche sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hier, solange ich dorthin gehe und bete. Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst! Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Könnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist’s nicht möglich, dass dieser Kelch an mir vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voller Schlaf. Und er ließ sie und ging abermals hin und betete zum dritten Mal und redete dieselben Worte. Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass der Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, er ist da. der mich verrät.
LIED 523

Schreib meinen Nam aufs beste
ins Buch des Lebens ein
und bind mein Seel gar feste
ins schöne Bündelein
der', die im Himmel grünen
und vor dir leben frei,
so will ich ewig rühmen,
dass dein Herz treue sei.

Sonnabend

PSALM 10, 13 - 18 Warum soll der Gottlose Gott lästern 
und in seinem Herzen sprechen: 
„Du fragst doch nicht danach?“
     Du siehst es doch,
    denn du schaust das Elend und den    Jammer;
     es steht in deinen Händen. 
Die Armen befehlen es dir; 
du bist der Waisen Helfer. 
     Zerbrich den Arm des Gottlosen und  Bösen
     und suche seine Bosheit heim,
     dass man nichts mehr davon finde. 
Der HERR ist König immer und ewig; 
die Heiden sollen aus seinem Lande verschwinden.
     Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR;
     du machst ihr Herz gewiss,
     dein Ohr merkt darauf, 
dass du Recht schaffest den Waisen und Armen, 
dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.  JEREMIA 14, 7 - 9 Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärest du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!  LIED 237

Und suchst du meine Sünde,
flieh ich von dir zu dir,
Ursprung, in den ich münde,
du fern und nah bei mir.

Wie ich mich wend und drehe,
geh ich von dir zu dir;
die Ferne und die Nähe
sind aufgehoben hier.

Von dir zu dir mein Schreiten,'
mein Weg und meine Ruh,
Gericht und Gnad, die beiden
bist du - und immer du.

Dritter Sonntag der Passionszeit

Okuli Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, 
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. LUKAS 9, 62  PSALM 34, 16 – 23 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten
und seine Ohren auf ihr Schreien.
     Das Angesicht des HERRN steht wider alle, 
     die Böses tun,
     dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. 
Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR
und errettet sie aus all ihrer Not.
     Der HERR ist nahe denen,
     die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen,
     die ein zerschlagenes Gemüt haben. 
Der Gerechte muss viel erleiden, 
aber aus alledem hilft ihm der HERR.
     Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,
     dass nicht eines zerbrochen wird.
Den Gottlosen wird das Unglück töten,
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
     Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte,
     und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT  1. Könige 19, 1 - 8

Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast! Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und ließ seinen Diener dort. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

EPISTEL  Epheser 5, 1 - 8

So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.


EVANGELIUM  Lukas 9, 57 - 62

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

WOCHENLIED 82

Lass mich an andern üben, 
was du an mir getan, 
und meinen Nächsten lieben, 
gern dienen jedermann 
ohn Eigennutz und Heuchelschein 
und, wie du mir erwiesen, 
aus reiner Lieb allein.


Gut ist es für mich, o Herr, betrübt zu sein,
wenn nur du bei mir bist,
besser, als zu herrschen ohne dich,
Mahl zu halten ohne dich,
verherrlicht zu werden ohne dich.
Besser ist es für mich,
dich in Trübsal zu umfassen,
im Feuerofen dich bei mir zu haben,
als ohne dich sogar im Himmel zu sein.
„Denn was habe ich im Himmel,
und was will ich, getrennt von dir, auf Erden?“
„Das Gold prüft der Brennofen,
die gerechten Menschen aber
die Versuchung der Trübsal.“
Dort, ja dort bis du mit ihnen, Herr;
dort stehst du in der Mitte derer,
die in deinem Namen versammelt sind.

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 12 Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen,
und gläubig sind wenige unter den Menschenkindern.
   Einer redet mit dem andern Lug und Trug, 
   sie heucheln und reden aus zwiespältigem Herzen.
Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei 
und die Zunge, die hoffärtig redet, 
   die da sagen: „Durch unsere Zunge sind wir mächtig, 
   uns gebührt zu reden! Wer ist unser Herr?“
„Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen,
will ich jetzt aufstehen“, spricht der HERR,
„ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.“
   Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, 
   im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Du, HERR, wollest sie bewahren
und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!
   Denn Gottlose gehen allenthalben einher, 
   weil Gemeinheit herrscht unter den Menschenkindern.
JOHANNES 4, 19 - 30 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten: denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du? Oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.
LIED 281

Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm
sei unserm Gott im Heiligtum,
der Tag für Tag uns segnet;
dem Gott, der Lasten auf uns legt,
doch uns mit unsern Lasten trägt
und uns mit Huld begegnet.
Sollt ihm, dem Herrn der Herrlichkeit,
dem Gott vollkommner Seligkeit,
nicht Ruhm und Ehr gebühren?
Er kann, er will, er wird in Not
vom Tode selbst und durch den Tod
uns zu dem Leben führen.

Dienstag

PSALM 13, 2 - 6

HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen?
Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
   Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele
   und mich ängsten in meinem Herzen täglich?
Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?
Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott! 
   Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe,
   dass nicht mein Feind sich rühme, er sei meiner mächtig geworden,
   und meine Widersacher sich freuen, dass ich wanke. 
Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist; 
mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst. 
   Ich will dem HERRN singen, 
   dass er so wohl an mir tut. 

JOHANNES 4, 31 - 42

Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.

Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da. Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland. 

LIED 227 

Dank sei dir, Vater, für das ewige Leben
und für den Glauben, den du uns gegeben,
dass wir in Jesus Christus dich erkennen
und Vater nennen.

Gedenke, Herr, die Kirche zu erlösen,
sie zu befreien aus der Macht des Bösen,
als Zeugen deiner Liebe uns zu senden
und zu vollenden.

Mittwoch

PSALM 15 HERR, wer darf weilen in deinem Zelt?
Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge? 
     Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, 
     und die Wahrheit redet von Herzen,
wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, 
wer seinem Nächsten nichts Arges tut 
     und seinen Nachbarn nicht schmäht;
     wer die Verworfenen für nichts achtet,
     aber ehrt die Gottesfürchtigen; 
wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet; 
wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt
     und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen.
     Wer das tut, wird nimmermehr wanken. JOHANNES 6, 22 - 29

Am nächsten Tag sah das Volk, das am andern Ufer des Sees stand, dass kein anderes Boot da war als das eine, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Boot gestiegen war, sondern seine Jünger waren allein weggefahren. Es kamen aber andere Boote von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten unter der Danksagung des Herrn. Als nun das Volk sah, dass Jesus nicht da war und seine Jünger auch nicht, stiegen sie in die Boote und fuhren nach Kapernaum und suchten Jesus. Und als sie ihn fanden am andern Ufer des Sees, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hergekommen? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters. Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

LIED 357

Ich weiss woran ich glaube,
ich weiss, was fest besteht,
wenn alles hier im Staube
wie Sand und Staub verweht;
ich weiss, was ewig bleibet,
wo alles wankt und fällt,
wo Wahn die Weisen treibet
und Trug die Klugen prellt. 

Donnerstag

PSALM 17, 1 - 5 HERR, höre die gerechte Sache,
merk auf mein Schreien, vernimm mein Gebet
von Lippen, die nicht trügen.
     Sprich du in meiner Sache;
     deine Augen sehen, was recht ist. 
Du prüfst mein Herz und suchst es heim bei Nacht;
du läuterst mich und findest nichts.
     Ich habe mir vorgenommen, 
     dass mein Mund sich nicht vergehe. 
Im Treiben der Menschen bewahre ich mich 
vor gewaltsamen Wegen durch das Wort deiner Lippen.
     Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen,
     dass meine Tritte nicht gleiten.
JOHANNES 6, 30 - 37

Da sprachen sie zu Jesus: Was tust du für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsre Väter haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben steht: „Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.“ Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch nicht. Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen.

LIED 217

All ander Speis und Trank ist ganz vergebens,
du bist selbst das Brot des Lebens,
kein Hunger plaget den, der von dir isset,
alles Jammers er vergisset. Kyrieleison.
Du bist die lebendige Quelle,
zu dir ich mein Herzkrüglein stelle;
lass mit Trost es fließen voll,
so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison.

Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden,
die mühselig und beladen;
all ihre Missetat willst du verzeihen,
ihrer Bürde sie befreien. Kyrieleison.
Ach komm selbst, leg an deine Hände
und die schwere Last von mir wende,
mache mich von Sünden frei,
dir zu dienen Kraft verleih. Kyrieleison.

Freitag

VIERTER BUSSPSALM 51, 3 - 11  Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,
und tilge meine Sünden
nach deiner großen Barmherzigkeit.
   Wasche mich rein von meiner Missetat
   und reinige mich von meiner Sünde; 
denn ich erkenne meine Missetat, 
und meine Sünde ist immer vor mir.
   An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan,
   auf dass du recht behaltest in deinen Worten
   und rein dastehst, wenn du richtest. 
Siehe, ich bin als Sünder geboren, 
und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
   Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt,
   und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. 
Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; 
wasche mich, dass ich schneeweiss werde.
   Lass mich hören Freude und Wonne,
   dass die Gebeine fröhlich werden,
   die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, 
und tilge alle meine Missetat. MATTHÄUS 26, 57 - 27,2 Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, wo die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. Petrus aber folgte ihm von ferne bis zum Palast des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, um zu sehen, worauf es hinaus wollte. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn töteten. Und obwohl viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch nichts. Zuletzt traten zwei herzu und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen aufbauen. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes. Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Da spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Einige aber schlugen ihn ins Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist’s, der dich schlug? Petrus aber saß draußen im Hof; da trat eine Magd zu ihm und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa. Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Als er aber hinausging in die Torhalle, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Und er leugnete abermals und schwor dazu: Ich kenne den Menschen nicht. Und nach einer kleinen Weile traten hinzu, die da standen, und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich. Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn. Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. Am Morgen aber fassten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes den Beschluss über Jesus, ihn zu töten, und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Statthalter Pilatus. LIED 94 

So hat es Gott gefallen,
so gibt er sich uns allen.
Das Ja erscheint im Nein,
der Sieg im Unterliegen,
der Segen im Versiegen,
die Liebe will verborgen sein.

 Wir sind nicht mehr die Knechte
der alten Todesmächte
und ihrer Tyrannei.
Der Sohn, der es erduldet,
hat uns am Kreuz entschuldet.
Auch wir sind Söhne und sind frei.

Sonnabend

PSALM 17, 6 - 15

Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören;
neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede! 
     Beweise deine wunderbare Güte, 
     du Heiland derer, die dir vertrauen gegenüber denen,
     die sich gegen deine rechte Hand erheben. 
Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, 
beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
     vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, vor meinen Feinden,
     die mir von allen Seiten nach dem Leben trachten. 
Ihr Herz haben sie verschlossen, 
mit ihrem Munde reden sie stolz.
     Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns;
     ihre Augen richten sie darauf,
     dass sie uns zu Boden stürzen, 
gleichwie ein Löwe, der nach Raub lechzt, 
wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt.
     HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn!
     Errette mich vor dem Gottlosen mit deinem Schwert, 
vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand, 
vor den Leuten dieser Welt, 
die ihr Teil haben schon im Leben,
     denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern,
     deren Söhne auch noch satt werden
     und ihren Kindern ein Übriges hinterlassen.
Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit,
ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.

JESAJA 66, 10 - 14

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen, und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

LIED 150

Jerusalem, du hochgebaute Stadt,
wollt Gott ich wär in dir!
Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat
und ist nicht mehr bei mir.
Weit über Berg und Tale,
weit über Flur und Feld
schwingt es sich über alle
und eilt aus dieser Welt.

Vierter Sonntag der Passionszeit

Laetare

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt
und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. JOHANNES 12, 24 PSALM 84 Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich 
nach den Vorhöfen des HERRN;
     mein Leib und Seele freuen sich   
     in dem lebendigen Gott. 
Der Vogel hat ein Haus gefunden 
und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen –
deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.
     Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;
     die loben dich immerdar. 
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten 
und von Herzen dir nachwandeln!
     Wenn sie durchs dürre Tal ziehen.
     wird es ihnen zum Quellgrund,
     und Frühregen hüllt es in Segen. 
Sie gehen von einer Kraft zur andern 
und schauen den wahren Gott in Zion.
     HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
     vernimm es, Gott Jakobs! 
Gott, unser Schild, schaue doch; 
sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!
     Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser
     als sonst tausend.
     Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause
     als wohnen in der Gottlosen Hütten. 
Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; 
der HERR gibt Gnade und Ehre. 
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
     HERR Zebaoth, wohl dem Menschen,
     der sich auf dich verlässt!
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
Jesaja 54, 7 - 10

Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

EPISTEL 
2. Korinther 1, 3 - 7

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.


EVANGELIUM 
Johannes 12, 20 - 26

Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen. Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen’s Jesus weiter. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.

WOCHENLIED 396

Jesu, meine Freude, 
meines Herzens Weide,
Jesu, meine Zier: 
ach wie lang, ach lange 
ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! 
Gottes Lamm, mein Bräutigam, 
außer dir soll mir auf Erden 
nichts sonst Liebers werden.

Weicht, ihr Trauergeister, 
denn mein Freudenmeister, 
Jesus, tritt herein. 
Denen, die Gott lieben, 
muss auch ihr Betrüben 
lauter Freude sein. 
Duld ich schon hier Spott und Hohn, 
dennoch bleibst du auch im Leide, 
Jesu, meine Freude.


Wir Christen, die wir von dem allen durch das kostbare Blut des Sohnes Gottes erlöst sind, sollen uns im Glauben üben und gewöhnen, den Tod zu verachten und als einen tiefen, starken, süßen Schlaf anzusehen, den Sarg für nichts anderes als unseres Herrn Christi Schoß oder Paradies, das Grab für nichts anderes als einen weichen Pfuhl oder Ruhebett zu halten. So ist es ja vor Gott in Wahrheit, wie er spricht Johannes 11, 11: „Lazarus, unser Freund, schläft.“ Und Matthäus 9, 24: „Das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft.“

So hält es auch St. Paulus 1. Korinther 15: Er rückt aus unseren Augen alle hässlichen Gestalten des Todes in unserem sterblichen Leibe und zeigt uns lauter holdselige und tröstliche Gestalten des Lebens, wenn er spricht: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre (das heißt: in hässlicher, schandbarer Gestalt) und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“

Martin Luther

Montag

PSALM 18, 2 - 7 

Und er sprach:
Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke!
HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; 
     mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, 
     mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz!
Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten,
so werde ich vor meinen Feinden errettet. 
     Es umfingen mich des Todes Bande, 
     und die Fluten des Verderbens erschreckten mich.
Des Totenreichs Bande umfingen mich, 
und des Todes Stricke überwältigten mich.
     Als mir angst war, rief ich den HERRN an
     und schrie zu meinem Gott. 
Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel,
und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.


JOHANNES 6, 48-59 

Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann der uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Das sagte er in der Synagoge, als er in Kapernaum lehrte.


LIED 228

Er ist das Brot, er ist der Wein,
steht auf und esst, der Weg ist weit.
Es schütze euch der Herr,
er wird von Angst befrein,
es schütze euch der Herr,
er wird von Angst befrein.

Er ist das Brot, er ist der Wein,
kommt, schmeckt und seht, die Not ist groß.
Es stärke euch der Herr,
er wird euch Schuld verzeihn,
es stärke euch der Herr,
er wird euch Schuld verzeihn.

Er ist das Brot, er ist der Wein,
steht auf und geht, die Hoffnung wächst.
Es segne euch der Herr,
er lässt euch nicht allein,
es segne euch der Herr,
er lässt euch.

Dienstag

PSALM 18, 21 - 37 Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit,
er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände. 
     Denn ich halte die Wege des HERRN 
     und bin nicht gottlos wider meinen Gott.
Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen,
und seine Gebote werfe ich nicht von mir, 
     sondern ich bin ohne Tadel vor ihm 
     und hüte mich vor Schuld.
Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit,
nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.
     Gegen die Heiligen bist du heilig, 
     und gegen die Treuen bist du treu,
gegen die Reinen bist du rein,
und gegen die Verkehrten bist du verkehrt. 
     Denn du hilfst dem elenden Volk, 
     aber stolze Augen erniedrigst du.
Ja, du machst hell meine Leuchte,
der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.
     Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen 
     und mit meinem Gott über Mauern springen.
Gottes Wege sind vollkommen,
die Worte des HERRN sind durchläutert.
Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen. 
     Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR, 
     oder ein Fels, wenn nicht unser Gott?
Gott rüstet mich mit Kraft
und macht meine Wege ohne Tadel.
     Er macht meine Füße gleich den Hirschen 
     und stellt mich auf meine Höhen.
Er lehrt meine Hände streiten
und meinen Arm den ehernen Bogen spannen. 
     Du gibst mir den Schild deines Heils, 
     und deine Rechte stärkt mich, 
     und deine Huld macht mich groß.
Du gibst meinen Schritten weiten Raum,
dass meine Knöchel nicht wanken. JOHANNES 6, 60 - 71

Viele nun seiner Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ärgert, euch das? Wie, wenn ihr nun sehen werdet den Menschensohn auffahren dahin, wo er zuvor war? Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben. Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben. Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes. Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel. Er redete aber von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Der verriet ihn hernach und war einer der Zwölf.


LIED 391

Jesu, geh voran
auf der Lebensbahn!
Und wir wollen nicht verweilen,
dir getreulich nachzueilen;
führ uns an der Hand
bis ins Vaterland.

Ordne unsern Gang,
Jesu, lebenslang.
Führst du uns durch rauhe Wege,
gib uns auch die nöt’ge Pflege;
tu uns nach dem Lauf
deine Türe auf.

Mittwoch

PSALM 19, 2 - 7  Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,
und die Feste verkündigt seiner Hände Werk
.
      Ein Tag sagt’s dem andern,
      und eine Nacht tut’s kund der andern,
ohne Sprache und ohne Worte;
unhörbar ist ihre Stimme.
      Ihr Schall geht aus in alle Lande
      und ihr Reden bis an die Enden der Welt.
Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht;
sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer 
      und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn. 
      Sie geht auf an einem Ende des Himmels 
und läuft um bis wieder an sein Ende, 
und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. JOHANNES 7, 14 - 18 

Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift verstehen, wenn er es doch nicht gelernt hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede. Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.

LIED 85

Ich will hier bei dir stehen,
verachte mich doch nicht;
von dir will ich nicht gehen,
wenn dir dein Herze bricht;
wenn dein Haupt wird erblassen
im letzten Todesstoß,
alsdann will ich dich fassen
in meinen Arm und Schoß.

Donnerstag

PSALM 19, 8 - 15 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. 
Das Zeugnis des HERRN ist gewiss 
und macht die Unverständigen weise.
   Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz.
   Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 
Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. 
Die Rechte des HERRN sind Wahrheit, allesamt gerecht.
   Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold,
   sie sind süßer als Honig und Honigseim. 
Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; 
und wer sie hält, der hat großen Lohn.
   Wer kann merken, wie oft er fehlet?
   Verzeihe mir die verborgenen Sünden! 
Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, 
dass sie nicht über mich herrschen; 
   so werde ich ohne Tadel sein 
   und rein bleiben von großer Missetat.
Lass dir Wohlgefallen die Rede meines Mundes 
und das Gespräch meines Herzens vor dir, 
HERR, mein Fels und mein Erlöser.
JOHANNES 7, 33 - 39

Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen. Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hingehen, dass wir ihn nicht finden könnten? Will er zu denen gehen, die in der Zerstreuung unter den Griechen wohnen, und die Griechen lehren? Was ist das für ein Wort, dass er sagt: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hinkommen?

Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief. Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.


LIED 92

Christe, du Schöpfer aller Welt,
du König, der die Gläub’gen hält,
weil unser Bitten dir gefällt,
nimm unser Loblied an, o Held.

Kein Maß hat deine Gnad gekannt,
hat in Geduld mit starker Hand
durch Leid am Kreuz gelöst
das Band, das Adams Sünde um uns wand.

Freitag

 FÜNFTER BUSSPSALM 102, 2 - 13  HERR, höre mein Gebet
und lass mein Schreien zu dir kommen!
   Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not,
   neige deine Ohren zu mir;wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!
Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch,
und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer.
   Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras,
   dass ich sogar vergesse, mein Brot zu essen.
Mein Gebein klebt an meiner Haut vor Heulen und Seufzen.
Ich bin wie die Eule in der Einöde,wie das Käuzchen in den Trümmern.
   Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
   Täglich schmähen mich meine Feinde, und die mich verspotten,
   fluchen mit meinem Namen. 
Denn ich esse Asche wie Brot und
mische meinen Trank mit Tränen vor deinem Drohen und Zorn,
weil du mich hochgehoben und zu Boden geworfen hast.
   Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.
   Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Name für und für.

MATTHÄUS 27, 11 - 26

Jesus aber stand vor dem Statthalter; und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst es. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, so dass sich der Statthalter sehr verwunderte.

Zum Fest aber hatte der Statthalter die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten. Sie hatten aber zu der Zeit einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Jesus Barabbas. Und als sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen soll ich euch losgeben, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen. Aber die Hohenpriester und Ältesten überredeten das Volk, dass sie um Barabbas bitten, Jesus aber umbringen sollten. Da fing der Statthalter an und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen von den beiden soll ich euch losgeben? Sie sprachen: Barabbas! Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen! Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrieen aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen! 

Als aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt werde.

LIED 97

Holz auf Jesu Schulter,
von der Welt verflucht,
ward zum Baum des Lebens
und bringt gute Frucht.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

Sonnabend

PSALM 20 Der HERR erhöre dich in der Not,
der Name des Gottes Jakobs schütze dich!
      
Er sende dir Hilfe vom Heiligtum
      
und stärke dich aus Zion!
Er gedenke all deiner Speisopfer,
und dein Brandopfer sei ihm angenehm!
      Er gebe dir, was dein Herz begehrt,
      und erfülle alles, was du vorhast! 
Dann wollen wir jubeln, weil er dir hilft; 
im Namen unsres Gottes erheben wir das Banner. 
Der HERR gewähre dir alle deine Bitten!
      Nun weiß ich, dass der HERR seinem Gesalbten hilft
      und ihn erhört von seinem heiligen Himmel,
      seine rechte Hand hilft mit Macht.
Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse;
wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes.
      Sie sind niedergestürzt und gefallen, 
      wir aber stehen und halten stand.
Hilf, HERR, du König!
Er wird uns erhören, wenn wir rufen. 5. MOSE 18, 15 - 19

Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. Ganz so wie du es von dem HERRN, deinem Gott, erbeten hast am Horeb am Tage der Versammlung und sprachst: Ich will hinfort nicht mehr hören die Stimme des HERRN, meines Gottes, und dies große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe. Und der HERR sprach zu mir: Sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich’s fordern.

LIED 91

Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden
und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,
an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, 
die Sünder tragen:

welch wundervoll hochheiliges Geschäfte!
Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte,
mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde
den Fluch der Sünde.

Fünfter Sonntag der Passionszeit - Judika

Der Menschensohn ist nicht gekommen,
dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene
und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. MATTHÄUS 20, 28
PSALM 43, 1 - 4 Gott, schaffe mir Recht
und führe meine Sache wider das unheilige Volk 
und errette mich von den falschen und bösen Leuten!
     Denn du bist der Gott meiner Stärke:
     Warum hast du mich verstoßen? 
Warum muss ich so traurig gehen, 
wenn mein Feind mich dränget?
     Sende dein Licht und deine Wahrheit,
     dass sie mich leiten 
und bringen zu deinem heiligen Berg 
und zu deiner Wohnung, 
dass ich hineingehe zum Altar Gottes,
     zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
     und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
1. Mose 22, 1 - 13 Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. EPISTEL 
Hebräer 5, 7 - 9 Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden. EVANGELIUM 
Markus 10, 35 - 45 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden. Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. WOCHENLIED 76

So laß uns nun ihm dankbar sein,
dass er für uns litt solche Pein,
nach seinem Willen leben.
Auch laßt uns sein der Sünde feind,
weil uns Gotts Wort so helle scheint,
Tag, Nacht danach tun streben,
die Lieb erzeigen jedermann,
die Christus hat an uns getan
mit seinem Leiden, Sterben.
O Menschenkind, betracht das recht,
wie Gottes Zorn die Sünde schlägt,
tu dich davor bewahren!


In der Schöpfung, in der Erlösung und in den anderen allgemeinen Wohltaten ist er der Gott aller, doch in seinen Versuchungen hat jeder einzelne der Erwählten ihn gewissermaßen als seinen persönlichen Gott, denn er ist so bereit, den Fallenden aufzufangen und den Fliehenden zu erretten, dass es scheinen könnte, er habe alle anderen verlassen und mühe sich um ihn alle. Darum gereicht es der Seele zum Nutzen, wenn jeder seinen Geist immer so auf Gott richtet, als ob er sein persönlicher Gott wäre, der ihm nicht nur zur Seite steht, sondern auch in sein Innerstes blickt. Wann wird denn der nachlässig werden können, der niemals aufhört, auf Gott zu blicken, dessen Auge auf ihm ruht? Oder wie soll er nicht glauben, ihn gleichsam als seinen persönlichen Gott zu haben, wenn er sieht: Er ist so auf mich bedacht, dass er nicht ablässt, zu jeder Stunde mein Inneres und Äußeres zu beachten, dass er nicht nur meine Handlungen, sondern selbst die zartesten Regungen meines Herzens durchforscht und beurteilt? Ein solcher kann also nicht zu Unrecht sagen: „Mein Gott, auf den ich hoffen will.“ Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 44, 10 - 27 Warum verstoßest du uns denn nun 
und lassest uns zuschanden werden
und ziehst nicht aus mit unserm Heer? 
      Du lässest uns fliehen vor unserm Feind, 
      dass uns berauben, die uns hassen. 
Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe 
und zerstreust uns unter die Heiden. 
      Du verkaufst dein Volk um ein Nichts 
      und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen. 
Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, 
zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.
      Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden,
      lässt die Völker das Haupt über uns schütteln.
Täglich ist meine Schmach mir vor Augen,
und mein Antlitz ist voller Scham, 
      weil ich sie höhnen und lästern höre 
      und muss die Feinde und Rachgierigen sehen.
Dies alles ist über uns gekommen;
und wir haben doch dich nicht vergessen,
an deinem Bund nicht untreu gehandelt.
      Unser Herz ist nicht abgefallen
      noch unser Schritt gewichen von deinem Weg,  
      dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale
      und bedeckst uns mit Finsternis. 
Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten
und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott: 
würde das Gott nicht erforschen?
      Er kennt ja unsres Herzens Grund.
      Doch um deinetwillen werden wir täglich getötet
      und sind geachtet wie Schlachtschafe. 
Wache auf, Herr! Warum schläfst du?
Werde wach und verstoß uns nicht für immer!
      Warum verbirgst du dein Antlitz,
      vergissest unser Elend und unsre Drangsal? 
Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, 
unser Leib liegt am Boden.
      Mache dich auf, hilf uns
      und erlöse uns um deiner Güte willen! JOHANNES 10, 1 - 10

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber. Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte. Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

LIED 370

Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,
du bist mein, ich bin dein,
niemand kann uns scheiden.
Ich bin dein, weil du dein Leben
und dein Blut mir zugut
in den Tod gegeben;
du bist mein, weil ich dich fasse
und dich nicht, o mein Licht,
aus dem Herzen lasse.
Lass mich, lass mich hingelangen,
da du mich und ich dich
leiblich werd umfangen.

Dienstag

PSALM 26 HERR, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! 
Ich hoffe auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen.
      Prüfe mich, HERR, und erprobe mich,
      erforsche meine Nieren und mein Herz! 
Denn deine Güte ist mir vor Augen, 
und ich wandle in deiner Wahrheit.
      Ich sitze nicht bei heillosen Leuten
      und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen. 
Ich hasse die Versammlung der Boshaften 
und sitze nicht bei den Gottlosen.
      Ich wasche meine Hände in Unschuld
      und halte mich, HERR, zu deinem Altar, 
dir zu danken mit lauter Stimme 
und zu verkündigen alle deine Wunder.
      HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses
      und den Ort, da deine Ehre wohnt. 
Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern 
noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
      an deren Händen Schandtat klebt
      und die gern Geschenke nehmen.
Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld. 
Erlöse mich und sei mir gnädig!
      Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund.
      Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.  JOHANNES 10, 23 - 30

Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.

LIED 353

Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte;
Jesus, der uns nie vergisst, suchet treulich das Verirrte,
dass es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an.

Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder!
Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder.
Glaubet’s doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 

Mittwoch

PSALM 31, 10 - 17 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! 
Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, 
matt meine Seele und mein Leib.
      Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer
      und meine Jahre in Seufzen. 
Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, 
und meine Gebeine sind verschmachtet.
      Vor all meinen Bedrängern
      bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn
      und ein Schrecken meinen Bekannten. 
Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. 
Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; 
ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
      Denn ich höre, wie viele über mich lästern:
      Schrecken ist um und um! 
Sie halten Rat miteinander über mich 
und trachten danach, mir das Leben zu nehmen.
      Ich aber, HERR, hoffe auf dich
      und spreche: Du bist mein Gott!
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Errette mich von der Hand meiner Feinde 
und von denen, die mich verfolgen.
      Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht;
      hilf mir durch deine Güte! JOHANNES 11, 46 - 53

Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Lassen wir ihn so, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in dem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts; ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in dem Jahr Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen. Von dem Tage an war es für sie beschlossen, dass sie ihn töteten.

LIED 78 

Jesus ist das Weizenkorn, 
das im Tod erstorben
und uns, die wir warn verlorn,
das Leben erworben;
bringt viel Frücht zu Gottes Preis, 
derer wir genießen,
gibt sein' Leib zu einer Speis, 
sein Blut zum Trank süße.

Donnerstag

PSALM 31, 20 - 25 Wie groß ist deine Güte, HERR,
die du bewahrt hast denen, die dich fürchten,
und erweisest vor den Leuten denen, 
die auf dich trauen!
     Du birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute,
     du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. 
Gelobt sei der HERR; 
denn er hat seine wunderbare Güte 
mir erwiesen in einer festen Stadt.
     Ich sprach wohl in meinem Zagen:
     Ich bin von deinen Augen verstoßen.
Doch du hörtest die Stimme meines Flehens,
als ich zu dir schrie. 
     Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! 
     Die Gläubigen behütet der HERR 
     und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
Seid getrost und unverzagt alle, 
die ihr des HERRN harret! JOHANNES 12, 27 - 33

Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen. Da sprach das Volk, das dabeistand und zuhörte: Es hat gedonnert. Die andern sprachen: Ein Engel hat mit ihm geredet. Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen. Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Das sagte er aber, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde.

LIED 86

Jesu, meins Lebens Leben,
Jesu, meines Todes Tod,
der du dich für mich gegeben
in die tiefste Seelennot,
in das äußerste Verderben,
nur dass ich nicht möchte sterben:
tausend-, tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür. 

Du hast dich in Not gestecket,
hast gelitten mit Geduld,
gar den herben Tod geschmecket,
um zu büßen meine Schuld;
dass ich würde losgezählet,
hast du wollen sein gequälet.
Tausend-, tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür. 

Freitag

SECHSTER BUSSPSALM 130 Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!
Lass deine Ohren merken
auf die Stimme meines Flehens!
      Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst -
      Herr, wer wird bestehen? 
Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. 
Ich harre des HERRN, meine Seele harret, 
und ich hoffe auf sein Wort.
      Meine Seele wartet auf den Herrn
      mehr als die Wächter auf den Morgen;
      mehr als die Wächter auf den Morgen
      hoffe Israel auf den HERRN! 
Denn bei dem HERRN ist die Gnade 
und viel Erlösung bei ihm.
      Und er wird Israel erlösen
      aus allen seinen Sünden. LUKAS 23, 26 - 43

Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen Mann, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf ihn, dass er’s Jesus nachtrüge. Es folgte ihm aber eine große Volksmenge und Frauen, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in der man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht genährt haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallt über uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns! Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden? Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei Übeltäter, dass sie mit ihm hingerichtet würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum. Und das Volk stand da und sah zu. Aber die Oberen spotteten und sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich selber, ist er der Christus, der Auserwählte Gottes. Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber! Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Juden König. Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns! Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

LIED 77

O hilf, Christe, Gottes Sohn,
durch dein bitter Leiden,
dass wir dir stets untertan
Sünd und Unrecht meiden,
deinen Tod und sein Ursach
fruchtbar nun bedenken,
dafür, wiewohl arm und schwach,
dir Dankopfer schenken.

Sonnabend

SIEBENTER BUSSPSALM 143, 1 - 10 HERR, erhöre mein Gebet,
vernimm mein Flehen um deiner Treue willen,
      erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen,
      und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht;
      denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 
Denn der Feind verfolgt meine Seele
und schlägt mein Leben zu Boden, 
er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind.
      Und mein Geist ist in Ängsten,
      mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe. 
Ich denke an die früheren Zeiten; 
ich sinne nach über all deine Taten 
und spreche von den Werken deiner Hände.
      Ich breite meine Hände aus zu dir,
      meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. 
HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; 
verbirg dein Antlitz nicht vor mir, 
dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren.
      Lass mich am Morgen hören deine Gnade;
      denn ich hoffe auf dich.
Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll;
denn mich verlangt nach dir. 
      Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; 
      zu dir nehme ich meine Zuflucht.
Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen,
denn du bist mein Gott;
dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. JESAJA 52, 13 - 15

Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine Gestalt hässlicher war als die anderer Leute und sein Aussehen als das der Menschenkinder, so wird er viele Heiden besprengen, dass auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon verkündet ist, die werden es nun sehen, und die nichts davon gehört haben, die werden es merken.

LIED 89

Du hast verlassen deinen Thron,
bist in das Elend gangen,
ertrügest Schläge, Spott und Hohn,
musstest am Kreuze hangen,
auf dass du für uns schafftest Rat
und unsre schwere Missetat
bei Gott versöhnen möchtest.

Drum will ich jetzt in Dankbarkeit
von Herzen dir lobsingen,
und wenn du zu der Seligkeit
mich wirst hinkünftig bringen,
so will ich daselbst noch viel mehr
zusamt dem ganzen Himmelsheer
dich ewig dafür loben.

Sechster Sonntag der Passionszeit

Die Karwoche Palmsonntag Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle,
die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Johannes 3, 14 - 15  PSALM 69, 17 – 22 Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
      und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,
      denn mir ist angst; erhöre mich eilends. 
Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, 
erlöse mich um meiner Feinde willen.
      Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham;
      meine Widersacher sind dir alle vor Augen. 
Die Schmach bricht mir mein Herz 
und macht mich krank.
      Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand,
      und auf Tröster, aber ich finde keine. 
Sie geben mir Galle zu essen 
und Essig zu trinken für meinen Durst.  LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 50, 4 - 9

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen.

EPISTEL  Philipper 2, 5 - 11

Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

EVANGELIUM  Johannes 12, 12 - 19

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharia 9,9): „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

WOCHENLIED 87

Dein Kampf ist unser Sieg,
dein Tod ist unser Leben;
in deinen Banden ist
die Freiheit uns gegeben.
Dein Kreuz ist unser Trost,
die Wunden unser Heil,
dein Blut das Lösegeld,
der armen Sünder Teil.

O hilf, dass wir auch uns
zum Kampf und Leiden wagen
und unter unserer Last
des Kreuzes nicht verzagen;
hilf tragen mit Geduld
durch deine Dornenkron,
wenn’s kommen soll mit uns
zum Blute, Schmach und Hohn.

Er allein hat den Tod nicht als Tribut der Natur gekostet, sondern nach seinem freien Willen, und gewiss nicht zu seinem eigenen Nutzen - denn er bedarf unserer Güter nicht -; er starb aber auch nicht, als wollte er Gnade für Gnade vergelten. Nicht anders starb er für die Freunde, als in der Absicht, sie erst zu erwerben, das heißt, um sie aus Feinden zu Freunden zu machen. Denn als wir noch Feinde waren, sind wir schon mit Gott durch das Blut seines Sohnes versöhnt worden (Römer 5, 8 - 10); oder man muss eher denken, dass er schon für Freunde starb, die zwar noch nicht liebten, aber doch schon geliebt wurden.

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 102, 2 – 12 HERR, höre mein Gebet
und lass mein Schreien zu dir kommen!
      Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not,
      neige deine Ohren zu mir;
      wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald! 
Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, 
und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer.
      Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras,
      dass ich sogar vergesse, mein Brot zu essen. 
Mein Gebein klebt an meiner Haut
vor Heulen und Seufzen.
      Ich bin wie die Eule in der Einöde,
      wie das Käuzchen in den Trümmern. 
Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
Täglich schmähen mich meine Feinde,
und die mich verspotten, fluchen mit meinem Namen. 
      Denn ich esse Asche wie Brot 
      und mische meinen Trank mit Tränen vor deinem Drohen und Zorn, 
      weil du mich hochgehoben und zu Boden geworfen hast.
Meine Tage sind dahin wie ein Schatten,
und ich verdorre wie Gras. Hebräer 9, 11-15

Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist. Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben. Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, so dass sie äußerlich rein sind, um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fahl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.

JOHANNES 12, 44 - 48 

Jesus aber rief:Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.  Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage.  

Lied 84

Nun, ich kann nicht viel geben
in diesem armen Leben,
eins aber will ich tun:
es soll dein Tod und Leiden,
bis Leib und Seele scheiden,
mir stets in meinem Herzen ruhn.

Ich will's vor Augen setzen,
mich stets daran ergötzen,
ich sei auch, wo ich sei;
es soll mir sein ein Spiegel
der Unschuld und ein Siegel
der Lieb und unverfälschten Treu.

Dienstag

PSALM 102, 13 - 23 Du aber, HERR, bleibst ewiglich
und dein Name für und für.
      Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen;
      denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist,
      und die Stunde ist gekommen 
- denn deine Knechte wollten gerne, dass es gebaut würde,
und es jammert sie, dass es in Trümmern liegt -,
      dass die Heiden den Namen des HERRN fürchten 
      und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit. 
Ja, der HERR baut Zion wieder 
und erscheint in seiner Herrlichkeit.
      Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen
      und verschmäht ihr Gebet nicht. 
Das werde geschrieben für die Nachkommen; 
und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.
      Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,
      der HERR sieht vom Himmel auf die Erde, 
dass er das Seufzen der Gefangenen höre 
und losmache die Kinder des Todes,
      dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN
      und sein Lob in Jerusalem, 
wenn die Völker zusammenkommen
und die Königreiche, dem HERRN zu dienen. HEBRÄER 9, 16 - 28

Denn wo ein Testament ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist noch nicht in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat. Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet. Denn als Mose alle Gebote gemäß dem Gesetz allem Volk gesagt hatte, nahm er das Blut von Kälbern und Böcken mit Wasser und Scharlachwolle und Ysop und besprengte das Buch und alles Volk und sprach: „Das ist das Blut des Bundes, den Gott euch geboten hat.“ Und die Stiftshütte und alle Geräte für den Gottesdienst besprengte er desgleichen mit Blut. Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. So also mussten die Abbilder der himmlischen Dinge gereinigt werden; die himmlischen Dinge selbst aber müssen bessere Opfer haben als jene. Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; auch nicht, um sich oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht; sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.

JOHANNES 18, 33 - 38

Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir’s andere über mich gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit?

LIED 81 

Ach großer König, groß zu allen Zeiten,
wie kann ich g’nugsam solche Treu ausbreiten?
Kein Menschen Herz vermag es auszudenken,
was dir zu schenken.

Ich kann’s mit meinen Sinnen nicht erreichen,
womit doch dein Erbarmen zu vergleichen;
wie kann ich dir denn deine Liebestaten
im Werk erstatten?

Mittwoch

PSALM 102, 24 - 29  Er demütigt auf dem Wege meine Kraft, 
er verkürzt meine Tage.
      Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg
      in der Hälfte meiner Tage!
      Deine Jahre währen für und für. 
Du hast vorzeiten die Erde gegründet,
und die Himmel sind deiner Hände Werk.
      Sie werden vergehen, du aber bleibst;
      sie werden alle veralten wie ein Gewand; 
wie ein Kleid wirst du sie wechseln, 
und sie werden verwandelt werden.
      Du aber bleibst, wie du bist,
      und deine Jahre nehmen kein Ende. 
Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen, 
und ihr Geschlecht wird vor dir gedeihen. HEBRÄER 10, 19 - 25

Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser. Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.

JOHANNES 19, 1 - 5

Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! und schlugen ihm ins Gesicht. Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!

LIED 79

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut
gemacht vor Gott gerecht und gut,

und bitten dich, wahr’ Mensch und Gott,
durch dein heilig fünf Wunden rot:
erlös uns von dem ewgen Tod
und tröst uns in der letzten Not.

Gründonnerstag

Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahles  Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, 
der gnädige und barmherzige HERR.  Psalm 111, 4  PSALM 111 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen
im Rate der Frommen und in der Gemeinde.
       Groß sind die Werke des HERRN;
       wer sie erforscht, der hat Freude daran. 
Was er tut, das ist herrlich und prächtig, 
und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
       Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
       der gnädige und barmherzige HERR. 
Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; 
er gedenkt ewig an seinen Bund.
       Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,
       dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden. 
Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; 
alle seine Ordnungen sind beständig.
       Sie stehen fest für immer und ewig;
       sie sind recht und verlässlich. 
Er sendet eine Erlösung seinem Volk; 
er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll. 
       Heilig und hehr ist sein Name.
       Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang.
Klug sind alle, die danach tun. 
Sein Lob bleibt ewiglich. AUS DEM ALTEN TESTAMENT  2. Mose 12, 1, 3 - 4, 6 - 7, 11 - 14

Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen. So sollt ihr’s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die hinwegeilen; es ist des HERRN Passa. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der HERR. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

EPISTEL  1. Korinther 11, 23 - 26

Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut: das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

EVANGELIUM  Johannes 13, 1 - 15

Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und beim Abendessen, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er kannte seinen Verräter; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.

Als er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin’s auch. Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

LIED 223

Der sich als Bruder zu uns stellt,
gibt sich als Brot zum Heil der Welt,
bezahlt im Tod das Lösegeld,
geht heim zum Thron als Siegesheld. 

Der du am Kreuz das Heil vollbracht,
des Himmels Tür uns aufgemacht:
gib deiner Schar im Kampf und Krieg
Mut, Kraft und Hilf aus deinem Sieg. 

Dir, Herr, der drei in Einigkeit,
sei ewig alle Herrlichkeit.
Führ uns nach Haus mit starker Hand
zum Leben in das Vaterland.

Womit willst du deinen Glauben erwecken? Womit willst du dich reizen zu danken? Willst du harren, bis es dir selber ankommt oder der Teufel dir Raum dazu gebe oder dich sonst was dazu anhalte; daraus wird nie etwas. Am Sakrament musst du dich wärmen und hinzu halten; dies ist ein Feuer, das die Herzen anzünden kann; da musst du deine Not und Dürftigkeit bedenken und die Wohltat deines Heilandes hören und glauben, so wird dir dein Herz anders werden und andere Gedanken fassen.

Martin Luther a

Karfreitag

Tag der Kreuzigung des Herrn Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben. Johannes 3, 16 PSALM 22, 2 - 9 Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
       Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
       und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. 
Du aber bist heilig, 
der du thronst über den Lobgesängen Israels.
       Unsere Väter hofften auf dich;
       und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. 
Zu dir schrien sie und wurden errettet, 
sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
       Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, 
       ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. 
Alle, die mich sehen, verspotten mich, 
sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: 
       "Er klage des dem HERRN, der helfe ihm heraus
       und rette ihn, hat er Gefallen an ihm." LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Jesaja 53, 1 - 12

Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des HERRN offenbart? Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit.

Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

EPISTEL  2. Korinther 5, 19 - 21

Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

EVANGELIUM  Johannes 19, 16 - 30

Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern, dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.“ Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.

LIED 83

Mein Lebetage will ich dich 
aus meinem Sinn nicht lassen,
dich will ich stets, gleich wie du mich,
mit Liebesarmen fassen.
Du sollst sein meines Herzens Licht,
und wenn mein Herz in Stücke bricht,
sollst du mein Herze bleiben;
ich will dir, mein höchster Ruhm,
hiermit zu deinem Eigentum
beständiglich verschreiben. 

Christus ist nichts als lauter Leben.
Je tiefer und fester du dies Bild in dich hineinbildest und ansiehst,
desto mehr fällt das Todesbild ab. 
Der Gnade Bild ist nichts anderes als Christus am Kreuz.
So ist Christus des Lebens und der Gnade Bild
gegen des Todes und der Sünde Bild.
Darum sieh Christus an,
der um deinetwillen von Gott ist verlassen gewesen
als einer, der verdammt sei ewiglich für dich, da er sprach am Kreuz:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Siehe, in dem Bilde ist überwunden deine Hölle,
und deine ungewisse Zukunft gewiss gemacht.
Lass dir das nur nicht aus den Augen nehmen, 
und suche dich nur in Christus und nicht in dir,
so wirst du dich ewig in ihm finden. 

Martin Luther

Karsonnabend

PSALM 16 Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich.
Ich habe gesagt zu dem HERRN:
      Du bist ja der Herr!
      Ich weiß von keinem Gut außer dir.
An den Heiligen, die auf Erden sind,
an den Herrlichen hab ich all mein Gefallen. 
      Aber jene, die einem andern nachlaufen, 
      werden viel Herzeleid haben. 
Ich will das Blut ihrer Trankopfer nicht opfern 
noch ihren Namen in meinem Munde führen.
      Der HERR ist mein Gut und mein Teil;
      du erhältst mir mein Erbteil. 
Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; 
mir ist ein schönes Erbteil geworden.
      Ich lobe den HERRN, der mich beraten hat;
      auch mahnt mich mein Herz des Nachts. 
Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; 
steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben.
      Darum freut sich mein Herz,
      und meine Seele ist fröhlich;  
      auch mein Leib wird sicher liegen.
Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassen
und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe.
      Du tust mir kund den Weg zum Leben:
      Vor dir ist Freude die Fülle
      und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.  LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Hesekiel 37, 1 - 14

Des HERRN Hand kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine. Und er führte mich überall hindurch. Und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und siehe, sie waren ganz verdorrt. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, dass diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: HERR, mein Gott, du weißt es. Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des HERRN Wort! So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet. Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, dass ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.

Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich, und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein. Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf, und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen. Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der HERR: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase diese Getöteten an, dass sie wieder lebendig werden! Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.

Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels. Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole. Und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der HERR.

EPISTEL  1. Petrus 3, 18 - 22

Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch. Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und es sind ihm Untertan die Engel und die Gewaltigen und die Mächte.

EVANGELIUM  Matthäus 27, 62 - 66

Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, kamen die Hohenpriester mit den Pharisäern zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.

LIED 80 

O Traurigkeit, o Herzeleid! 
Ist das nicht zu beklagen? 
Gott des Vaters einigs Kind 
wird ins Grab getragen. 

O große Not! 
Gotts Sohn liegt tot. 
Am Kreuz ist er gestorben; 
hat dadurch das Himmelreich 
uns aus Lieb erworben.

 O selig ist zu aller Frist, 
der dieses recht bedenket, 
wie der Herr der Herrlichkeit 
wird ins Grab versenket.

 

Das Osterfest und die Freudenzeit Die Osternacht

Das Osterfest und die Freudenzeit Die Osternacht  Christus spricht: Ich war tot, und siehe, 
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit 
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.  Offenbarung 1, 18 PSALM 118, 15 - 24 Man singt mit Freuden vom Sieg 
in den Hütten der Gerechten:
      Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
      Die Rechte des HERRN ist erhöht;
      die Rechte des HERRN behält den Sieg! 
Ich werde nicht sterben, sondern leben 
und des HERRN Werke verkündigen.
      Der HERR züchtigt mich schwer;
      aber er gibt mich dem Tode nicht preis. 
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, 
dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
      Das ist das Tor des HERRN;
      die Gerechten werden dort einziehen
Ich danke dir, dass du mich erhört hast 
und hast mir geholfen.
      Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
      ist zum Eckstein geworden. 
Das ist vom HERRN geschehen 
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
      Dies ist der Tag, den der HERR macht;
      lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Jesaja 26, 13 - 14 und 19

HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens. Tote werden nicht lebendig, Schatten stehen nicht auf; darum hast du sie heimgesucht und vertilgt und jedes Gedenken an sie zunichte gemacht. Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Toten herausgeben.

EPISTEL Kolosser 3, 1 - 4

Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.

EVANGELIUM  Matthäus 28, 1 - 10

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg, und setzte sich darauf Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: dort werden sie mich sehen.

LIED 99

Christ ist erstanden
von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.
War er nicht erstanden,
so war die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
SO lobn wir den Vater Jesu Christ.
Kyrieleis.

 

Tag der Auferstehung des Herrn - Ostersonntag

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, 
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.  Offenbarung 1, 18 PSALM 118, 15 - 25 Man singt mit Freuden vom Sieg 
in den Hütten der Gerechten:
      Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
      Die Rechte des HERRN ist erhöht;
      die Rechte des HERRN behält den Sieg! 
Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des HERRN Werke verkündigen.
      Der HERR züchtigt mich schwer;
      aber er gibt mich dem Tode nicht preis. 
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, 
dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
      Das ist das Tor des HERRN; 
      die Gerechten werden dort einziehen. 
Ich danke dir, dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.
      Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
      ist zum Eckstein geworden. 
Das ist vom HERRN geschehen 
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
      Dies ist der Tag, den der HERR macht;
      lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 
O HERR, hilf! 
O HERR, lass wohl gelingen!
  LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  1. Samuel 2, 1 - 8

Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Haupt ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Lasst euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke. Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten, hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. Der HERR tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse.

EPISTEL  1. Korinther 15, 1 - 11

Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene: so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.

EVANGELIUM  Markus 16, 1 - 8

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Wochenlied 101

Christ lag in Todesbanden,
für unsre Sünd gegeben,
der ist wieder erstanden
und hat uns bracht das Leben.
Des wir sollen fröhlich sein,
Gott loben und dankbar sein,
Gott loben und dankbar sein
und singen Halleluja. Halleluja.

Es war ein wunderlich Krieg,
da Tod und Leben 'rungen;
das Leben behielt den Sieg,
es hat den Tod verschlungen.
Die Schrift hat verkündet das,
wie ein Tod den andern fraß,
ein Spott aus dem Tod ist worden.
Halleluja

Lasst uns bei diesem so erhabenen Fest auch in eifriger Überlegung beachten, was uns ans Herz gelegt wird: die Auferstehung, der Durchgang, der Übergang. Denn Christus, liebe Brüder, ist heute nicht zurückgefallen sonder auferstanden, er ist nicht zurückgekehrt, sondern hindurchgegangen, er ist hinübergegangen, nicht zurückgegangen. Schließlich bedeutet „Pascha“, das Fest, das wir feiern, „Durchgang“, nicht Rückkehr, und Galiläa, wo wir nach der Verheißung den Auferstandenen sehen sollen, bedeutet nicht „Zurückgehen“, sondern Übergang.

Wenn Christus, der Herr, nach der Vollendung am Kreuz wieder zum Leben erstanden wäre, um zu unserer Sterblichkeit und zu den Mühen des irdischen Lebens zurückzukehren, dann würde ich nicht sagen, dass er hindurchgegangen ist, sondern dass er zurückgekehrt ist, dass er nicht zu etwas Höherem übergegangen ist, sondern sich zum früheren Zustand umgewendet hat. Weil er nun aber zu einem neuen Leben hinübergegangen ist, lädt er auch uns zum Durchgang ein und ruft uns nach Galiläa. Deswegen, „weil er gestorben ist, ist er ein für allemal für die Sünde gestorben“, denn weil er nun lebt, lebt er nicht für das Fleisch, sondern für Gott.

Bernhard von Clairvaux

Wir sollen ein fröhlich, liebliches, tröstliches Osterbild mit Fleiß und wohl ansehen und in uns bilden. Denn in demselben Bild ist weder Sünde noch Tod. So dich nun die Sünde anfechten will, und das Gewissen dich betrüben, dass du dies oder das getan, und im Glauben schwach seist, so halte dich hierher und sprich: Wahr ist es, ich bin ein Sünder, ich bin schwach im Glauben, das kann ich ja nicht leugnen, aber wiederum tröste ich mich des, dass ich weiß, Christus Jesus hat meine Sünde auf sich genommen und sie getragen. Aber am Ostertag ist er so auferstanden, dass alle Sünde und Sündenstrafe verschwunden ist.

Da sage nur nun, du Sünde, du Tod, du Teufel: was hat dir der Mann getan, dass du ihn vor Pilatus verklagst und an das Kreuz gebracht hast? Hast du dann recht getan? Da wird die Sünde, Tod und Teufel bekennen müssen, sie haben Unrecht angetroffen und ihm Unrecht getan. Als dann kannst du zu Sünde, Tod und Teufel sagen: So troll dich und lass mich auch zufrieden, oder fechte es mit ihm aus und frage ihn darum, wo er mit meinen Sünden sei hingekommen, ob er’s nicht hab’ tragen können, sondern wieder auf mich hab’ ablegen müssen. Wer also den Teufel kann abweisen auf den Herrn Christus, an welchem er sich das Maul verbrannt hat, der ist genesen.

Martin Luther

Ostermontag

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, 
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit 
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offenbarung 1, 18  PSALM 118,15 - 24 Man singt mit Freuden vom Sieg 
in den Hütten der Gerechten:
      Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
       Die Rechte des HERRN ist erhöht;
       die Rechte des HERRN behält den Sieg! 
Ich werde nicht sterben, sondern leben 
und des HERRN Werke verkündigen.
      Der HERR züchtigt mich schwer;
      aber er gibt mich dem Tode nicht preis. 
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, 
dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
      Das ist das Tor des HERRN;
      die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast 
und hast mir geholfen.
      Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
      ist zum Eckstein geworden. 
Das ist vom HERRN geschehen 
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
      Dies ist der Tag, den der HERR macht;
      lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
Jesaja 25, 8 - 9

Der Herr wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat’s gesagt. Zu der Zeit wird man sagen: „Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

EPISTEL 
1. Korinther 15, 12 - 20

Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

EVANGELIUM 
Lukas 24, 13 - 35

Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen. Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist. Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe. Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden’s so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.

Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab'’ ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren; die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.

LIED 101 

Den Tod niemand zwingen konnt
bei allen Menschenkindern;
das macht alles unsre Sünd,
kein Unschuld war zu finden.
Davon kam der Tod so bald
und nahm über uns Gewalt;
hielt uns in seim Reich gefangen.
Halleluja.

Jesus Christus, Gottes Sohn,
an unser Statt ist kommen
und hat die Sünd abgetan,
damit dem Tod genommen
all sein Recht und sein Gewalt;
da bleibt nichts denn Tods Gestalt,
den Stachel hat er verloren.
Halleluja.

Dienstag

PSALM 118, 26 - 9 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! 
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.
      Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet.
      Schmückt das Fest mit Maien 
      bis an die Hörner des Altars! 
Du bist mein Gott, und ich danke dir; 
mein Gott, ich will dich preisen.
      Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
      und seine Güte währet ewiglich. EPISTEL
Apostelgeschichte 3, 13 - 20

Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, als der ihn loslassen wollte. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum gebeten, dass man euch den Mörder schenke; aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat diesem die Gesundheit gegeben vor euer aller Augen. Nun, liebe Brüder, ich weiß, dass ihr’s aus Unwissenheit getan habt wie auch eure Oberen. Gott aber hat erfüllt, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigt hat: dass sein Christus leiden sollte. So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme von dem Angesicht des Herrn und er den sende, der euch zuvor zum Christus bestimmt ist: Jesus.

EVANGELIUM
Lukas 24, 1 - 12

Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht. Und als sie darüber bekümmert waren siehe, da traten zu ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie gingen wieder weg vom Grab und verkündigten das alles den elf Jüngern und den andern allen. Es waren aber Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die andern mit ihnen; die sagten das den Aposteln. Und es erschienen ihnen diese Worte, als wär’s Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab und bückte sich hinein und sah nur die Leinentücher und ging davon und wunderte sich über das, was geschehen war.

LIED 101 

Jesus Christus, Gottes Sohn,
an unser Statt ist kommen
und hat die Sünd abgetan,
damit dem Tod genommen
all sein Recht und sein Gewalt;
da bleibt nichts denn Tods Gestalt,
den Stachel hat er verloren.
Halleluja.

Mittwoch

PSALM 96 Singet dem HERRN ein neues Lied;
singet dem HERRN, alle Welt!
      Singet dem HERRN und lobet seinen Namen,
      verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit
unter allen Völkern von seinen Wundern!
      Denn der HERR ist groß und hoch zu loben,
      mehr zu fürchten als alle Götter. 
Denn alle Götter der Völker sind Götzen; 
aber der HERR hat den Himmel gemacht.
      Hoheit und Pracht sind vor ihm,
      Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum. 
Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, 
bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!
      Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
      bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; 
es fürchte ihn alle Welt!
      Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. 
      Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. 
Er richtet die Völker recht.
Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,
      das Meer brause und was darinnen ist;
      das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; 
es sollen jauchzen alle Bäume im Walde 
vor dem HERRN; denn er kommt,
denn er kommt, zu richten das Erdreich.
      Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
      und die Völker mit seiner Wahrheit.  EPISTEL  1. Korinther 15, 21 - 28

Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm „alle Feinde unter seine Füße legt“. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn „alles hat er unter seine Füße getan“. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm Untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst Untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

EVANGELIUM  Lukas 24, 44 - 49

Jesus sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem, und seid dafür Zeugen. Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe.

LIED 101

Es war ein wunderlich Krieg,
da Tod und Leben 'rungen;
das Leben behielt den Sieg,
es hat den Tod verschlungen.
Die Schrift hat verkündet das,
wie ein Tod den andern fraß,
ein Spott aus dem Tod ist worden.
Halleluja.

Donnerstag

PSALM 105, 1 - 15 Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen;
verkündigt sein Tun unter den Völkern!
      Singet und spielet ihm, 
      redet von allen seinen Wundern!
Rühmet seinen heiligen Namen; 
es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!
      Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht,
      suchet sein Antlitz allezeit! 
Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, 
seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
      du Geschlecht Abrahams, seines Knechts,
      ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 
Er ist der HERR, unser Gott er richtet in aller Welt.
Er gedenkt ewiglich an seinen Bund,
      an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter, 
      an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, 
und an den Eid, den er Isaak geschworen hat.
Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung 
      und für Israel als ewigen Bund
      und sprach: „Dir will ich das Land Kanaan geben, 
      das Los eures Erbteils,"
als sie noch gering waren an Zahl nur wenige
und Fremdlinge im Lande.
Und sie zogen von Volk zu Volk,
      von einem Königreich zum andern.
      Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun 
      und wies Könige zurecht um ihretwillen:
„Tastet meine Gesalbten nicht an,
und tut meinen Propheten kein Leid!“  EPISTEL  1. Korinther 15, 35 - 44

Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib. Nicht alles Fleisch ist das gleiche Fleisch, sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.

EVANGELIUM  Johannes 20, 11 - 18

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.

LIED 101 

Hier ist das recht Osterlamm,
davon wir sollen leben,
das ist an des Kreuzes Stamm
in heißer Lieb gegeben.
Des Blut zeichnet unsre Tür,
das hält der Glaub dem Tod für,
der Würger kann uns nicht rühren.
Halleluja.

Freitag

PSALM 107, 1 - 9 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, 
und seine Güte währet ewiglich. 
      So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, 
      die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat 
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
      Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
      und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten, 
die hungrig und durstig waren 
und deren Seele verschmachtete,
      die dann zum HERRN riefen in ihrer Not,
      und er errettete sie aus ihren Ängsten 
und führte sie den richtigen Weg, 
dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
      Die sollen dem HERRN danken für seine Güte
      und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, 
dass er sättigt die durstige Seele 
und die Hungrigen füllt mit Gutem. EPISTEL  1. Korinther 15, 50 - 58

Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick; zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: „Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! Darum, meine lieben  Brüder,  seid fest,  unerschütterlich  und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.

EVANGELIUM Johannes 21, 1 - 1

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch die Fische.

Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.

 LIED 101

So feiern wir das hoh Fest
mit Herzensfreud und Wonne,
das uns der Herr scheinen lässt.
Er ist selber die Sonne,
der durch seiner Gnaden Glanz
erleucht’ unsre Herzen ganz;
der Sünden Nacht ist vergangen.
Halleluja.

Sonnabend

PSALM 149, 1 - 5 Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; 
die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben.
      Israel freue sich seines Schöpfers,
      die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König. 
Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, 
mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen.
      Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk,
      er hilft den Elenden herrlich. 
Die Heiligen sollen fröhlich sein 
und preisen und rühmen auf ihren Lagern.  EPISTEL  Offenbarung 1, 9 - 18

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

EVANGELIUM  Matthäus 28, 11 - 15

Als sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen mit den Ältesten zusammen, hielten Rat und gaben den Soldaten viel Geld und sprachen: Sagt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. Und wenn es dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr sicher seid. Sie nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. Und so ist dies zum Gerede geworden bei den Juden bis auf den heutigen Tag.

LIED 101

Wir essen und leben wohl,
zum süßen Brot geladen;
der alte Sau’rteig nicht soll
sein bei dem Wort der Gnaden.
Christus will die Kost uns sein
und speisen die Seel allein;
der Glaub will keins andern leben.
Halleluja.

Erster Sonntag nach Ostern

Quasimodogeniti Gelobt sei Gott,
der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. 1. Petrus 1, 3 PSALM 116, 3 – 9 Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;
ich kam in Jammer und Not.
      Aber ich rief an den Namen des HERRN:
      Ach, HERR, errette mich! 
Der HERR ist gnädig und gerecht, 
und unser Gott ist barmherzig.
      Der HERR behütet die Unmündigen;
      wenn ich schwach bin, so hilft er mir. 
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; 
denn der HERR tut dir Gutes.
      Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
      mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Ich werde wandeln vor dem HERRN
im Lande der Lebendigen. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Jesaja 40, 26 - 31

Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: „Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber“? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen, aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

EPISTEL  1. Petrus 1, 3 - 9

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

EVANGELIUM  Johannes 20, 19 - 29

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

WOCHENLIED 102

Jesus Christus, unser Heiland, 
der den Tod überwand,
ist auferstanden, 
die Sünd hat er gefangen. 
Kyrieeleison.

Tod, Sünd, Leben und auch Gnad, 
alls in Händen er hat;
er kann erretten 
alle, die zu ihm treten. 
Kyrieeleison.

Dieses Leben ist nicht eine Frömmigkeit, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Wesen, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht; es ist aber in Gange und Schwange. Es ist nicht das Ende; es ist aber der Weg.

Martin Luther

Montag

PSALM 33, 1 - 9 Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten; 
die Frommen sollen ihn recht preisen.
      Danket dem HERRN mit Harfen;
      lobsinget ihm zum Psalter von zehn Saiten! 
Singet ihm ein neues Lied;
spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall! 
      Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, 
      und was er zusagt, das hält er gewiss.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht;
die Erde ist voll der Güte des HERRN.
      Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht
      und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes. 
Er hält die Wasser des Meeres zusammen 
wie in einem Schlauch und sammelt in Kammern die Fluten.
      Alle Welt fürchte den HERRN,
      und vor ihm scheue sich alles,
      was auf dem Erdboden wohnet. 
Denn wenn er spricht, so geschieht’s; 
wenn er gebietet, so steht’s da. 1. JOHANNES 5, 18 - 20

Wir wissen, dass, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht, sondern wer von Gott geboren ist, den bewahrt er, und der Böse tastet ihn nicht an. Wir wissen, dass wir von Gott sind, und die ganze Welt liegt im Argen. Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns den Sinn dafür gegeben hat, dass wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

LIED 107

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 
dass du vom Tod erstanden bist 
und hast dem Tod zerstört sein Macht 
und uns zum Leben wiederbracht. 
Halleluja.

Wir bitten dich durch deine Gnad:
nimm von uns unsre Missetat
und hilf uns durch die Güte dein, 
dass wir dein treuen Diener sein. 
Halleluja.

Dienstag

PSALM 33, 10 - 22 Der HERR macht zunichte der Heiden Rat 
und wehrt den Gedanken der Völker.
      Aber der Ratschluss des HERRN bleibt ewiglich,
      seines Herzens Gedanken für und für. 
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, 
dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!
      Der HERR schaut vom Himmel
      und sieht alle Menschenkinder. 
Von seinem festen Thron sieht er auf alle, 
die auf Erden wohnen.
      Er lenkt ihnen allen das Herz,
      er gibt acht auf alle ihre Werke. 
Einem König hilft nicht seine große Macht; 
ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft.
      Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen;
      und ihre große Stärke errettet nicht. 
Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, 
die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen,
      dass er sie errette vom Tode
      und sie am Leben erhalte in Hungersnot. 
Unsre Seele harrt auf den HERRN; 
er ist uns Hilfe und Schild.
      Denn unser Herz freut sich seiner,
      und wir trauen auf seinen heiligen Namen.
Deine Güte, HERR, sei über uns,
wie wir auf dich hoffen. 1. PETRUS 1, 17 - 21

Da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben, solange ihr hier in der Fremde weilt, in Gottesfurcht; denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

LIED 104

Singen wir heut mit einem Mund 
in Eintracht und aus Herzensgrund 
dir, o Herr aller Heer, 
Christe, Lob und Preis und Ehr; 
der für uns alle Missetat 
an dem Kreuz selbst gebüßet hat. 
Friedefürst, Osterheld, 
du hast nun den Feind gefällt. 
Lob sei dir für und für, 
Jesus Christ, dass du bist 
sünd’ger Welt Heil und Held, 
der das Feld im Kampf 
mit Tod und Höll behält.

 

Mittwoch

PSALM 34, 2 - 11 Ich will den HERRN loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 
      Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, 
      dass es die Elenden hören und sich freuen.
Preiset mit mir den HERRN
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
       Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir 
      und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. 
      Als einer im Elend rief, hörte der HERR 
      und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des HERRN lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. 
      Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. 
      Wohl dem, der auf ihn trauet!
Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen!
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
      Reiche müssen darben und hungern;
      aber die den HERRN suchen, 
      haben keinen Mangel an irgendeinem Gut. 1. PETRUS 1, 22 - 25

Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen. Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt. Denn „alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“. Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.

LIED 114

Ach mein Herr Jesu, der du bist
vom Tode auferstanden, 
rett uns aus Satans Macht und List 
und aus des Todes Banden, 
dass wir zusammen insgemein 
zum neuen Leben gehen ein,
das du uns hast erworben.

Sei hochgelobt in dieser Zeit
von allen Gotteskindern 
und ewig in der Herrlichkeit 
von allen Überwindern, 
die überwunden durch dein Blut; 
Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, 
dass wir auch überwinden.

Donnerstag

PSALM 34, 12 - 23 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu!
Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.
      Wer möchte gern gut leben
      und schöne Tage sehen? 
Behüte deine Zunge vor Bösem 
und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
      Lass ab vom Bösen und tu Gutes;
      suche Frieden und jage ihm nach! 
Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten 
und seine Ohren auf ihr Schreien.
      Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun,
      dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. 
Wenn die Gerechten schreien, 
so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not.
      Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
      und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 
Der Gerechte muss viel erleiden, 
aber aus alledem hilft ihm der HERR.
      Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,
      dass nicht eines zerbrochen wird. 
Den Gottlosen wird das Unglück töten,
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
      Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte,
      und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld. 1. PETRUS 2, 1 - 10

So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht in der Schrift: „Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“ Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist „der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses“; sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst „nicht ein Volk“ wart, nun aber „Gottes Volk“ seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid

LIED 103

Nun bitten wir dich, Jesu Christ, 
weil du vom Tod erstanden bist, 
verleihe, was uns selig ist. 
Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

O mache unser Herz bereit, 
damit von Sünden wir befreit
dir mögen singen allezeit: 
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

 

Freitag

PSALM 36, 6 - 11 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, 
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
      Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
      und dein Recht wie die große Tiefe.
      HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, 
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
      Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
      und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
      Breite deine Güte über die, die dich kennen,
      und deine Gerechtigkeit über die Frommen. 1. PETRUS 2, 11 - 17

Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Heiden, damit die, die euch verleumden als Übeltäter, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung. Seid Untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun. Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft - als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Ehrt jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehrt den König!

LIED 105

Erstanden ist der heilig Christ,
Halleluja, Halleluja, 
der aller Welt ein Tröster ist. 
Halleluja, Halleluja. 

Und wär er nicht erstanden,
Halleluja, Halleluja,
so wär die Welt vergangen. 
Halleluja, Halleluja. 

Und seit dass er erstanden ist,
Halleluja, Halleluja, 
so loben wir den Herren Christ. 
Halleluja, Halleluja.

 

Sonnabend

PSALM 37, 1 - 11 Entrüste dich nicht über die Bösen, 
sei nicht neidisch auf die Übeltäter.
      Denn wie das Gras werden sie bald verdorren,
      und wie das grüne Kraut werden sie verwelken. 
Hoffe auf den HERRN und tu Gutes, 
bleibe im Lande und nähre dich redlich.
      Habe deine Lust am HERRN;
      der wird dir geben, was dein Herz wünscht. 
Befiehl dem HERRN deine Wege 
und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen
      und wird deine Gerechtigkeit heraufführen
      wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. 
Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. 
Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, 
der seinen Mutwillen treibt.
      Steh ab vom Zorn und lass den Grimm,
      entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Denn die Bösen werden ausgerottet;
die aber des HERRN harren, werden das Land erben.
      Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da;
      und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.
Aber die Elenden werden das Land erben 
und ihre Freude haben an großem Frieden. 1. Petrus 3, 15 - 17

Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen. Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.

LIED 106

Erschienen ist der herrlich Tag, 
dran niemand g’nug sich freuen mag: 
Christ, unser Herr, heut triumphiert, 
sein Feind er all gefangen führt. 
Halleluja. 

Sein Raub der Tod musst geben her, 
das Leben siegt und ward ihm Herr,
zerstöret ist nun all sein Macht. 
Christ hat das Leben wiederbracht. 
Halleluja.

Drum wollen wir auch fröhlich sein, 
das Halleluja singen fein 
und loben dich, Herr Jesu Christ; 
zu Trost du uns erstanden bist. 
Halleluja.

Zweiter Sonntag nach Ostern

Misericordias Domini Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, 
und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben. JOHANNES 10, 11 a, 27 – 28 a
PSALM 23, 1 - 6 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue 
und führet mich zum frischen Wasser.
     Er erquicket meine Seele.
     Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, 
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, 
dein Stecken und Stab trösten mich.
     Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
     Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Hesekiel 34, 1 - 2, 10 - 16, 31

Und des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen. Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war. Ich will sie aus allen Völkern herausführen und aus allen Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Plätzen des Landes. Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist. Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.


EPISTEL  1. PETRUS 2, 21 - 25

Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

EVANGELIUM Johannes 10, 11 - 16

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.


WOCHENLIED 274

Der Herr ist mein getreuer Hirt,
hält mich in seiner Hute, 
darin mir gar nicht mangeln wird 
jemals an einem Gute. 
Er weidet mich ohn Unterlass, 
da aufwächst das wohlschmeckend Gras 
seines heilsamen Wortes.

Zum reinen Wasser er mich weist,
das mich erquickt so gute, 
das ist sein werter Heilger Geist,
der mich macht wohlgemute; 
er führet mich auf rechter Straße 
in seim Gebot ohn Unterlass 
um seines Namens willen.


Wenn du diesen Hirten kennst, so kannst du wider Teufel und Tod dich schützen und sagen: Ich habe ja leider Gottes Gebote nicht gehalten; aber ich krieche dieser lieben Henne, meinem lieben Herrn Christo, unter ihre Flügel und glaube, dass er ist mein lieber Hirte, Bischof und Mittler vor Gott, der mich deckt und schützt mit seiner Unschuld und schenkt mir seine Gerechtigkeit; denn was ich nicht gehalten habe, das hat er gehalten, ja, was ich gesündigt habe, das hat er mit seinem Blute bezahlt. Sintemal er ist nicht für sich, sondern für mich gestorben und auferstanden, wie er denn hier spricht: Er lasse sein Leben nicht für sich selbst, sondern für die Schafe.

Martin Luther

Montag

PSALM 40, 2 - 11 Ich harrte des HERRN,
und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. 
    Er zog mich aus der grausigen Grube, 
    aus lauter Schmutz und Schlamm, 
    und stellte meine Füße auf einen Fels, 
    dass ich sicher treten kann;
er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben,
zu loben unsern Gott.
Das werden viele sehen und sich fürchten
und auf den HERRN hoffen. 
    Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN
    und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen 
    und denen, die mit Lügen umgehen! 
HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder 
und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich!
    Ich will sie verkündigen und davon sagen,
    wiewohl sie nicht zu zählen sind.
Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht,
aber die Ohren hast du mir aufgetan.
    Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
    Da sprach ich: Siehe, ich komme; 
    im Buch ist von mir geschrieben:
Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern,
und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 
    Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde.
    Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen;
    HERR, das weißt du.
Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen;
von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich.
     Ich verhehle deine Güte und Treue nicht 
     vor der großen Gemeinde.
JESAJA 40, 9 - 11

Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

LIED 109

Nun kann uns kein Feind schaden mehr, 
ob er gleich murrt, ist' ohn Gefahr.
Halleluja, Halleluja. 
Er liegt im Staub, der arge Feind, 
wir aber Gottes Kinder seind. 
Halleluja, Halleluja.

Dienstag

PSALM 40, 12 - 18  Du aber, HERR,
wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden;
lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.
     Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. 
     Meine Sünden haben mich ereilt; 
     ich kann sie nicht überblicken.
Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt,
und mein Herz ist verzagt. 
     Lass dir’s gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, 
     HERR, mir zu helfen!
Schämen sollen sich und zuschanden werden,
die mir nach dem Leben trachten, mich umzubringen. 
     Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, 
     die mir mein Unglück gönnen.
Sie sollen in ihrer Schande erschrecken,
die über mich schreien: Da, da! 
     Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, 
     die nach dir fragen;
     und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: 
     Der HERR sei hoch gelobt!
Denn ich bin arm und elend; 
der Herr aber sorgt für mich. 
     Du bist mein Helfer und Erretter; 
     mein Gott, säume doch nicht! 1. PETRUS 4, 7 - 11

Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn „die Liebe deckt auch der Sünden Menge“. Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes; wenn jemand predigt, dass er’s rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er’s tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

LIED 110

Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, 
Halleluja, Halleluja, 
in deiner Urständ fröhlich ist. 
Halleluja, Halleluja. 

Das himmlisch Heer im Himmel singt, 
Halleluja, Halleluja, 
die Christenheit auf Erden klingt, 
Halleluja, Halleluja. 

Der Sonnenschein jetzt kommt herein,
Halleluja, Halleluja, 
und gibt der Welt ein' neuen Schein. 
Halleluja, Halleluja.

Mittwoch

PSALM 41, 2 - 5 Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! 
Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit.
     Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten
     und es ihm lassen wohlgehen auf Erden
     und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde. 
Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; 
du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit.
     Ich sprach: HERR, sei mir gnädig! 
     Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt. 1. PETRUS 4, 12 - 19

Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens Christi willen, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, sondern ehre Gott mit diesem Namen. Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst an uns, was wird es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird dann der Gottlose und Sünder bleiben? Darum sollen auch die, die nach Gottes Willen leiden ihm ihre Seelen anbefehlen als dem treuen Schöpfer und Gutes tun. 

LIED 115

Jesus lebt! Sein Heil ist mein, 
sein sei auch mein ganzes Leben; 
reines Herzens will ich sein, 
bösen Lüsten widerstreben. 
Er verlässt den Schwachen nicht; 
dies ist meine Zuversicht. 

Jesus lebt! Ich bin gewiss
nichts soll mich von Jesus scheiden, 
keine Macht der Finsternis, 
keine Herrlichkeit, kein Leiden. 
Seine Treue wanket nicht; 
dies ist meine Zuversicht.

Donnerstag

PSALM 42, 2 - 6 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, 
so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
     Meine Seele dürstet nach Gott,
     nach dem lebendigen Gott. 
Wann werde ich dahin kommen, 
dass ich Gottes Angesicht schaue?
     Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,
     weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? 
Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst:
wie ich einherzog in großer Schar,
     mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken
     und Danken in der Schar derer, die da feiern.
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir? 
     Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, 
     dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 1. PETRUS 5, 1 - 4

Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll; Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.

Lied 100

Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit; 
denn unser Heil hat Gott bereit’. 
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, 
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

 Er hat zerstört der Höllen Pfort,
die Seinen all herausgeführt 
und uns erlöst vom ewgen Tod. 
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, 
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Freitag

PSALM 42, 7 - 12 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, 
darum gedenke ich an dich 
aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar.
     Deine Fluten rauschen daher, 
     und eine Tiefe ruft die andere;
     alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
Am Tage sendet der HERR seine Güte, 
und des Nachts singe ich ihm 
und bete zu dem Gott meines Lebens.
     Ich sage zu Gott, meinem Fels:
     Warum hast du mich vergessen?
Warum muss ich so traurig gehen,
wenn mein Feind mich dränget? 
     Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, 
     wenn mich meine Feinde schmähen 
     und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir? 
     Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, 
     dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 5. MOSE 32, 45 - 47

Als nun Mose das alles zu Ende geredet hatte vor ganz Israel sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, dass ihr euren Kindern befehlt, alle Worte dieses Gesetzes zu halten und zu tun. Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben, und durch dies Wort werdet ihr lange leben in dem Lande, in das ihr zieht über den Jordan, um es einzunehmen.

LIED 111

Lebt Christus, was bin ich betrübt? 
Ich weiß, dass er mich herzlich liebt;
wenn mir gleich alle Welt stürb ab, 
g’nug, dass ich Christus bei mir hab. 
Halleluja. 

Mein Herz darf nicht entsetzen sich,
Gott und die Engel lieben mich;
die Freude, die mir ist bereit’, 
vertreibet Furcht und Traurigkeit. 
Halleluja.

Sonnabend

PSALM 44, 10 - 27  Warum verstößt du uns denn nun 
und lässt uns zuschanden werden 
und ziehst nicht aus mit unserm Heer? 
     Du lässt uns fliehen vor unserm Feind, 
     dass uns berauben, die uns hassen. 
Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe 
und zerstreust uns unter die Heiden. 
     Du verkaufst dein Volk um ein Nichts 
     und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen. 
Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, 
zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.
     Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden,
     lässt die Völker das Haupt über uns schütteln.
Täglich ist meine Schmach mir vor Augen,
und mein Antlitz ist voller Scham, 
     weil ich sie höhnen und lästern höre 
     und muss die Feinde und Rachgierigen sehen.
Dies alles ist über uns gekommen;
und wir haben doch dich nicht vergessen,
an deinem Bund nicht untreu gehandelt.
     Unser Herz ist nicht abgefallen
     noch unser Schritt gewichen von deinem Weg, 
dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale 
und bedeckst uns mit Finsternis.
     Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten
     und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott: 
würde das Gott nicht erforschen? 
Er kennt ja unsres Herzens Grund.
     Doch um deinetwillen werden wir täglich getötet
     und sind geachtet wie Schlachtschafe. 
Wache auf, Herr! Warum schläfst du? 
Werde wach und verstoß uns nicht für immer!
     Warum verbirgst du dein Antlitz, 
     vergissest unser Elend und unsre Drangsal? 
Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, 
unser Leib liegt am Boden.
     Mache dich auf, hilf uns
     und erlöse uns um deiner Güte willen! JESAJA 41, 6 - 9

Einer will dem anderen helfen und spricht zu seinem Nächsten: Steh fest! Der Meister nimmt den Goldschmied fest an die Hand, und sie machen mit dem Hammer das Blech glatt auf dem Amboss und sprechen: Das wird fein stehen! und machen’s fest mit Nägeln, dass es nicht wackeln soll. Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du Spross Abrahams, meines Geliebten, den ich fest ergriffen habe, von den Enden der Erde her und berufen von ihren Grenzen, zu dem ich sprach: Du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht. 

LIED 113

Des Herren Rechte, die behält
den Sieg und ist erhöht; 
des Herren Rechte mächtig fällt,
was ihr entgegensteht. 
Tod, Teufel, Höll und alle Feind 
durch Christi Sieg bezwungen seind, 
ihr Zorn ist kraftlos worden.

Dritter Sonntag nach Ostern

Jubilate Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; 
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2. Korinther 5, 17 PSALM 66, 1 - 12 Jauchzet Gott, alle Lande! 
Lobsinget zur Ehre seines Namens;rühmet ihn herrlich! 
     Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
     Deine Feinde müssen sich beugen 
     vor deiner großen Macht. 
Alles Land bete dich an und lobsinge dir, 
lobsinge deinem Namen.
     Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
     der so wunderbar ist in seinem Tun
     an den Menschenkindern. 
Er verwandelte das Meer in trockenes Land, 
sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen. 
Darum freuen wir uns seiner.
     Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
     seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
       lasst seinen Ruhm weit erschallen, 
      der unsre Seelen am Leben erhält 
und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert,
wie das Silber geläutert wird
     du hast uns in den Turm werfen lassen, 
     du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt, 
du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen,
wir sind in Feuer und Wasser geraten. 
Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.  LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  1. Mose 1, 1 – 4 a, 26 - 31, 2,  1 - 4a  Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis. Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch Untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden. EPISTEL 
1. Johannes 5, 1 - 4 Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
EVANGELIUM 
Johannes 15, 1 - 8 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. WOCHENLIED 108

Mit Freuden zart zu dieser Fahrt 
lasst uns zugleich fröhlich singen, 
beid, groß und klein, von Herzen rein 
mit hellem Ton frei erklingen.
Das ewig Heil wird uns zuteil,
denn Jesus Christ erstanden ist, 
welchs er lässt reichlich verkünden. 

Singt Lob und Dank mit freiem Klang
unserm Herrn zu allen Zeiten 
und tut sein Ehr je mehr und mehr 
mit Wort und Tat weit ausbreiten: 
so wird er uns aus Lieb und Gunst 
nach unserm Tod, frei aller Not, 
zur ewgen Freude geleiten.

So ist nun im Neuen Testament ein besserer Gottesdienst, wovon hier der Psalm sagt: „Singet dem Herrn ein neues Lied. Singet dem Herrn, alle Welt.“ Denn Gott hat unser Herz und Gemüt fröhlich gemacht durch seinen lieben Sohn, welchen er für uns hingegeben hat zur Erlösung von Sünden, Tod und Teufel. Wer dies mit Ernst glaubt, der kann’s nicht lassen: Er muss fröhlich und mit Lust davon singen und sagen, damit es andere auch hören und herzukommen. Martin Luther

Montag

PSALM 48, 10 - 15 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. 
Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm 
bis an der Welt Enden.
      Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.
      Dessen freue sich der Berg Zion,
und die Töchter Juda seien fröhlich,
weil du recht richtest. 
      Ziehet um Zion herum und umschreitet es, 
      zählt seine Türme; habt gut acht auf seine Mauern,
durchwandert seine Paläste
dass ihr den Nachkommen davon erzählt:
      Wahrlich, das ist Gott, unser Gott für immer und ewig.
      Er ist’s, der uns führet.
HESEKIEL 37, 15 - 23

Des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: „Für Juda und Israel, die sich zu ihm halten.“ Und nimm noch ein Holz und schreibe darauf: „Holz Ephraims, für Josef und das ganze Haus Israel, das sich zu ihm hält.“ Und füge eins an das andere, dass es ein Holz werde in deiner Hand. Wenn nun dein Volk zu dir sprechen wird: Willst du uns nicht zeigen, was du damit meinst?, so sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will das Holz Josefs, das in der Hand Ephraims ist, nehmen samt den Stämmen Israels, die sich zu ihm halten, und will sie zu dem Holz Judas tun und ein Holz daraus machen, und sie sollen eins sein in meiner Hand. Und so sollst du die Hölzer, auf die du geschrieben hast, in deiner Hand halten vor ihren Augen und sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will die Israeliten herausholen aus den Heiden, wohin sie gezogen sind, und will sie von überall her sammeln und wieder in ihr Land bringen und will ein einziges Volk aus ihnen machen im Land auf den Bergen Israels, und sie sollen allesamt einen König haben und sollen nicht mehr zwei Völker sein und nicht mehr geteilt in zwei Königreiche. Und sie sollen sich nicht mehr unrein machen mit ihren Götzen und Gräuelbildern und allen ihren Sünden. Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

 LIED 117

Der schöne Ostertag!
Ihr Menschen, kommt ins Helle!
Christ, der begraben lag,
brach heut aus seiner Zelle.
Wär vorm Gefängnis noch
der schwere Stein vorhanden,
so glaubten wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden,
erstanden, erstanden, erstanden! 

Muss ich von hier nach dort -
er hat den Weg erlitten.
Der Fluss reißt mich nicht fort,
seit Jesus ihn durchschritten.
Wär er geblieben,
wo des Todes Wellen branden,
so hofften wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden,
erstanden, erstanden, erstanden.

Dienstag

PSALM 50, 1 - 15 Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu 
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
     Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.
     Unser Gott kommt und schweiget nicht. 
Fressendes Feuer geht vor ihm her 
und um ihn her ein mächtiges Wetter.
     Er ruft Himmel und Erde zu,
     dass er sein Volk richten wolle: 
„Versammelt mir meine Heiligen, 
die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.“
     Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit
     verkünden; denn Gott selbst ist Richter. 
„ Höre, mein Volk, lass mich reden; 
Israel, ich will wider dich zeugen: Ich, Gott, bin dein Gott.
     Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an -
     sind doch deine Brandopfer täglich vor mir. 
Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmen 
noch Böcke aus deinen Ställen.
     Denn alles Wild im Walde ist mein
     und die Tiere auf den Bergen zu Tausenden.
Ich kenne alle Vögel auf den Bergen; 
und was sich regt auf dem Felde, ist mein.
     Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen;
     denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.
Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen wolle 
oder Blut von Böcken trinken?
     Opfere Gott Dank 
     
und erfülle dem Höchsten deine Gelübde 
und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, 
und du sollst mich preisen.“ JOHANNES 11, 1 - 10

Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du liebhast, liegt krank. Als Jesus das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde. Jesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun hörte, dass er krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war; danach spricht er zu seinen Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa ziehen! Seine Jünger aber sprachen zu ihm: Meister, eben noch wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dorthin ziehen? Jesus antwortete: Hat nicht der Tag zwölf Stunden? Wer bei Tag umhergeht, der stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser Welt. Wer aber bei Nacht umhergeht, der stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm.

LIED 116

Er ist erstanden, hat uns befreit;
dafür sei Dank und Lob allezeit.
Uns kann nicht schaden Sünd oder Tod,
Christus versöhnt uns mit unserm Gott.
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

Mittwoch

PSALM 50, 16 - 23 Aber zum Gottlosen spricht Gott:
"Was hast du von meinen Geboten zu reden
     und nimmst meinen Bund in deinen Mund,
     da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich? 
Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm 
und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.
     Deinen Mund lässest du Böses reden,
     und deine Zunge treibt Falschheit.
Du sitzest und redest wider deinen Bruder; 
deiner Mutter Sohn verleumdest du.
     Das tust du, und ich schweige;
     da meinst du, ich sei so wie du. 
Aber ich will dich zurechtweisen 
und es dir vor Augen stellen.
     Begreift es doch, die ihr Gott vergesset,
     damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da! 
Wer Dank opfert, der preiset mich, 
und da ist der Weg, 
dass ich ihm zeige das Heil Gottes.“ JOHANNES 11, 28 - 45

Und als sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach zu ihr: Der Meister ist da und ruft dich. Als Maria das hörte, stand sie eilend auf und kam zu ihm. Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern war noch dort, wo ihm Marta begegnet war. Als die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilend aufstand und hinausging, folgten sie ihr, weil sie dachten: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen. Als nun Maria dahin kam, wo Jesus- war, und sah ihn, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde sehr betrübt und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh es! Und Jesus gingen die Augen über. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn liebgehabt! Einige aber unter ihnen sprachen: Er hat dem Blinden die Augen aufgetan; konnte er nicht auch machen, dass dieser nicht sterben musste? Da ergrimmte Jesus abermals und kam zum Grab. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. Jesus sprach: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier Tagen. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich’s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst ihn gehen! Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.

LIED 524

Freu dich sehr, o meine Seele,
und vergiss all Not und Qual,
weil dich nun Christus, der Herre,
ruft aus diesem Jammertal.
Aus Trübsal und großem Leid
sollst du fahren in die Freud,
die kein Ohr hat je gehöret,
die in Ewigkeit auch währet.

Donnerstag

PSALM 51, 12 - 21 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
       Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
       und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, 
und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
       Ich will die Übertreter deine Wege lehren,
       dass sich die Sünder zu dir bekehren. 
Errette mich von Blutschuld, 
Gott, der du mein Gott und Heiland bist, 
dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
       Herr, tu meine Lippen auf,
       dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. 
Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, 
und Brandopfer gefallen dir nicht.
       Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,
       ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du,
       Gott, nicht verachten. 
Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, 
baue die Mauern zu Jerusalem.
       Dann werden dir gefallen rechte Opfer,
       Brandopfer und Ganzopfer;
       dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern  JOHANNES 12, 35 - 36

Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. Glaubt an das Licht, solange ihr’s habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet. Das redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.

LIED 442 

Gotts Wort, du bist der Morgenstern,
wir können dein gar nicht entbehrn,
du musst uns leuchten immerdar,
sonst sitzen wir im Finstern gar. 

Leucht uns mit deinem Glänzen klar
und Jesus Christus offenbar’,
jag aus der Finsternis Gewalt,
dass nicht die Lieb in uns erkalt. 

Sei uns willkommen, lieber Tag,
vor dir die Nacht nicht bleiben mag.
Leucht uns in unsre Herzen fein
mit deinem himmelischen Schein. 

O Jesu Christ, wir warten dein,
dein heilig Wort leucht uns so fein.
Am End der Welt bleib nicht lang aus
und führ uns in deins Vaters Haus.

Freitag

PSALM 53 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 
„Es ist kein Gott.“ Sie taugen nichts;
      ihr Freveln ist ein Gräuel;
      da ist keiner, der Gutes tut. 
Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder,
dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.
      Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben;
      da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. 
Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen, 
die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, 
Gott aber rufen sie nicht an?
      Sie fürchten sich da, wo nichts zu fürchten ist;
      doch Gott zerstreut die Gebeine derer, die dich bedrängen. 
Du machst sie zuschanden, denn Gott hat sie verworfen.
Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme
      und Gott sein gefangenes Volk erlöste! 
      So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein. JOHANNES 13, 31 - 35

Als Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen in sich und wird ihn bald verherrlichen. Liebe Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

 LIED 322

Er gebe uns ein fröhlich Herz,
erfrische Geist und Sinn
und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
ins Meeres Tiefe hin.

Sonnabend

PSALM 57 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! 
Denn auf dich traut meine Seele,
       und unter dem Schatten deiner Flügel
       habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorüber gehe. 
Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, 
zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.
       Er sende vom Himmel und helfe mir 
       von der Schmähung dessen, der mir nachstellt.
Gott sende seine Güte und Treue. 
Ich liege mitten unter Löwen; 
       verzehrende Flammen sind die Menschen,
       ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.
Erhebe dich, Gott, über den Himmel
und d eine Herlichkeit über alle Welt!
       Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt
       und meine Seele gebeugt; 
sie haben vor mir eine Grube gegraben –
und fallen doch selbst hinein.
       Mein Herz ist bereit, Gott, 
       mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.
Wach auf, meine Seele, wach auf,
Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken!
       Herr, ich will dir danken unter den Völkern,
       ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, 
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 
       Erhebe dich, Gott, über den Himmel 
       und deine Herrlichkeit über alle Welt! 1. CHRONIK 16, 28 - 36

Bringet dar dem HERRN, ihr Völker, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht! Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt vor ihn und betet den HERRN an in heiligem Schmuck! Es fürchte ihn alle Welt. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Es freue sich der Himmel, und die Erde sei fröhlich, und man sage unter den Heiden, dass der HERR regiert! Das Meer brause und was darinnen ist, und das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist. Es sollen jauchzen alle Bäume im Wald vor dem HERRN; denn er kommt, zu richten die Erde. Danket dem HERRN, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Und sprecht: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und sammle uns und errette uns von den Heiden, dass wir deinen heiligen Namen preisen und dir Lob sagen! Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk sagte: Amen! und: Lobe den HERRN!

LIED 288

Dankt unserm Gott, lobsinget ihm,
rühmt seinen Namen mit lauter Stimm;
lobsingt und danket allesamt!
Gott loben, das ist unser Amt. 

Er ist voll Gut und Freundlichkeit,
voll Lieb und Treu zu jeder Zeit;
sein Gnad währt immer dort und hier
und seine Wahrheit für und für.

Vierter Sonntag nach Ostern

Kantate Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.  Psalm 98, 1 PSALM 98 Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. 
       Der Herr lässt sein Heil kundwerden; 
       vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
       Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
       Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist,
der Erdkreis und die darauf wohnen. 
       Die Ströme sollen frohlocken, 
       und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn; 
       denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker, wie es recht ist.
  LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Jesaja 12, 1 - 6

Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR, dass du bist zornig gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen. Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist! Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen! Jauchze und rühme, du Tochter Zion: denn der Heilige Israels ist groß bei dir!

EPISTEL  Kolosser 3, 12 - 17

So zieht nun als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

EVANGELIUM  Matthäus 11, 25 - 30

Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir Wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; wo werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

WOCHENLIED 243

Lob Gott getrost mit Singen,
frohlock, du christlich Schar!
Dir soll es nicht misslingen,
Gott hilft dir immerdar.
Ob du gleich hier musst tragen
viel Widerwärtigkeit,
sollst du doch nicht verzagen;
er hilft aus allem Leid. 

Gott solln wir fröhlich loben,
der sich aus großer Gnad
durch seine milden Gaben
uns kundgegeben hat.
Er wird uns auch erhalten
in Lieb und Einigkeit
und unser freundlich walten
hier und in Ewigkeit.

Dem himmlischen Lob etwas hinzufügen zu wollen bedeutet, es zu schwächen. Nicht deshalb, weil die Menschen es nicht mehr wagen sollen, die zu loben, die von den Engeln verherrlicht worden sind, sondern weil es sich nicht geziemt bei der Festfeier etwas Neues, Unbedeutendes zu hören; man sollte eher bei dem Bewährten und Alten bleiben, das die Kirche erhöhen und die kirchliche Würde widerspiegeln kann. Wenn man aber etwas Neues hören will und es ein Anlass rechtfertigt, dann, möchte ich meinen, muss wie gesagt diese Würde des Lobes und des Urhebers verbürgt sein, die den Herzen der Zuhörer in gleicher Weise Lust und Nutzen bietet.

Ferner sollen die Gedanken unzweifelhaft im Glanz der Wahrheit strahlen, sie sollen die Gerechtigkeit rühmen, zur Demut raten, Mäßigung lehren, sie sollen aber auch Licht in den Herzen entzünden, die Sitten formen, die Laster verdammen, den Neigungen Innerlichkeit, den Sinnen Beherrschung schaffen. Falls Gesang angestimmt werden soll, so sei er voll Würde: er soll weder nach Weichlichkeit noch Plumpheit klingen, er sei süß, ohne gehaltlos zu sein, er soll den Ohren so schmeicheln, wie er die Herzen bewegt. Er lindere die Trauer, besänftige den Zorn; er soll den Inhalt der Worte nicht entleeren, sondern bereichern. Die geistliche Gnade erleidet keine geringe Einbuße, wenn durch die Seichtheit des Gesanges vom nutzbringenden Inhalt abgelenkt wird und den kunstvollen Figuren der Stimmen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als dem Bestreben, die Wahrheit in die Herzen eindringen zu lassen.

Bernhard von Clairvaux  

Montag

PSALM 148 Halleluja! Lobet im Himmel den Herrn, 
lobet ihn in der Höhe!
       Lobet ihn, alle seine Engel,
       lobet ihn, all sein Heer! 
Lobet ihn, Sonne und Mond, 
lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
       Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel
       und ihr Wasser über dem Himmel! 
Die sollen loben den Namen des Herrn; 
denn er gebot, da wurden sie geschaffen.
       Er lässt sie bestehen für immer und ewig;
       er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten.
Lobet den Herrn auf Erden, 
ihr großen Fische und alle Tiefen des Meeres,
       Feuer, Hagel, Schnee und Nebel,
       Sturmwinde, die sein Wort ausrichten, 
ihr Berge und alle Hügel, 
fruchttragende Bäume und alle Zedern,
       ihr Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel, 
       ihr Könige auf Erden und alle Völker, 
Fürsten und alle Richter auf Erden,
Jünglinge und Jungfrauen,
Alte mit den Jungen! 
       Die sollen loben den Namen des Herrn; 
       denn sein Name allein ist hoch,
seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist.
Er erhöht die Macht seines Volkes. 
       Alle seine Heiligen sollen loben, 
       die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient. 
       Halleluja! JOHANNES 14, 1 - 14 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke. Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. LIED 341

Nun freut euch, lieben Christeng’mein,
und lasst uns fröhlich springen,
dass wir getrost und all in ein
mit Lust und Liebe singen,
was Gott an uns gewendet hat
und seine süße Wundertat;
gar teu’r hat er’s erworben. 

Er sprach zu mir: „Halt dich an mich,
es soll dir jetzt gelingen;
ich geb mich selber ganz für dir dich,
da will ich für dich ringen;
denn ich bin dein und du bist mein,
und wo ich bleib, da sollst du sein,
uns soll der Feind nicht scheiden."

Dienstag

PSALM 150 Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, 
lobet ihn in der Feste seiner Macht!
       Lobet ihn für seine Taten,
       lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! 
Lobet ihn mit Posaunen,
lobet ihn mit Psalter und Harfen!
       Lobet ihn mit Pauken und Reigen, 
       lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! 
Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln!
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja! JOHANNES 14, 15 - 21

Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

LIED 195

Allein auf Gottes Wort
will ich mein Grund und Glauben bauen.
Das soll mein Schatz sein ewiglich, 
dem ich allein will trauen.
Auch menschlich Weisheit will ich nicht
dem göttlich Wort vergleichen,
was Gottes Wort klar spricht und richt’,
dem soll doch alles weichen.

Mittwoch

PSALM 69, 31 - 37 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied
und will ihn hoch ehren mit Dank. 
       Das wird dem HERRN besser gefallen 
       als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.
Die Elenden sehen es und freuen sich,
und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben. 
       Denn der Herr hört die Armen 
       und verachtet seine Gefangenen nicht.
Es lobe ihn Himmel und Erde,
die Meere mit allem, was sich darin regt. 
       Denn Gott wird Zion helfen 
       und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze.
Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben,
und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben. Johannes 14, 28 - 31

Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Und jetzt habe ich’s euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es nun geschehen wird. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine Macht über mich; aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat. Steht auf und lasst uns von hier weggehen.

LIED 406

Bei dir, Jesu, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft.

Donnerstag

PSALM 95, 1 – 7 a Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken 
und jauchzen dem Hort unsres Heils!
       Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen 
       und mit Psalmen ihm jauchzen!
Denn der HERR ist ein großer Gott
und ein großer König über alle Götter.
       Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, 
       und die Höhen der Berge sind auch sein.
Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht,
und seine Hände haben das Trockene bereitet. 
       Kommt, lasst uns anbeten und
       knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide
und Schafe seiner Hand. JOHANNES 15, 9 - 17

Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe. Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.

LIED 369

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Freitag

PSALM 103, 1 - 13 Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
       Lobe den Herrn, meine Seele,
       und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
       der dein Leben vom Verderben erlöst,
       der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, 
der deinen Mund fröhlich macht, 
und du wieder jung wirst wie ein Adler.
       Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. 
       Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.
Barmherzig und gnädig ist der Herr,
geduldig und von großer Güte. 
       Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben.
       Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, 
       lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
       So fern der Morgen ist vom Abend, 
       lässt er unsre Übertretungen von uns sein. 
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, 
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.  JOHANNES 15, 18 - 21

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

LIED 351

Nun weiß und glaub ich feste,
ich rühm’s auch ohne Scheu,
dass Gott, der Höchst und Beste
mein Freund und Vater sei
und dass in allen Fällen 
er mir zur Rechten steh
und dämpfe Sturm und Wellen
und was mir bringet Weh.

Sonnabend

PSALM 106, 1 - 5 Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich. 
       Wer kann die großen Taten des HERRN alle erzählen
       und sein Lob genug verkündigen?
Wohl denen, die das Gebot halten
und tun immerdar recht!
       HERR, gedenke meiner nach der Gnade, 
       die du deinem Volk verheißen hast;
erweise an uns deine Hilfe,
dass wir sehen das Heil deiner Auserwählten und uns freuen,
       dass es deinem Volke so gut geht 
       und uns rühmen mit denen, die dein eigen sind.  JEREMIA 29, 11 - 14

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen

LIED 395

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen
am hohen Himmelstand,
sind Menschen ausgezogen
in das gelobte Land. 

Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.

Fünfter Sonntag nach Ostern

 Rogate Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft 
noch seine Güte von mir wendet. Psalm 66, 20   PSALM 95, l – 7 a Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken 
und jauchzen dem Hort unsres Heils!
      Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen
      und mit Psalmen ihm jauchzen! 
Denn der HERR ist ein großer Gott 
und ein großer König über alle Götter.
      Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
      und die Höhen der Berge sind auch sein. 
Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, 
und seine Hände haben das Trockene bereitet.
      Kommt, lasst uns anbeten und knien
      und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide
und Schafe seiner Hand. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  2. Mose 32, 7 - 14

Der HERR sprach aber zu Mose: Geh steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen. Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.

EPISTEL  1. Timotheus 2, 1 - 6

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist  e i n Gott und  ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde. 

EVANGELIUM  Johannes 16, 23 b - 28, 33

Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, dass ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

WOCHENLIED 344

Vater unser im Himmelreich, 
der du uns alle heißest gleich 
Brüder sein und dich rufen an 
und willst das Beten von uns han: 
gib, dass nicht bet allein der Mund, 
hilf, dass es geh von Herzensgrund. 

Amen, das ist: es werde wahr. 
Stärk unsern Glauben immerdar, 
auf dass wir ja nicht zweifeln dran,
was wir hiermit gebeten han 
auf dein Wort, in dem Namen dein. 
So sprechen wir das Amen fein. 

Sprich nicht: Ich bin jetzt geschickt zum Beten; ich will noch eine Welle harren und dieweil was anders tun, bis ich geschickter werde. Sonst kommst du immer weiter davon, von einer Stunde zu der andern, ja von einem Tage zu dem andern, dass du dich doch zuletzt musst mit Gewalt dawider legen und fortfahren zu beten, wenn du dich am allerungeschicktesten fühlest. Denn es heißt doch: Wer heute nicht geschickt ist, der ist morgen noch ungeschickter, und durch Verziehen wird niemand geschickt. Wo du nicht lernest beten, weil du ungeschickt bist und deine Beschwerung fühlest, so lernest du es nimmermehr. Denn wenn die süße Andacht kommt: Ei, nun bin ich geschickt, nun will ich recht beten, - da soll wohl der Teufel sein und dein Gebet zu Sünde und Schanden machen. Darum ist das die rechte Kunst, zu beten, geschickt zu werden, dass du daran anfangest, da du dich ungeschickt fühlest und Gott das vorträgst; also wirst du gewiss geschickter werden und dich bald leichter und lustiger fühlen, und nur immer durch diese Last hindurch gedrungen und fortgefahren, dass du dich die Sünde nicht lassest irren noch wehren. Doch also, dass du nicht denkest, in Sünden zu bleiben.

Martin Luther

Montag

PSALM 5, 2 - 8 HERR, höre meine Worte, merke auf mein Reden!
Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott;
denn ich will zu dir beten. 
      HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, 
      frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt;
wer böse ist, bleibt nicht vor dir. 
      Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen;
      du bist feind allen Übeltätern.
Du bringst die Lügner um;
dem HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen und Falschen.
      Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte 
      und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.  JOHANNES 17, 1 - 8

So redete Jesus, und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche; denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.

LIED 241

Du wirst dein herrlich Werk vollenden,
der du der Welten Heil und Richter bist;
du wirst der Menschheit Jammer wenden,
so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist.
Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn;
du tust doch über Bitten und Verstehn.

Dienstag

PSALM 32 Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,
dem die Sünde bedeckt ist!
      Wohl dem Menschen,dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
      in dessen Geist kein Trug ist!
Denn als ich es wollte verschweigen,
verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
      Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
      dass mein Saft vertrocknete wie es im Sommer dürre wird.
Darum bekannte ich dir meine Sünde,
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
      Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
      Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.
Darum, wenn große Wasserfluten kommen,
werden sie nicht an sie gelangen.
      Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
      dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst;
ich will dich mit meinen Augen leiten.
      Seid nicht wie Rosse und Maultiere, 
      die ohne Verstand sind, denen man Zaum und Gebiss anlegen muss;
      sie werden sonst nicht zu dir kommen.
Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft
den wird die Güte umfangen.
      Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten,
      und jauchzet, alle ihr Frommen. JOHANNES 17, 20 - 26

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

LIED 263

Lass uns deine Herrlichkeit
ferner sehn in dieser Zeit
und mit unsrer kleinen Kraft
üben gute Ritterschaft.
Erbarm dich, Herr. 

Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit
sei dem Höchsten allezeit,
der, wie er ist drei in ein,
uns in ihm lässt eines sein.
Erbarm dich, Herr.

 

Mittwoch

PSALM 39, 5 - 14 HERR, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss
und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.
     Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir,
     und mein Leben ist wie nichts vor dir.
WIE GAR NICHTS SIND ALLE MENSCHEN,
DIE DOCH SO SICHER LEBEN!
     Sie gehen daher wie ein Schatten
     und machen sich viel vergebliche Unruhe;
sie sammeln und wissen nicht, wer es einbringen wird.
Nun, Herr, wessen soll ich mich trösten?
     Ich hoffe auf dich. Errette mich aus aller meiner Sünde
     und lass mich nicht den Narren zum Spott werden.
Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun,
denn du hast es getan.
     Wende deine Plage von mir;
     ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift.
Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen,
so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid.
     WIE GAR NICHTS SIND DOCH ALLE MENSCHEN.
     Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien,
schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir,
ein Fremdling wie alle meine Väter.
     Lass ab von mir, dass ich mich erquicke,
     ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin. JOHANNES 21, 15 - 22

Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe, Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebhatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!

LIED 259

Er mache uns im Glauben kühn
und in der Liebe reine.
Er lasse Herz und Zunge glühn,
zu wecken die Gemeine.
Und ob auch unser Auge nicht
in seinen Plan mag dringen:
er führt durch Dunkel uns zum Licht,
lässt Schloss und Riegel springen.
Des wolln wir fröhlich singen!

 

Christi Himmelfahrt

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde,
so will ich alle zu mir ziehen.  Johannes 12, 32  PSALM 47 Schlagt froh in die Hände, alle Völker,
und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! 
     Denn der HERR, der Allerhöchste ist heilig 
     ein großer König über die ganze Erde.
Er beugt die Völker unter uns
und Völkerschaften unter unsere Füße. 
     Er erwählt uns unser Erbteil, 
     die Herrlichkeit Jakobs, den er liebhat.
Gott fährt auf unter Jauchzen,
der HERR beim Hall der Posaune. 
     Lobsinget, lobsinget Gott, 
     lobsinget, lobsinget unserm Könige!
Denn Gott ist König über die ganze Erde;
lobsinget ihm mit Psalmen!
     Gott ist König über die Völker, 
     Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
Die Fürsten der Völker sind versammelt 
als Volk des Gottes Abrahams;
     denn Gott gehören die Starken auf Erden;
     er ist hoch erhaben. LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
1. Könige 8, 22 - 24, 26 - 28

Und Salomo trat vor den Altar des HERRN angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, damit du hörest das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.

EPISTEL 
Apostelgeschichte 1, 3 - 4, 8 - 11

Jesus zeigte sich den Aposteln nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

EVANGELIUM
Lukas 24, 50 - 53

Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

 

LIED 121

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du gen Himmel g'fahren bist:
Halleluja, Halleluja,
o starker Gott Immanuel,
stärk uns an Leib, stärk uns an Seel.
Halleluja, Halleluja. 

Durch ihn der Himmel unser ist.
Halleluja, Halleluja,
dass wir nur trauen fest auf dich
und durch dich leben ewiglich.
Halleluja, Halleluja.

Wenn wir das Fest der Geburt des Herrn und das seiner Auferstehung mit würdiger Andacht feiern, geziemt es sich, auch den heutigen Tag zu feiern. Dieses Fest steht ja in nichts jenen Festen nach, es ist vielmehr ihr Abschluss und ihre Vollendung. Mit Recht wird ein Fest- und Freudentag an dem Tag gefeiert, an dem sich die alle Himmel übersteigende Sonne, die Sonne der Gerechtigkeit (Maleachi 4, 2), unseren Blicken gezeigt hat, indem sie ihren Glanz und ihr unnahbares Licht in der Wolke des Fleisches und im Kleid der Sterblichkeit verringerte. Groß ist auch die Freude und überschwänglich unser Frohlocken an dem Tag, an dem er sein Gewand zerrissen, sich mit Freude bekleidet und unsere Auferstehung begründet hat, indem er zwar nicht das Wesen eben dieses dürftigen Gewandes beseitigt, wohl aber die alte Form, die Verweslichkeit, das Elend und die Wertlosigkeit von ihm genommen hat. Doch wie können mich diese Festtage berühren, wenn mein Leben noch immer an die Erde gebunden ist? Wer aber dürfte es wagen, den Aufstieg in den Himmel auch nur zu ersehnen, wenn er nicht wüsste, dass der, der herabgestiegen war, vor ihm hinaufgestiegen ist? Ich sage euch also: Der Aufenthalt in diesem Ort der Verbannung schiene mir nicht viel erträglicher als die Hölle, wenn uns nicht der Herr der Heerscharen den Keim des Vertrauens und der Erwartung zurückgelassen hätte, als er zu den Wolken emporgehoben wurde und denen Hoffnung schenkte, die glauben. So sagte er: „Wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen" (Johannes 16, 7). Welcher Beistand? Sieger der, durch den die Liebe sich ergießt und die Hoffnung nicht mehr unerfüllt bleibt; jener Beistand durch den unsere Heimat im Himmel ist (Philipper 3, 20), die Kraft aus der Höhe, durch die unsere Herzen nach oben gerichtet sind. „Ich gehe", sagt der Herr, „um einen Platz für euch vorzubereiten; und wenn ich gegangen bin, werde ich wiederkommen und euch zu mir holen" (Johannes 14, 2)

Bernhard von Clairvaux

Freitag

PSALM 110, 1 - 3 Der HERR sprach zu meinem Herrn:
„Setze dich zu meiner Rechten, 
bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache."
     Der HERR wird das Zepter deiner Macht 
     ausstrecken aus Zion. Herrsche mitten unter deinen Feinden!
Wenn du dein Heer aufbietest,
wird dir dein Volk willig folgen in heiligem Schmuck.  EPHESER 1, 3 - 14

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist.

In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das, Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum wurden zum Lob seiner Herrlichkeit.

LIED 119

Gen Himmel aufgefahren ist,
Halleluja,
der Ehrenkönig Jesus Christ.
Halleluja. 

Er sitzt zu Gottes rechter Hand,
Halleluja,
herrscht über Himml und alle Land.
Halleluja. 

Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist,
Halleluja,
in Psalmen von dem Herren Christ.
Halleluja.

Sonnabend

PSALM 54, 3 - 9 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen 
und schaffe mir Recht durch deine Kraft. 
     Gott, erhöre mein Gebet, 
     vernimm die Rede meines Mundes.
Denn Stolze erheben sich gegen mich,
und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben;
sie haben Gott nicht vor Augen.
     Siehe, Gott steht mir bei,
     der Herr erhält mein Leben. 
Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten. 
Vertilge sie um deiner Treue willen!
     So will ich dir ein Freudenopfer bringen
     und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist. 
Denn du errettest mich aus aller meiner Not, 
dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.  JESAJA 57, 15 - 21

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. Denn ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen; sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten und der Lebensodem, den ich geschaffen habe. Ich war zornig über die Sünde ihrer Habgier und schlug sie, verbarg mich und zürnte. Aber sie gingen treulos die Wege ihres Herzens. Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen, will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich will sie heilen. Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen. Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott.

LIED 120

Christ fuhr gen Himmel.
Was sandt er uns hernieder?
Den Tröster, den Heiligen Geist,
zu Trost der ganzen Christenheit.
Kyrieleis. 

Christ fuhr mit Schallen
von seinen Jüngern allen.
Er segnet' sie mit seiner Hand
und sandte sie in alle Land.
Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Sechster Sonntag nach Ostern

Exaudi Christus spricht:
Wenn ich erhöht werde von der Erde, 
so will ich alle zu mir ziehen.  Johannes 12, 32  PSALM 27, 1 – 8 Der HERR ist mein Licht und mein Heil; 
vor wem sollte ich mich fürchten?
     Der HERR ist meines Lebens Kraft;
     vor wem sollte mir grauen? 
Wenn die Übeltäter an mich wollen, 
um mich zu verschlingen,
     meine Widersacher und Feinde,
     sollen sie selber straucheln und fallen. 
Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, 
so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht;
     wenn sich Krieg wider mich erhebt
     so verlasse ich mich auf ihn.
Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: 
dass ich im Hause des HERRN bleiben könne
mein Leben lang,
     zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN 
     und seinen Tempel zu betrachten.
Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit,
er birgt mich im Schutz seines Zeltes 
und erhöht mich auf einen Felsen.
     Und nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, 
     die um mich her sind; 
darum will ich Lob opfern in seinem Zelt, 
ich will singen und Lob sagen dem HERRN.
     HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
     sei mir gnädig und erhöre mich! 
Mein Herz hält dir vor dein Wort: 
„Ihr sollt mein Antlitz suchen." 
Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  Jeremia 31, 31 - 34

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: „Erkenne den HERRN", sondern sie sollen mich alle erkennen, beide klein und groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

EPISTEL  Epheser 3, 14 - 21

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

EVANGELIUM  Johannes 15, 26 - 16, 4

Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir. Und auch ihr seid meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen. Das habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber dies habe ich zu euch geredet, damit, wenn ihre Stunde kommen wird, ihr daran denkt, dass ich's euch gesagt habe. Zu Anfang aber habe ich es euch nicht gesagt, denn ich war bei euch.

WOCHENLIED 128

Heilger Geist, du Tröster mein, 
hoch vom Himmel uns erschein 
mit dem Licht der Gnaden dein. 

Komm, Vater der armen Herd, 
komm mit deinen Gaben wert, 
uns erleucht auf dieser Erd. 

Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst
ist all unser Tun und Kunst 
vor Gott ganz und gar umsonst.

Wenn die Rotten nicht wären, dadurch uns der Teufel erweckt, würden wir zu faul, schliefen und schnarchten uns zu Tode, würden auch beide, Glauben und Wort, bei uns verdunkeln und verrosten, bis es gar alles verdürbe. Aber nun sind solche Rotten unsere Polierer, die wetzen und schleifen unsern Glauben und Lehre, dass sie glatt und rein wie ein Spiegel glänzen, lernen auch darüber den Teufel und seine Gedanken kennen und werden geschickt, gegen ihn zu streiten. Zum andern so wird auch das Wort selber dadurch desto mehr und heller an den Tag gebracht vor der Welt, dass viele durch solchen Krieg die Wahrheit erfahren oder darin gestärkt werden. Denn es ist ein geschäftig Ding um das Wort Gottes; darum gibt ihm Gott auch zu schaffen, hängt und hetzt daran beide, Teufel und Welt, auf dass seine Macht und Tugend offenbar und Lügen zu Schanden werden.

Martin Luther

Montag

PSALM 69, 14 - 18 Ich aber bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; 
Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
     Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, 
     dass ich errettet werde vor denen, 
     die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;
dass mich die Flut nicht ersäufe
und die Tiefe nicht verschlinge
und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe. 
     Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; 
     wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,
denn mir ist angst; erhöre mich eilends.  EPHESER 1, 15 - 23

Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

 LIED 123

Jesus Christus herrscht als König, 
alles wird ihm untertänig, 
alles legt ihm Gott zu Fuß. 
Aller Zunge soll bekennen, 
Jesus sei der Herr zu nennen, 
dem man Ehre geben muss. 

Jesus Christus ist der Eine, 
der gegründet die Gemeine,
die ihn ehrt als teures Haupt. 
Er hat sie mit Blut erkaufet, 
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.

 

Dienstag

PSALM 65 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion,
und dir hält man Gelübde.
     Du erhörst Gebet;
     darum kommt alles Fleisch zu dir.
Unsre Missetat drückt uns hart;
du wollest unsre Sünde vergeben.
     Wohl dem, den du erwählst und zu dir lassest,
     dass er in deinen Vorhöfen wohne;
der hat reichen Trost von deinem Hause,
deinem heiligen Tempel.
     Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil,
     der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;
der du die Berge festsetzest in deiner Kraft
und gerüstet bist mit Macht;
     der du stillst das Brausen des Meeres,
     das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen,
vor deinen Zeichen.
     Du machst fröhlich, 
     was da lebet im Osten wie im Westen.
Du suchst das Land heim und bewässerst es
und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle.
     Du lassest ihr Getreide gut geraten;
     denn so baust du das Land.
Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen;
mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.
     Du krönst das Jahr mit deinem Gut,    
     und deine Fußstapfen triefen von Segen.
Es triefen auch die Auen in der Steppe,
und die Hügel sind erfüllt mit Jubel.
     Die Anger sind voller Schafe,
     und die Auen stehen dick im Korn,
     dass man jauchzet und singet. EPHESER 2, 11 - 16

Darum denkt daran, dass ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind, dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung: daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.

LIED 331

Herr, erbarm, erbarme dich.
Lass uns deine Güte schauen;
deine Treue zeige sich,
wie wir fest auf dich vertrauen.
Auf dich hoffen wir allein:
lass uns nicht verloren sein.

 

Mittwoch

PSALM 86, 1 - 10 Herr, neige deine Ohren und erhöre mich; 
denn ich bin elend und arm.
     Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.
     Hilf du, mein Gott, deinem Knechte,
     der sich verlässt auf dich. 
Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir.
Erfreue die Seele deines Knechts;
denn nach dir, Herr, verlangt mich. 
     Denn du, Herr, bist gut und gnädig, 
     von großer Güte allen, die dich anrufen.
Vernimm, HERR, mein Gebet
und merke auf die Stimme meines Flehens! 
     In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören!
     Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern,
     und niemand kann tun, was du tust. 
Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen
und vor dir anbeten, Herr, 
und deinen Namen ehren,
     dass du so groß bist und Wunder tust
     und du allein Gott bist. EPHESER 3, 8 - 12

Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist die Gnade gegeben worden, den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi und für alle ans Licht zu bringen, wie Gott seinen geheimen Ratschluss ausführt, der von Ewigkeit her verborgen war in ihm, der alles geschaffen hat; damit jetzt kundwerde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde. Diesen ewigen Vorsatz hat Gott ausgeführt in Christus Jesus, unserm Herrn, durch den wir Freimut und Zugang haben in alle Zuversicht durch den Glauben an ihn.

LIED 386

Aller Weisheit höchste Fülle
in dir ja verborgen liegt. 
Gib nur, dass sich auch mein Wille 
fein in solche Schranken fügt, 
worinnen die Demut und Einfalt regieret 
und mich zu der Weisheit, 
die himmlisch ist, führet. 
Ach wenn ich nur Jesus recht kenne und weiß, 
so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis.

Donnerstag

PSALM 102, 13 - 23 Du aber, HERR, bleibst ewiglich 
und dein Name für und für.
     Du wollest dich aufmachen 
     und über Zion erbarmen;
denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist,
und die Stunde ist gekommen
     - denn deine Knechte wollten gerne,
     dass es gebaut würde,
und es jammert sie, dass es in Trümmern liegt -,
dass die Heiden den Namen des HERRN fürchten
und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit.
     Ja, der HERR baut Zion wieder  
     und erscheint in seiner Herrlichkeit.
Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen
und verschmäht ihr Gebet nicht.
     Das werde geschrieben für die Nachkommen;
     und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.
Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,
der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,
     dass er das Seufzen der Gefangenen höre
     und losmache die Kinder des Todes,
dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN
und sein Lob in Jerusalem,
     wenn die Völker zusammenkommen
     und die Königreiche, dem HERRN zu dienen. EPHESER 4, 1 - 6

So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung: e i n Herr, e i n Glaube,  eine Taufe; e i n Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.

LIED 297

Ach Herr Gott, wie reich tröstest du,
die gänzlich sind verlassen.
Der Gnaden Tür steht nimmer zu.
Vernunft kann das nicht fassen,
sie spricht: Es ist nun alls verlorn,
da doch das Kreuz hat neu geborn,
die deiner Hilfe warten.

Den Himmel hast du und die Erd,
Herr, unser Gott, gegründet;
gib, dass dein Licht uns helle werd,
lass unser Herz entzündet
in rechter Lieb des Glaubens dein
bis an das End beständig sein.
Die Welt lass immer murren.

 

Freitag

PSALM 141  HERR, ich rufe zu dir, eile zu mir;
vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.
     Mein Gebet möge vor dir gelten als ein Räucheropfer,
     das Aufheben meiner Hände als ein Abendopfer.
HERR, behüte meinen Mund
und bewahre meine Lippen!
     Neige mein Herz nicht zum Bösen, gottlos zu leben mit den Übeltätern;
     ich mag nicht essen von ihren leckeren Speisen.
Der Gerechte schlage mich freundlich und weise mich zurecht;
das wird mir wohl tun wie Balsam auf dem Haupte.
     Mein Haupt wird sich dagegen nicht wehren.
     Doch ich bete stets, dass jene mir nicht Schaden tun.
Ihre Anführer sollen hinabgestürzt werden vom Felsen;
dann wird man merken, wie richtig meine Worte gewesen sind.
     Ihre Gebeine werden zerstreut bis zur Pforte des Todes,
     wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.
Ja, auf dich, HERR, sehen meine Augen;
ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin.
     Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben,
     und vor der Falle der Übeltäter.
Die Gottlosen sollen miteinander in ihr eigenes Netz fallen;
mich aber lass entrinnen. EPHESER 6, 18 - 24

Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss. Damit aber auch ihr wisst, wie es um mich steht und was ich mache, wird euch Tychikus alles berichten, mein lieber Bruder und treuer Diener in dem Herrn, den ich eben dazu gesandt habe zu euch, dass ihr erfahrt, wie es um uns steht, und dass er eure Herzen tröste.

Friede sei mit den Brüdern und Liebe mit Glauben von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Die Gnade sei mit allen, die liebhaben unsern Herrn Jesus Christus, in Unvergänglichkeit.

LIED 122

Auf Christi Himmelfahrt allein
ich meine Nachfahrt gründe
und allen Zweifel, Angst und Pein
hiermit stets überwinde.
Denn weil das Haupt im Himmel ist,
wird seine Glieder Jesus Christ
zur rechten Zeit nachholen.

 

Sonnabend

PSALM 42, 2 - 6 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
     Meine Seele dürstet nach Gott,
     nach dem lebendigen Gott.
Wann werde ich dahin kommen,
dass ich Gottes Angesicht schaue?
     Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,
     weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst:
wie ich einherzog in großer Schar,
     mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes 
     mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern.
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
     Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
     dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. HESEKIEL 36, 22 - 28

Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht Gott der HERR: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entheiligt habt unter den Heiden, wohin ihr auch gekommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Heiden entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, wieder heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, dass ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn ich vor ihren Augen an euch zeige, dass ich heilig bin. Denn ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.

LIED 134

Komm, o komm, du Geist des Lebens,
wahrer Gott von Ewigkeit,
deine Kraft sei nicht vergebens,
sie erfüll uns jederzeit;
so wird Geist und Licht und Schein
in dem dunklen Herzen sein.

 

Pfingstsonntag

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, 
sondern durch meinen Geist geschehen, 
spricht der Herr Zebaoth.  Sacharja 4, 6 PSALM 118, 24 - 29 Dies ist der Tag, den der Herr macht; 
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 
     O Herr, hilf!
     O Herr, lass wohl gelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! 
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
     Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
     Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir; 
mein Gott, ich will dich preisen.
     Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
     und seine Güte währet ewiglich. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  4. Mose 11, 11 - 12, 14 - 17, 24 - 25

Und Mose sprach zu dem HERRN: Warum bekümmerst du deinen Knecht? Und warum finde ich keine Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volks auf mich legst? Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagen könntest: Trage es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast? Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer. Willst du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber, wenn anders ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich nicht mein Unglück sehen muss.

Und der HERR sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich, so will ich hernieder kommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volkes tragen und du nicht allein tragen musst.

Und Mose ging heraus und sagte dem Volk die Worte des HERRN und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volks und stellte sie rings um die Stiftshütte. Da kam der HERR hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung wie Propheten und hörten nicht auf.

EPISTEL  Apostelgeschichte 2, 1 - 18

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unseren Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem anderen: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge, sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.“

EVANGELIUM  Johannes 14, 23 - 27

 Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. Das habe ich euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“

WOCHENLIED 125

Komm, Heiliger Geist,
Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut
deiner Gläub'gen Herz, Mut und Sinn,
dein brennend Lieb entzünd in ihn'.
O Herr, durch deines Lichtes Glanz
zum Glauben du versammelt hast
das Volk aus aller Welt Zungen.
Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen.
Halleluja, Halleluja.

Heute, geliebte Brüder, feiern wir das Fest des Heiligen Geistes. Es soll mit ganzer Freude gefeiert werden, denn es ist aller Andacht würdig. Der Heilige Geist ist ja gewissermaßen die reinste Verkörperung der Wonne in Gott, er ist Gottes Güte und auch selbst Gott. Wenn wir die Festtage der Heiligen feiern, um wie viel mehr müssen wir dann das Fest dessen feiern, durch den die Heiligen in ihrer ganzen Zahl erst heilig werden konnten? Wenn wir die verehren, die heilig geworden sind, um wie viel angemessener ist es, den zu ehren, der sie heilig gemacht hat?

Heute ist also der Festtag des Heiligen Geistes; es ist der Tag, an dem der Unsichtbare sichtbar erschienen ist, wie auch der Sohn sich im Fleisch sichtbar zeigen wollte, obwohl er in gleicher Weise an sich unsichtbar ist. Heute enthüllt uns der Heilige Geist etwas von sich, so wie wir vorher ein Geringes vom Vater und vom Sohn kannten: Die volle Erkenntnis der Dreifaltigkeit ist ja das ewige Leben. Jetzt aber erkennen wir nur stückweise; das übrige, das wir nicht erkennen können, glauben wir.

Bernhard von Clairvaux

Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird.

Das ist gewisslich wahr. Martin Luther

Pfingstmontag

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, 
sondern durch meinen Geist geschehen, 
spricht der Herr Zebaoth.  Sacharja 4, 6 PSALM 118, 24 - 29 Dies ist der Tag, den der Herr macht; 
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 
O Herr, hilf! O Herr, lass wohl gelingen! 
     Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! 
     Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
     Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien
bis an die Hörner des Altars! 
     Du bist mein Gott, und ich danke dir; 
     mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich. LESUNG  AUS DEM ALTEN TESTAMENT  1. Mose 11, 1 - 9

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! -und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.

Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns hernieder fahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

EPISTEL 1. Korinther 12, 4 - 11

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gaben, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.

EVANGELIUM  Matthäus 16, 13 - 19

Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.

LIED 125

Du heiliges Licht, edler Hort,
lass leuchten uns des Lebens Wort
und lehr uns Gott recht erkennen,
von Herzen Vater ihn nennen.
O Herr, behüt vor fremder Lehr,
dass wir nicht Meister suchen mehr
denn Jesus mit rechtem Glauben
und ihm aus ganzer Macht vertrauen.
Halleluja, Halleluja.

Dienstag

PSALM 68, 2 - 11 Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, 
und die ihn hassen, fliehen vor ihm.
      Wie Rauch verweht, so verwehen sie;
      wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer,
      so kommen die Gottlosen um vor Gott. 
Die Gerechten aber freuen sich 
und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen.
      Singet Gott, lobsinget seinem Namen!
      Macht Bahn dem, der durch die Wüste einher fährt;
      er heißt HERR. Freuet euch vor ihm! 
Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen 
ist Gott in seiner heiligen Wohnung,
     ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt,
     der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe;
     aber die Abtrünnigen lässt er bleiben in dürrem Lande. 
Gott, als du vor deinem Volk herzogst, 
als du einhergingst in der Wüste,
da bebte die Erde, 
     und die Himmel troffen vor Gott - am Sinai -,
     vor Gott, dem Gott Israels. 
Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen, 
und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,
     dass deine Herde darin wohnen konnte.
     Gott, du labst die Elenden in deiner Güte. EPISTEL  Apostelgeschichte 10, 34 - 48

Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle. Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er getan hat im jüdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehängt und getötet. Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten. Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Und die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen wurde; denn sie hörten, dass sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir? Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben. EVANGELIUM  Johannes 3, 16 - 21

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

LIED 125

Du heilige Glut, süßer Trost,
nun hilf uns, fröhlich und getrost
in deim Dienst beständig bleiben,
die Trübsal uns nicht wegtreiben.
O Herr, durch dein Kraft uns bereit
und wehr des Fleisches Ängstlichkeit,
dass wir hier ritterlich ringen,
durch Tod und Leben zu dir dringen.
Halleluja, Halleluja.

Mittwoch

PSALM 68, 19 - 21 Du bist aufgefahren zur Höhe
und führtest Gefangne gefangen;
      du hast Gaben empfangen unter den Menschen;
      auch die Abtrünnigen müssen sich, Gott, vor dir bücken.
Gelobt sei der Herr täglich.
Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.
      Wir haben einen Gott, der da hilft,
      und den HERRN, der vom Tode errettet.
  EPISTEL Apostelgeschichte 2, 29 - 36

Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag. Da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte, hat er's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen. Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst: „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache." So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.

EVANGELIUM Johannes 6, 44 - 47

Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. Es steht geschrieben in den Propheten: „Sie werden alle von Gott gelehrt sein." Wer es vom Vater hört und lernt, der kommt zu mir. Nicht als ob jemand den Vater gesehen hätte außer dem, der von Gott gekommen ist; der hat den Vater gesehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

LIED 239

Freut euch. Doch die Freude aller Frommen
kenne auch der Freude tiefsten Grund.
Gott wird einst in Christus wiederkommen!
Dann erfüllt sich erst der letzte Bund!
Er, der nah war, wird noch einmal nahen.
Seine Herrschaft wird ohn Ende sein.
Die sein Reich schon hier im Glauben sahen,
holt der König dann mit Ehren ein.

 

Donnerstag

PSALM 68, 27 - 36 „Lobet Gott in den Versammlungen, den HERRN,
die ihr von Israel herstammt."
     Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran,
     die Fürsten Judas mit ihren Scharen,
     die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.
Entbiete, Gott, deine Macht,
die Macht, Gott, die du an uns bewiesen hast
von deinem Tempel her;
     um Jerusalems willen werden dir Könige Geschenke bringen.
     Bedrohe das Tier im Schilf, die Rotte der Mächtigen,
die Gebieter der Völker, tritt nieder,
die das Silber liebhaben, zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen.
     Aus Ägypten werden Gesandte kommen;
     Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.
Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem Herrn! 
Er fährt einher durch die Himmel, die von Anbeginn sind.
     Siehe, er lässt seine Stimme erschallen,
     eine gewaltige Stimme. Gebt Gott die Macht!
Seine Herrlichkeit ist über Israel
und seine Macht in den Wolken.
     Wundersam ist Gott in seinem Heiligtum; er ist Israels Gott.
     Er wird dem Volke Macht und Kraft geben.
     Gelobt sei Gott! 
EPISTEL
Apostelgeschichte 2, 37 - 41

Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird. Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!

Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.

EVANGELIUM
Lukas 9, 1 - 6

Jesus rief die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle bösen Geister, und dass sie Krankheiten heilen konnten, und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken zu heilen. Und er sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit auf den Weg nehmen, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht zwei Hemden haben. Und wenn ihr in ein Haus geht, dann bleibt dort, bis ihr weiterzieht. Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zu einem Zeugnis gegen sie. Und sie gingen hinaus und zogen von Dorf zu Dorf, predigten das Evangelium und machten gesund an allen Orten.

LIED 133

Zieh ein, lass mich empfinden
und schmecken deine Kraft,
die Kraft, die uns von Sünden
Hilf und Errettung schafft.
Entsünd'ge meinen Sinn,
dass ich mit reinem Geiste
dir Ehr und Dienste leiste,
die ich dir schuldig bin.

Freitag

PSALM 104, 27 - 35  Es warten alle auf dich,
dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
     Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie;
     wenn du deine Hand auftust,
     so werden sie mit Gutem gesättigt.
Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie;
nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.
     Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen,
     und du machst neu die Gestalt der Erde.
 
Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich,
der HERR freue sich seiner Werke!
     Er schaut die Erde an, so bebt sie;
     er rührt die Berge an, so rauchen sie.
Ich will dem HERRN singen mein Leben lang
und meinen Gott loben, solange ich bin.
     Mein Reden möge ihm Wohlgefallen.
     Ich freue mich des HERRN.
Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden
und die Gottlosen nicht mehr sein.
Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja! EPISTEL
Apostelgeschichte 3, 1 - 9

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge.

Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben.

EVANGELIUM
Johannes 16, 5 - 11

Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

LIED 127

Komm, Feuer Gottes, Heilger Geist,
erfüll die Herzen allermeist
mit deiner Liebe Brennen.
Von dir allein muss sein gelehrt,
wer sich durch Buß zu Gott bekehrt;
gib himmlisches Erkennen.
Der fleischlich Mensch sich nicht versteht
auf göttlich Ding und irregeht;
in Wahrheit wollst uns leiten
und uns erinnern aller Lehr,
die uns gab Christus, unser Herr,
dass wir sein Reich ausbreiten.

Sonnabend

PSALM 36, 6 – 11 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, 
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
     Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
     und dein Recht wie die große Tiefe.
     HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, 
dass Menschenkinder unter dem Schatten
deiner Flügel Zuflucht haben!
     Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
     und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. 
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, 
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
     Breite deine Güte über die, die dich kennen,
     und deine Gerechtigkeit über die Frommen. EPISTEL  1. Korinther 2, 12 - 16

Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn „wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen"? Wir aber haben Christi Sinn.

EVANGELIUM Johannes 1612 - 15

Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

LIED 130

O Heilger Geist, kehr bei uns ein
und lass uns deine Wohnung sein,
o komm, du Herzenssonne.
Du Himmelslicht, lass deinen Schein
bei uns und in uns kräftig sein
zu steter Freud und Wonne.
Sonne, Wonne, himmlisch Leben
willst du geben, wenn wir beten;
zu dir kommen wir getreten.

Tag der Heiligen Dreifaltigkeit

Trinitatis

Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, 
alle Lande sind seiner Ehre voll! Jesaja 6, 3 PSALM 145,  1 - 13a Ich will dich erheben, mein Gott, du König, 
und deinen Namen loben immer und ewiglich.
      Ich will dich täglich loben 
      und deinen Namen rühmen immer und ewiglich
Der HERR ist groß und sehr zu loben, 
und seine Größe ist unausforschlich.
      Kindeskinder werden deine Werke preisen
      und  deine gewaltigen Taten verkündigen.
Sie  sollen reden von deiner hohen, 
herrlichen Pracht und deinen Wundern nachsinnen;
      sie sollen reden von deinen mächtigen Taten
      und erzählen  von deiner Herrlichkeit; 
sie sollen preisen deine große Güte 
und  deine Gerechtigkeit rühmen.
      Gnädig und barmherzig ist der HERR,
      geduldig und von großer Güte. 
Der HERR ist allen gütig 
und erbarmt sich aller seiner Werke.
      Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke
      und deine Heiligen dich loben
und die Ehre deines Königtums rühmen 
und von deiner Macht reden,
      dass den Menschen
      deine gewaltigen Taten kundwerden
      und die herrliche Pracht deines Königtums.
Dein Reich ist ein ewiges Reich, 
und deine Herrschaft währet für und für.
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT Jesaja 6, 1-13

In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den Tempel. Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens, und das Haus ward voll Rauch.

Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.

Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet's nicht; sehet und merket's nicht! Verstocke das Herz dieses Volks und lass ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen. Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt. Denn der HERR wird die Menschen weit wegtun, so dass das Land sehr verlassen sein wird. Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

EPISTEL Römer 11, 33  -  36

O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn „wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?" Oder „wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste?" Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

EVANGELIUM  Johannes 3, 1 - 15

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

WOCHENLIED 126

Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist, 
besuch das Herz der Menschen dein, 
mit Gnaden sie füll, denn du weißt, 
dass sie dein Geschöpfe sein. 

Zünd uns ein Licht an im Verstand, 
gib uns ins Herz der Lieb Inbrunst, 
das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, 
erhalt fest dein Kraft und Gunst. 

Lehr uns den Vater kennen wohl, 
dazu Jesus Christ, seinen Sohn, 
dass wir des Glaubens werden voll, 
dich, beider Geist, zu verstehn. 

Gott Vater sei Lob und dem Sohn, 
der von den Toten auferstand, 
dem Tröster sei dasselb getan 
in Ewigkeit alle Stund.

Das Deutsche Sanctus

Jesaja, dem Propheten, das geschah,
dass er im Geist den Herren sitzen sah
auf einem hohen Thron in hellem Glanz;
seines Kleides Saum den Chor füllet ganz.
Es standen zwei Seraph bei ihm daran.
Sechs Flügel sah er einen jeden han;
mit zwein verbargen sie ihr Antlitz klar,
mit zwein bedeckten sie die Füße gar,
und mit den anderen zwein sie flogen frei
gen' ander riefen sie mit großem Gschrei:
„Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth.
Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth.
Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth.
Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat.“
Von dem Gschrei zittert Schwell und Balken gar;
das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. 

Martin Luther

Montag

PSALM  1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen 
noch tritt auf den Weg der Sünder 
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
     sondern hat Lust am Gesetz des HERRN
     und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen,
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,
     und seine Blätter verwelken nicht.
     Und was er macht, das gerät wohl. 
Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, 
die der Wind verstreut.
     Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht
     noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten,
aber der Gottlosen Weg vergeht.
APOSTELGESCHICHTE 4, 13 - 22

Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wussten nichts dagegen zu sagen.

Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und verhandelten miteinander und sprachen: Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen bekannt, die in Jerusalem wohnen, und wir können's nicht leugnen. Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen drohen, dass sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden. Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu reden oder zu lehren in dem Namen Jesu.

Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen um des Volkes willen, weil sie nichts fanden, was Strafe verdient hätte; denn alle lobten Gott für das, was geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.


LIED 129

Von oben her uns sende
den Geist, den edlen Gast;
der stärket uns behende,
wenn uns drückt Kreuzeslast.
Tröst uns in Todespein,
mach auf die Himmelstüre,
uns miteinander führe
zu deinem Freudenschein!

Dienstag

PSALM 3  Ach HERR, wie sind meiner Feinde so viel 
und erheben sich so viele gegen mich!
     Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. 
     Aber du, HERR, bist der Schild für mich, 
     du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor. 
Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN,
so erhört er mich von seinem heiligen Berge. 
     Ich liege und schlafe und erwache; 
     denn der HERR hält mich. 
Ich fürchte mich nicht vor vielen Tausenden, 
die sich ringsum wider mich legen. 
     Auf, HERR, und hilf mir, mein Gott! 
     Denn du schlägst alle meine Feinde auf die Backe
     und zerschmetterst der Gottlosen Zähne. 
Bei dem HERRN findet man Hilfe. 
Dein Segen komme über dein Volk!  
APOSTELGESCHICHTE 4, 23 - 33 

Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht, du hast durch den heiligen Geist, durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, gesagt „Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Christus.“ Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt hatten, dass es geschehen solle. Und nun, Herr, sieh an ihr Dro­hen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort; strecke deine Hand aus, dass Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.   Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut. Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 

LIED 135 

  Tröster der Betrübten, 
Siegel der Geliebten, 
Geist voll Rat und Tat,
starker Gottesfinger,
Friedensüberbringer,
Licht auf unserm Pfad:
gib uns Kraft und Lebenssaft,
lass uns deine teuren Gaben
zur Genüge laben.

Mittwoch

PSALM 4 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit,
der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
     Ihr Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden?
     Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern! 
Erkennet doch, dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; 
der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.
     Zürnet ihr, so sündiget nicht;
     redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille. 
Opfert, was recht ist, und hoffet auf den HERRN.
Viele sagen: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?"
     HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
     Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben. 
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; 
denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
JEREMIA 2, 1-13

Und des HERRN Wort geschah zu mir: Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät. Da war Israel dem HERRN heilig, die Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unheil musste über ihn kommen, spricht der HERR. Hört des HERRN Wort, ihr vom Hause Jakob und alle Geschlechter vom Hause Israel! So spricht der HERR: Was haben doch eure Väter Unrechtes an mir gefunden, dass sie von mir wichen und hingen den nichtigen Götzen an und wurden so zunichte, und dachten niemals: Wo ist der HERR, der uns aus Ägyptenland führte und leitete uns in der Wüste, im wilden, ungebahnten Lande, im dürren und finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt? Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land, dass ihr äßet seine Früchte und Güter. Aber als ihr hineinkamt, machtet ihr mein Land unrein und mein Eigentum mir zum Gräuel. Die Priester fragten nicht: Wo ist der HERR?, und die Hüter des Gesetzes achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir untreu, und die Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen den Götzen an, die nicht helfen können. Darum muss ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern rechten, spricht der HERR. Denn geht hin zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach Kedar und gebt genau acht und schaut, ob's daselbst so zugeht: ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann! Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht der HERR. Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.

LIED 139

Gelobet sei der Herr,
mein Gott, mein Licht, mein Leben, 
mein Schöpfer, der mir hat 
mein' Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt 
von Mutterleibe an 
der alle Augenblick 
viel Guts an mir getan.

 

Donnerstag

PSALM 5, 9-13 HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen;
ebne vor mir deinen Weg!
     Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches;
     ihr Inneres ist Bosheit. 
Ihr Rachen ist ein offenes Grab; 
mit ihren Zungen heucheln sie.
     Sprich sie schuldig, Gott,
     dass sie zu Fall kommen durch ihre Ränke.
Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; 
denn sie sind widerspenstig gegen dich.
     Lass sich freuen alle, die auf dich trauen
     ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. 
Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! 
Denn du, HERR, segnest die Gerechten, 
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
APOSTELGESCHICHTE 5, 17-29

Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Partei der Sadduzäer, von Eifersucht erfüllt, und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte des Lebens. Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und sandten zum Gefängnis, sie zu holen. Die Knechte gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen zurück und berichteten: Das Gefängnis fanden wir fest verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin.

Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, wurden sie betreten und wussten nicht, was daraus werden sollte. Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. Da ging der Hauptmann mit den Knechten hin und holte sie, doch nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, dass sie gesteinigt würden. Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

LIED 137

Geist des Glaubens, Geist der Stärke, 
des Gehorsams und der Zucht, 
Schöpfer aller Gotteswerke, 
Träger aller Himmelsfrucht;
Geist, du Geist der heilgen Männer, 
Kön'ge und Prophetenschar, 
der Apostel und Bekenner: 
auch bei uns werd offenbar!

Freitag

PSALM 6 Ach HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn 
und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
     HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR,
     denn meine Gebeine sind erschrocken 
     und meine Seele ist sehr erschrocken.
Ach du, HERR, wie lange!
Wende dich, HERR, und errette mich, hilf mir um deiner Güte willen!
     Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; 
     wer wird dir bei den Toten danken?
Ich bin so müde vom Seufzen;
ich schwemme mein Bett die ganze Nacht
und netze mit meinen Tränen mein Lager. 
     Mein Auge ist trübe geworden vor Gram 
     und matt, weil meiner Bedränger so viele sind.
Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HERR hört mein Weinen.
Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an.
     Es sollen alle meine Feinde zuschanden werden 
     und sehr erschrecken; sie sollen umkehren 
     und zuschanden werden plötzlich.
APOSTELGESCHICHTE 5, 34 - 42

Da stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer auf mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, vom ganzen Volk in Ehren gehalten, und ließ die Männer für kurze Zeit hinausführen. Und er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, seht genau zu, was ihr mit diesen Menschen tun wollt. Denn vor einiger Zeit stand Theudas auf und gab vor, er wäre etwas, und ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa vierhundert. Der wurde erschlagen, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut und vernichtet. Danach stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung und brachte eine Menge Volk hinter sich zum Aufruhr; und der ist auch umgekommen, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut. Und nun sage ich euch: Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie gehen! Ist dies Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird's untergehen; ist es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten - damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen. Da stimmten sie ihm zu und riefen die Apostel herein, ließen sie geißeln und geboten ihnen, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu reden, und ließen sie gehen.

Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren um Seines Namens willen Schmach zu leiden, und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.


LIED 131

O Heiliger Geist, o heiliger Gott,
mehr' unsern Glauben immerfort:
an Christus niemand glauben kann
es sei denn durch dein Hilf getan.
O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

 

Sonnabend

PSALM 7, 2 - 12 Auf dich, HERR, mein Gott, traue ich! 
Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich,
     dass sie nicht wie Löwen mich packen und zerreißen,
     weil kein Retter da ist. 
HERR, mein Gott, hab ich solches getan 
und ist Unrecht an meinen Händen,
     hab ich Böses vergolten denen,
     die friedlich mit mir lebten, 
     oder geschädigt, die mir ohne Ursache feind waren,
so verfolge mich der Feind und ergreife mich
und trete mein Leben zu Boden
und lege meine Ehre in den Staub.
     Steh auf, HERR, in deinem Zorn,
     erhebe dich wider den Grimm meiner Feinde! 
Wache auf, mir zu helfen, 
der du Gericht verordnet hast,
     so werden die Völker sich um dich sammeln;
     du aber throne über ihnen in der Höhe!
Der HERR ist Richter über die Völker.
Schaffe mir Recht, HERR, 
nach meiner Gerechtigkeit und Unschuld!
     Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen,
     aber die Gerechten lass bestehen;
denn du, gerechter Gott, prüfest Herzen und Nieren. 
Gott ist der Schild über mir, er, der den frommen Herzen hilft. 
     Gott ist ein gerechter Richter 
     und ein Gott, der täglich strafen kann.
4. MOSE 6, 22 - 26

Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

LIED 140

Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib,
er segne uns nach Seel und Leib,
und uns behüte seine Macht
vor allem Übel Tag und Nacht.

Der Herr, der Heiland, unser Licht,
uns leuchten lass sein Angesicht,
dass wir ihn schaun und glauben frei,
dass er uns ewig gnädig sei.

Der Herr, der Tröster, ob uns schweb,
sein Antlitz über uns erheb,
dass uns sein Bild werd eingedrückt,
und geb uns Frieden unverrückt.

1. Sonntag nach Trinitatis

Christus spricht zu seinen Jüngern:
Wer euch hört, der hört mich;
und wer euch verachtet, der verachtet mich;
wer aber mich verachtet, der verachtet den,
der mich gesandt hat. LUKAS 10, 16
PSALM 119, 168 - 176 Ich halte deine Befehle und deine Mahnungen 
denn alle meine Wege liegen offen vor dir.
     HERR, lass mein Klagen vor dich kommen;
     unterweise mich nach deinem Wort. 
Lass mein Flehen vor dich kommen; 
errette mich nach deinem Wort.
     Meine Lippen sollen dich loben;
     denn du lehrst mich deine Gebote. 
Meine Zunge soll singen von deinem Wort; 
denn alle deine Gebote sind gerecht.
     Lass deine Hand mir beistehen;
     denn ich habe erwählt deine Befehle. 
HERR, mich verlangt nach deinem Heil, 
und an deinem Gesetz habe ich Freude.
     Lass meine Seele leben, dass sie dich lobe, 
     und dein Recht mir helfen.
Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf;
suche deinen Knecht, denn ich vergesse deine Gebote nicht.
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
5. Mose 6, 4 - 9

Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.


EPISTEL 
1. Johannes 4, 16 b - 21

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.


EVANGELIUM
Lukas 16, 19 - 31

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

WOCHENLIED 124

Nun bitten wir den Heiligen Geist 
um den rechten Glauben allermeist, 
dass er uns behüte an unserm Ende, 
wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. 
Kyrieleis.

Du wertes Licht, gib uns deinen Schein; 
lehr uns Jesus Christ kennen allein, 
dass wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, 
der uns bracht hat zum rechten Vaterland. 
Kyrieleis.

Das ist die rechte Lehr vom Glauben, da jedermann sich lässt dünken, er habe es und könne sie wohl. Aber es sind ihrer wahrlich wenig, die es recht können; denn es lässt sich mit Worten weder ein- noch ausreden, der heilige Geist muss es tun. So du nun diese Kunst kannst, so bist du ein Christ. Kannst du's aber nicht, so dank Gott, dass du unter der Schar derer bist, die doch solches gern hören. Du aber lerne, dass du auf deine Heiligkeit nicht baust und dieses Bild Christi dir also einbildest, als wissest du nichts von dir. Eben wie deine Augen sich selbst nicht sehen, wenn du für dich hingehst, auf dass du allein Christus, der von den Toten auferstanden, Sünde und Hölle überwunden hat, in deinem Herzen habest, so bist du genesen. Dazu helfe uns unser lieber Herr Christus Jesus, Amen.

Martin Luther

Montag

PSALM 9, 2 - 13 Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen 
und erzähle alle deine Wunder.
     Ich freue mich und bin fröhlich in dir
     und lobe deinen Namen, du Allerhöchster, 
dass meine Feinde zurückweichen mussten; 
sie sind gestürzt und umgekommen vor dir.
     Denn du führst mein Recht und meine Sache,
     du sitzest auf dem Thron, ein rechter Richter. 
Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um;
ihren Namen vertilgst du auf immer und ewig.
     Der Feind ist vernichtet, zertrümmert für immer,
     die Städte hast du zerstört; jedes Gedenken an sie ist vergangen. 
Der HERR aber bleibt ewiglich; 
er hat seinen Thron bereitet zum Gericht,
     er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
     und die Völker regieren, wie es recht ist. 
Der HERR ist des Armen Schutz, 
ein Schutz in Zeiten der Not.
     Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen;
     denn du verlassest nicht, die dich, HERR, suchen.
Lobet den HERRN, der zu Zion wohnt; 
verkündigt unter den Völkern sein Tun! 
     Denn der nach Blutschuld fragt, 
     gedenkt der Elenden und vergisst nicht ihr Schreien.
APOSTELGESCHICHTE 8, 26-39

Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, welcher ihren ganzen Schatz verwaltete, der war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.

Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen! Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest?

Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieses: „Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.“ Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem?
Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus.
Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, dass ich mich taufen lasse? „Philippus aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist.“ Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich.


LIED 210

Wie du gestorben und erstanden; 
sterb und erstehe ich, Herr, mit dir.

Gib meinem Leben große Freude 
und Kraft, für andere da zu sein.

Ich will dir folgen, will bei dir bleiben 
und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

Dienstag

PSALM 9,14 - 21 HERR, sei mir gnädig; sieh an mein Elend unter meinen Feinden,
der du mich erhebst aus den Toren des Todes,
     dass ich erzähle all deinen Ruhm,
     in den Toren der Tochter Zion fröhlich sei über deine Hilfe. 
Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie gegraben,
ihr Fuß ist gefangen im Netz, das sie gestellt hatten.
     Der HERR hat sich kundgetan und Gericht gehalten.
     Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände. 
Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren, 
alle Heiden, die Gott vergessen!
     Denn er wird den Armen nicht für immer vergessen; 
     die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein. 
HERR, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen; 
lass alle Heiden vor dir gerichtet werden! 
     Lege, HERR, einen Schrecken auf sie, 
     dass die Heiden erkennen, dass sie Menschen sind.
APOSTELGESCHICHTE 10, 1 -  23

Es war aber ein Mann in Cäsarea mit Namen Kornelius, ein Hauptmann der Abteilung, die die Italische genannt wurde. Der war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete immer zu Gott. Der hatte eine Erscheinung um die neunte Stunde am Tage und sah deutlich einen Engel Gottes bei sich eintreten; der sprach zu ihm: Kornelius! Er aber sah ihn an, erschrak und fragte: Herr, was ist? Der sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind vor Gott gekommen, und er hat ihrer gedacht. Und nun sende Männer nach Joppe und lass holen Simon mit dem Beinamen Petrus. Der ist zu Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt.

Und als der Engel, der mit ihm redete, hinweggegangen war, rief Kornelius zwei seiner Knechte und einen frommen Soldaten von denen, die ihm dienten, und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe. Am nächsten Tag, als diese auf dem Wege waren und in die Nähe der Stadt kamen, stieg Petrus auf das Dach, zu beten um die sechste Stunde. Und als er hungrig wurde, wollte er essen. Während sie ihm aber etwas zubereiteten, geriet er in Verzückung und sah den Himmel aufgetan und etwas wie ein großes leinenes Tuch herabkommen, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde. Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Verbotenes und Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten. Und das geschah dreimal; und alsbald wurde das Tuch wieder hinaufgenommen gen Himmel.

Als aber Petrus noch ratlos war, was die Erscheinung bedeute, die er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Kornelius gesandt, nach dem Haus Simons und standen an der Tür, riefen und fragten, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast wäre. Während aber Petrus nachsann über die Erscheinung, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich; so steh auf, steig hinab und geh mit ihnen und zweifle nicht, denn ich habe sie gesandt.

Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr sucht; warum seid ihr hier? Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast. Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm.


LIED 428

Komm in unsre stolze Welt, 
Herr, mit deiner Liebe Werben.
Überwinde Macht und Geld,
lass die Völker nicht verderben. 
Wende Hass und Feindessinn 
auf den Weg des Friedens hin.

Komm in unser festes Haus, 
der du nackt und ungeborgen. 
Mach ein leichtes Zelt daraus, 
das uns deckt kaum bis zum Morgen; 
denn wer sicher wohnt, vergisst, 
dass er auf dem Weg noch ist.

Komm in unser dunkles Herz, 
Herr, mit deines Lichtes Fülle; 
dass nicht Neid, Angst, Not und Schmerz 
deine Wahrheit uns verhülle, 
die auch noch in tiefer Nacht 
Menschenleben herrlich macht.

Mittwoch

PSALM 10, 1 - 12 HERR, warum stehst du so ferne, 
verbirgst dich zur Zeit der Not?
     Weil der Gottlose Übermut treibt, müssen die Elenden leiden;
     sie werden gefangen in den Ränken, die er ersann. 
Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, 
und der Habgierige sagt dem HERRN ab und lästert ihn.
     Der Gottlose meint in seinem Stolz,
     Gott frage nicht danach.
„Es ist kein Gott“ sind alle seine Gedanken. 
Er fährt fort in seinem Tun immerdar. 
     Deine Gerichte sind ferne von ihm, 
     er handelt gewaltsam an allen seinen Feinden.
Er spricht in seinem Herzen: „Ich werde nimmermehr wanken,
es wird für und für keine Not haben.“
     Sein Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug; 
     seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an.
Er sitzt und lauert in den Höfen,
er mordet die Unschuldigen heimlich, seine Augen spähen nach den Armen.
     Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht,
     er lauert, dass er den Elenden fange; er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz.
Er duckt sich, kauert nieder,
und durch seine Gewalt fallen die Unglücklichen. 
     Er spricht in seinem Herzen: 
     „Gott hat's vergessen, er hat sein Antlitz verborgen, 
     er wird's nimmermehr sehen.“
Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand!
Vergiss die Elenden nicht!
APOSTELGESCHICHTE 13, 16 + 26 - 39

Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach: Ihr Männer von Israel und ihr Gottesfürchtigen, hört zu! Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Söhne aus dem Geschlecht Abrahams und ihr Gottesfürchtigen, uns ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Oberen haben, weil sie Jesus nicht erkannten, die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, mit ihrem Urteilsspruch erfüllt. Und obwohl sie nichts an ihm fanden, das den Tod verdient hätte, baten sie doch Pilatus, ihn zu töten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten und er ist an vielen Tagen denen erschienen, die mit ihm von Galiläa hinauf nach Jerusalem gegangen waren; die sind jetzt seine Zeugen vor dem Volk. Und wir verkündigen euch die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Dass er ihn aber von den Toten auferweckt hat und ihn nicht der Verwesung überlassen wollte, hat er so gesagt: „Ich will euch die Gnade, die David verheißen ist, treu bewahren.“ Darum sagt er auch an einer andern Stelle: „Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.“ Denn nachdem David zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, ist er entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. Der aber, den Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen.
So sei euch nun kundgetan, liebe Brüder, dass euch durch ihn Vergebung der Sünden verkündigt wird; und in all dem, worin ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden konntet, ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt.


LIED 157

Lass mich dein sein und bleiben,
du treuer Gott und Herr, 
von dir lass mich nichts treiben,
halt mich bei deiner Lehr. 
Herr, lass mich nur nicht wanken, 
gib mir Beständigkeit; 
dafür will ich dir danken 
in alle Ewigkeit.

 

Donnerstag

PSALM 11 Ich traue auf den HERRN. 
Wie sagt ihr denn zu mir: 
"Flieh wie ein Vogel auf die Berge!"
     Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen
     und legen ihre Pfeile auf die Sehnen, 
     damit heimlich zu schießen auf die Frommen. 
Ja, sie reißen die Grundfesten um; 
was kann da der Gerechte ausrichten?
     Der HERR ist in seinem heiligen Tempel,
     des HERRN Thron ist im Himmel. 
Seine Augen sehen herab, 
seine Blicke prüfen die Menschenkinder.
     Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen;
     wer Unrecht liebt, den haßt seine Seele. 
Er wird regnen lassen die Gottlosen Feuer und Schwefel und Glutwind ihnen zum Lohne geben.
     Denn der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.
     Die Frommen werden schauen sein Angesicht.
APOSTELGESCHICHTE 13, 42 - 52

Als sie aber aus der Synagoge hinausgingen, baten die Leute, dass sie am nächsten Sabbat noch einmal von diesen Dingen redeten. Und als die Gemeinde auseinander ging, folgten viele Juden und gottesfürchtige Judengenossen dem Paulus und Barnabas. Diese sprachen mit ihnen und ermahnten sie, dass sie bleiben sollten in der Gnade Gottes. Am folgenden Sabbat aber kam fast die ganze Stadt zusammen, das Wort Gottes zu hören. Als aber die Juden die Menge sahen, wurden sie neidisch und widersprachen dem, was Paulus sagte, und lästerten. Paulus und Barnabas aber sprachen frei und offen: Euch musste das Wort Gottes zuerst gesagt werden; da ihr es aber von euch stoßt und haltet euch selbst nicht für würdig des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden. Denn so hat uns der Herr geboten: „Ich habe dich zum Licht der Heiden gemacht, damit du das Heil seist bis an die Enden der Erde.“ Als das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren. Und das Wort des Herrn breitete sich aus in der ganzen Gegend. Aber die Juden hetzten die gottesfürchtigen vornehmen Frauen und die angesehensten Männer der Stadt auf und stifteten eine Verfolgung an gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen zum Zeugnis gegen sie und kamen nach Ikonion. Die Jünger aber wurden erfüllt von Freude und heiligem Geist.


LIED 327

Halleluja bringe, 
wer den Herren kennet, 
wer den Herren Jesus liebet; 
Halleluja singe,
 welcher Christus nennet, 
sich von Herzen ihm ergibet. 
O wohl dir! 
Glaube mir: 
endlich wirst du droben 
ohne Sünd ihn loben.

Freitag

PSALM 12 Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, 
und gläubig sind wenige unter den Menschenkindern.
     Einer redet mit dem andern Lug und Trug,
     sie heucheln und reden aus zwiespältigem Herzen. 
Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei 
und die Zunge, die hoffärtig redet,
     die da sagen: „Durch unsere Zunge sind wir mächtig, uns gebührt zu reden! 
     Wer ist unser Herr?“
„Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, 
will ich jetzt aufstehen", spricht der HERR,
"ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.“
     Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, 
     im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten
vor diesem Geschlecht ewiglich!
     Denn Gottlose gehen allenthalben einher, 
     weil Gemeinheit herrscht unter den Menschenkindern.
APOSTELGESCHICHTE 14, 8 - 18

Und es war ein Mann in Lystra, der hatte schwache Füße und konnte nur sitzen; er war gelähmt von Mutterleib an und hatte noch nie gehen können. Der hörte Paulus reden. Und als dieser ihn ansah und merkte, dass er glaubte, ihm könne geholfen werden, sprach er mit lauter Stimme: Stell dich aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher. Als aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und riefen auf lykaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich geworden und zu uns herabgekommen. Und sie nannten Barnabas Zeus und Paulus Hermes, weil er das Wort führte. Und der Priester des Zeus aus dem Tempel vor ihrer Stadt brachte Stiere und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem Volk.

Als das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk und schrien: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie ihr und predigen euch das Evangelium, dass ihr euch bekehren sollt von diesen falschen Göttern zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat. Zwar hat er in den vergangenen Zeiten alle Heiden ihre eigenen Wege gehen lassen; und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. - Und obwohl sie das sagten, konnten sie kaum das Volk davon abbringen, ihnen zu opfern.


LIED 279

Rühmt, Völker, unsern Gott; lobsinget, 
jauchzt ihm, der uns sich offenbart, 
der uns vom Tod zum Leben bringet, 
vor Straucheln unsern Fuß bewahrt. 
Du läuterst uns durch heißes Leiden, 
wie Silber rein wird in der Glut, 
durch Leiden führst du uns zu Freuden; 
ja, alles, was du tust, ist gut.

Sonnabend

PSALM 119, 1 - 8 Wohl denen, die ohne Tadel leben, 
die im Gesetz des HERRN wandeln! 
     Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, 
     die ihn von ganzem Herzen suchen,
     die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.
Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.
O dass mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte. 
     Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, 
     so werde ich nicht zuschanden.
Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,
dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit. 
      Deine Gebote will ich halten;
      verlass mich nimmermehr!
APOSTELGESCHICHTE 15, 22 - 35

Und die Apostel und Ältesten beschlossen samt der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte Männer auszuwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, angesehene Männer unter den Brüdern. Und sie gaben ein Schreiben in ihre Hand, also lautend: Wir, die Apostel und Ältesten, eure Brüder, wünschen Heil den Brüdern aus den Heiden in Antiochia und Syrien und Zilizien. Weil wir gehört haben, dass einige von den Unsern, denen wir doch nichts befohlen hatten, euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen verwirrt haben, so haben wir, einmütig versammelt, beschlossen, Männer auszuwählen und zu euch zu senden, mit unsern geliebten Brüdern Barnabas und Paulus, Männer, die ihr Leben eingesetzt haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. So haben wir Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe mitteilen werden. Denn es gefällt dem heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!

Als man sie hatte gehen lassen, kamen sie nach Antiochia und versammelten die Gemeinde und übergaben den Brief.  Als sie ihn lasen, wurden sie über den Zuspruch froh. Judas aber und Silas, die selbst Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Reden und stärkten sie. Und als sie eine Zeitlang dort verweilt hatten, ließen die Brüder sie mit Frieden gehen zu denen, die sie gesandt hatten. Paulus und Barnabas aber blieben in Antiochia, lehrten und predigten mit vielen andern das Wort des Herrn.


LIED 453

Ringt um des Herzens Lauterkeit! 
Legt ab des Herzens Härtigkeit! 
Des Fleisches Hoffart beugt und brecht! 
Und Trank und Speise brauchet recht.

Lob dem, der unser Vater ist, 
und seinem Sohne Jesus Christ, 
dem Geist auch, der uns Trost verleiht, 
vordem, jetzt und in Ewigkeit.

2. Sonntag nach Trinitatis

Christus spricht: Kommt her zu mir, 
alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken. MATTHÄUS 11, 28 
PSALM 36, 1-9 Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben im Grund ihres Herzens.
Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.
     Und doch hat Gott den Weg vor ihnen geebnet, 
     um ihre Schuld aufzufinden und zu hassen.
Alle ihre Worte sind falsch und erlogen,
verständig und gut handeln sie nicht mehr. 
     Sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden 
     und stehen fest auf dem bösen Weg und scheuen kein Arges.
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 
     Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes 
     und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, 
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
     Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
     und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jesaja 55, l - 3b

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben!


EPISTEL
Epheser 2, 17 - 22

Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.


EVANGELIUM
Lukas 14, 16 - 24

Jesus sprach: „Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.“ 


WOCHENLIED 363

„Kommt her zu mir“, spricht Gottes Sohn,
„all die ihr seid beschweret nun,
mit Sünden hart beladen,
ihr Jungen, Alten, Frau und Mann,
ich will euch geben, was ich han,
will heilen euren Schaden.

Mein Joch ist sanft, leicht meine Last,
und jeder, der sie willig fasst,
der wird der Höll entrinnen.
Ich helf ihm tragen, was zu schwer;
mit meiner Hilf und Kraft wird er
das Himmelreich gewinnen.“

Höret und merkt, ihr lieben Leut,
die ihr jetzt Gott ergeben seid:
lasst euch die Müh nicht reuen,
halt' fest am heilgen Gotteswort,
das ist eu'r Trost und höchster Hort,
Gott wird euch schon erfreuen.

Summa summarum predigen will ich's, sagen will ich's, schreiben will ich's. Aber zwingen, dringen mit der Gewalt will ich niemanden. Denn der Glaube will willig, ungenötigt angezogen werden. Nehmt ein Exempel von mir. Ich bin dem Ablass und allen Papisten entgegengetreten, aber mit keiner Gewalt, ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst hab ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen hab, wenn ich wittenbergisch Bier mit meinem Philipp und Amsdorf getrunken hab, allsoviel getan, dass das Papsttum also schwach geworden ist, dass ihm noch nie kein Fürst noch Kaiser so viel abgebrochen hat. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles gehandelt und ausgerichtet. Wenn ich hätte wollen mit Ungemach fahren, ja ich wollt Deutschland in ein großes Blutvergießen gebracht haben, ja ich wollt wohl zu Worms ein Spiel angerichtet haben, dass der Kaiser nicht sicher wäre gewesen.

Aber was wäre es, ein Narrenspiel wäre es gewesen. Ich habe nichts gemacht, ich habe das Wort lassen handeln. Was meint ihr wohl, was der Teufel gedenkt, wenn man das Ding will mit Rumor ausrichten? Er sitzt hinter der Hölle und gedenkt: O wie sollen nun die Narren so ein eines Spiel machen. Aber dann so geschieht ihm Leid, wenn wir allein das Wort treiben und das allein wirken lassen. Das ist allmächtig. Das nimmt gefangen die Herzen. Und wenn sie gefangen sind, so muss das Werk hinnach von ihm selbst zerfallen.

Martin Luther

Montag

PSALM 15 HERR, wer darf weilen in deinem Zelt?
Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge? 
     Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, 
     und die Wahrheit redet von Herzen,
wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, 
wer seinem Nächsten nichts Arges tut
und seinen Nachbarn nicht schmäht;
     wer die Verworfenen für nichts achtet,
     aber ehrt die Gottesfürchtigen; 
wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet; 
wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt
     und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen.
     Wer das tut, wird nimmermehr wanken.
APOSTELGESCHICHTE 16, 23 - 34

Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen, und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Aufseher aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offenstehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier! Da forderte der Aufseher ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig! Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren.

Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

LIED 496

Lass dich, Herr Jesu Christ,
durch mein Gebet bewegen,
komm in mein Haus und Herz
und bringe mir den Segen.
All Arbeit, Müh und Kunst
ohn dich nichts richtet aus;
wo du mit Gnaden bist
gesegnet wird das Haus.

Dienstag

PSALM 16 Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich.
Ich habe gesagt zu dem HERRN: Du bist ja der Herr!
Ich weiß von keinem Gut außer dir.
     An den Heiligen, die auf Erden sind,
     an den Herrlichen hab ich all mein Gefallen. 
Aber jene, die einem andern nachlaufen 
werden viel Herzeleid haben.
     Ich will das Blut ihrer Trankopfer nicht opfern
     noch ihren Namen in meinem Munde führen. 
Der HERR ist mein Gut und mein Teil; 
du erhältst mir mein Erbteil.
     Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land;
     mir ist ein schönes Erbteil geworden. 
Ich lobe den HERRN, der mich beraten hat; 
auch mahnt mich mein Herz des Nachts.
     Ich habe den HERRN allezeit vor Augen;
     steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben. 
Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich;
auch mein Leib wird sicher liegen.
     Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassen
     und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe.
Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle
und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.
APOSTELGESCHICHTE 17, 16 - 34

Als aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, als er die Stadt voller Götzenbilder sah. Und er redete zu den Juden und den Gottesfürchtigen in der Synagoge und täglich auf dem Markt zu denen, die sich einfanden. Einige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm. Und einige von ihnen sprachen: Was will dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Es sieht so aus, als wolle er fremde Götter verkündigen. Er hatte ihnen nämlich das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung verkündigt.

Sie nahmen ihn aber mit und führten ihn auf den Areopag und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du lehrst? Denn du bringst etwas Neues vor unsere Ohren; nun wollen wir gerne wissen, was das ist. Alle Athener nämlich, auch die Fremden, die bei ihnen wohnten, hatten nichts anderes im Sinn, als etwas Neues zu sagen oder zu hören.

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiter hören. So ging Paulus von ihnen. Einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.


LIED 286

Der Herr gedenkt an sein Erbarmen,
und seine Wahrheit stehet fest;
er trägt sein Volk auf seinen Armen
und hilft, wenn alles uns verlässt.
Bald schaut der ganze Kreis der Erde,
wie unsers Gottes Huld erfreut.
Gott will, dass sie ein Eden werde;
rühm, Erde, Gottes Herrlichkeit!

 

Mittwoch

PSALM 17, 6 - 15 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören;
neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede! 
      Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer,
      die dir vertrauen gegenüber denen, 
      die sich gegen deine rechte Hand erheben. 
Behüte mich wie einen Augapfel im Auge,
beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
      vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun,
      vor meinen Feinden, die mir von allen Seiten nach dem Leben trachten. 
Ihr Herz haben sie verschlossen, 
mit ihrem Munde reden sie stolz.
      Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns;
      ihre Augen richten sie darauf, dass sie uns zu Boden stürzen, 
gleichwie ein Löwe, der nach Raub lechzt, 
wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt.
      HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn!
      Errette mich vor dem Gottlosen mit deinem Schwert,
vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand,
vor den Leuten dieser Welt, die ihr Teil haben schon im Leben, 
      denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern, 
      deren Söhne auch noch satt werden 
      und ihren Kindern ein Übriges hinterlassen.
Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit,
ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.
APOSTELGESCHICHTE 18, 1 - 11

Danach verließ Paulus Athen und kam nach Korinth und fand einen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus gebürtig; der war mit seiner Frau Priszilla kürzlich aus Italien gekommen, weil Kaiser Klaudius allen Juden geboten hatte, Rom zu verlassen. Zu denen ging Paulus. Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete mit ihnen; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. Und er lehrte in der Synagoge an allen Sabbaten und überzeugte Juden und Griechen.
Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien kamen, richtete sich Paulus ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus ist. Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt; ohne Schuld gehe ich von nun an zu den Heiden. Und er machte sich auf von dort und kam in das Haus eines Mannes mit Namen Titius Justus, eines Gottesfürchtigen; dessen Haus war neben der Synagoge. Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.

Es sprach aber der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt. Er blieb aber dort ein Jahr und sechs Monate und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.


LIED 264

Die Kirche steht gegründet
allein auf Jesus Christ,
sie, die des großen Gottes
erneute Schöpfung ist.
Vom Himmel kam er nieder
und wählte sie zur Braut,
hat sich mit seinem Blute
ihr ewig angetraut.

Schon hier ist sie verbunden
mit dem, der ist und war,
hat selige Gemeinschaft
mit der Erlösten Schar,
mit denen, die vollendet.
Zu dir, Herr, rufen wir:
Verleih, dass wir mit ihnen
dich preisen für und für.

Donnerstag

PSALM 19, 8 - 15 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele.
Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. 
     Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz.
     Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 
Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich.
Die Rechte des HERRN sind Wahrheit, allesamt gerecht.
     Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, 
     sie sind süßer als Honig und Honigseim.
Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen;
und wer sie hält, der hat großen Lohn. 
     Wer kann merken, wie oft er fehlet? 
     Verzeihe mir die verborgenen Sünden!
Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen,
dass sie nicht über mich herrschen; 
     so werde ich ohne Tadel sein 
     und rein bleiben von großer Missetat.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes 
und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR,
mein Fels und mein Erlöser.
APOSTELGESCHICHTE 20, 17 - 28

Aber von Milet sandte Paulus nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen. Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich in die Provinz Asien gekommen bin, die ganze Zeit bei euch verhalten habe, wie ich dem Herrn gedient habe in aller Demut und mit Tränen und unter Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfahren sind. Ich habe euch nichts vorenthalten, was nützlich ist, dass ich's euch nicht verkündigt und gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, und habe Juden und Griechen bezeugt die Umkehr zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesus. Und nun siehe, durch den Geist gebunden, fahre ich nach Jerusalem und weiß nicht, was mir dort begegnen wird, nur dass der heilige Geist in allen Städten mir bezeugt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten. Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.

Und nun siehe, ich weiß, dass ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, zu denen ich hingekommen bin und das Reich gepredigt habe. Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht unterlassen, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen. So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.

LIED 265

Du guter Hirt, Herr Jesus Christ, 
steh deiner Kirche bei, 
dass über allem' was da ist, 
ein Herr, ein Glaube sei.

Herr, mache uns im Glauben treu 
und in der Wahrheit frei, 
dass unsre Liebe immer neu 
der Einheit Zeugnis sei.

Freitag

PSALM 20 Der HERR erhöre dich in der Not,
der Name des Gottes Jakobs schütze dich!
     Er sende dir Hilfe vom Heiligtum
     und stärke dich aus Zion!
Er gedenke all deiner Speisopfer,
und dein Brandopfer sei ihm angenehm!
     Er gebe dir, was dein Herz begehrt,
     und erfülle alles, was du vorhast! 
Dann wollen wir jubeln, weil er dir hilft; 
im Namen unsres Gottes erheben wir das Banner. 
     Der HERR gewähre dir alle deine Bitten!
     Nun weiß ich, daß der HERR seinem Gesalbten hilft
und ihn erhört von seinem heiligen Himmel,
seine rechte Hand hilft mit Macht. 
     Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; 
     wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes.
Sie sind niedergestürzt und gefallen,
wir aber stehen und halten stand. 
     Hilf, HERR, du König! 
     Er wird uns erhören, wenn wir rufen.
JOEL 3, 1 - 5

Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen. Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchdampf. Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Und es soll geschehen: wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Entronnenen, die der HERR berufen wird.

LIED 234

„So wahr ich lebe", spricht dein Gott, 
mir ist nicht lieb des Sünders Tod; 
vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, 
dass er von Sünden halten still, 
von seiner Bosheit kehre sich 
und lebe mit mir ewiglich.“

Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, 
dass ich noch heute komm zu dir
und Buße tu den Augenblick, 
eh mich der schnelle Tod hinrück, 
auf dass ich heut und jederzeit 
zu meiner Heimfahrt sei bereit.

 

Sonnabend

PSALM 119, 9 - 16 Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? 
Wenn er sich hält an deine Worte.
     Ich suche dich von ganzem Herzen;
     lass mich nicht abirren von deinen Geboten. 
Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, 
damit ich nicht wider dich sündige.
     Gelobet seist du, HERR!
     Lehre mich deine Gebote! 
Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Weisungen deines Mundes. 
Ich freue mich über den Weg, den deine Mahnungen zeigen, 
wie über großen Rechtum.
     Ich rede von dem, was du befohlen hast,
     und schaue auf deine Wege. 
Ich habe Freude an deinen Satzungen 
und vergesse deine Worte nicht. SPRÜCHE 9, 6 - 12

„Verlasset die Torheit, so werdet ihr leben, und geht auf dem Wege der Klugheit.“ - Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon, und wer den Gottlosen zurechtweist, holt sich Schmach. Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse; rüge den Weisen, der wird dich lieben. Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten so wird er in der Lehre zunehmen. - Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand. Denn durch mich werden deine Tage viel werden und die Jahre deines Lebens sich mehren. Bist du weise, so bist du's dir zugut; bist du ein Spötter, so musst du's allein tragen.


LIED 494

Nun, Jesu, komm und bleib bei mir. 
Die Werke meiner Hände 
befehl ich, liebster Heiland, dir;
hilf, dass ich sie vollende 
zu deines Namens Herrlichkeit, 
und gib, dass ich zur Abendzeit 
erwünschten Lohn empfange.

3. Sonntag nach Trinitatis

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen 
und selig zu machen, was verloren ist. LUKAS 19, 10
PSALM 103, 8-13 Barmherzig und gnädig ist der HERR, 
geduldig und von großer Güte.
     Er wird nicht für immer hadern
     noch ewig zornig bleiben. 
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden 
und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.
     Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
     lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. 
So fern der Morgen ist vom Abend, 
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
     Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
     so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hesekiel 18, 1 - 4, 21 - 24, 30 - 32

Des Herrn Wort geschah zu mir: Was habt ihr unter euch im Lande Israel für ein Sprichwort: Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden? So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel. Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne; jeder, der sündigt, soll sterben. Wenn sich aber der Gottlose bekehrt von allen seinen Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Gesetze und übt Recht und Gerechtigkeit, so soll er am Leben bleiben und nicht sterben.

Es soll an alle seine Übertretungen, die er begangen hat, nicht gedacht werden, sondern er soll am Leben bleiben um der Gerechtigkeit willen, die er getan hat. Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? Und wenn sich der Gerechte abkehrt von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht und lebt nach allen Gräueln, die der Gottlose tut, sollte der am Leben bleiben? An alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden, sondern in seiner Übertretung und Sünde, die er getan hat, soll er sterben.

Darum will ich euch richten, ihr vom Hause Israel, einen jeden nach seinem Weg, spricht Gott der Herr. Kehrt um und kehrt euch ab von allen euren Übertretungen, damit ihr nicht durch sie in Schuld fallt. Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht Gott der Herr. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.

EPISTEL
1. Timotheus 1, 12 - 17

Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.


EVANGELIUM
Lukas 15, 1 - 3, 11 - 32

Es nahten sich Jesus allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land, und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte, und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.


WOCHENLIED 232

Gib mir durch dein Barmherzigkeit
den wahren Christenglauben,
auf dass ich deine Gütigkeit
mög inniglich anschauen,
vor allen Dingen lieben dich
und meinen Nächsten gleich wie mich.
Am letzten End dein Hilf mir send,
damit behend
des Teufels List sich von mir wend.


Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit: für all das ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin.
Das ist gewisslich wahr.

Martin Luther

Montag

PSALM 22, 23 - 32 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern,
ich will dich in der Gemeinde rühmen:
     Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet;
     ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob,
     und vor ihm scheuet euch ihr alle vom Hause Israel! 
Denn er hat nicht verachtet 
noch verschmäht das Elend des Armen
     und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;
     und als er zu ihm schrie, hörte er's. 
Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, 
ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten.
     Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden;
     und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen;
     euer Herz soll ewiglich leben. 
Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden 
und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.
     Denn des HERRN ist das Reich,
     und er herrscht unter den Heiden.
Ihn allein werden anbeten alle, die in der Erde schlafen,
vor ihm werden die Knie beugen alle,
die zum Staube hinabfuhren
und ihr Leben nicht konnten erhalten.
     Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen;
     vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind. 
Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, 
das geboren wird. Denn er hat's getan.
MARKUS 1, 9 - 18

Und es begab sich zu der Zeit, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Nachdem aber Johannes gefangen gesetzt war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.


LIED 202

Christ, unser Herr, zum Jordan kam
nach seines Vaters Willen,
von Sankt Johann die Taufe nahm,
sein Werk und Amt zu erfüllen.
Da wollt er stiften uns ein Bad,
zu waschen uns von Sünden,
ersäufen auch den bittern Tod
durch sein selbst Blut und Wunden,
es galt ein neues Leben.

Dienstag

PSALM 23 Der HERR ist mein Hirte, 
mir wird nichts mangeln.
     Er weidet mich auf einer grünen Aue
     und führt mich zum frischen Wasser. 
Er erquickt meine Seele. 
Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
     Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; 
     denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. 
Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.
     Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, 
     und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
MARKUS 1, 21 - 28

Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist; der schrie: Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der unreine Geist riss ihn und schrie laut und fuhr aus von ihm.

Und sie entsetzten sich alle, so dass sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! Und die Kunde von ihm erscholl alsbald überall im ganzen galiläischen Land.


LIED 197

Herr, öffne mir die Herzenstür,
zieh mein Herz durch dein Wort zu dir,
lass mich dein Wort bewahren rein,
lass mich dein Kind und Erbe sein.

Dein Wort bewegt des Herzens Grund,
dein Wort macht Leib und Seel gesund,
dein Wort ist's das mein Herz erfreut,
dein Wort gibt Trost und Seligkeit.

Mittwoch

PSALM 24, 1 - 6 Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, 
der Erdkreis und die darauf wohnen.
     Denn er hat ihn über den Meeren gegründet
     und über den Wassern bereitet. 
Wer darf auf des HERRN Berg gehen, 
und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
     Wer unschuldige Hände hat
     und reinen Herzens ist,
wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug
und nicht falsche Eide schwört: 
     der wird den Segen vom HERRN empfangen
     und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt,
das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.
MARKUS 1, 35 - 39

Und am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. Simon aber und die bei ihm waren, eilten ihm nach. Und als sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Städte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die bösen Geister aus.


LIED 469

Wir bitten dich, Herr Jesu Christ:
behüt uns vor des Teufels List,
der stets nach unserer Seele tracht',
dass er an uns hab keine Macht.

Donnerstag

PSALM 25, 1 - 11 Nach dir, HERR, verlanget mich.
Mein Gott, ich hoffe auf dich;
     lass mich nicht zuschanden werden, 
     dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.
Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; 
aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.
     HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!
     Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! 
Denn du bist der Gott, der mir hilft; 
täglich harre ich auf dich.
     Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte,
     die von Ewigkeit her gewesen sind. 
Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen,
gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen!
     Der HERR ist gut und gerecht;
     darum weist er Sündern den Weg.
Er leitet die Elenden recht
und lehrt die Elenden seinen Weg.
     Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle,
     die seinen Bund und seine Gebote halten. 
Um deines Namens willen, HERR, 
vergib mir meine Schuld, die so groß ist!
MARKUS 2, 13 - 17

Jesus ging wieder hinaus an den See; und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. Und es begab sich, dass er zu Tisch saß in seinem Hause, da setzten sich viele Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern; denn es waren viele, die ihm nachfolgten. Und als die Schriftgelehrten unter den Pharisäern sahen, dass er mit den Sündern und Zöllnern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Isst er mit den Zöllnern und Sündern? Als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.


LIED 313

Der durch die Welt geht und die Zeit,
ruft nicht, wie man beim Jahrmarkt schreit.
Er spricht das Herz an, heute,
und sammelt seine Leute.
Und blieben wir auch lieber stehn –
zu wem denn sollen wir sonst gehn?
Er will uns alles geben,
die Wahrheit und das Leben.

Freitag

PSALM 25, 12 - 22 Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet?
Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll.
     Er wird im Guten wohnen,
     und sein Geschlecht wird das Land besitzen.
Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; 
und seinen Bund lässt er sie wissen.
     Meine Augen sehen stets auf den HERRN;
     denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig; 
denn ich bin einsam und elend.
     Die Angst meines Herzens ist groß;
     führe mich aus meinen Nöten! 
Sieh an meinen Jammer und mein Elend 
und vergib mir alle meine Sünden!
     Sieh, wie meiner Feinde so viel sind
     und zu Unrecht mich hassen. 
Bewahre meine Seele und errette mich; 
lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!
     Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten; denn ich harre auf dich.
     Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!
MARKUS 2, 18 - 22

Die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten viel; und es kamen einige, die sprachen zu Jesus: Warum fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, und deine Jünger fasten nicht? Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten, an jenem Tage.

Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid; sonst reißt der neue Lappen vom alten ab, und der Riss wird ärger. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein ist verloren und die Schläuche auch; sondern man soll neuen Wein in neue Schläuche füllen.


LIED 324

Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst.

Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad
und ewge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spat
viel Heil und Gutes fließt.

Du füllst des Lebens Mangel aus
mit dem, was ewig steht,
und führst uns in des Himmels Haus,
wenn uns die Erd entgeht.

Wohlauf, mein Herze, sing und spring
und habe guten Mut!
Dein Gott, der Urspung aller Ding,
ist selbst und bleibt dein Gut

Sonnabend

PSALM 119, 17 - 24 Tu wohl deinem Knecht, 
dass ich lebe und dein Wort halte. 
     Öffne mir die Augen,
     dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
Ich bin ein Gast auf Erden; 
verbirg deine Gebote nicht vor mir.
     Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen
     nach deinen Ordnungen allezeit. 
Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, 
die von deinen Geboten abirren.
     Wende von mir Schmach und Verachtung;
     denn ich halte mich an deine Mahnungen. 
Fürsten sitzen da und reden wider mich; 
aber dein Knecht sinnt nach über deine Gebote.
     Ich habe Freude an deinen Mahnungen;
     sie sind meine Ratgeber.
JESAJA 42, 5 - 9

So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Odem gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen: Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich's euch hören.


LIED 290

Nun danket Gott, 
erhebt und preiset die Gnaden, 
die er euch erweiset, 
und zeiget allen Völkern an 
die Wunder, die der Herr getan. 
O Volk des Herrn, sein Eigentum, 
besinge deines Gottes Ruhm.

Das tat der Herr, weil er gedachte 
des Bundes, den er mit Abram machte. 
Er führt an seiner treuen Hand 
sein Volk in das verheißne Land,
damit es diene seinem Gott 
und dankbar halte sein Gebot.

O seht, wie Gott sein Volk regieret, 
aus Angst und Not zur Ruhe führet.
Er hilft, damit man immerdar 
sein Recht und sein Gesetz bewahr. 
O wer ihn kennet, dient ihm gern. 
Gelobet sei der Nam des Herrn.

4. Sonntag nach Trinitatis

Einer trage des andern Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. GALATER 6, 2
PSALM 22, 23 - 32 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern,
ich will dich in der Gemeinde rühmen.
     Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet;
     ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob,
     und vor ihm scheuet euch, ihr alle vom Hause Israel! 
Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen
und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;
und als er zu ihm schrie, hörte er's. 
     Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, 
     ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten.
Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden;
und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen;
euer Herz soll ewiglich leben.
     Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren
     aller Welt Enden und vor ihm anbeten
     alle Geschlechter der Heiden. 
Denn des HERRN ist das Reich, 
und er herrscht unter den Heiden.
     Ihn allein werden anbeten alle,
     die in der Erde schlafen;
vor ihm werden die Knie beugen alle,
die zum Staube hinab fuhren
und ihr Leben nicht konnten erhalten.
     Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen;
     vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind. 
Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, 
das geboren wird. Denn er hat's getan.
LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
1. Mose 50, 15 - 21

Die Brüder Josefs fürchteten sich in Ägypten, als ihr Vater gestorben war, und sprachen: „Josef könnte uns gram sein und uns alle Bosheit vergelten, die wir an ihm getan haben.“ Darum ließen sie ihm sagen: „Dein Vater befahl vor seinem Tode und sprach: So sollt ihr zu Josef sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, dass sie so übel an dir getan haben. Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters!“ Aber Josef weinte, als sie solches zu ihm sagten. Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder uns sprachen: „Siehe, wir sind deine Knechte.“ Josef aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes Statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen.“ Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.


EPISTEL
Römer 14, 10 - 13

Was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Denn es steht geschrieben: „So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.“ So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

EVANGELIUM
Lukas 6, 36 - 42

Jesus sprach: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.“

Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: „Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“


WOCHENLIED 495

Lass mich mit jedermann
in Fried und Freundschaft leben, 
soweit es christlich ist. 
Willst du mir etwas geben 
an Reichtum, Gut und Geld,
so gib auch dies dabei, 
dass von ungerechtem Gut 
nichts untermenget sei.


Du stellst die Frage: Wenn alles in ihm besteht, wo ist er dann selbst? Nichts lässt sich weniger fassen? Möchtest du wissen, wo er nicht ist? Auch das könnte ich dir nicht sagen. Wo ist ein Raum ohne Gott? Gott ist unfassbar, doch du hast nicht wenig von ihm erfasst, wenn du folgendes begriffen hast: dass er, den kein Raum umschließen kann, nirgends nicht ist. Auf die ihm eigene erhabene und unbegreifliche Weise ist er, so wie alles in ihm ist, auch selbst in allem.

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 26 HERR, schaffe mir Recht,
denn ich bin unschuldig! 
     Ich hoffe auf den HERRN, 
     darum werde ich nicht fallen.
Prüfe mich, HERR, und erprobe mich,
erforsche meine Nieren und mein Herz! 
     Denn deine Güte ist mir vor Augen, 
     und ich wandle in deiner Wahrheit.
Ich sitze nicht bei heillosen Leuten
und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen. 
     Ich hasse die Versammlung der Boshaften 
     und sitze nicht bei den Gottlosen.
Ich wasche meine Hände in Unschuld
und halte mich, HERR, zu deinem Altar, 
     dir zu danken mit lauter Stimme 
     und zu verkündigen alle deine Wunder.
HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses
und den Ort, da deine Ehre wohnt.
     Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern 
     noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
an deren Händen Schandtat klebt
und die gern Geschenke nehmen.
     Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld.
     Erlöse mich und sei mir gnädig! 
Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund. 
Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.

MARKUS 2, 23 - 28

Und es begab sich, dass Jesus am Sabbat durch ein Kornfeld ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist? Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.

Lied 155

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend,
dein Heilgen Geist du zu uns send;
mit Hilf und Gnad er uns regier 
und uns den Weg zur Wahrheit führ.

Tu auf den Mund zum Lobe dein, 
bereit das Herz zur Andacht fein, 
den Glauben mehr, stärk den Verstand, 
dass uns dein Nam werd wohlbekannt,

bis wir singen mit Gottes Heer: 
„Heilig, heilig ist Gott der Herr!“ 
und schauen dich von Angesicht 
in ewger Freud und sel'gem Licht.

Dienstag

PSALM 27, 7 - 14 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; 
sei mir gnädig und erhöre mich!
     Mein Herz hält dir vor dein Wort:
     „Ihr sollt mein Antlitz suchen.“
Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. 
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, 
verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!
     Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht
     und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil! 
Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, 
aber der HERR nimmt mich auf.
     HERR, weise mir deinen Weg
     und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen. 
Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! 
Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf 
und tun mir Unrecht ohne Scheu.
     Ich glaube aber doch,
     dass ich sehen werde die Güte des HERRN
     im Lande der Lebendigen. 
Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt 
und harre des HERRN!
MARKUS 3, 13 - 19

Jesus ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten und dass er sie aussendete zu predigen und dass sie Vollmacht hätten, die bösen Geister auszutreiben. Und er setzte die Zwölf ein und gab Simon den Namen Petrus; weiter: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und gab ihnen den Namen Boanerges, das heißt: Donnersöhne; weiter: Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verriet.


Lied 225

Komm, sag es allen weiter, 
ruf es in jedes Haus hinein! 
Komm sag es allen weiter: 
Gott selber lädt uns ein.

Sein Haus hat offne Türen, 
er ruft uns in Geduld, 
will alle zu sich führen, 
auch die mit Not und Schuld.

 

Mittwoch

PSALM 29 Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, 
bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke!
     Bringet dar dem HERRN
     die Ehre seines Namens,
     betet an den HERRN in heiligem Schmuck! 
Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern, 
der Gott der Ehre donnert, der HERR, über großen Wassern.
     Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht,
     die Stimme des HERRN ergeht herrlich. 
Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, 
der HERR zerbricht die Zedern des Libanon.
     Er lässt hüpfen wie ein Kalb den Libanon,
     den Sirjon wie einen jungen Wildstier. 
Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen; 
die Stimme des HERRN lässt die Wüste erbeben; 
der HERR lässt erbeben die Wüste Kadesch.
     Die Stimme des HERRN lässt Eichen wirbeln und reißt Wälder kahl. 
     In seinem Tempel ruft alles: „Ehre!“
Der HERR hat seinen Thron über der Flut; 
der HERR bleibt ein König in Ewigkeit.
     Der HERR wird seinem Volk Kraft geben;
     der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden.
MARKUS 3, 31 - 35

Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu Jesus und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.


Lied 248

Andre traun auf ihre Kraft,
auf ihr Glück und Ritterschaft,
deine Christen traun auf dich,
auf dich traun sie festiglich.
Lass sie werden nicht zuschand',
bleib ihr Helfer und Beistand
sind sie dir doch all bekannt.

Donnerstag

PSALM 30 Ich preise dich, HERR;
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen
und lassest meine Feinde
sich nicht über mich freuen.
     HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir,
     da machtest du mich gesund. 
HERR, du hast mich von den Toten heraufgeholt;
du hast mich am Leben erhalten,
aber sie mussten in die Grube fahren.
     Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen, 
     und preiset seinen heiligen Namen!
Denn sein Zorn währet einen Augenblick
und lebenslang seine Gnade.
     Den Abend lang währet das Weinen, 
     aber des Morgens ist Freude.
Ich aber sprach, als es mir gut ging:
Ich werde nimmermehr wanken.
     Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen 
     hattest du mich auf einen hohen Fels gestellt.
Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.
Zu dir, HERR, rief ich, und zum Herrn flehte ich:
Was nützt dir mein Blut,
wenn ich zur Grube fahre?
     Wird dir auch der Staub danken 
     und deine Treue verkündigen? 
HERR, höre und sei nur gnädig! 
HERR, sei mein Helfer!
Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen,
du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen
     und mich mit Freude gegürtet, 
     dass ich dir lobsinge und nicht stille werde. 
     
MARKUS 10, 13 - 16

Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.


Lied 203

Ach lieber Herre Jesu Christ, 
der du ein Kindlein worden bist, 
von einer Jungfrau rein geborn, 
dass wir nicht möchten sein verlorn,

du hast die Kinder nicht veracht', 
da sie sind worden zu dir bracht, 
du hast dein Händ auf sie gelegt, 
sie schön umfangen und gesagt:

„Die Kinder lasset kommen her 
zu mir, ihn' niemand solches wehr, 
denn solcher ist das Himmelreich, 
die man mir bringt, beid, arm und reich.“

Freitag

PSALM 31, 2 - 9 HERR, auf dich traue ich,
lass mich nimmermehr zuschanden werden,
errette mich durch deine Gerechtigkeit!
     Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
     Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 
Denn du bist mein Fels und meine Burg, 
und um deines Namens willen 
wollest du mich leiten und führen.
     Du wollest mich aus dem Netze ziehen,
     das sie mir heimlich stellten;
     denn du bist meine Stärke. 
In deine Hände befehle ich meinen Geist; 
du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
     Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen;
     ich aber hoffe auf den HERRN. 
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, 
dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not
     und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
     du stellst meine Füße auf weiten Raum.
MARKUS 10, 46 - 52

Und sie kamen nach Jericho. Und als Jesus aus Jericho wegging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an, zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und viele fuhren ihn an, er solle stillschweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich! Da warf er seinen Mantel von sich, sprang auf und kam zu Jesus. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.

Lied 444

Komm, lasset uns singen,
die Stimmen erschwingen,
zu danken dem Herrn.
Ei bittet und flehet,
dass er uns beistehet
und weiche nicht fern.

In meinem Studieren
wird er mich wohl führen
und bleiben bei mir,
wird schärfen die Sinnen
zu meinem Beginnen
und öffnen die Tür.

Sonnabend

PSALM 119, 25 - 32 Meine Seele liegt im Staube; 
erquicke mich nach deinem Wort.
     Ich erzähle dir meine Wege, und du erhörst mich;
     lehre mich deine Gebote. 
Lass mich verstehen den Weg deiner Befehle, 
so will ich reden von deinen Wundern.
     Ich gräme mich, dass mir die Seele verschmachtet;
     stärke mich nach deinem Wort. 
Halte fern von mir den Weg der Lüge 
und gib mir in Gnaden dein Gesetz.
     Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit,
     deine Weisungen hab ich vor mich gestellt. 
Ich halte an deinen Mahnungen fest; 
HERR, lass mich nicht zuschanden werden!
     Ich laufe den Weg deiner Gebote;
     denn du tröstest mein Herz.
DANIEL 12, 1 - 3

Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.


Lied 255

Erwecke, lautre und vereine 
des ganzen Christenvolkes Schar 
und mach in deinem Gnadenscheine 
dein Heil noch jedem offenbar.

Beleb, erleucht, erwärm, entflamme
doch bald die ganze weite Welt 
und zeig dich jedem Völkerstamme 
als Heiland, Friedefürst und Held.

Dann tönen dir von Millionen 
der Liebe Jubelharmonien, 
und alle, die auf Erden wohnen, 
knien vor den Thron des Lammes hin.

5. Sonntag nach Trinitatis

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben; 
und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es. EPHESER 2, 8
PSALM 73, 23-28 Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, 
     du leitest mich nach deinem Rat 
     und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde. 
     Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, 
     so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen;
du bringst um alle, die dir die Treue brechen.
     Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte 
     und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN,
     dass ich verkündige all dein Tun.
LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
1. Mose 12, 1 - 4a

Der Herr sprach zu Abram: „Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ Da zog Abram aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.


EPISTEL
1. Korinther 1, 18 - 25

Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben: „Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.“ Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. Denn die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.


EVANGELIUM
Lukas 5, 1 - 11

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand Jesus am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eins der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“ Und Simon antwortete und sprach: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“ Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken.

Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.“ Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.“ Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.


WOCHENLIED 245

Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren,
der seiner Menschen Jammer wehrt
und sammelt draus zu seinen Ehren
sich eine ewge Kirch auf Erd,
die er von Anfang schön erbauet
als seine auserwählte Stadt,
die allezeit auf ihn vertrauet
und tröst' sich solcher großen Gnad.

Die recht in dieser Kirche wohnen,
die werden in Gott selig sein;
des Todes Flut wird sie verschonen,
denn Gottes Arche schließt sie ein.
Für sie ist Christi Blut vergossen,
das sie im Glauben nehmen an,
und werden Gottes Hausgenossen,
sind ihm auch willig Untertan.


Das ist des Glaubens Art, dass er mit den Gütern handelt, die er nicht sieht noch fühlt, und geht gerade damit um, als habe er sie in Händen, hat keinen andern Trost, als dass er weiß, dass Gott nicht lügt noch trügt. Solches tut er in allerlei Stücken, als wenn ich sterben soll, und der Tod mir unter Augen tritt, da muss ich davon und weiß nicht, wo ich den Fuß zum ersten Tritt hinsetzen soll. Ist nun der Unglaube da, der zappelt, zagt und spricht: Wo will ich nun hin? Wer weiß, wo ich bleibe? Er will immer sehen und fühlen, wo er bleiben soll. Es wird aber nichts daraus, darum muss er verzweifeln. Der Glaube aber dünkt also: Ich weiß nicht, wohin ich fahre; hinaus muss ich, sehe und fühle nichts. Ich will mich aber dem befehlen, der da gesagt hat im Psalm: Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen. Darauf fahre ich dahin. Denn ich weiß, er wird nicht lügen; so hat er das Leben und siehet es nicht, ja sieht nichts als das Widerspiel; wovon weiß er's denn? Allein davon, dass Gott gesagt hat, er wolle die, so ihm vertrauen, nicht lassen aus seiner Hand fallen.

Martin Luther

Montag

PSALM 31, 10 - 17 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! 
Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, 
matt meine Seele und mein Leib.
     Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer
     und meine Jahre in Seufzen. 
Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, 
und meine Gebeine sind verschmachtet.
     Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden,
     eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. 
Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. 
Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; 
ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
     Denn ich höre, wie viele über mich lästern:
     Schrecken ist um und um! 
Sie halten Rat miteinander über mich 
und trachten danach, mir das Leben zu nehmen.
     Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche:
     Du bist mein Gott!
     Meine Zeit steht in deinen Händen. 
Errette mich von der Hand meiner Feinde 
und von denen, die mich verfolgen.
     Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht;
     hilf mir durch deine Güte!
MARKUS 12, 41 - 44

Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das macht zusammen einen Pfennig. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.

LIED 251

Herz und Herz vereint zusammen
sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen
lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder,
er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder,
er ist unser, wir sind sein.

 

Dienstag

PSALM 31, 20 - 25 Wie groß ist deine Güte, HERR,
die du bewahrt hast denen, die dich fürchten,
     und erweisest vor den Leuten
     denen, die auf dich trauen! 
Du birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute,
du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
     Gelobt sei der HERR;
     denn er hat seine wunderbare Güte
     mir erwiesen in einer festen Stadt. 
Ich sprach wohl in meinem Zagen: 
Ich bin von deinen Augen verstoßen.
     Doch du hörtest die Stimme meines Flehens,
     als ich zu dir schrie. 
Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! 
Die Gläubigen behütet der HERR 
und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
     Seid getrost und unverzagt alle,
     die ihr des HERRN harret!
JESAJA 45, 18 - 25

Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat - er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat - er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, dass sie leer sein soll, sondern sie bereitet, dass man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr. Ich habe nicht im Verborgenen geredet an einem finstern Ort der Erde; ich habe nicht zu den Söhnen Jakobs gesagt: „Sucht mich vergeblich!“ Denn ich bin der HERR, der von Gerechtigkeit redet und verkündigt, was recht ist. Versammelt euch und kommt miteinander herzu, ihr Entronnenen der Heiden. Keine Erkenntnis haben, die sich abschleppen mit den Klötzen ihrer Götzen und zu einem Gott flehen, der nicht helfen kann. Tut es kund, bringt es vor, beratet miteinander: Wer hat dies hören lassen von alters her und vorzeiten verkündigt? Hab ich's nicht getan, der HERR? Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter Gott und Heiland, und es ist keiner außer mir.

Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. Ich habe bei mir selbst geschworen, und Gerechtigkeit ist ausgegangen aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Aber alle, die ihm widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden. Im HERRN wird gerecht werden Israels ganzes Geschlecht und wird sich seiner rühmen.


LIED 361

Befiehl du deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn
der wird auch Wege finden,
da dein Fuß gehen kann.

Mittwoch

PSALM 32 Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, 
dem die Sünde bedeckt ist!
     Wohl dem Menschen,
     dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
     in dessen Geist kein Trug ist! 
Denn als ich es wollte verschweigen, 
verschmachteten meine Gebeine 
durch mein tägliches Klagen.
     Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
     dass mein Saft vertrocknete,
     wie es im Sommer dürre wird. 
Darum bekannte ich dir meine Sünde,
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
     Ich sprach: Ich will dem HERRN
     meine Übertretungen bekennen.
Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. 
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.
     Darum, wenn große Wasserfluten kommen,
     werden sie nicht an sie gelangen.
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann. 
     „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, 
     den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“
Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind,
denen man Zaum und Gebiss anlegen muss;
     sie werden sonst nicht zu dir kommen. 
     Der Gottlose hat viel Plage; 
wer aber auf den HERRN hofft, 
den wird die Güte umfangen.
     Freuet euch des HERRN und seid fröhlich,
     ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen.
RÖMER 1, 8 - 12

Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht. Denn Gott ist mein Zeuge, dem ich in meinem Geist diene am Evangelium von seinem Sohn, dass ich ohne Unterlass euer gedenke und allezeit in meinem Gebet flehe, ob sich's wohl einmal fügen möchte durch Gottes Willen, dass ich zu euch komme. Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas mitteile an geistlicher Gabe, um euch zu stärken, das heißt, damit ich zusammen mit euch getröstet werde durch euren und meinen Glauben, den wir miteinander haben.

LIED 330

Ich will von deiner Güte singen,
solange sich die Zunge regt;
ich will dir Freudenopfer bringen,
solange sich mein Herz bewegt;
ja wenn der Mund wird kraftlos sein,
so stimm ich doch mit Seufzen ein.

Donnerstag

PSALM 33, 1 - 9 Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten; 
die Frommen sollen ihn recht preisen.
     Danket dem HERRN mit Harfen;
     lobsinget ihm zum Psalter von zehn Saiten! 
Singet ihm ein neues Lied; 
spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall!
     Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig,
     und was er zusagt, das hält er gewiß. 
Er liebt Gerechtigkeit und Recht; 
die Erde ist voll der Güte des HERRN.
     Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht
     und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes. 
Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch 
und sammelt in Kammern die Fluten.
     Alle Welt fürchte den HERRN,
     und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. 
Denn wenn er spricht, so geschieht's; 
wenn er gebietet, so steht's da.
RÖMER 1, 13 - 17

Ich will euch aber nicht verschweigen, liebe Brüder, dass ich mir oft vorgenommen habe, zu euch zu kommen - wurde aber bisher gehindert -, damit ich auch unter euch Frucht schaffe wie unter andern Heiden. Ich bin ein Schuldner der Griechen und der Nichtgriechen, der Weisen und der Nichtweisen; darum, soviel an mir liegt, bin ich willens, auch euch in Rom das Evangelium zu predigen. Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“


LIED 287

Singet dem Herrn ein neues Lied,
denn er tut Wunder.
Singet dem Herrn ein neues Lied,
denn er tut Wunder.

Er sieget mit seiner Rechten
und mit seinem heiligen Arm;
der Herr läßt sein Heil verkündigen,
er offenbart seine Gerechtigkeit.

Du meinst, Gott sei sehr verborgen,
seine Macht sei klein und gering?
Gott sähe nicht das, was dich bedrückt?
Sieh auf dein Leben, er hat dich bewahrt!

Freitag

PSALM 33, 10 - 22 Der HERR macht zunichte der Heiden Rat
und wehrt den Gedanken der Völker.
     Aber der Ratschluss des HERRN bleibt ewiglich, 
     seines Herzens Gedanken für und für.
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, 
dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!
     Der HERR schaut vom Himmel
     und sieht alle Menschenkinder. 
Von seinem festen Thron sieht er auf alle, 
die auf Erden wohnen.
     Er lenkt ihnen allen das Herz,
     er gibt acht auf alle ihre Werke. 
Einem König hilft nicht seine große Macht; 
ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft.
     Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen;
     und ihre große Stärke errettet nicht. 
Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, 
     die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen,
     dass er sie errette vom Tode
     und sie am Leben erhalte in Hungersnot.
Unsere Seele harrt auf den HERRN;
er ist uns Hilfe und Schild.
     Denn unser Herz freut sich seiner,
     und wir trauen auf seinen heiligen Namen.
Deine Güte, HERR, sei über uns,
wie wir auf dich hoffen.
RÖMER 1, 18 - 25

Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so dass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.


LIED 475

Bin ich gleich von dir gewichen,
stell ich mich doch wieder ein;
hat uns doch dein Sohn verglichen
durch sein Angst und Todespein.
Ich verleugne nicht die Schuld;
aber deine Gnad und Huld
ist viel größer als die Sünde,
die ich stets in mir empfinde.

Sonnabend

PSALM 119, 33 - 40 Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote, 
dass ich sie bewahre bis ans Ende.
     Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz 
     und es halte von ganzem Herzen. 
Führe mich auf dem Steig deiner Gebote; 
denn ich habe Gefallen daran.
     Neige mein Herz zu deinen Mahnungen
     und nicht zur Habsucht. 
Wende meine Augen ab, 
dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre, 
und erquicke mich auf deinem Wege.
     Erfülle deinem Knecht dein Wort,
     dass ich dich fürchte. 
Wende von mir die Schmach, die ich scheue; 
denn deine Ordnungen sind gut.
     Siehe, ich begehre deine Befehle;
     erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit.
5. MOSE 7, 6 - 11

Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker - denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat er euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen. So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust.


LIED 204

Herr Christ, dein bin ich eigen:
von Anbeginn der Welt,
dein Güte zu erzeigen,
hast du mich auserwählt
und mich auch lassen nennen
nach deinem Namen wert;
den will ich auch bekennen
forthin auf dieser Erd.

Herr Christ, dein bin ich eigen:
den Glauben schenkst du mir,
dein Güte zu erzeigen,
dass ich halt fest an dir.
Den Teufel, Welt und Sünden,
weil sie sind wider mich,
hilf du mir überwinden,
das bitt ich inniglich.

6. Sonntag nach Trinitatis

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat; 
fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; 
ich habe dich bei deinem Namen gerufen; 
du bist mein.
JESAJA 43, 1
PSALM 67 Gott sei uns gnädig und segne uns, 
er lasse uns sein Antlitz leuchten,
     dass man auf Erden erkenne seinen Weg,
     unter allen Heiden sein Heil. 
ES DANKEN DIR GOTT, DIE VÖLKER, 
ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.
     Die Völker freuen sich und jauchzen,
     dass du die Menschen recht richtest
     und regierst die Völker auf Erden. 
ES DANKEN DIR GOTT DIE VÖLKER, 
ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.
     Das Land gibt sein Gewächs;
     es segne uns Gott, unser Gott! 
Es segne uns Gott, 
und alle Welt fürchte ihn!
LESUNG
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jesaja 43, 1 - 7

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner Statt, weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe. Ich gebe Menschen an deiner Statt und Völker für dein Leben. So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.“


EPISTEL
Römer 6, 3 - 11

Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.


EVANGELIUM
Matthäus 28, 16 - 20

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“


WOCHENLIED 200

Ich bin getauft auf deinen Namen,
Gott Vater, Sohn und Heilger Geist;
ich bin gezählt zu deinem Samen,
zum Volk, das dir geheiligt heißt.
Ich bin in Christus eingesenkt,
ich bin mit seinem Geist beschenkt.

Du hast zu deinem Kind und Erben,
mein lieber Vater, mich erklärt;
du hast die Frucht von deinem Sterben,
mein treuer Heiland, mir gewährt;
du willst in aller Not und Pein,
o guter Geist, mein Tröster sein.


Was bedeutet denn solch Wassertaufen?

Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewiglich lebe.

Wo steht das geschrieben?

Der Apostel Paulus spricht zu den Römern im sechsten Kapitel:
Wir sind mit Christus begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Martin Luther

Montag

PSALM 34, 2 - 11 Ich will den HERRN loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
     Meine Seele soll sich rühmen des HERRN
     dass es die Elenden hören und sich freuen. 
Preiset mit mir den HERRN 
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
     Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir
     und errettete mich aus aller meiner Furcht. 
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, 
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
     Als einer im Elend rief, hörte der HERR
     und half ihm aus allen seinen Nöten. 
Der Engel des HERRN lagert sich um die her, 
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
     Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.
     Wohl dem, der auf ihn trauet! 
Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! 
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
     Reiche müssen darben und hungern;
     aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.
RÖMER 3, 19 - 24

Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

LIED 178, 4

Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit,
groß ist dein Barmherzigkeit,
aller Ding ein Schöpfer und Regierer:
eleison.

Christe, aller Welt Trost,
uns Sünder allein hast erlöst.
O Jesu Gottes Sohn,
unser Mittler bist in dem höchsten Thron,
zu dir schreien wir aus Herzensbegier:
eleison.

Kyrie, Gott Heiliger Geist,
tröst, stärk uns im Glauben allermeist,
dass wir am letzten End fröhlich abscheiden
aus diesem Elend:
eleison.

Dienstag

PSALM 34, 12 - 23 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu!
Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.
     Wer möchte gern gut leben 
     und schöne Tage sehen? 
Behüte deine Zunge vor Bösem 
und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
     Lass ab vom Bösen und tu Gutes;
     suche Frieden und jage ihm nach! 
Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten 
und seine Ohren auf ihr Schreien.
     Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, 
     dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. 
Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR 
und errettet sie aus all ihrer Not.
      Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, 
      und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 
Der Gerechte muss viel erleiden, 
aber aus alledem hilft ihm der HERR.
     Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,
     dass nicht eines zerbrochen wird.
Den Gottlosen wird das Unglück töten,
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
     Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte,
     und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.
RÖMER 7, 18 - 8, 2

Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde. So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

LIED 443

Gott will ich lassen sich raten,
denn er all Ding vermag.
Er segne meine Taten
an diesem neuen Tag. 
Ihm hab ich heimgestellt
mein Leib, mein Seel, mein Leben
und was er sonst gegeben;
er mach's, wie's ihm gefällt.

Darauf so sprech ich Amen
und zweifle nicht daran,
Gott wird es alls zusammen
in Gnaden sehen an,
und streck nun aus mein Hand,
greif an das Werk mit Freuden,
dazu mich Gott beschieden
in meim Beruf und Stand.

Mittwoch

PSALM 36 Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben
im Grund ihres Herzens.
     Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.
     Und doch hat Gott den Weg vor ihnen geebnet, 
     um ihre Schuld aufzufinden und zu hassen.
Alle ihre Worte sind falsch und erlogen,
verständig und gut handeln sie nicht mehr. 
     Sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden 
     und stehen fest auf dem bösen Weg 
     und scheuen kein Arges.
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 
     Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes 
     und dein Recht wie die große Tiefe. 
     HERR, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
dass Menschenkinder unter dem Schatten
deiner Flügel Zuflucht haben! 
     Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, 
     und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht. 
     Breite deine Güte über die, die dich kennen, 
     und deine Gerechtigkeit über die Frommen.
Lass mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen,
und die Hand der Gottlosen vertreibe mich nicht!
     Sieh da, sie sind gefallen, die Übeltäter, 
     sind gestürzt und können nicht wieder aufstehen.
RÖMER 8, 3 -11

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht Untertan ist; denn es vermag’s auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.


LIED 184

Wir glauben Gott im höchsten Thron, 
wir glauben Christum, Gottes Sohn, 
aus Gott geboren vor der Zeit, 
allmächtig, allgebenedeit.

Den Geist, der heilig insgemein
Lässt Christen Christi Kirche sein,
 bis wir, von Sünd und Fehl befreit, 
ihn selber schaun in Ewigkeit.

Donnerstag

PSALM 37, 1 - 11 Entrüste dich nicht über die Bösen,
sei nicht neidisch auf die Übeltäter.
     Denn wie das Gras werden sie bald verdorren,    
     und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.
Hoffe auf den HERRN und tu Gutes,
bleibe im Lande und nähre dich redlich. 
     Habe deine Lust am HERRN; 
     der wird dir geben, was dein Herz wünscht.
Befiehl dem HERRN deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen 
     und wird deine Gerechtigkeit heraufführen 
     wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem HERRN und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht,
der seinen Mutwillen treibt.
     Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, 
     entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Denn die Bösen werden ausgerottet;
die aber des HERRN harren, werden das Land erben.
     Noch eine kleine Zeit, 
     so ist der Gottlose nicht mehr da; 
     und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.
Aber die Elenden werden das Land erben 
und ihre Freude haben an großem Frieden.
RÖMER 9, 19 - 26

Nun sagst du zu mir: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen? Da Gott seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, hat er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit. Dazu hat er uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie er denn auch durch Hosea spricht: „Ich will das mein Volk nennen, das nicht mein Volk war, und meine Geliebte, die nicht meine Geliebte war.“ „Und es soll geschehen: Anstatt dass zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.“


LIED 144

Du willst nicht, dass der Sünder sterb 
und zur Verdammnis fahre, 
sondern dass er dein Gnad erwerb 
und sich darin bewahre; 
so hilf uns nun, o Herre Gott, 
auf dass uns nicht der ewge  Tod
in Sünden widerfahre.

Freitag

PSALM 37, 34 - 40 Harre auf den HERRN und halte dich auf seinem Weg, 
so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbest; 
     du wirst es sehen, 
     dass die Gottlosen ausgerottet werden. 
Ich sah einen Gottlosen, der pochte auf Gewalt 
und macht sich breit und grünte wie eine Zeder.
     Dann kam ich wieder vorbei; siehe, da war er dahin.
     Ich fragte nach ihm; doch ward er nirgends gefunden. 
Bleibe fromm und halte dich recht; 
denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
     Die Übertreter aber werden miteinander vertilgt,
     und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet. 
Aber der HERR hilft den Gerechten, 
er ist ihre Stärke in der Not.
     Und der HERR wird ihnen beistehen
     und sie erretten;
er wird sie von den Gottlosen erretten 
und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
RÖMER 9, 30 - 10, 4

Was sollen wir nun hierzu sagen? Das wollen wir sagen: Die Heiden, die nicht nach der Gerechtigkeit trachteten, haben die Gerechtigkeit erlangt; ich rede aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Israel aber hat nach dem Gesetz der Gerechtigkeit getrachtet und hat es doch nicht erreicht. Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus dem Glauben sucht, sondern als komme sie aus den Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes, wie geschrieben steht: „Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“

Liebe Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und ich flehe auch zu Gott für sie, dass sie gerettet werden. Denn ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht.

LIED 323

Herr du hast deinen Namen
sehr herrlich in der Welt gemacht;
denn als die Schwachen kamen,
hast du gar bald an sie gedacht.
Du hast mir Gnad erzeiget;
nun, wie vergelt ich’s dir?
Ach bleibe mir geneiget,
so will ich für und für
den Kelch des Heils erheben
und preisen weit und breit
dich hier, mein Gott, im Leben
und dort in Ewigkeit.

Sonnabend

PSALM 119, 41 - 48 HERR, lass mir deine Gnade widerfahren, 
deine Hilfe nach deinem Wort,
     dass ich antworten kann dem, 
     der mich schmäht;
     denn ich verlasse mich auf dein Wort. 
Und nimm ja nicht von meinem Munde 
das Wort der Wahrheit; 
denn ich hoffe auf deine Ordnungen.
     Ich will dein Gesetz halten 
     allezeit, immer und ewiglich. 
Und ich wandle fröhlich; 
denn ich suche deine Befehle.
     Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen
     und schäme mich nicht. 
Ich habe Freude an deinen Geboten, 
sie sind mir sehr lieb,
     und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, 
     die mir lieb sind, und rede von deinen Weisungen.
3. MOSE 19, 2-5

Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott. Ein jeder fürchte seine Mutter und seinen Vater. Haltet meine Feiertage; ich bin der HERR, euer Gott. Ihr sollt euch nicht zu den Götzen wenden und sollt euch keine gegossenen Götter machen; ich bin der HERR, euer Gott. Und wenn ihr dem HERRN ein Dankopfer bringen wollt, sollt ihr es so opfern, dass es euch wohlgefällig macht.


LIED 300

Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit,
ihr, seine Knechte, steht geweiht
zu seinem Dienste Tag und Nacht;
lobsinget seiner Ehr und Macht!

Hebt eure Hände auf und geht
zum Throne seiner Majestät
in eures Gottes Heiligtum,
bringt seinem Namen Preis und Ruhm!

Gott heilige dich in seinem Haus
und segne dich von Zion aus,
der Himmel schuf und Erd und Meer.
Jauchzt, er ist aller Herren Herr!

7. Sonntag nach Trinitatis

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, 
sondern Mitbürger der Heiligen 
und Gottes Hausgenossen. EPHESER 2, 19 
PSALM 107 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, 
und seine Güte währet ewiglich.
     So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
     die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden. 
     Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
     und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren 
und deren Seele verschmachtete.
     Die dann zum HERRN riefen in ihrer Not, 
     und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
dass sie kamen zur Stadt,
in der sie wohnen konnten: 
     Die sollen dem HERRN danken für seine Güte 
     und für seine Wunder, 
     die er an den Menschenkindern tut,
dass er sättigt die durstige Seele 
und die Hungrigen füllt mit Gutem. 
     Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, 
     gefangen in Zwang und Eisen,
weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren
und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten,
     so dass er ihr Herz durch Unglück beugte
     und sie dalagen und ihnen niemand half, 
die dann zum HERRN riefen in ihrer Not, 
und er half ihnen aus ihren Ängsten
     und führte sie aus Finsternis und Dunkel
     und zerriss ihre Bande:
Die sollen dem HERRN danken für seine Güte 
und für seine Wunder, 
die er an den Menschenkindern tut,
     dass er zerbricht eherne Türen
     und zerschlägt eiserne Riegel.
LESUNG 
AUS DEM ALTEN TESTAMENT 
2. Mose 16, 2 - 3, 11 - 18

Es murrte die ganze Gemeinde der Israeliten wider Mose und Aaron in der Wüste. Und sie sprachen: „Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des Herrn Hand, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten Brot die Fülle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, dass ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben lasst.“ Und der Herr sprach zu Mose: „Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der Herr, euer Gott bin.“ Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten das Lager. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. Und als der Tau weg war, siehe, da lag’s in der Wüste rund und klein wie Reif auf der Erde. Und als es die Israeliten sahen, sprachen sie untereinander: „Man hu?“ Denn sie wussten nicht, was es war.

Mose aber sprach zu ihnen: „ Es ist das Brot, das euch der Herr zu essen gegeben hat. Das ist’s aber, was der Herr geboten hat: Ein jeder sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll für jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte.“ Und die Israeliten taten’s und sammelten, einer viel, der andere wenig. Aber als man’s nachmaß, hatte der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte.


EPISTEL
Apostelgeschichte 2, 41a, 42 - 47

Die das Wort annahmen, ließen sich taufen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle Seelen, und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nach dem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.


EVANGELIUM 
Johannes 6, 1 - 15

Danach fuhr Jesus weg über das Galiläische Meer, das auch See von Tiberias heißt. Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern. Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden. Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben? Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das für so viele? Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort.
Da lagerten sich etwa fünftausend Männer. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, soviel sie wollten. Als sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt. Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, die denen übrigblieben, die gespeist worden waren. Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.

WOCHENLIED 326

Der Herr ist noch und nimmer nicht
von seinem Volk geschieden;
er bleibet ihre Zuversicht,
ihr Segen, Heil und Frieden.
Mit Mutterhänden leitet er
die Seinen stetig hin und her.
Gebt unserm Gott die Ehre!

Ich will dich all mein Leben lang,
o Gott, von nun an ehren,
man soll, Gott, deinen Lobgesang
an allen Orten hören.
Mein ganzes Herz ermuntre sich,
mein Geist und Leib erfreue dich!
Gebt unserm Gott die Ehre!

Wenn ich mich schon ganz schulde, wie ich geschaffen wurde, was soll ich noch hinzufügen, weil ich neu geschaffen, und zwar auf solche Weise neu geschaffen wurde? Denn ich wurde nicht so mühelos neu geschaffen, wie ich geschaffen wurde. Es steht nämlich nicht nur von mir, sondern von allem Geschaffenen geschrieben: „Er gebot, und sie waren erschaffen“ (Psalm 148, 5). Aber wahrlich, er, der mich nur durch ein einziges Wort geschaffen und hat Wunderbares vollbracht und Hartes ertragen, und nicht nur Hartes, sondern Unwürdiges. „ Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?“ (Psalm 115, 12). Bei seinem ersten Werk gab er mir mich; bei seinem zweiten sich selbst. Und als er sich gab, gab er mich mir zurück. Gegeben also und zurückgegeben, schulde ich mich für mich und schulde mich doppelt. Was aber werde ich Gott vergelten für ihn selbst? Denn wenn ich mich auch tausendmal schenken könnte, was bin ich vor Gott?

Bernhard von Clairvaux

Montag

PSALM 38, 2 - 23 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn 
und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
     Denn deine Pfeile stecken in mir,
     und deine Hand drückt mich. 
Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe 
wegen deines Drohens 
     und ist nichts Heiles an meinen Gebeinen 
     wegen meiner Sünde.
Denn meine Sünden gehen über mein Haupt;
wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. 
     Meine Wunden stinken und eitern 
     um meiner Torheit willen.
Ich gehe krumm und sehr gebückt;
den ganzen Tag gehe ich traurig einher. 
     Denn meine Lenden sind ganz verdorrt; 
     es ist nichts Gesundes an meinem Leibe.
Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen;
ich schreie vor Unruhe meines Herzens. 
     Herr, du kennst all mein Begehren, 
     und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen,
und das Licht meiner Augen ist auch dahin. 
     Meine Lieben und Freunde scheuen zurück 
     vor meiner Plage, und meine Nächsten halten sich ferne.
Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach;
und die mein Unglück suchen, bereden, wie sie mir schaden;
sie sinnen auf Trug den ganzen Tag. 
     Ich bin wie taub und höre nicht, 
     und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.
Ich muss sein wie einer, der nicht hört
und keine Widerrede in seinem Munde hat. 
     Aber ich harre, HERR, auf dich; 
     du, Herr, mein Gott, wirst erhören.
Denn ich denke:
Dass sie sich ja nicht über mich freuen!
     Wenn mein Fuß wankte,
     würden sie sich hoch rühmen wider mich. 
Denn ich bin dem Fallen nahe, 
und mein Schmerz ist immer vor mir.
     So bekenne ich denn meine Missetat
     und sorge mich wegen meiner Sünde.
Aber meine Feinde leben und sind mächtig; 
die mich zu Unrecht hassen, derer sind viele.
     Die mir Gutes mit Bösem vergelten,
     feinden mich an, weil ich mich an das Gute halte. 
Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, 
sei nicht ferne von mir! 
Eile, mir beizustehen, HERR, du meine Hilfe! RÖMER 13, 1 - 8

Jedermann sei Untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Seid niemandem etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.

LIED 432

Gott gab uns Atem, damit wir leben,
er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

Dienstag

PSALM 39, 5 - 14 „HERR, lehre mich doch,
dass es ein Ende mit mir haben muss
und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.
     Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir,
     und mein Leben ist wie nichts vor dir. 
WIE GAR NICHTS SIND ALLE MENSCHEN; 
DIE DOCH SO SICHER LEBEN!
     Sie gehen daher wie ein Schatten
     und machen sich viel vergebliche Unruhe; 
sie sammeln und wissen nicht, 
wer es einbringen wird.“
     Nun, Herr, wessen soll ich mich trösten?
     Ich hoffe auf dich.
Errette mich aus aller meiner Sünde 
und lass mich nicht den Narren zum Spott werden.
     Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; 
     denn du hast es getan. 
Wende deine Plage von mir; 
ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift.
     Wenn du den Menschen züchtigst 
     um der Sünde willen, so verzehrst du seine Schönheit
     wie Motten ein Kleid.
WIE GAR NICHTS SIND DOCH ALLE MENSCHEN.
Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien,
     schweige nicht zu meinen Tränen; 
     denn ich bin ein Gast bei dir, 
     ein Fremdling wie alle meine Väter.
Lass ab von mir, dass ich mich erquicke,
ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.
RÖMER 14, 14 - 16

Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, ist es unrein. Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe. Bringe nicht durch deine Speise den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt.

LIED 253

So trägt ein Glied des andern Last
um seines Hauptes willen;
denn wer der andern Lasten fasst,
lernt das Gesetz erfüllen,
worin uns Christus vorangeht.
Dies königlich Gebot besteht
in einem Worte: Liebe.

Mittwoch

PSALM 40, 2 - 11 Ich harrte des HERRN, 
und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.
     Er zog mich aus der grausigen Grube,
     aus lauter Schmutz und Schlamm, 
und stellte meine Füße auf einen Fels, 
dass ich sicher treten kann;
     er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben,
     zu loben unsern Gott.
Das werden viele sehen und sich fürchten
und auf den HERRN hoffen. 
     Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN
     und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen 
     und denen, die mit Lügen umgehen!
HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder
und deine Gedanken, die du an uns beweisest;
dir ist nichts gleich! 
     Ich will sie verkündigen und davon sagen, 
     wiewohl sie nicht zu zählen sind.
Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht,
aber die Ohren hast du mir aufgetan.
Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 
     Da sprach ich: Siehe, ich komme; 
     im Buch ist von mir geschrieben:
Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern,
und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 
     Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde.
     Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen;
     HERR, das weißt du.
Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; 
von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich.
Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.
RÖMER 15, 1 - 4

Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung. Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht: „Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.“ Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.

LIED 5