Nachdem beide Kantoreien in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg Bachs Weihnachtsoratorium präsentiert haben, musizieren sie jetzt wiederum gemeinsam das Deutsche Requiem von Johannes Brahms, eines der großartigsten Chorwerke überhaupt.
Die vielschichtige Trostmusik in sieben Sätzen ist kein Requiem im traditionellen liturgischen Sinn. Brahms stellte das Textbuch aus diversen alt- und neutestamentlichen Büchern der Bibel selbst zusammen und schuf ein überkonfessionelles Werk, welches auch jenseits der Grenzen des Christentums gehört und geschätzt wird.
Die Chöre proben getrennt und bereiten sich im Vorfeld an drei gemeinsamen Probenwochenenden auf die anspruchsvollen Aufgaben vor. Namhafte Solisten und das diesmal als modernes Orchester in symphonischer Besetzung musizierende ‚Ensemble Antico‘ mit Konzertmeisterin Annika Schmidt gestalten das große Werk mit.
Die ‚Biblischen Lieder‘ des mit Brahms eng befreundeten Antonín Dvořák in der selten zu hörenden Orchesterfassung sind eine ideale Ergänzung zum Deutschen Requiem: Ebenfalls auf rein bibeltextlicher Grundlage und in nahezu gleicher Orchesterbesetzung bietet der Liederzyklus beiden Solisten dankbare Aufgaben. Dvořák komponierte die zehn Lieder am Ende seines Amerika-Aufenthaltes in für ihn krisenhafter Zeit. So hört man bekannte Psalmen wie „Der Herr ist mein Hirte“ als persönliches Bekenntnis, im für Dvořáks Spätwerk typischen osteuropäischen Volkston.
Eine Besonderheit der „Weserbergland-Uraufführung“ ist die Übernahme der von Dietrich Fischer-Dieskau geschaffenen, eng am Bibeltext orientierten deutschen Textfassung, die kongenial die Rhythmen des tschechischen Originals aufnimmt.